Blacklight: Tango Down

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 07. Juli 2010

User-Wertung:

Blacklight: Tango Down

"Der futuristische Shooter stellt durch Spaß ohne Ende und seine packende Atmospha?re eine beispiellose Bereicherung in der heutigen Downloadspiel-Landschaft dar." - Dieser Satz aus einer offiziellen Pressemeldung klang eigentlich nach einem verdammt guten Deal! 1200 MS Points für unendlich Unterhaltung? Ich bin dabei! Zumal ich meinen Downloadcode für Blacklight: Tango Down als Tester ja sogar kostenlos erhalten habe. Wie passend, denn "Spaß ohne Ende" und "packende Atmosphäre" habe ich dann nach dem Herunterladen von Ignitions/Zombies Shooter gänzlich umsonst gesucht.


Blacklight: Storymode Down

"Blacklight: Tango Down spielt 25 Jahre in der Zukunft. Die Spieler u?bernehmen die Kontrolle u?ber ein geheimes Elite-Kommandoteam, das mit der Suche nach dem vermissten US-Colonel Klein und seinem perso?nlichen Blacklight- Team beauftragt ist." - So hätte ich die Story des Spiels nicht ansatzweise zusammenfassen können, wäre mir nicht ein weiterer Satz aus einer der vielen Pressemeldungen im Gedächtnis hängen geblieben. Die Story des Shooters, dessen Verfilmung angeblich auch schon längst festehen soll, wird im Spiel einzig dadurch erzählt, dass man sich im Optionsmenü in den Bereich verirrt, der einem eine dröge Zusammenfassung der Geschehnisse in Textform abliefert. Die vermeintliche Kampagne von Blacklight setzt sich aus vier Levels zusammen, die von nicht mehr als einem Lobbymenü miteinander verbunden werden. Ich spreche hier von vier schnurgeraden, öde designten, tristen, abwechslungsarmen, wenig begeisternden Levels, denen es an der so vollmundig versprochenen Atmosphäre gänzlich fehlt.
Durch diese seelenlosen, mit wenig Liebe zum Detail designten Areale laufe ich nun von Checkpoint zu Checkpoint, betätige zwischendurch ein paar Terminals, bin hauptsächlich aber damit beschäftigt, wellenweise hohler K.I.-Gegner auszuschalten. Die Feinde, deren festgefahrene Laufwege entweder ständig von links nach rechts oder schmerzfrei auf mich zu führen, Spawnen zu festgelegten Zeitpunkten, in festgelegter Anzahl an festgelegten Orten, was offenbar den Gedanken pflegen soll, dass sich die eher als Challenges denn als Kampagne rüberkommenden Stages auswendig lernen lassen, um sie perfekt zu beherrschen. Letzteres muss man auch, denn in Blacklight steckt man kaum ein paar Treffer ein und hat nur genau ein Leben, ehe man das komplette Level von Anfang an wiederholen muss. Zwar sorgen regelmäßig verteilte Munitions- und Gesundheitskisten dafür, dass man sich mit taktisch sehr diszipliniert vorsichtigem Verhalten im Normalfall erfolgreich vortasten kann, hat man dabei allerdings nur einmal etwas Pech, bestraft einen der Checkpointlose Shooter wie gesagt gleich richtig brutal.
Und dann gibt es da auch noch die designtechnisch bedingten Situationen, in denen man stirbt, weil eine viel zu große Anzahl an Gegnern ganz unvermittelt an einer extra fiesen Position spawnt, die selbst dann nur mit Glück zu schaffen ist, wenn man das jeweilige Level schon einmal so weit gespielt hat. All das wäre als gewolltes Konzept für Hardcorespieler mit Hang zu Arcade-Ballereien ja noch durchgegangen, würde sich Blacklight nicht in vielen Bereichen so hakelig anfühlen. Ein Spezialvisor, der alle bereits gespawnten Feinde und nahen Vorratskisten im Level durch Wände hindurch sichtbar macht, muss sich nach jedem Gebrauch neu aufladen und man kann ihn nicht benutzen, während man ballert. Granaten zeigen kaum eine Wirkung und lassen sich nicht gezielt werfen. Headshots mit 'nem Sniper töten nur selten sofort, schon die erstbeste Assault-Rifle ist viel effektiver als das Scharfschützengewehr... nichts daran spielt sich rund, zeitgemäß oder wirklich spaßig. Die Möglichkeit, das Spiel mit bis zu drei weiteren Teilnehmern anzugehen, hat schon Klassiker wie Russisches Roulette nicht wirklich zu einem angenehmeren Zeitvertreib gemacht. Wenn schon das Kernspiel zu viel Spaßbremsenpotenzial enthält, hat man nicht unbedingt mehr davon, die Enttäuschung darüber mit anderen zu teilen.
Blacklight: Tango Down

