Bodycount

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 02. September 2011

User-Wertung:

Bodycount

Es ist nicht zu übersehen: Die Nachfrage nach einfachen, actionlastigen Shootern ohne tieferen Sinn ist merklich abgekühlt. Während früher noch Spiele wie Doom, Duke Nukem oder etwas später Painkiller durchaus ihr Publikum fanden, tun sich aktuellere Titel wie Bulletstorm oder The Club schwer damit, Verkaufserfolge zu werden. Für Codemasters Proll-Shooter Bodycount stehen die Vorzeichen damit alles andere als günstig. Doch die geringe Nachfrage ist bei diesem Spiel noch das geringste Problem, wie unser Testbericht zeigt.

Black. Stuart Black. Ein Mann, dem wir den Actionshooter Black zu verdanken haben, der es in der Abenddämmerung der alten Xbox und PS2 Generation noch einmal kräftig krachen ließ. Die Prämisse "Ein Actionfilm zum Mitspielen" wurde hier konsequent virtuell umgesetzt und ein Feuerwerk inszeniert, dass den meisten Spielern (trotz des manchmal etwas frustigen Schwierigkeitsgrades) wohl noch immer positiv in Erinnerung ist. Bodycount, der einige Zeit als "inoffizieller" Nachfolger von Black gehandelt wurde (bis dann Stuart Black entnervt von der Entwicklung des Spiels absprang, was selten ein gutes Zeichen ist), würde gerne in die Fußstapfen des Vorbilds treten, scheitert dabei aber auf ganzer Linie. Herausgekommen ist ein langweiliger Actionshooter, der knapp 5 Stunden Spielspaßdürre bietet und unser Hobby Videospiele bekloppter darstellt, als es ist. Hey, vor gerade mal einer Woche ist Deus Ex erschienen!
Bodycount ist ein First-Person Egoshooter, bei dem man in die Rolle eines Agenten der Söldnergruppe "The Network" versetzt wird, der sich quasi durch die gesamte Dritte Welt ballert um eine andere Gruppe zu besiegen, die irgendwie auch total gefährlich ist, weil sie moderne Gebäude mit scharfen Kanten baut. Ja, es wird irgendeine Geschichte erzählt, aber die ist in diesem Spiel so zusammenhanglos und generisch, dass ich jetzt (knapp einen Tag nach dem Spielen) schon wieder fast alles vergessen habe. Es ist auch nicht so, dass die Geschichte in epischen Zwischensequenzen erzählt wird, sondern meistens in Textbriefings vor der Mission oder durch die monotone weibliche Stimme der Dame, die uns über alle Einsätze begleitet. Das Ziel ist ohnehin immer das gleiche: Zum nächsten Checkpoint rennen und alle Gegner auf dem Weg abknallen. Bodycount kennt keine Unschuldigen oder Zivilisten, hier trägt jeder eine Waffe und die ist meist auf den Spieler gerichtet. Die Schauplätze werden dabei recht wahllos aneinander gereiht, vermitteln bis auf die schicken und modernen Basen der Bösewichter aber immer den selben schmutzigen, heruntergekommen Hinterhof-Flair auch wenn sie meist sehr groß geraten sind und sogar verschiedene Ebenen bieten, von denen man die Gegner unter Beschuss nehmen kann.
BodycountAls Schießprügel stehen die üblichen Verdächtigen zur Auswahl: Pistolen, Schrotflinten und Maschinengewehre plus einige moderne Sci-Fi Waffen in der zweiten Hälfte des Spiels. Das man davon nur zwei gleichzeitig tragen kann, ist nicht weiter verwerflich, da man ohnehin die meiste Zeit über das Sturmgewehr nutzt. Manchmal ist es besonders niedlich, wenn man sich vor dem Spielstart noch einmal die "Making of"-Videos ansieht, bei der die Entwickler besonders stolz auf das Deckungsfeature und die zerstörbare Umgebung hinweisen: Beide Elemente sind im eigentlichen Spiel total unterentwickelt. Zerstörbar sind fast nur die üblichen Deckungsmauern und Holzbretter/Türen und der komische Deckungsmodus bricht mit allen gängigen Konventionen nur um sie irgendwie zu verschlimmbessern. Statt auf die komische "mit dem Analogstick hinter der Deckung hervorgucken" Steuerung einzugehen, verweise ich nur darauf, dass man die Deckung im Spiel so gut wie nie benötigt. Am besten knallt man die ohnehin recht bekloppten Gegner aus sicher Entfernung ab. Dafür bekommt man meistens dann auch Punkte für sogenannte Skillshots, mit denen seine Highscore je Level verbessern kann. Wow. Wo habe ich nur meine Spiel-DVD von "The Club" versteckt. Wenn Gegner ins Gras beißen hinterlassen sie übrigens sogenannte "Intel" die erstaunlich an die Orbs von Crackdown erinnern und Spezialfähigkeiten aktivieren.
Kommen wir zum Multiplayer: Ehrlich. Wer soll das spielen? Warum? Multiplayer verlangt Zeit. Multiplayer verlangt nach vielen Spielern. Wer sich ernsthaft mit Multiplayer-Spielen beschäftigen will, muss sich für ein bis zwei Titel im Jahr entscheiden. Aber doch nicht für Bodycount. Nicht für ein paar Maps mit 12 Spieler Deatmatch / Teamdeathmatch und einem Zwei-Spieler Horde-Verschnitt, bei dem man wieder Wellen von Gegnern abknallt. Könnten die Publisher nicht bitte einmal in ihren Pflichtheften für Spieleentwicklung endlich mal den Abschnitt "Multiplayer" entfernen? In Zeiten von Battlefield, Call of Duty, Halo, Gears, Killzone brauchen wir keinen Bodycount-Aldi-Multiplayer. Und bei der Gelegenheit: Wir brauchen auch keinen Mass Effect und Dead Space Multiplayer. Wollte ich nur mal so gesagt haben. Ein Vorteil, gerade für Xbox 360 Spieler mit Hang zum Achievement-Sammeln: In knapp 5 Stunden dürften dank Bodycount ohne Probleme 800 Gamerscore mehr auf eurem Profil sein. Das ist doch mal was. (weiter...)
Bodycount

