Call of Duty: WW2

Plattform: (PC, PS4, XBO)
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Call of Duty: WW2 - Landung am Omaha Beach - Die D-Day Mission im Detail

Call of Duty: WW2 könnte die spektakulärste Umsetzung der Landung am Omaha Beach seit Der Soldat James Ryan bieten. So läuft die D-Day-Mission ab.

Offizielle Bilder aus der D-Day-Mission von CoD: WW2 gibt es noch nicht. Wir haben das Level aber bereits auf einem Preview-Event gesehen - und waren beeindruckt.

Offizielle Bilder aus der D-Day-Mission von CoD: WW2 gibt es noch nicht. Wir haben das Level aber bereits auf einem Preview-Event gesehen - und waren beeindruckt.

»Our sons, pride of our nation, this day have set upon a mighty endeavor. Men's souls will be shaken with the violences of war. In this hour of great sacrifice. We shall prevail.«

Mit diesen eindringlichen Worten beginnt der erste Trailer zu Call of Duty: WW2. Es sind Auszüge aus einem Gebet, mit dem sich US-Präsident Franklin D. Roosevelt am Abend des 6. Juni 1944 an sein Volk wandte, um gemeinsam der Alliierten Soldaten zu gedenken, die nur Stunden zuvor an den Stränden der Normandie gelandet waren, um Europa von der Naziherrschaft zu befreien.

In der Kampagne von CoD: WW2 sind wir einer dieser Soldaten, Red Daniels, Rekrut der amerikanischen 1st Infantry Division. Auf einem Preview-Event in London verriet uns Michael Condrey, Studiochef von Sledgehammer Games, nicht nur jede Menge Details zu Einzelspielerkampagne und dem Multiplayermodus, in einem langen Gameplay-Video wurde uns auch die Landung am Omaha Beach, vermutlich einer der ersten Aufträge des Spiels, ausführlich gezeigt. Und was wir gesehen haben, könnte tatsächlich die intensivste Darstellung des D-Days sein, seit dem Film Der Soldat James Ryan. Damit Sie sich einen Eindruck von der packenden Mission machen können, beschreiben wir Ihnen den Verlauf in diesem Spiele-Special.

Das Boot

Alles beginnt für uns in den Wellen des Ärmelkanals. Eiskaltes Wasser schwappt über die Bordwände des winzigen Landungsboots und durchnässt die frierenden Soldaten im Bauch des Boots. Wir stehen eng zusammengepfercht zwischen anderen Rekruten unserer Einheit. Jeder versucht, seiner Angst Herr zu werden. Manche beten, andere reden sich Mut zu oder schreien ihre Furcht heraus.

Während unsere schaukelnde Blechbüchse sich dem Strandabschnitt Omaha nähert, knattern Flugzeuge über unsere Köpfe, um die deutschen Befestigungsanlagen zu bombardieren. Hinter uns hören wir das dumpfe Donnern der Schiffsartillerie, doch wir wissen: Das ist alles nur Show. Vor uns, noch in Rauch und Nebel gehüllt, halten die deutschen Bunker und Verteidigungsstellungen der Kanonade unbeeindruckt stand, und die Soldaten im Innern warten nur darauf, dass die Truppentransporter in Reichweite ihrer Maschinengewehre kommen.

Als wir nur noch wenige Meter vom Strand entfernt sind, peitscht deutsches Abwehrfeuer durch die Luft. Mörsergranaten schlagen um uns herum ein. Gleich ist es soweit, dann senkt sich die Laderampe und wir stürmen auf den Strand.

Gewalt als Stilmittel

Doch bevor es dazu kommt, rammt uns ein anderes Boot. Von Granaten in Brand geschossen ist es außer Kontrolle geraten. Chaos bricht aus, die Rampe donnert herab und bevor jemand reagieren kann, zerfetzt eine MG-Salve die ersten Männer unserer Kompanie. Mit Mühe retten wir uns über die Bordwand. Unsere Ausrüstung zerrt uns im eiskalten Wasser nach unten, doch mit Hilfe eines Kameraden erreichen wir festen Boden.

Flammenwerfer kamen auch am Omaha Beach zum Einsatz. Call of Duty schreckt nicht vor detaillierter Gewaltdarstellung zurück.

Flammenwerfer kamen auch am Omaha Beach zum Einsatz. Call of Duty schreckt nicht vor detaillierter Gewaltdarstellung zurück.

Verzweifelt sprinten wir in Richtung der nächsten Deckung, als eine Explosion uns von den Füßen reißt. Halb betäubt werfen wir noch einen Blick zurück. Nur wenige Kameraden haben es überhaupt an Land geschafft, der Rest unserer Einheit liegt leblos im Landungsboot oder treibt in den Wellen der Normandie. Unser Blick fällt auf einen toten Soldaten, dem eine Kugel den halben Schädel weggesprengt hat. Call of Duty: WW2 greift bewusst auf eine drastische Gewaltdarstellung zurück, um den Schrecken des Kriegs zu vermitteln.

