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AreaGames Awards 2013: Bestes Rollenspiel

In einer Zeit, in der viele Genres immer mehr zusammenfließen, wie definiert man da eigentlich noch Rollenspiele? Oft wird das Genre darüber charakterisiert, dass man seine Helden-Figur(en) oder wenigstens deren Ausrüstung in bestimmten eher pragmatischen Werten verbessert.

In vielen neueren RPGs sind auch Story-relevante Entscheidungen ein wichtiger Faktor. Vielleicht lässt es sich immer noch auf die Entwicklung der Helden reduzieren. Innerlich wachsen sie in Folge der Erzählung, körperlich indem ihr als Spieler sie vorantreibt, durch Kämpfe führt und in entsprechenden Attributen und Fähigkeiten reifen lasst. Zumindest passt diese Beschreibung auf unsere fünf Nominierten. Angesichts der nicht leiser werdenden Totsagung der japanischen Rollenspiele, ist deren Aufstellung äußerst überraschend, kommen sie doch alle aus dem Land der Aufgehenden Sonne. Noch erstaunlicher ist dabei der Umstand, dass drei von ihnen Handheld-Exklusiv-Titel sind. Bis auf die Kickstarter-Nostalgie Shadowrun Returns haben sich westliche Entwickler in diesem Jahr der Gattung weitestgehend ferngehalten. Es ist also die beste Zeit dem altehrwürdigem J-RPG mal wieder einen Besuch abzustatten.


Die Nominierten in der Kategorie: Bestes Rollenspiel

Die Nominierten in der Kategorie: Bestes Rollenspiel



Tales of Xillia

Tales of kein Ende. Die bereits in glorreicher 16bit-Zeit ins Leben gerufene Tales-Reihe schafft es inzwischen auch zuverlässig zu uns. Welch ein Glück, denn Xillia darf zu den besten Teilen der langlebigen Serie gezählt werden. Wie bei J-RPGs üblich liegt das Herz wieder einmal im Kampfsystem, welches hier traditionell in Echtzeit abläuft und nach wie vor zu den dynamischsten und besten des gesamten Genres zählt und diesmal etwa die Kombination aus den Angriffen zweier Charaktere erlaubt. Jenseits der knalligen Gefechte begeistert Xillia wie es sein soll mit einer spannenden, Tales-typischen Geschichte, tollem Artdesign und vor allem jeder Menge Dialogwitz. Der kommt vor allem von den beiden Hauptfiguren Jyde und Milla, die das Zentrum eines insgesamt äußerst sympathischen Charakter-Regiments darstellen.



Ni no Kuni – Der Fluch der Weißen Königin

Für Anime-Fans und Rollenspiel-Connoisseure ging in diesem Jahr wohl gleichsam ein Traum in Erfüllung. Das hochangesehene Ghibli Studio, verantwortlich für filmische Meisterwerke wie Mein Nachbar Totoro oder Prinzessin Mononoke (ein O-Fetisch scheint wahrscheinlich) hat sich mit einer der besten Mannschaften für japanische RPG-Kost zusammengetan und einen Instant-Klassiker geschaffen. Ghibli's Gespür für ebenso tiefgründige wie fantasievolle Geschichten und Level 5's Talent die Faszination traditioneller J-RPGs zu konservieren, resultieren in einem rührenden und spielerisch motivierenden Abenteuer, auch dank des gewitzten Kampfsystems und einer guten Portion Pokémon-Sammelwahn. Die fantastische Präsentation hat ebenfalls nicht geschadet.



Bravely Default

In einem geradezu unfairen Lauf sämtlichen anderen Systemen gegenüber, hat der 3DS in diesem Jahr ein Knaller-Spiel nach dem anderen abgefeiert und hörte bis zum Schluss nicht damit auf. Denn noch im Dezember ist mit Bravely Default ein RPG für den Handheld-Überflieger erschienen, für das passionierte Rollenspieler aus PAL-Territorien (Erinnert sich überhaupt noch jemand an den Begriff?) in den 90ern getötet hätten. Square Enix küpfen nach vielen Enttäuschungen mit diesem Titel an eben jene große RPG-Zeit an, als Final Fantasy noch der Inbegriff eines epischen Abenteuers war. Bravely Default belebt die klassischen Tugenden japanischer Rollenspiele und merzt gleichzeitig deren Schwächen aus. Selbst die wunderschöne, handgezeichnete Wasserfarben-Optik versprüht pure Nostalgie. Ein kleines Spiel-Wunder, welches eine Magie ausstrahlt, die man heute nur noch in wenigen Genre-Werken findet.



