Aliens: Colonial Marines

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Im Test: Aliens - Colonial Marines

Die Zeiten, in denen Videospieler mit dem Alien-Franchise ein großartiges Spielerlebnis verbinden sind schon lange vorbei. Aliens – Colonial Marines hingegen befand sich allerdings schon so lange in der Entwicklung, dass man fast die Hoffnung hatte, man würde da bei Gearbox an einem ganz besonders geilen Titel arbeiten. Dem ist nicht so.

Tun wir doch mal so, als würdet ihr Ego-Shooter vor allem wegen der spannenden Story spielen. Nun, dann dürfte Colonial Marines ja theoretisch genau euer Ding sein. Die Geschichte spinnt eine offiziell abgesegnete Fortsetzung der Ereignisse von "Aliens - Die Rückkehr" und stammt aus der Feder von den routinierten Drehbuchautoren Bradley Thompson und David Weddle, der auch einige Episoden von Battlestar Galactica beigesteuert hat. Übrigens die beste TV-Serie der Welt. Als Christoper Winter, einem Marine-Kommandosoldaten sollen wir das Verschwinden der Raumschiffs Sulaco untersuchen, ihr wisst ja Bescheid, genau das Schiff, auf dem Ripley in "Aliens" wieder zum Planeten Acheron (LV-426) zurückkehrte. Ins Gameplay übersetzt bedeutet das aber vor allem, das wir komplett alle halbwegs wieder erkennbaren Schauplätze des Films abmarschieren.
Also wieder durch die engen Korridore der Sulaco und einen Blick auf Laderoboter werfen. Hui, da kommt Filmstimmung auf. Nicht ganz, denn obwohl die Settings durchaus einen hohen Wiedererkunngs-Faktor besitzen und gerade das Pulse-Rifle mit seinem unverkennbaren Klang sofort an die Filme erinnert gibt es auch sofort nach dem Spielstart atmosphärische Dämpfer: Da wäre zum einen die deutsche Sprachausgabe, die derart lustlos vorgetragen wird, dass die Synchronsprecher den Eindruck erwecken, sie würden nebenbei noch ihre Einkommenssteuererklärung für das Jahr 2012 anfertigen. Und da wäre die Aliens, die sofort in Mengen auf den Spieler stürzen und nie ein echtes Bedrohungspotential aufbauen können: Schon auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad sind sie nur reines Kanonenfutter. Die gnadenlosen Tötungsmaschinen, die selbst einem Predator Paroli bieten können wirken im Spiel wie die Käfer aus Earth Defense Force. Dutzendware, die einfach schnell abgeballert wird. Die Tatsache, dass die Xenomorph-Gegner derart schwach auf der Brust sind und die menschlichen Gegner (Söldner der Weyland Corp) meist die größere Gefahr darstellen, macht ein Gadget wie den Bewegungssensor total überflüssig. Wer hat schon Angst vor Schießbudenmonstern, die sich mit ein paar Kugeln über den Haufen ballern lassen? Selbst im Nahkampf steckt der Marine noch cool die Knarre in den Alienkopf, was in der Filmwelt mit Sicherheit NIEMAND überlebt hätte.
Im Test: Aliens - Colonial Marines Okay, Atmosphäre und Sprachausgabe sind also nicht gerade in Bestform. Na, dann kommen wir mal zum Bild. Die Optik des Spiels ist gelinde gesagt eine Zumutung im Jahr 2013. Ursprünglich sollte das Spiel ja bereits am 01.06.2011 erscheinen, aber schon vor zwei Jahren wäre die Grafik unter aller Sau gewesen. Nun könnte man nach dem Blick auf Screenshots ja sagen, dass es gar nicht so übel aussieht. Aber erlebt das Spiel mal in Bewegung: Nerviges Tearing versaut euch in jeder Zwischensquenz den Spaß, im Spiel könnt ihr euch zum Ausgleich über die Animationen der Aliens und Soldaten totlachen. Sorry, die Xenos wären selbst für ein Spiel aus dem Jahr 1997 eine Zumutung. So scheinen die Aliens ungefähr drei Animationsphasen zu besitzen und kommen euch stets wie auf Schienen entgegen. Face-Hugger sehen teilweise wie 2-D Grafiken aus, die einfach auf die 3D-Grafik des Spiels gelegt werden. Na gut, wenn die Grafik nicht so doll ist, dann ist sie ja bestimmt flüssig? Natürlich nicht. Nur mal zum Vergleich: Die Call of Duty Teile schaffen durchgängig 60 Frames. Aliens hält mit Müh und Not 25-30 Frames, auf der PS3 sieht das ganze sogar noch deutlich schlechter aus. Auch wenn wir als Heimat der Heimkonsolen nur ungern einen Blick über den Tellerrand werfen: Auf dem PC sieht das ganze doch noch etwas hübscher aus, nur das die hohe Auflösung und High-Res Packs auch dort nicht die lachhaften Animationen überspielen können.
Im Test: Aliens - Colonial Marines So, wir fassen zusammen. Das Spiel ist optisch mies, bietet eine lahme Synchro und kann im Singleplayer trotzdem auf gewisse Art Spaß machen. So wie es eben Spaß macht, wenn man Fürze anzündet. Na, da wird der Koop-Modus doch sicher das Ruder rumreißen, oder? Äh, nein. Zum einen scheint der Netzwerkcode nur schlampig programmiert zu sein. Man wagt es kaum zu glauben, dass dieses Spiel vom selben Studio wie Borderlands kommt: Es dauert viel zu lang bis eine Koop-Session gestartet werden kann und wenn sie dann läuft, gibt es meistens fette Lags bei allen Teilnehmern, bis hin zu Verbindungsabbrüchen. Da es kein Friendly Fire gibt wirken die Koop-Sitzung auch selten atmosphärisch, da es meist so aussieht, als würden sich alle Soldaten gegenseitig beballern. Etwas witziger sind da schon die Versus-Modi, bei denen sich bis zu 12 Spieler aufgeteilt in Marines und Aliens auf fünf Karten wilde Gefechte liefern. Damit der Spieler in der Rolle des Aliens einen besseren Überblick hat, gibt es hier die 3rd Person Perspektive die allerdings auch nicht das Hauptmanko ausgleichen kann: Die Aliens fühlen sich einfach zu schwach an: Wie ihre Kollegen aus dem Singleplayer fühlt man sich in hier einfach nicht als Killermaschine sondern als kraftlose Schießbudenfigur die nur viel zu sanfte Schläge austeilen kann.
Im Test: Aliens - Colonial MarinesAliens - Colonial Marines ist ein Paradebeispiel für eine missglückte Spielentwicklung. Es darf die Frage geäußert werden, was den in den letzten Jahren überhaupt noch von Gearbox an diesem Titel gemacht wurde: Denn die Mängel in der Grafik und den Gegneranimationen hätte dem Borderlands-Studio durchaus ins Auge fallen dürfen. So wirkt Aliens leider streckenweise wie ein neuer Aufguss der Duke Nukem Forever Story: Ein lange überfälliges Produkt, das mit minimalen Aufwand geradeso marktfähig programmiert wurde. Und das ist doppelt schade, denn Aliens kann genau wie der Duke sogar streckenweise Spaß machen: Gerade das oldschool-artige Geballer, das nicht den aktuellen Weg der kompletten Autoheilung geht , kann durchaus für Unterhaltung sorgen und ist dank der aus dem Film bekannten Schauplätze für Alien-Fans durchaus halbwegs interessant. Aber weder der Koop-Modus noch die Versus-Modi können Spieler irgendein Erlebnis bieten, dass andere Titel nicht bereits seit Jahren besser können. Besonders traurig ist dabei, das sich selbst Spiele wie das letzte Aliens vs Predator aus dem Jahr 2010 technisch und spielerisch in keinster Weise vor dem aktuellen Alien-Spiel verstecken müssen. Einen Vollpreis-Anspruch hat das Spiel damit ganz klar verspielt.

