Bulletstorm

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 24. Februar 2011

User-Wertung:

Bulletstorm

Manch einer spricht Bulletstorm nicht im Sinne des Wortschöpfers aus und dann klingt das in etwa so wie ein Lizenzspiel zu Black Swan, nämlich "Ballettstorm". Sinngemäß ist das allerdings gar nicht mal so verkehrt, denn in kaum einem anderen Shooter seit Max Payne habe ich meine Gegner so genüsslich und kunstvoll in der Luft tanzen lassen, um mit besonderen Posen vor imaginären Punktrichtern zu glänzen.


Band of Riddicks

Die Story-Entschuldigung für das Actiongemetzel von Bulleststorm klingt im ersten Moment nach dem gleichen Konzept, das auch dem kommenden Riddick-Film die perfekte Kulisse für brutale Wüterei, vor allem aber genügend Kanonenfutter bescheren soll. Man wird als Ex-Killersquad eines galaktischen Machthabers ins Exil verbannt und landet in Folge actionreicher Ereignisse des spielbaren Prologes auf einem verwahrlosten Planeten voller Naturgefahren, Ausgestoßener und Mutantenmonster. In diesem Falle ist es die Welt Stigya, auf der vor einer großen Katastrophe noch eine Art "Las Vegas"-Urlaubsparadies florierte. Irgendwann ist dann alles den Weg Raptures gegangen, wer hätte es anders erwartet... - Unser (Anti-)Held Grayson Hunt sieht sich nun in Bulletstorm dieser mit Ruinen geschmückten, unnatürlich üppig begrünten Landschaft voller übergroßer Todespflanzen und mutierter Zivilbevölkerung gegenüber, weil er sich in seiner Tätigkeit als Elitesöldner mit seinem ehemaligen Arbeitgeber überworfen hat. Glücklicher Weise muss man auch als ausgestoßener Rüpel, der während des laufenden Spielgeschehens nie um einen derben One-Liner verlegen ist, keinesfalls alleine Unkraut jäten. Dem Ex-Truppe (Dead Echo) des Hauptdarstellers gehörte nämlich auch sein bester Kumpel Ishi Sato an, der nach einem Raumschiff-Absturz zu Anfang des Spiels als Cyborg mit schizophrener Persönlichkeit nur noch selten von seiner Seite weicht. Später gesellen sich zuweilen auch andere NPCs dazu, darunter eine heiße Ballerbraut, wegen deren Brustgröße bei People Can Fly während der Entwicklung die Fetzen geflogen sein sollen. Insgesamt mag die Story von Bulletstorm zwar keinen Originalitätspreis gewinnen und die meisten ihrerer vielen Wendungen sind relativ früh vorhersehbar, für amüsanten Sci-Fi-Trash macht das Ganze aber trotzdem eine ziemlich gute Figur. Und das nicht zuletzt aufgrund der ständigen Verbal-Schlagabtäusche zwischen den Hauptfiguren, welche den Weg von einer Kampfsequenz zur nächsten immer herrlich unterhaltsam gestalten. Auch nett: Selbst dem Skillshotsystem des Spiels wird innerhalb der Story eine schlüssige Erklärung gewidmet.
Bulletstorm

Kreativ ballern, pünktlich absahnen

Ihr habt es sicherlich schon erfasst, Stigya kommt unserem Grayson bei seinen Zielen letztendlich gar nicht mal so ungelegen. Hier kann er seinen Widersachern in die Knie schießen, um sie am Boden kauernd ins Maul einer fleischfressenden Pflanze zu treten. Solch kreative Kombinationen aus Nahkampf und Ballern bringen Punkte ein, die ständig mitgezählt und arcadig samt Beschreibung in der Spielwelt eingeblendet werden. Zwar fertigt man dabei eher einzeln ab, richtige Kill-Comboketten à la The Club oder Total Overdose sind nicht möglich, dafür gibt es eine während des Spielverlaufs ständig erweiterte Riesenliste an unterschiedlichen Killmethoden, deren Abklapperung ein motivierendes Metagame voller abgedrehter Ideen darstellt. Die so verdienten Punkte investiert man in lohnenswerte Upgrades für das im Laufe der Kampagne schön schrittweise vergrößerte Waffenarsenal, damit Grayson nicht immer nur mit der zweifelsohne auch schon verdammt coolen Standardwumme "Peacemaker" zu Werke gehen muss. Eine der coolsten Spezialwaffen steht geradezu demonstrativ-explosiv für die zimperlosigkeit von People Can Flys Punktehatz. Es handelt sich dabei um zwei aneinandergekettete Granaten, die man an Objekte oder Gegner schlingen kann, um im passenden Moment ferngesteuert für den doppelt fiesen Knalleffekt zu sorgen. Die Badassvariante von "Nimm 2" ist natürlich besonders grausam, wenn man ihre Ketten um einen Feindeshals schleudert. Ja, das sorgt gleich in Stereo für Ohrenbluten. Meine persönliche Lieblingswaffe war beim Durchspielen allerdings das Scharfschützengewehr. Es markiert nicht nur alle Feinde im Sichtfeld, sondern lässt den Flug der Kugel auch aus der "Max Payne"-"Bullet Time"-Perspektive direkt ins Ziel steuern. Nach einem Upgrade wird's aber noch geiler, weil man dann den Körper des getroffenen Gegners wie eine Puppe herumfliegen und inmitten seiner Freunde explodieren lassen darf. "BOOM, here comes the BOOM!" - Wer sich durch Zahlen im Bild zu sehr an J-RPGs erinnert fühlt, kann das Skillshotsystem übrigens auch gänzlich ignorieren und die entsprechenden HUD-Elemente optional ausblenden. Zwar sammelt man im Hintergrund weiter Punkte, die man ja auch für den Kauf der wichtigen Waffen-Upgrades und neuer Munition braucht, allerdings kann man Bulletstorm auch prima als "normalen" Shooter genießen, ohne zwangsläufig an seine Stilnote beim Ballern zu denken.
Bulletstorm

