Bolt

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Bolt - Ein Hund für alle Fälle!

Am 22. Januar 2009 startet der neue Disney-Film Bolt – Ein Hund für alle Fälle. Und wenn ein animierter Film in die Kinos kommt, darf eine Spieleumsetzung natürlich nicht fehlen. Eines können wir euch schon vorneweg sagen, die Konsolenfassung von Bolt bleibt der goldenen Regel, dass Videospielumsetzungen von Filmen allerhöchstens mittelmäßig sind, leider treu. Bolt glänzt mit repetitivem Gameplay, schwacher Grafik und einer langweiligen Story.


Penny muss Papa retten

Dabei hätten es die Entwickler von Avalanche so einfach haben können. Ich habe den Film schon gesehen und weiß, dass man die Story sehr gut hätte verwenden können - zumindest als Rahmenhandlung. Bolt ist nämlich ein kleiner Hund, der glaubt, Superkräfte zu besitzen. Mit diesen hilft er seinem Herrchen Penny aus allerhand Gefahren. Was Bolt jedoch nicht weiß: Alles ist nur inszeniert und er ist der Held einer erfolgreichen Fernsehserie, die davon lebt, dass Bolt immer mit Leib und Seele bei der Sache ist. Wüsste er, dass er keine Laserstrahlen aus den Augen schießen kann, nicht mit seinem Bellen Wände einstürzen lassen kann und auch keine Autos mit seiner Schnauze anheben kann, dann wäre das gesamte Konzept der Serie dahin. Ihr erkennt den Knackpunkt der Sache. Man kann aus einem Hund, der nichts kann, kein Computerspiel machen. Daher bediente man sich eines erzählerischen Kniffes und gaukelt dem Spieler vor, er spiele einzelne Episoden der Serie nach. Eigentlich gut gedacht, leider ist die daraus entstehende Story so unglaublich langweilig ("Penny muss Papa retten ... gähhn"), dass man sich doch lieber ein Spiel mit einem Hund, der nichts kann, gewünscht hätte.
Bolt - Ein Hund f?r alle F?lle!

Kein Roller!

Der Film beginnt mit einer rasanten Verfolgungsjagd auf Pennys Roller. "Mann," dachte ich mir im Kino "Daraus kann man eine schöne Computerspielszene machen!" Mit dieser Vorfreude habe ich Bolt - Ein Hund für alle Fälle in die Konsole gelegt, nur um festzustellen, dass dergleichen im Spiel nicht vorkommt. Kein Roller (Steht übrigens extra auf der Packungsrückseite - man weiß also, worauf man sich einlässt). Stattdessen ist Penny mit einem Stab bewaffnet, der an beiden Enden Räder besitzt. Mit diesem nützlichen Utensil kann man Hindernisse aus dem Weg räumen oder bestimmte Routen nehmen, die durch das Verwenden der Spezialsicht hervorgehoben werden (damit das Spiel NOCH einfacher wird). Wirkliche Erkundungsausflüge muss man also nicht machen, auch nicht um Extras einzusammeln, die liegen fast auf dem Weg zum Ziel. Das ganze Geschehen in Bolt findet in der dritten Person statt und mutet wie ein Plattformer mit Stealth- und Kampfeinlagen an, ähnlich wie in Secret Agent Clank für die PSP - nur in schlecht. Die Gegner stellen für Penny überhaupt keine Gefahr dar. Man KANN sich von hinten anschleichen und sie mit einem Überraschungsangriff außer Gefecht setzen, braucht man aber nicht. Es reicht einfach, auf den Gegner zuzurennen und zu warten. Der Bösewicht versucht nach einem zu greifen und in genau dem Moment startet ein Quicktimeevent (Eventchen kann man das eher nennen). Ihr müsst nämlich nur eine richtige Taste drücken und schon liegt der Gegner auf den Brettern. Ich kann mich also anschleichen und einen Quicktimeevent machen oder ich renne einfach los und mache ein Quicktimeevent. Beides führt zum selben Ergebnis. Verdammt, warum sollen wir überhaupt schleichen? Wegen Achievements/Trophäen. Das ist der einzige Punkt, der dafür spricht. Die Entwickler nehmen mit diesem katastrophalen Designfehler den letzten Anreiz, diesen Titel ernst zu nehmen. Aber es wird noch besser. Man kann seine Gegner auch mit Betäubungsminen außer Gefecht setzen. Hab ich einmal gemacht, weil es mir im Tutorial befohlen wurde, danach nie wieder. Warum auch? Am Besten ist aber die Tarnfunktion, sie setzt dem Ganzen die Krone auf. Per Tastendruck kann sich Penny unsichtbar (verbraucht Energie, die oben rechts angezeigt wird) machen und an Gegnern vorbeischleichen. Die bösen Buben sind so blöd, dass man sich selbst vor ihren Augen tarnen kann und sie einen dann nicht mehr beachten. Man tarnt sich also vor ihren Augen, geht hinter sie und macht das Quicktimeevent. Der Umstand, dass besiegte Gegner Energie hinterlassen macht Penny somit zum unsichtbaren Perpetuum-Mobile-Killer.
Bolt - Ein Hund f?r alle F?lle!

