Bound by Flame

Plattform: (PS4)
Release: 09. Mai 2014

User-Wertung:

Besser als nichts? Bound by Flame für die PS4 im Test!

Lust auf ein Rollenspiel auf der PS4? Nun, da hätten wir seit heute genau eines: Bound by Flame. Da fällt die Wahl doch leicht, oder? Empfehlen können wir es trotzdem nicht.

Das Böse hat im Grunde gewonnen, die dunklen Eisfürsten haben fast die ganze Fantasy-Welt Vertiel mit ihren Zombie-Horden erobert. Während sich die letzten Überlebenden hoffnungslos zur finalen Schlacht rüsten, wollen die roten Weisen das Blatt noch mit einem mysteriösen Ritual wenden. Als Söldner Vulcan sollen wir dabei Wache stehen, aber die Sache geht gehörig nach hinten los und pflanzt unserem Helden einen Feuerdämon ein.



Flamme an!

Aus der neuen Macht will natürlich das Beste gemacht werden, also ziehen wir los um den Eisfürsten einzuheizen. Dämonischer Held gegen tumbe Zombies, da metzeln wir uns locker durch ­- dachten wir jedenfalls. Diese Einstellung prügelte uns Bound by Flame aber schnell und gnadenlos aus dem Leib. Schon die Fußsoldaten des Feindes hauen uns mit zwei bis drei Treffern aus den Latschen.

Wer überleben will muss all seine Möglichkeiten ausnutzen, darunter zwei frei wechselbare Kampfstile: Mit Zweihandwaffen teilen wir beherzte Hiebe aus, treten feindliche Schildträger zu Boden und parieren die stärksten Schläge. Doppeldolche lassen uns schneller zustechen und mit Rückwärtssprüngen außer Gefahr hechten - aber wenn wir doch mal getroffen werden, dann umso schmerzhafter.


Keine Chance trotz guter Beinarbeit: Die Eisdämoninnen!

Keine Chance trotz guter Beinarbeit: Die Eisdämoninnen!

Wer nicht im richtigen Moment zuschlägt und dem Gegner eine Schwachstelle bietet, beißt schnell ins Gras. Dafür könnte sich Vulcan aber gern noch ein wenig flüssiger steuern. Besonders gefehlt hat uns eine Rolle zur Seite wie in Dark Souls . Bound by Flame lässt uns nur geradewegs nach hinten springen - eine unnötige Einschränkung und doppelt nervig wenn sich unser Held im Terrain verhakt oder die Kamera bockt.



Eine Prise Dark Souls

Angenehm dafür: Wir können jederzeit das Schlachtgeschehen verlangsamen und ein Fähigkeitenrad aufrufen, um etwa in aller Ruhe einen Heiltrank zu schlucken oder eine Sprengfalle zu legen. Außerdem haben wir immer einen von fünf Weggefährten dabei. Magierin Sybil spricht etwa Heilzauber, während Untotenhexer Mathras Feinde gegeneinander aufhetzt.

Unsere eigenen vier dämonischen Feuerzauber beschränken sich dafür auf Standardkost wie Feuerbälle oder eine mäßig spektakuläre Druckwelle. Auch hinter unseren Hieben steckt kaum Gewicht, wir sehen zwar die feindliche Lebensleiste herunterticken, aber haben selten das Gefühl einen saftigen Treffer gelandet zu haben. Trotz dieser Macken macht es aber Spaß, sich durch die fordernden Scharmützel zu beißen. Besonders die regelmäßigen Bossgegner bestrafen jeden Fehltritt, sodass der Sieg umso süßer schmeckt - in diesen Szenen schmeckt Bound by Flame tatsächlich stellenweise nach Dark Souls, allerdings mit vielen Speicherpunkten.



Ein Löffel Dragon Age

Gut also dass wir die meiste Zeit in den Kämpfen verbringen, die faden Sammel-Nebenquests oder die platte Hauptgeschichte, würden uns nämlich keine Stunde (der rund 15 Spielstunden) bei der Stange halten. Vertiel will eine finstere Welt sein, dreckig und voller Gewalt und Intrigen. Die Charaktere geben sich deswegen alle Mühe, möglichst derb zu klingen. Vor allem klingt es aber peinlich bemüht, wenn Elfenschütze Rhelmar uns mit »Du bist so unauffällig wie eine Horde Krüppel« begrüßt oder Mathras unseren Widersacher Schwarzfrost mit dem geistreichen Titel »Schwarzfurz« bedenkt.

