BlazBlue: Continuum Shift

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 02. Dezember 2010

User-Wertung:

BlazBlue: Continuum Shift

Morgens, halb zehn in Deutschland: Das Böse schläft noch, die Terrorwarnungen lassen auf sich warten, also muss man sich die Zeit vertreiben, im Bundestag. „Was ist wohl das aktuell beste Prügelspiel auf dem Markt?“, fragt die rüstige Renate in die Runde. „Logisch: Street Fighter 4“, will da jemand ganz genau wissen. „Nie im Leben. Tekken 7 ist unschlagbar“, pöbelt der unscheinbare Guido aus dem Hintergrund. Claudia weiß es wieder einmal am Besten: „Soul Calibur 2 – ohne Frage!“ Es wird lauter, die Stimmung ist leicht gereizt. Plötzlich wirft die kecke Angie ein: „Leute, es gibt doch eigentlich nur eine Antwort: BlazBlue!“ Und alle so: „Yeah!“


Worum geht’s?

Eine klassische Storyzusammenfassung lassen wir an dieser Stelle mal aus. Nicht weil es keine gäbe, "Continuum Shift" wirbt sogar auf der Packungsrückseite mit seiner "epischen Geschichte". Aber bevor jetzt Fragen aufkommen, wie die denn so ist, halten wir es ganz schlicht: Fragt lieber nicht! Schon der Vorgänger, Calamity Trigger, präsentierte ein wirres Konstrukt aus nicht-lokalisiertem Japano-Gequieke und kruden Zufallsbegegnungen in schlichten Comic-Standbildern. Da durfte man sich dann als Spieler durchklicken, spätestens nach der dritten Textbox (in der freilich kaum Erwähnenswertes drin stand) hat wahrscheinlich kaum noch jemand mitgelesen. "Continuum Shift" macht hier natürlich nichts anders, aber - sind wir mal ehrlich: Welcher gesunde Zocker kauft sich ein Beat'em Up schon wegen der Handlung? Dass hier also der Freiheitskämpfer Ragna the Bloodedge gegen ein mächtiges Syndikat antritt, dürfte also den Meisten ohnehin egal sein. Was hier zählt sind fliegende Fäuste - und zwar lots of them.
BlazBlue: Continuum Shift

Welche Art Prügelspiel ist „BlazBlue“?

Wer den Vorgänger nicht kennt und sich ohne Vorwarnung in eines der Matches begibt, erlebt wahrscheinlich erst einmal sein blaues Wunder. Wie wir, bei unserer ersten Runde. Ohne Gnade pflückt uns der CPU-Gegner wie eine überreife Pflaume aus der Luft, schnelle Kombination - ZACK - und aus! Zehn Sekunden hat das Match gedauert - eine grandiose Schmach. Und einzigartige Lehrstunde zugleich: "BlazBlue" ist kein Spiel für den schnellen Schlagabtausch zwischendurch. Ohne Schweiß, Geduld und Einarbeitungszeit ist hier nix zu reißen.
Als Grund darf man das extrem komplexe Gameplay werten. Okay, mit etwas Übung kann man seinen unkomplizierten Spaß mit "BlazBlue" haben, bei nur vier Tasten löst selbst der ungeübteste Spieler noch ein paar wirkungsvolle Angriffe aus und dank des neuen "Beginner Modus" reicht zum Teil auch stupides Tastengehämmer. Wer allerdings wirklich in die Tiefe geht, findet sich alsbald in den Fängen eines der vielschichtigsten Fighting-Games der jüngeren Zeit. Die Königsklasse der "BlazBlue"-Profis bilden allerdings nur jene, die das vertrackte Spiel mit Erholungsphasen (Recovery), Gegenangriffen (Counter), Bewegungsabbrüchen (Cancel), Blocks (Barriers) und der Zerstörung derselbigen (Barrier-Break) aus dem Effeff beherrschen. Obendrein gibt es noch Rolls, Dash-Moves, Drives, Distortion-Drives, Taunts und Astral Heat. Erwähnten wir schon Clash Attacks, Throw Escapes oder Rapid Cancels?
Wo echte Beat'em Up-Profis wahrscheinlich ins Schwärmen kommen, schlagen Anfänger längst die Hände über dem Kopf zusammen. Und dürften möglicherweise die Flinte ins Korn werfen. Verständlich: Was sich überfrachtet und kompliziert liest, nun ja - ist es auch. Allein die Auflistung der Standardmoves verschlingt im Handbuch geschlagene acht Seiten.
BlazBlue: Continuum Shift

Was macht „Continuum Shift“ denn nun anders?