Drücken, drücken, drücken ...

Kommen wir aber zum Hauptcharakter des Spiels: Bolt. Den kleinen süßen Flohsack kann man natürlich auch steuern. Er stellt den Actionanteil des Spiels dar, da man mit ihm massenhaft Klon-Gegner verkloppen darf/muss. Während Penny einen Gegner mit einem Schlag erledigt, muss der Superhund unzählige Angriffe austeilen, um siegreich zu bleiben ... merkwürdig. Die Bolt-Passagen steuern sich so: Laufen, zweimal springen, Arena, Gegner, Kämpfen, Quicktimeevent, Cutszene, laufen ... Die Kämpfe sind dabei das Ermüdendste. Es gilt einfach nur wahllos Knöpfe zu drücken, die dazu führen, dass Bolt seinen Feind entweder packt und wirft, ihm schwach in die Fresse haut oder ihm stark in die Fresse haut. Langweilig. Zum Glück hat Bolt ja noch seine vermeintlichen Superkräfte, die er im Verlaufe des Spiels dazulernt. So kann er Stampfattacken ausführen, die Gegner betäuben oder Druckschalter aktivieren, Laserstrahlen aus den Augen schießen, rennen wie der Wind, sich unverwundbar machen oder aber seine Wuff-Attacke machen, die als die mächtigste gilt. Leider verbrauchen diese Spezialmanöver Energie, die sich erst langsam regeneriert - bis dahin gilt es, wieder stupide die Standardattacken zu benutzen. Später kann Bolt sogar Superattacken ausführen, die durch Kombos aufgeladen werden. Ihr ahnt, wie man Kombos macht, genau Standardattacken …
Bolt - Ein Hund f?r alle F?lle!

Bolt - Ein Hund für alle Fälle hat mit dem Film leider nur den Namen und das Universum gemein. Schade, denn der Kinofilm (den ich nochmal wärmstens empfehlen möchte) strotzt nur so vor Humor und lustigen Einfällen. Die schafften es leider nicht in das Spiel, so dass ein weniger als nur halbgares Action-Adventure übrigbleibt, das ohne die Bolt-Lizenz wohl sofort für 10 Euro auf dem Grabbeltisch gelandet wäre. Was das Spiel vor dem totalen Absturz bewahrt, sind die stellenweise witzigen Dialoge und die Originalstimmen des Films. Ein bisschen mehr Abwechslung und eine präzisere Steuerung hätten Bolt sicherlich gut getan. So bleibt, wie immer eigentlich, die bittere Erkenntnis übrig, dass Spielumsetzungen von Filmen minderwertige Software sind. Schaut euch den Film an und vergesst dieses Spiel.

Kommentare

chiefrebelangel
  

ne das killerkarnickel hat style^^

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Zed01
  

... so wie das Killerkarnickel aus "Die Ritter der Kokosnuss".

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BLaZin
  

Das Kampfsystem mit dem Hund sieht schon recht seltsam aus ...

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lord.kaka
  

Na da wird es wieder genug GamescoreFetischisten geben, die sich den M?ll reinziehen, um ihren Virtuellen Penis zu vergr??ern. Toll.....

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IShooter MarkI
  

Da kann mann die Tester wirklich bemitleiden.^^

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15.01.09 13:21 Uhr

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