Battleforge

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

BattleForge

Wenn zwei Fans von „Magic – The Gathering“ sich in der Schulaula ein erbittertes Gefecht ablieferten, dann war das mindestens genauso spannend wie eine Schlacht im „Command & Conquer“-Universum. Das deutsche Entwicklerstudio Phenomic hat sich gedacht, dass man diese beiden Elemente, also das Sammeln und Einsetzen von Karten und den Echtzeitstrategieaspekt zusammen“schmieden“ könnte. Passenderweise entstand durch diese Fusion der Titel „BattleForge“ , der mit einer guten Ideen, aber teilweise schwacher Umsetzung die Geschmäcker spaltet.

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Wenn man sich drauf einlässt ...

Sammelkarten auf dem Computer? Das ist doch mindestens genauso unspektakulär bzw. greift nicht den Reiz auf wie ein virtuelles Monopoly. Immerhin will man seinen wertvollen "Ultradrachen der Ultrazerstörung" (Wir stehen einfach auf diese "Ultra"-Silbe) in der Hand halten (natürlich in einer 5 Euro Schutzhülle) und mit einem Lächeln, das "Sieg" bedeutet beschwören. Gehört ihr zu dieser Fraktion, die alles in der Hand halten müssen (und sich erst jetzt das Addon zu Red Alert 3 geholt haben, da es die Erweiterung jetzt im Handel gibt), dann müsst ihr den Sammelkartenaspekt aus der Rechnung "BattleForge" hinausrechnen. Übrig bleibt ein durchschnittliches Echtzeitstrategiespiel, das ohne komplizierte Mechanismen, einer schwachen Solo-Story und kleinen Gameplay-Macken zumindest kurzweilig zu begeistern weiß. Das klingt verdammt negativ, soll aber verdeutlichen, dass dieses Spiel wirklich nur dann interessant ist, wenn man sich auf den virtuellen Sammelmechanismus einlässt.
BattleForge

Kaufen, kaufen, kaufen ...

Da Sammelkarten bekanntlich süchtig machen, und Sucht genauso bekanntlich ausgenutzt wird, lebt auch BattleForge von einem Grundgedanken: Karten kaufen und tauschen. Installiert man den EA-Titel zum ersten Mal, muss man sich ein Online-Konto erstellen und bekommt 3000 BattleForge-Punkte auf sein virtuelles Konto gut geschrieben. Diese Punkte sind die Währung, um sogenannte Booster-Packs erwerben zu können. Für 250 Punkte bekommt man ein Booster-Pack, in dem sich 8 Karten befinden. Sind die 3000 Punkte aufgebraucht, was ratzfatz geschieht, kann man sich neue gegen Bares (also ECTES Geld) dazukaufen. Das ist die eine Methode. Die andere ist, Karten über Auktionen zu erwerben bzw. zu verticken. So kann man eine besonders seltene (Epic wie der Fachmann sagen würde) anbieten und bekommt für sie nach erfolgreicher Versteigerung BattleForge-Punkte. So kann man sich bei geschicktem und aufmerksamen Handel schnell viele Punkte verdienen und neue Booster-Packs erwerben - und wer weiß, vielleicht findet man dort sogar den Ultradrachen der Ultrazerstörung ...
BattleForge

Nur Online

Wie gesagt spielt ihr BattleForge ständig online. Selbst Einzelspielermissionen in der Kampagne "Gut gegen Zwielicht" können nur dann bestritten werden, wenn man "drin" ist. Es gibt aber Aufgaben, die man nur mit mehren Feldherren bewältigen kann. Hier kommt man gerade als Anfänger öfter ins Schwitzen, denn die Missionen sind so knackig, dass es auf jeden der bis zu 11 Mitspieler ankommt. Hier entwickeln sich aber nach erfolgreichen Abschluss die ersten Freundschaften bzw. Kontakte, um Karten zu tauschen oder weitere Schlachten, eventuell auch gegeneinander, zu schlagen. Letzteres dürfte das Interessanteste an BattleForge sein, denn hier misst man sich auf einem fairen Niveau. Jetzt kann man natürlich einwerfen, dass der reiche Bub mit seinem zusammengekauften Deck (quasi das Chelsea unter den Sammelkartenspielern) jedem anderen überlegen ist. Klar, in 1:1 Situationen wird er in manchen Situationen die Oberhand gewinnen, einem erfahrenen Spieler, der sein Deck geschickt zusammengestellt hat und der die Ressourcenthematik für sich ausnutzt, wird er trotzdem unterliegen. Außerdem lässt sich durch geschicktes Handeln nahezu jede Karte erwerben - es ist wie in World of WarCraft. Man kann sich das Geld gegen Bares auf seine Konto "cheaten" oder aber man legt die Monster. Was aber nur einen Schluss zulässt: Man muss sich in BattleForge wirklich einarbeiten, ein Spiel für "Zwischendurch" ist es sicherlich nicht. Geht man nämlich so an die Sache, kann es schnell passieren, dass man Einheiten begegnet, die einem völlig unbekannt sind, dementsprechend schwer zu kontern sind.
BattleForge