Kommentare

KeksDose
  

Ich muss jetzt diblomatisch sein, denn ich finds ja ganz angenehm auf xbox live hin und wieder mal mit Alex ein paar Worte zu wechseln und will mir das jetzt nicht verscherzen. ;-)
Deswegen sag ich mal ja, die angesprochenen Kritkpunkte sind richtig und als einer der wenigen hier in den Comments, die das Spiel wirklich gespielt haben und ihre "qualifizierte" Kritik nicht aus negativer Meinungsmache und verpixelter YouTube-Videos haben, darf das auch sagen. Technisch ist das Spiel echt ne Frechheit und man muss schon ein grosser Fan der vorlage sein, um sich über Details wie Bishob's abgerissenem Unterleib oder wiedererkennbare Räumlichkeiten zu freuen, wie das Krankenzimmer/Labor in dem Ripley und die kleine Newt von den Facehuggern angegriffen wurden. Nebst umgekippten Bettgestell und kaputter Scheibe durch die Hicks ja so heldenhaft gesprungen ist.
Ich seh die ganzen Macken ja auch aber wenn ich mit gezücktem Motiontracker durch die Gänge schleiche und dann auf eine Horde Aliens treffe, die eben sehr wohl eine Bedrohung sein können wenn mans nicht im Pussymodus spielt (Veteran sollte es im ersten Durchgang schon sein), macht mir Aliens:CM trotzdem viel spass. Klar ist es strickt linear aber was daran immer so schlecht sein soll verstehe ich eh nicht, aber ich analysiere Spiele ja auch nicht zu tode für einen test oder so. Ich zocke einfach drauflos, bekomme ein breites Grinsen bei den hammergeilen Waffensuonds und lass mich von den zahlreichen Herausforderungen und Sammelobjekten neben den eigentlichen Missionszielen motivieren Erfahrungspunkte zu sammeln um meine Waffen aufzurüsten.
Wie Alex auch im harmonischem Vorspiel-Video sagt, das Game ist kein Totalausfall. da gibt es weiss gott noch schlimmeres und die 6 von 10 geht auch in Ordnung.
Harmonisches Vorspiel-Video?
Dazu mehr in den Comments zum Video. ;-)