Kommentare

Valium
Valium
  

Der Spruch aus dem Werbebanner ist von "Sie Leben!" geklaut :)

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Tibs
  

Mal ganz abgesehen davon, wollten die entwickler das Genre ja "revolution?ren".
Wo da die super duper Revolte ist, ist die Frage.
Obwohl es so schlecht gar nicht aussieht, habe ich in mehreren Berichten gelesen, dass man fr?her oder sp?ter sowieso immer auf die selben Taktiken einen Gegner zu t?ten zur?ckgreift.

Es wird sich zeigen.

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Araziel
  

killerspieler du solltest deine kraft einsetzen um die bild-zeitung zu kritisieren oder ?hnliches,anstatt hier immer den klugscheisser raush?ngen zu lassen

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PabbaJay
  

Vom Multiplayer Part bin ich mehr als nur entt?uscht.
Das ist jawohl mal garnichts. Hinterl?sst bei mir einen Faden Beigeschmack, als wenn sie sich keine eigene Konkurenz zu Gears machen wollen oder d?rfen. Ein einfaches deathmatch w?re doch wohl drin gewesen.
Vom Singleplayer bin ich dagegen angenehm ?berrascht. Hat was oldschooliges, fast wie damals zu quake und unreal Zeiten.
Denn auch bei mir macht sich seit geraumer Zeit die Shooter-M?digkeit breit.
Das ist glaube ich ein Thema ?ber das mann viel debattieren kann.

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PabbaJay
  

Na Daniel, auch den Celluleute Podcast geh?rt? Dort wurde n?mlich ?ber areagames und "Ballettstorm" gesprochen.

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zaziki78
  

@Dr4g0nfir3: Geht nicht nur dir so. Finde fast alle Spiele sehen zurzeit klasse aus, also nicht nur Shooter, machen auch Spa? in Demos, Trailern usw. Aber kaufen?
Absolut keine Lust. Springe momentan auch von einem alten Game zum anderen. Mal Far Cry 2, dann Red Dead, Call of Juarez, Banjo Kazooie, Conviction... der Funke springt nicht mehr ?ber.
In Zukunft bin ich auch nur auf Skyrim gehypt; das war?s.

Naja, zumindest hatte ich letztlich nochmals einige wenige lustige Partien Battlefield 2: Modern Combat!
Das hat wirklich Fun gemacht :)

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salasar
  

Gott was f?r argumente. Ein shooter oder besser ein Spiel ist schon sowas von unrealistisch im ablauf selbst! Medipacks, in seconden wieder verheilen, schwierigkeitsgrad ?ndern, Level neu starten, Pause dr?cken usw. Bei einem Game wird mann jederzeit daran erinnert das man gerade ein Game zockt. Nur Idioten die das treiben auf dermatscheibe beobachten ohne selbst HAnd anzulegen sehen darin "greultaten"! Das alles lebt aber von atmo und von der Spielmechanik. Wenn mann sowas zockt wo es noch nichtmal eine gegenwehr gibt... was soll der sinn davon sein? Ich w?rde auch keinen Film verstehen, in dem mann einen Kopfschuss immer wieder in endlos schleife wiederholen w?rde!
Darf er das machen? Ja er darf aus den hier genannten gr?nden inklusive. Das ist aber noch nichtmal ansatzweise vergleichbar mit 99,99% der "normal" erh?ltlichen shooter. Ganz egal wie ?bertrieben Brutal sie sind!

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Karrazz
  

Naja, Mulitplayer ist meiner Meinung nach das letzte, kein Coop was so ein Titel eigentlich haben sollte und nur ein Online modus wo man zusammen welle f?r welle an gegner ausschaltet und da versucht punkte zu machen finde ich zu wenig.

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mr. rogers
  

@farrellybrother:

Hey nix gegen Lehrer...sind doch auch nur (killerspiele-zockende) Menschen;)

Daher von mir mit bestem Wissen und Gewissen: Bulletstorm Note 2, prima, nur kleine Form-und Inhaltsm?ngel!

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BLaZin
  

Hab Bulletstorm jetzt auch schon seit ner Woche und sowohl auf 'Leicht' als auch auf 'Sehr Schwer' durchgespielt. Leider verliert das Spiel mit steigendem Schwierigkeitsgrad den Reiz die verschiedene Skillshots vom Stappel zu lassen, da man einfach sehr schnell das Zeitliche segnet. Sowohl Echo als auch Anarchy Modus lassen mich kalt. Die Spannung die in der Kampagne immer wieder durch abwechslungsreiche geskriptete Szenen aufgebaut wird, kommt hier nicht zum tragen.

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