Etrian Odyssey IV: Legends of the Titan

Ebenfalls im Nostalgie-Zug sitzt Etrian Odyssey IV, das – nachdem die beiden Vorgänger lieber jenseits der Grenzen verweilen wollten – uns wieder auf ausgedehnte Dungeon-Crawling-Touren schickt. Die richtige Ausrüstung und Party zusammenstellen, knackige Kämpfe bestreiten und dabei immer fleißig selbst die Karte mit zeichnen, entfaltet erneut eine Faszination, die halb vergessen schien. Dem heftigen Anspruch der Vorgänger innerhalb eines heute exotischen Spieldesigns wirkt Teil 4 diesmal mit einsteigerfreundlicher Anfangsphase entgegen und ernennt sich damit umso mehr zu einer Empfehlung für aufgeschlossenen Genre-Fans. Denn es zeigt was Rollenspiele auch sein können. Hier zählt die reine Spielmechanik vor einer ausufernd pathetischen Geschichte. Und das ist kein bisschen weniger fesselnd.



Pokémon X und Y

Was soll man zu Pokémon schon noch sagen? Die kleinen Monster schaffen es einfach immer wieder. Bei über 600 an der Zahl ist Widerstand aber auch zwecklos, vor allem, wenn sie endlich in schmuckem 3D-Kleid antanzen. Entwickler Game Freak hat die beliebte Kämpfen-Sammeln-Trainieren-Tauschen-Formel um die neue Feen-Art, Mega-Evolutionen, Luftkämpfe und viele weitere coole Features erweitert und die ewige Jagd nach dem vollständigen Pokémon-Zoo in der nunmehr 6. Generation damit so frisch wirken lassen wie zu Beginn des Taschenmonster-Phänomens im Jahre 1996. Es gibt einfach noch immer kein Mittel gegen die Sucht.

Und der GEWINNER ist:

Kommentare

Stalkingwolf
  

Tolles Spiel, zwar etwas naiv und am Anfang einfach, aber für mit einem tollen Ende.
Soundtrack habe ich mir sogar gekauft. 45€ :-/ aber die waren es Wert.

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KING_BAZONG
  

Absolut zu Recht. Ni no kuni ist ein klasse old-school J-RPG, das leider unter der zu geringen Schwierigkeit krankt. Daher gibt es Abzüge. Davon abgesehen aber ist es ein guter 80er-Kandidat, kein Überflieger, jedoch grundsolide und mit vielen netten Ideen gespickt. Drippy ist der heimliche Star des Spiels. Alleine seine tollpatschigen Bewegungen sind unglaublich drollig (man muss hier auf kleine Details achten) und sein Akzent ist eh der Hammer. Hab allerdings auf Englisch gespielt.

Mit all den Postgame-Zusätzen habe ich locker 140 Stunden damit verbracht.

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2
Tsume
  

Ich liebte das Game, besonders den geilen Soundtrack. Muss ich mal wieder rauskramen.

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PandaVegetto
  

"Each and every heart will be healed. On our journey through another world." <3 <3 <3

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2happy
  

Sprachlich absolut unerträglich. Diese Pseudo Umgangssprache - vor allem von Tröpfchen - löste bei mir einen Brechreiz nach dem andern aus. Ungenießbar.

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Jack Scallion
  

So sehr ich Hayao Miyazakis Filme liebe(schade, dass er aufgehört hat), Ni No Kuni hat mich zu Tode gelangweilt. Ich glaub, meine JRPG-Zeit ist rum.
Wenn das schon das beste Rollenspiel war, hab ich bei den anderen ja nichts verpasst.

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1
Claudandus
  

hatte mir endlich NiNoKuni für 9€ auf PSN gekauft. Freu mich schon sehr drauf, auch wenn ich keinen kenne der das Spiel auch beendet hat =^.^=

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Beelzebub
  

Zu Recht gewonnen, Bravely Default seh ich allerdings knapp dahinter (wenn da nicht die Microtransaktions wären). Ich hoffe aber das es nächstes Jahr wieder etwas mehr westlicher zu geht im Genere.

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2
S Town King
  

Der erste Award dieses Jahr bei dem ich euch zustimmen kann wirklich geniales Spiel. Also super Wahl, die anderen Kategorien lassen wir mal weg.

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Datum:

28.12.2013, 12:58 Uhr

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Das beste Rollenspiel - Die Nominierten