Kommentare

cradp
  

Habe die Demo runtergeladen, angespielt und daraufhin geweint.

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Floridsdorfer
  

Da gabs offensichtlich einen Fehler ...

@ GuitarRick
Jeder Verkäufer/Entwickler redet pos. über sein Produkt, genauso wie du gegenüber Kunden deiner Firma auch nicht die Mankos deines Produktes oder deiner Firma unter die Nase reibst!
So ist das nunmal, aber dafür gibts ja Magazine und Internetseiten wie areagames die uns Käufern die Entscheidung erleichtern! :-)Aber um auch kurz das Spiel erwähnt zu haben, das sah schon in den Preview Videos lausig aus!

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Floridsdorfer
  

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GuitarRick
  

Was, soo schlecht!? Also Bodycount stand jetzt nicht wirklich auf meiner Einkaufsliste, aber wenn man sich so die Videos angeschaut hat, vor allem die, in denen die Entwickler persönlich so begeistert und großkotzig davon erzählt haben, wie geil Bodycount doch sei, hätte man meinen können, das wird was...
Eledenes Marketinggeblubber....

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BullsEye1977
  

hmm ich hab viel spaß mit dem game!
das richtige um nach feierabend "hirn aus ballern an"!!!!

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Kaimarkuske
  

hab mir schon gedacht das das nix wird

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MuddaTui
  

Ähäm, hust.. Nichts ist für ne Frau schlimmer, als Männer mit miesem Gebiss!! Sorry, Max Cant, aber mit dem Spiel wirst du niemals deinen Zahnarzt bezahlen können!!

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Moonylinho
  

Habe vom Spiel mal die Demo gespielt und muss sagen, es wirkt einfach alt. Nach 5 Minuten hatte ich keine Lust mehr weiter zu spielen!

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BreivikGeofarm
  

Bodycount wirkt größtenteils einfach so lust- und ideenlos, dass selbst ein Call of Juarez - The Cartel dagegen wir eine (technisch total kaputte) Innovationsbombe daherkommt.

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