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AreaGames Awards 2013: Beste Story

In einer Zeit, in der sich Videospiele technisch immer stärker an das Medium Film annähern, sollte es nicht verwundern, dass auch die Geschichte eines Spiels immer wichtiger wird.

Wird das Spiel nicht vom Gameplay oder Multiplayer dominiert, bleibt fast nur die Flucht in eine spannende Geschichte. Und davon hatten wir dieses Jahr einige.

Es bleibt auch 2013 die große Herausforderung an Spieldesigner, die Gegensätze „Interaktion“ und „Geschichte erzählen“ sinnvoll in einem Spiel zu vereinen. In diesem Jahr konnten wir hierbei verschiedene Ansätze bewundern, die alles eines gemeinsam hatten: Sie fesselten uns an den Monitor, bzw. den Fernseher.


Die Nominierten in der Kategorie: Beste Story

Die Nominierten in der Kategorie: Beste Story



The Last of Us

In der Rolle eines schroffen und wortkargen Überlebenskünstlers ein junges Mädchen durch eine Zombie-verseuchte Welt zu eskortieren klingt auf den ersten Blick nicht sehr originell. Und wenn man dann auch noch ein ganz besonderes Mädchen durch die Gegend schleppt, werden schnell Erinnerungen an „Children of Men“ und „The Road“ wach. Doch diese Vergleiche verblassen schnell, denn The Last of Us findet einen ganz eigenen Rhythmus und Stil ohne sich vor Filmvorbildern verstecken zu müssen. Die emotionale Entwicklung von Joel ist sogar mehr: Sie ist ganz großes Kino.



The Stanley Parable

Man stelle sich Portal vor. Nur eben ganz anders. In der Haut des Büroangestellten Stanley steht man eines Tages von seinem Schreibtisch auf und folgt oder folgt nicht den Anweisungen einer geheimnisvollen Erzählerstimme. Alles was anschließend passiert ist kaum in normale Worte zu fassen. Zu dynamisch wechselt die Erzählung je nach Verhalten des Spielers. Und trotzdem gelingt es der Stanley Parable eine faszinierende Meta-Ebene zu schaffen. Der Spieler ist ähnlich wie Stanley verloren in einem Labyrinth aus Täuschung, verschiedenen Realitätsebenen und Verzweiflung. Wer Angst vor Drogen hat, aber dennoch Lust auf einen surrealen Trip hat, sollte die Stanley Parable daher nicht verpassen.



Grand Theft Auto V

Auch wenn sich die Houser-Brüder vor allem als Geschichten-Erzähler mit einer Extra-Portion bitterböser Sozialkritik verstehen, so fasziniert an der Story von GTA V doch eher das WIE, als das WAS. Denn die Gangster-Ballade um einen Ex-Bankräuber, der sich auf einen Deal mit der Polizei eingelassen hat, aber nach Jahren in Langeweile und Wohlstand wieder von der Vergangenheit, bzw. von Trevor eingeholt wird, ist erstaunlich altmodisch. Auch das „Jeder verrät jeden. Alle Menschen sind Idioten und Freaks“-System das sich durch alle vergangenen GTAs zieht, zeigt erste Abnutzungserscheinungen. Doch der stetige Wechsel zwischen den drei Hauptfiguren bringt eine neue Dynamik in das Geschichtenerzählen, an die sich bisher nur wenige Filmschaffende versucht haben.



Gone Home

Gone Home wirkt unscheinbar. Nach einer längeren Auslandsreise kehrt Kaitlin Greenbriar wieder in das Elternhaus zurück. Dort ist jedoch keine Spur von ihren Eltern oder ihrer Schwester. Anhand von Zeitungsnotizen, Tagebucheinträgen und zahlreichen anderen Fundstücken rekonstruiert der Spieler, bzw. Kaitlin, was in dem vergangenen Jahr vorgefallen ist. Das ist erstaunlich spannend auch ohne Zombies oder Monster, die aus Schränken springen. Wenn es für die nächsten Jahre ein Referenz-Beispiel für eine interaktive Erzählung gibt, dann ist das Gone Home.