Schlachten ohne Tiefgang

Merkwürdig konterkarierend zu den nahezu unendlichen Möglichkeiten bei der Deckerstellung, fällt das Gameplay des Echtzeitstrategieelements ziemlich schwach aus. Zar gibt es Nah- und Fernkämpfer, trotzdem besitzen die Schlachten wenig taktischen Tiefgang. Meist dreschen die Nahkämpfer aufeinander, während die Fernkämpfer einfach in die Mitte zielen. Irgendwann löst man die Spezialfähigkeit einer Einheit aus und hofft, dass die eigenen Einheiten siegreich aus dem Getümmel hervorgehen. BattleForge lebt weniger von den Schlachten ans sich, als von den Vorbereitungen auf diese. Hat man nämlich mehr Einheiten als der Gegner gewinnt man auch - ein wirkliches Überraschungselement gibt es nicht. Also keine besondere Fähigkeit, wie ein Psi-Sturm oder Dunkler Schwarm in StarCraft. Ich erwähne diese Fähigkeiten, da sie bei geschicktem Einsatz eine Schlacht beinahe entscheiden können. Nein, in BattleForge geht es eher darum, schnell Energiequellen zu errichten, Sphären zu erobern und im Vorfeld ein stimmiges Deck zusammenzustellen. Die Schlachten laufen dagegen ziemlich träge ab und bieten kaum noch Möglichkeit zum interagieren. Dafür sieht das Ganze ziemlich Bildgewaltig aus. Wenn vier meterhohe Spezialgegner auf eine befestige Basis zustürmen und die Bogenschützen Salve um Salve auf die Kolosse schicken, dann lehnt man sich gerne mal zurück und genießt, wie der Lebensbalken der Gegner (hoffentlich schnell) abnimmt. Gerade im Getümmel nerven übrigens die Symbole für Spezialfähigkeiten. Will man nämlich NICHT den Belagerungsmodus der Feuerechse aktivieren, sondern einfach nur die Einheit über ihren Kopf anwählen, passiert es schnell, dass man auf das plötzlich erscheinende Symbol für die Fähigkeit klickt. Ärgerlich, vor allem, wenn man sich die Fähigkeit als Überraschung aufheben wollte. So etwas darf einfach nicht passieren. Genauso wie der Aktivierungsbereich zum Anwählen gegnerischer Einheiten. Will man das Feuer der Bogenschützen auf eine bestimmte Einheit lenken, muss man schön sehr genau auf das Opfer klicken, sonst kann es passieren, dass das Spiel den Befehl als "Bewegung" interpretiert und die schwachen Fernkämpfer in die Arme des eigentlich schon Besiegten schickt. Die Geschwindigkeit und Mechanik der Kämpfe lässt sich am besten mit der von WarCraft III vergleichen - für Spieler wie mich, die immer noch StarCraft spielen, definitiv zu langsam.
BattleForge

Gut, aber speziell

Kommentare

Daniel Pook
  

Das war kein Scherz. Also, dass wir mal einen Lektor hatten bis vor kurzem. :)

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Saibot
  

Ihr habt auch auf jede Kritik 'nen geilen Spruch :D
Mich st?rt das pers?nlich nicht, und bevor noch ein armer Mann in der Klapse landet, lasst es lieber ;-)

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Daniel Pook
  

Wir hatten mal extra f?r Kappi einen Lektor, der ist aber verr?ckt geworden und sitzt jetzt in 'ner Irrenanstalt.

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I_Moonios
  

Mit gro?em Interesse habe ich die Entwicklung verfolgt, bin von den Tests jedoch eher abgeschreckt. Schade.

btw: der Test ist eigentlich gut, aber ... die vielen Einsch?be in Klammern behindern den Lesefluss, au?erdem solltet ihr euch einen Lektor anschaffen.

"Z[w]ar gibt es" "(also EC[H]TES Geld)" "lustige Spr?che vom _S_tapel."

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Saibot
  

Guter Test! ;-)
Die ?berschrift des Fazits trifft es ,denke ich, genau.
Nicht unbedingt so gutes Spiel (f?r mich^^).

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