Am schlimmsten ist aber unser Protagonist Vulcan selbst. Der feine Herr (oder die feine Dame, da lässt uns Bound by Flame die Wahl) bricht gerne mal blutigen Streit mit potenziellen Verbündeten vom Zaun, ohne dass wir es ihm irgendwie verbieten könnten. Ein paar wohlgewählte Worte könnten die Situation vielleicht ohne Blutvergießen lösen, wie bei Mass Effect oder Dragon Age ­- aber die Story schreibt hier Konflikt vor, also sind wir zum kopfschüttelnden Zuschauen verdammt.
Dieser Test wurde unserem Schwestermagazin GamePro.de entwedet und stammt aus der Feder von Maurice Weber. Alex steuert nach knapp fünf Stunden qualvoller Spielzeit eine Zweitmeinung dazu.

Kommentare

2happy
  

Na dann, hier eine Drittmeinung: Lasst euch mal von den abgestumpften Spaßbremsen nicht den Appetit verderben :-)

Ich wollte - nach all den Vorschuss-Beerdigungen - das Game schon stornieren, habe mich dann aber glücklicherweise dagegen entschieden.

Natürlich bin ich nicht so anmaßend, schon nach drei bis vier Stunden ein entgültiges Urteil zu fällen, habe mich aber in dieser Zeit keine Sekunde gelangweilt, war von der ansprechenden, stimmungsvollen Optik sehr angetan, konnte mich nach Umstellung von Dark Souls auf das ungewohnte Kampfsystem sehr gut mit diesem anfreunden, war überrascht, wie viel mein jeweiliger Kampfgefährte zu erzählen hatte und konnte über die hölzernen Gesichtsanimationen gönnerthaft hinwegsehen.

Mir gefällt, dass das Kämpfen eine taktische Komponente hat die auch durch die Wahl des Kampfgefährten bedingt wird.
Mir gefält, dass ein Kampf nicht eine casual Schnetzelorgie a la Diablo ist, und ein Kampf mehr als zwei Schläge benötigt, um ihn zu gewinnen.
Mir gefallen die Lichtstimmungen und die satte Farbgebung.
Mir gefällt das Monsterdesign und die Welt an sich.

Jetzt hoffe ich nur, dass dieser Eindruck Bestandt hat :-)

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Jace
  

Bin ja fast erstaunt über das 4Players fazit:

„Passabler Rollenspiel-Mix bekannter Versatzstücke, der allerdings viel Potenzial liegen lässt.”


Zur. Zweitmeinung: würde Alex in dem Stil eigene Tests schreiben wären sie ein Highlight des Spielejournalismus ;)

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swagi666
  

Zitat von hellG

hellG schrieb:

lol! Die Zweitmeinung! :D



Jap. Hab mich auch gekringelt...

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Female Tengu
  

Man muss bedenken, dass das Spiel von 20 Leuten programmiert wurde. Da gibt's echt schlimmeres ^^

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Darth_Mueller
  

wobei man aber sagen muss dass man diese bescheuerten Dialoge eigentlich gar nicht besser synchronisieren kann

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Kettenhund
  

"XYZ ist eines dieser Spiele..." auch so ne gern gesehene Floskel für Meinungskästen. ;)

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Alexander Voigt
  

MMOs sind ein eigenes Genre ;-)

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peng44
  

Anm. an die Redaktion, ich suchte seit Wochen Final Fantasy 14 auf der PS4, mir war so das ich ein Rollenspiel spielte.

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Sellfish_86
  

Ach, das Game kommt von Koch Media ^^ Dann ist ja alles klar.

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hellG
  

lol! Die Zweitmeinung! :D

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Autor: & Alexander Voigt

Datum:

09.05.2014, 14:45 Uhr

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Eine Prise Dark Souls