Zunächst einmal erscheint es nahezu verwunderlich, dass es überhaupt Ansatzpunkte gibt, die man "anders" machen könnte. "BlazBlue: Calamity Trigger" war schließlich eine ziemlich runde Angelegenheit. Zwölf Kämpfer waren zwar nicht viel, aber wenigstens spielten sich absolut alle Recken völlig unterschiedlich - während "Super Street Fighter 4" einfach acht Variationen von Ryu und Ken ins Spiel presst. Hinzu kam ein formidables Balancing, das nur selten ins Straucheln geriet. Wo das dann tatsächlich der Fall war, hat Entwickler Arc System Works jetzt den Notenschlüssel angesetzt und nachgestimmt. Online dürfte es jetzt kaum etwas zu meckern geben, wenn doch ist es wahrscheinlich das leise Winseln eines blutigen Anfängers.
Apropos: Wer völlig neu ist und sich mal so richtig hinrichten lassen möchte - einfach online einloggen und mit dem grandiosen Matchmaking verbinden lassen. Wer stattdessen lieber erst einmal den Welpenschutz auskosten möchte, darf sich im brandneuen Tutorialmodus jede Attacke haarklein erklären lassen. Neu sind außerdem ein Herausforderungsmodus, der sich so spielt wie…nunja, wie sich Herausforderungsmodi nun mal eben so spielen. Etwas tiefgründiger ist der Legion Modus, den's schon in der PSP-Variante von "Calamity Trigger" gab. Hier sind taktisches Geschick und Tag-Team-Skills gefragt.
Überdies dürfen sich Kenner noch über zum Teil neue, zum Teil aufgehübschte Hintergründe, einen leicht verbesserten Storymodus (was eigentlich nur heißt, dass sie dieses Mal nicht ganz so wirr und doof ist) und ganze zwei neue Kämpfer freuen. Moment mal…zwei neue Kämpfer?
BlazBlue: Continuum Shift

Wie bitte: Nur zwei neue Recken in der Fortsetzung?

Richtig gelesen. Tatsächlich sind mit dem extrem Flinken Offensivkünstler Hazama und der Allrounderin Tsubaki nur zwei Neuzugänge zu verzeichnen. Sicher, die fügen sich ins Gesamtkonstrukt der zwölf Hau-Degen gut ein und verzichten dabei auch auf kopierte Muster, aber ein bisschen mager ist diese Kämpferausbeute für eine Fortsetzung schon. Vor allem, wenn man bedenkt, dass Arc System Works schon ein paar weitere Recken auf Lager hat, die später als kostenpflichtige DLCs nachgereicht werden. So macht Downloadcontent wirklich keinen Spaß!
BlazBlue: Continuum Shift

BlazBlue: Continuum Shift Trailer


Unsere Meinung

Kommentare

Johannes Krohn
  

Das PS3-Testmuster kam erst sp?ter als jenes f?r die X-Box. Und wie beim Podcast gilt leider auch hier, dass Uni und Nebenjob mir leider etwas die Zeit nehmen f?r alle Reviews die ich gern schreiben w?rde. Ich hab' mich aber schonmal mental auf die Pr?gelspielflut des n?chsten Jahres eingestellt, zu der es auch wieder ein Vorschau-Special geben wird.

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Saibot
  

Ich wollte schon schreiben, sch?n mal wieder was von Johannes zu lesen, war mir sicher das der Test von ihm sein wird. Wo ist er denn hin?

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bin zu alt f?r so spiele .. mit streetfighter combos hatte ich auch meine probleme.....

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Maik-O
  

Wo ist Johannes hin? :(

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Belästigungs-Panda
  

immerhin gibts diesmal ein tutorial.

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AceMcTomb
  

Ihr h?ttet vielleicht noch schreiben k?nnen das es nicht nur den TRainingsmodus gibt sondern auch den Beginnermodus. In dem lernt man das 1x1 von Bemus. Von Blocken bis zu den sogenannten RapidCancels wird alles haarklein erkl?rt so dass man auch als vollkommene Niete nicht auf verlorenem Posten steht.
Klar man muss halt f?r arbeiten, was zu beginn nat?rlich keinen Spa? macht aber es lohnt sich. Daf?r bekommt man einen Pr?gler wie ihr so sch?n geschrieben hat der sich vollkommen von dem Rest absetzt.

Was Spielmodi und Optionen angeht ist das Spiel das NonplusUltra. Davon k?nnen sich viele Entwickler eine geh?rige Portion abschneiden.
Buttonbelegung durch simples dr?cken auf die Taste - klingt logisch aber raffen viele immer noch nicht, da man ein Arcadestick hat ohne Buttonbeschreibung, dann nervt es.
und vor allem ein traumhafter Trainingsmodus in dem man alles (wirklich alles) so einstellen kann.
Muss man gesehen haben.

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agaso
  

Na das ging ja aber schnell ;)

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