Blacklight: Multiplayer Down

Bringen wir es hinter uns: Blacklight sieht für ein reines Downloadspiel von XBLA-Ausmaßen recht gut aus. Zwar läuft die verwendete Unreal Engine 3 nicht mal ansatzweise zu Höchstformen auf und die Optik wäre speziell mit ihrem tristen, detailarmen Look eher zum Ende der letzten Konsolengeneration hin auf dem offiziell angepeilten AAA-Niveau gewesen, dafür lauft das Spiel aber jederzeit technisch sauber, flüssig und ohne peinliche Aussetzer über den Bildschirm. Von daher hat es manch einem heutigen Vollpreistitel also doch noch etwas voraus. Die bloße Tatsache, einen nach "echtem" FPS aussehenden Shooter zum Download für verhältnismäßig wenig Geld angeboten zu bekommen, kann mich in Zeiten von Battlefield 1943 allerdings nicht mehr begeistern. Der DICE-Multiplayershooter erschien bereits letztes Jahr und er sieht ganz im Gegenteil zu Blacklight tatsächlich nach einem modernen, knackig hellen, hübschen Titel der aktuellen Generation aus. Und er macht im Mehrspielermodus auch wirklich genau so viel Spaß wie seine großen Brürder. Nicht so Tango Down, obwohl es seinen erklärten Schwerpunkt laut den Entwicklern ebenfalls auf den Onlinebereich legen möchte. Trotzdem kann ich mich diesbezüglich kurz fassen, denn mir ist sehr schnell die Lust am kompetitiven Ballern vergangen.
Wozu ein Erfahrungspunktesystem mit freischaltbaren Waffenmodifikatoren, wenn von Anfang an jede Wumme fast sofort tödlich ist und sich Duelle eigentlich nur dadurch entscheiden, wer den jeweils Anderen glücklicher Weise zuerst gesehen hat? Wozu habe ich eine Lebensenergieleiste mit bis zu 175 Punkten und leichter Regenerationsfähigkeit, wenn mich ohnehin jeder zweite Treffer dahinrafft? Welche Motivation soll ich haben, mich zu verbessern, wenn Spawn-Camping ohnehin die effektivste und beliebteste Onlinetaktik in Blacklight ist? Kaum durchdacht und unausbalanciert, nenne ich das. Besonders wenn Glück in den Shootouts ganz offensichtlich vor jeglichem Können über den Erfolg entscheidet, denn sonst wäre der "realistischere" Ansatz des schnellen Sterbens für mich grundsätzlich kein Problem gewesen. Das nirgendwo zufriedenstellend erklärte Waffenbasteln mit zahlreichen Upgrades und Kombinationsmöglichkeiten verläuft jetzt jedenfalls komplett im Sande, weil vermutlich jemand bei der Entwicklung des Spiels nach einer feuchtfröhlichen Nacht der Albernheit vergessen hat, den Instant-Kill-Modus wieder abzuschalten.
Das ist fast schon tragisch, denn mit einem tollen Umfang von zwölf Multiplayermaps und sieben Spielmodi hätte Blacklight: Tango Down mit ausgereifterem Gameplay sicherlich ein fantastisches Preis/Leistungsverhältnis für alle Mehrspielerfreunde zu bieten gehabt. In der Realität ist es jetzt nur umso deprimierender, dass man schon nach ein paar Onlinerunden überhaupt keine Lust mehr hat, das große Paket richtig auszunutzen. Und wenn das noch mehr Leute so düster sehen wie ich, wird sich bald sowieso kaum noch jemand mehr zum Multiplayerspielen auf den Servern finden.
Blacklight: Tango DownBlacklight: Tango Down ist auf dem Xbox LIVE Marktplatz seit gut einer Woche für 1200 MS Points erhältlich. Versionen für PlayStation 3 und PC sind ebenfalls in Arbeit, deren Release folgt noch im Sommer (höchstwahrscheinlich sogar im Juli) 2010.

Kommentare

Floridsdorfer
  

Also ich habe die Demo auch angespielt.

Von der ersten Sekunde an sind mir die zahllosen Makel an dem Spiel aufgefallen. Es spielt sich einfach nicht rund, zwickt und zwackt immer wieder an zahllosen stellen.
Als leidenschaftlicher Shooter-Spieler kann ich davon nur abraten, selbst bei der Demo ist es schade um den Download ..

Auch wenn es nur ein "Arcade" Titel ist, aber um das Geld bekommt man bessere Online Spiele!

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GI Homer
  

ich finde, dass der gr??te schwachpunkt im spiel das mit der verbindung ist, meine sch?sse kommen merkbar sp?ter an und laggen tuts auch oft, sonst w?re das spiel in kostenloser form spielbar...

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TheTommynator
  

hab jetzt schon von vielen leutn geh?rt, das game w?re geil, dem vertraue ich aber nicht so x)

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Commander Cody
  

Bei solchen Floptiteln bin ich immer froh das es bei XBLA grunds?tzlich Demos gibt. Eine Funktion die ich immer wieder aufm PSN vermisse.

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PipBoy95
  

Frage mich wie das Studio das den Film produziert sich diesen durch Text im Hauptmen? zusammenreimen will.

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Colton
  

ich hab mich j son bisschen auf das spiel gefreut, dann demo geladen ... vllt drei minuten gespielt und mich erstma gewundert wie der schein doch tr?gen kann ... ich bin ja eigentlich noch nie bei einem shooter fast eingeschlafen vor ideenlosigkeit ... was ein schei? ...

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Cycron
  

Bah ?ber all m?ckern und heulen... lasst doch jeden machen wie er will...
Fand den Test am?sant Herr Pook, einen 100% ernsthaften/korekten/fairen Test zu so schlechten Spielen wie diesen sind eh totaler unsinn, mochte die "gemein/kritischen" Test's zu "grottigen" Games der Gamepro (unter der rubrik Kurztest's) auch schon immer sehr gerne. Ich errinnere nur all zugern an die Barbie und Pferdereit-symulation Test's.

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Rammtier
  

Lol... Dachte das Spiel wird besser. Nachdem ich den Test gelesen habe, will ich gar nicht wissen wie der "Film zum Spiel" wird :D

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IM Carlos
  

Finde sch?n dass auch mal ein Download-Titel getestet wird. Schade dass es dies Perle getroffen hat und nicht eine der echten Perlen wie Magic, Trials HD oder Risk. Gerne mehr davon. Muss auch nicht ganz so ausf?hrlich sein, denn man kann sich ja per Demo recht einfach selber ein Bild davon machen.

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Xenob1te
  

hatte auch die test version schon getestet ^^ , ich fands nicht besonders , in meinen augen nichts was man umbedingt mal gespielt haben sollte

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