Zitieren  • Melden
0
Mastersheep
  

Nach der Demo war längst klar das es Bums wird...

Zitieren  • Melden
0
Germaniax
  

Naja, nach all den Vorschau-Videos keine wirkliche Überraschung, das war schon aus 10 Kilometern abzusehen.

Zitieren  • Melden
0
DonniDonner
  

Es gibt Menschen, die m?gen Kacke...manchmal sogar aus nem Becher :D

Zitieren  • Melden
0
Hilljohnny
  

@Donni und Salasar
Kacke mit Kacke zu vergleichen bringt auch nichts, es bleibt nun mal Kacke :D.
Beides sind Beispiele für "Es hätte so schön werden können..." Resi6 ist Kacke, es roch so. es spielte sich so und hatte spielerisch nur kacke zu bieten aber es sah wenigstens noch nach HD Kacke aus. Alien sieht "anders aus" wie schon von Ps2 gegessen und ausgeschieden und dann nochmal von der Ps3 gegessen und der gleiche Scheiss von vorn...
Wer das Wort Kacke nicht mag, soll es durch Scheisse oder Apfel ersetzen :D

Zitieren  • Melden
0
DonniDonner
  

@salasar

Mit Aliens kann man spass haben (wenn man nicht zu verklemmt und das auch gewillt ist) Mit Resident Evil 6 kann man sich h?chstens eingestehen sein Geld komplett aus dem Fenster geworfen zu haben. (womit hier so mancher anscheinend so seine Probleme hat) ;)

Zitieren  • Melden
0
salasar
  

@butcher
Mit Resident evil 6 kann man spass haben (wenn man nicht zu verklemmt und das auch gewillt ist) Mit Aliens kann man sich höchstens eingestehen sein Geld komplett aus dem Fenster geworfen zu haben. (womit hier so mancher anscheinend so seine Probleme hat)

Zitieren  • Melden
0
iwin86
  

An dem Argument von lookmybullet ist schon was dran. Besonders wenn man sich den Riesenpatch ansieht, den Sega gerade veröffentlicht hat.

Zitieren  • Melden
0
DonniDonner
  

Es ging mir bei der Aussage auch nicht um den Spielspass, sondern nur um den Fakt, dass es Friendly Fire gibt.

...und ich glaube, dass es eine ganze Menge Spiele gibt, die erst auf Hart interessant werden. Es kommt halt, wie immer, auf das Auge des Betrachters an. :)

Zitieren  • Melden
0
Claudandus
  

gute Grafik ist hallt nicht alles, für meinen Geschmack ist die 6/10 zu wenig. Aber das bleibt jeden wirklich selbst überlassen. Hatte DS3 noch nicht gespielt, doch bei den Kretikpunkten kann ich die Wertung gut verstehen, das es nur nen Hauch besser als Alien ist.

Zitieren  • Melden
0

Kommentar schreiben

B I U Link Zitat Bild Video
  

weitere Berichte zu Aliens: Colonial Marines

08.07.13 16:05 Uhr

Aliens: Colonial Marines

Aliens: Colonial Marines - Neuer DLC auf dem Weg?

Ja, auch wenn es so das ein oder andere Problemchen mit der Veröffentlichung von Aliens: Colonial Marines gab, so finden sich doch immer wieder Leute, die so ihren... 

02.07.13 16:20 Uhr

Aliens: Colonial Marines

Randy Pitchford: Aliens Colonial Marines sollte euch nicht ausbeuten

Achja, der gute Randy Awesome Pitchford. Auch wenn bei dem Großteil von uns das damalige Aliens: Colonial Marines Debakel schon fast vergessen ist, wird der gute... 

10.05.13 11:08 Uhr

Aliens: Colonial Marines

TimeGate Studios entlässt sämtliche Angestellte

TimeGate Studios, die Jungens, die zu einem irgendwie unklaren Prozentanteil an Aliens: Colonial Marines mitgeschraubt haben, haben nun sämtliche Arbeitnehmer entlassen....