Eine Hommage an Medal of Honor

Bis hierhin taumelte unsere Spielfigur praktisch nur von einer Skriptsequenz zur nächsten, erst jetzt beginnt der eigentliche Gameplay-Teil der Mission. Angeleitet von unserem Vorgesetzten schnappen wir uns eine Bangalore-Bombe - Sie wissen schon, diese rohrförmigen Sprengsätze, die man aus zahlreichen D-Day-Levels kennt - und hetzen von Panzersperre zu Panzersperre über den Strand. Das erinnert frappierend an die Omaha-Beach-Mission in Medal of Honor: Allied Assault - nur in einer grafisch deutlich ansehnlicheren Version.

Statt übermenschliche Helden in den Fokus zu rücken, soll sich die Kampagne um normale Soldaten drehen.

Statt übermenschliche Helden in den Fokus zu rücken, soll sich die Kampagne um normale Soldaten drehen.

Überall um uns herum stürmen Soldaten in Richtung der deutschen Bunker, werden von Kugeln umgerissen oder von Explosionen durch die Luft geschleudert. CoD: WW 2 glänzt vor allem bei den Charaktermodellen und dem Detailgrad der Umgebungen. Die Wassereffekte können da allerdings nicht mithalten.

Schließlich erreichen wir die Stacheldrahtsperre und schmeißen uns in Deckung. Als Daniels versucht, den Sprengsatz mit zitternden Händen scharf zu machen und mehrfach scheitert, spricht ihm ein Offizier beruhigend zu. Sledgehammer will die menschliche Seite des Krieges in der Kampagne hervorheben und deutlich machen, dass keine Maschinen sondern fühlende Wesen in den Uniformen steckten - und zwar auf beiden Seiten der Frontlinie. Schließlich schafft es unser Soldat, eine Bresche zu sprengen. Mit dem Knall der Explosion endet der erste Teil unserer Präsentation.

Ballern im Bunker

Nach einer Schwarzblende befinden wir uns im Innern einer deutschen Abwehrstellung. Hinter Kisten und Generatoren verschanzen sich Wehrmachtssoldaten, die wir mit einer erbeuteten MP 40 aufs Korn nehmen. Die Feinde nutzen zwar die sich bietende Deckung, machen aber keinen sonderlich gefährlichen Eindruck und fallen nach und nach unseren MP-Salven und Granaten zum Opfer.

Als wir anschließend weiter durch die verschachtelten Wehrgänge hetzen, wirft uns ein alliierter Soldat plötzlich Munition zu. An sich nichts besonderes, doch dabei handelt es sich nicht um eine gescripetete Aktion, sondern um ein Gameplay-Element, wie wir später von Michael Condrey erfahren. Unser Squad soll als echte Einheit zusammenwachsen und unter Kameraden hilft man sich eben.

Die Entwickler von Sledgehammer wollen die Kameradschaft und Opferungsbereitschaft innerhalb einer Einheit zeigen.

Die Entwickler von Sledgehammer wollen die Kameradschaft und Opferungsbereitschaft innerhalb einer Einheit zeigen.

Noch eindringlicher wird uns das in der nächsten Situation vor Augen geführt. Als wir einen weiteren Bunker betreten, überrascht uns ein deutscher Soldat aus dem Hinterhalt und stürmt mit gezogenem Bayonett auf uns zu. Im letzten Moment wirft sich Daniels' Kumpel Zussman dazwischen, wird im folgenden Handgemenge allerdings selber schwer verletzt. Inzwischen stehen wir wieder auf den Beinen und stürzen uns auf den Angreifer. Im folgenden Nahkampf, der uns an eine Szene in Der Soldat James Ryan erinnert, müssen wir als Spieler in Quicktime-Events die richtigen Tasten drücken. An den plumpen Einblendungen der Gamepad-Tasten sollten die Entwickler aber auf jeden Fall noch arbeiten, denn die stören die ansonsten intensive Atmosphäre.

In seiner Verzweiflung weiß Daniels sich schließlich nicht anders zu helfen und schlägt dem Deutschen mit einem Stahlhelm den Schädel ein. Wie schon zuvor scheut Call of Duty nicht davor zurück, dem Spieler die blutige Gewalt deutlich vor Augen zu halten. Völlig erschöpft kriecht Daniels zu seinem verletzten Freund und schleift ihn mit letzter Kraft aus dem Bunker.

Mit dieser Szene endete für uns die Landung am Omaha Beach, die uns nachhaltig beeindrucken konnte, und das, obwohl sie keine neuen Ideen bot. Call of Duty: WW2 zeigt keine Neuinterpretation dieser verlustreichen Landungsoperation, sondern verlässt sich auf ein Best-Of bekannter Szenen und Action ohne Atempause.

Das Rezept funktioniert vor allem durch gutes Timing und gute Technik: Saving Private Ryan, und damit die letzte ähnlich intensive Darstellung des D-Days, hat fast 19 Jahre auf dem Buckel, Medal of Honor: Allied Assault ist 15 Jahre alt und technisch gnadenlos veraltet. CoD: WW2 stößt in diese Lücke und zeigt, wie viel Mittendringefühl mit moderner Technik möglich ist. Ob dieser Wow-Effekt ein ganzes Spiel tragen kann, darf bezweifelt werden, doch für die Dauer einer Mission waren wir hin und weg.

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