Bioshock Infinite

Ken Levine und seine Distopien. Nach der verlassenen Raumstation Citadell aus System Shock ging es in Bioshock unter Wasser und damit in die Welt von Rapture. Von dort aus stiegen wir wieder in den Himmel, zur amerikanischen Wolkenstadt Columbia, die derart rückständig und nationalbewusst ist, dass selbst die heutige Tea-Party Bewegung der US Republikaner mit Begeisterung die Propaganda-Plakate um den Propheten Comstock benutzt. Doch Bioshock Infinite nutzt die reaktionäre Traumwelt nur als Hintergrund für einen viel geschickteren Story-Twist, auf den selbst Christopher Nolan neidisch blicken dürfte.

Und der GEWINNER ist:

Kommentare

PandaVegetto
  

Trostpreis für Booker. :)

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Der Ralle
  

Absolut gerechtfertigt, Bioshock Infinite hat mich dermaßen weggeburnt, dass ich auch zwei Tage nach dem Abspann nicht aufhören konnte darüber nachzudenken. Ich könnte jetzt anfangen über tausend Dinge aus dem Spiel zu schwärmen. Aber ich will niemanden etwas spoilern und auch dem Kommentarrahmen nicht sprengen. Deshalb schreib ich nur eines dazu. Einen solchen Effekt hatte bisher wirklich nur Inception, Matrix und Bioshock auf mich. Von genau derart epischen Geschichten möchte ich noch viel mehr haben.

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2
gelöscht
  

Na da bin ich dann mal auf Bioshock gespannt, wenn ich es demnächst wohl durch PS Plus kostenlos zocken darf.

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0
Jack Scallion
  

Ich fand Infinite auch vorhersehbar, auch dass das Teil hier gewinnt hab ich schon geahnt.

Für mich ist hier TLoU erste Wahl, das Ende war sehr authentisch und unaufgeregt, die Motivation Joels absolut nachvollziehbar. Ein Mensch mit dem Schlüssel die Menschheit zu retten, stellt zuletzt doch seine eigenen Bedürfnisse vor dem aller anderen Menschen. Sowas hätte ich Naughty Dog nicht zugetraut.

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1
Alexander Voigt
  

Zitat von Dennis4022

Dennis4022 schrieb:

Was auch immer WTF-Momente sind, aber Bioshock war vorhersehbar? Du wußtest also vorher wie es ausgeht?



Mach dir nichts draus. Ich verfüge auch über ein gewissen Maß an Film- und Spielwissen und war am Ende ähnlich verwirrt und überrascht :-)

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3
Bramahummel
  

Zitat von Dennis4022

Dennis4022 schrieb:

Was auch immer WTF-Momente sind, aber Bioshock war vorhersehbar? Du wußtest also vorher wie es ausgeht?


Jop, das war zum Schluss aus mehr als klar wenn man entsprechende Film- bzw. Gamevorkenntnisse hat.

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1
CoupeFX2
  

Das hier Schinken wie Ryse und Killzone keine Geige spielen sollte klar sein.
Ich selbst hätte mich zwischen TLOU und Bioshock entschieden, hätte am Ende aber eher zu TLOU tendiert.

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2
2happy
  

Kann ich mit leben :-)

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0
gelöscht
  

Was auch immer WTF-Momente sind, aber Bioshock war vorhersehbar? Du wußtest also vorher wie es ausgeht?

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0
Bramahummel
  

Bioshock war wirklich ein super game, hat mir viel Spass gemacht. Die Story war aber mehr als lahm ist völlig überbewertet. Total vorhersehbar und ohne großé WTF-Momente.

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Datum:

27.12.2013, 12:00 Uhr

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