Call of Duty: Black Ops 2

Plattform: (PC, PS3, Wii U, XBox 360)
Release: 13. November 2012

User-Wertung:

Im Test: Call of Duty: Black Ops 2

Ein Jahr ist wieder um und das heißt, es gibt es ein neues Call of Duty. Entwickler Treyarch ist 2012 wieder an der Reihe und gibt uns Couchsoldaten den zweiten Teil ihrer Black Ops-Reihe. Ob Call of Duty: Black Ops 2 endlich das Call of Duty ist, dass in allen Bereichen wieder überzeugen kann, klären wir in unserem Test.

Die Geschichte von Black Ops 2 handelt vom Angriff des Bösewichts Raul Menendez auf die freie, kapitalistische Welt. Nach außen hin gibt er sich als Messias einer 99%/Occupy-Bewegung, doch er ist der wahnsinnige Terroristenanführer mit einem ausgeklügelten Masterplan. Und ihr müsst ihn als Übersoldat David Mason - der Sohn von Alex Mason aus Black Ops 1 - im Jahr 2025 gewaltsam stoppen. Da ihr Menendez immer nur hinterherrennt, muss euch der alte Kamerad eures Vaters, Sergeant Frank Woods, erzählen, was damals im Jahr 1986 wirklich passiert ist und wie es dazu kommen konnte, dass Menendez nun eine Bedrohung für alles und jeden ist. In diesen Rückblenden spielt ihr dann wieder Alex Mason. Neben Woods trefft ihr dort auch auf ein weiteres bekanntes Gesicht, den CIA-Agenten Jason Hudson. Während der Kampagne springt das Black Ops 2 immer wieder zwischen diesen zwei Zeitebenen hin und her. Ein absolutes Novum, für Modern-Mility-Shooter, ist dabei, dass Geschichte keineswegs linear abläuft. An mehreren Stellen müsst ihr im Spiel Entscheidungen treffen, die den weiteren Verlauf bestimmen. Töte ich X oder Y? Rette ich jene Person oder überlasse ich sie ihrem Schicksal? Auch gefundene oder nicht gefundene Informationen verändern die Zwischensequenzen. Nach rund sieben Stunden ( +-1 Stunde, je nach Können und Schwierigkeitsgrad) bekommt ihr dann eine von insgesamt sechs "verschiedenen" Endsequenzen zu Gesicht.
Allerdings können die Vergangenheitsmissionen nicht sehr überzeugen, sie sind relativ stumpfe "run'n'gun"-Missionen, bei denen man auch die serientypischen WoW-Momente etwas vermisst. Von einem Call of Duty ist man krassere "Bay-Szenen" gewohnt. Im Gedächtnis ist dabei vor allem die Afghanistan-Mission geblieben - allerdings nur wegen dem Rambo-artigen Pferderitt gegen eine anrückenden russische Armee mit ihren Panzern und Hind-Helikoptern. Wobei der Nicaragua-Einsatz mit der wechselnden Perspektive noch positiv hervorzuheben ist. Die späteren Zukunfts/Gegenwarts-Missionen sind im Vergleich etwas unterhaltsamer und bieten auch mehr Schauwerte, wie zum Beispiel der Einsatz im Luxusresort Collossus mit dem Spinnenroboter Ziggy. Auch die Abhörmission im Regen empfand ich als willkommene Abwechslung, auch wenn sie natürlich in einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd mit feindlichen Drohnen, Helikoptern und Jeeps endete. Als Scharfschütze müsste ihr ebenfalls eine ruhige Hand beweisen und etwas Extremsport mit Fallschirm und Wingsuit gibt es auch.
Vielfältige Missionsziele braucht man nicht erwarten, es gibt immer nur eins und das ist auf dem Weg nach Punkt B alles über den Haufen schießen. Auch das schlauchartige Leveldesign ist zurück, doch diese Schläuche sind zumindest an einigen wenigen Stellen etwas breiter geworden, sodass der Weg zum Ziel nicht nur geradewegs durch die Mitte führt. Im späteren Verlauf werden euch die optionalen Strikeforce-Missionen angeboten. Eine Art Tower-Defense mit beweglichen Einheiten. In der Taktiksicht schwebt ihr weit oben über der Karte und könnt vier KI-Einheiten Befehle (Ziel angreifen, zu Position bewegen und halten) erteilen. Und an den diesen Missionen zeigt sich recht deutlich, dass die KI immer noch ein Witz ist. In der Kampagne können die Script-Ereignisse über die mangelnde KI noch einigermaßen hinwegtäuschen, in den Strikeforce-Missionen gibt es die nicht. Und wenn man die Aufgabe innerhalb des Zeitlimits erreichen will, kommt man nicht drum herum, sich per Knopfdruck in eine seiner Einheiten zu beamen und selbst zu kämpfen. Generell empfinde ich Black Ops 2 als bisher leichtestes Call of Duty. Es gibt keine unendlichen Gegnerwellen und auf den höheren Schwierigkeitsgraden wird der Feind nur durch die Masse an geworfenen Granaten und RPGs gefährlich.
Im Test: Call of Duty: Black Ops 2Da es sich um ein Treyarch-Call-of-Duty handelt, gibt es ein Wiedersehen mit dem Zombie-Modus, zu Deutsch Überlebenskampf, und somit die einzige Möglichkeit im Koop zu spielen. Auf den Spec-Ops-Modus der Modern Warfare-Reihe von Infinity Ward muss man verzichten. Klassisch können wieder bis zu vier Spieler ein kleines Areal gegen heranschlurfende Untote verteidigen. Oder man begibt sich auf eine Reise im Tranzit-Modus. Dort fährt euch ein schräger Roboter von Schauplatz zu Schauplatz und es wird eine Art Minikampagne daraus. Spannung und Frustation liegen hierbei nah beiander, denn der Bus kann euch auch im unpassendsten Moment vor der Nase wegfahren oder brennende Sprinterzombies sorgen dafür, dass ihr auch im Bus nicht verschnaufen könnt. Neu ist auch die Möglichkeit gegen ein anderes Viererteam im Zombiemodus anzutreten. Gewonnen hat das Team, dessen Mitglied als letztes noch am Leben ist. Die Teams können nur die Untoten töten, Spieler aus dem gegnerischen Team nicht. Allerdings kann man die Konkurrenz sabotieren. Ein Angriff mit dem Messer betäubt einen feindlichen Spieler kurz oder man blockiert mit zwei Teammitgliedern einen Fluchtweg und hofft einfach, dass die Zombies den Rest machen. Auch wenn die Entwickler den Zombiemodus so präsent im Menü hervorheben und solch ein Horde-Gameplay im Koop auch unterhaltsam ist, es ist eher eine nette Ergänzung zum jetzigen Zeitpunkt.
Im Test: Call of Duty: Black Ops 2Kommen wir zu dem Part von Call of Duty: Black Ops 2, der der Serie zig Millionen Spieler und umfangreiche DLC-Verkäufe beschert, dem Multiplayer. Hier hat Treyarch vieles umgebaut. Doch keine Sorge, am schnellen, harten Geballer auf kleinen, verwinkelten Karten hat sich nichts geändert. Viel mehr sorgen das neue Pick10-Prinzip und das Score-Streak-System nur für mehr Individualismus beim Loadout. Bei Pick10 gibt es 10 Itemslots, die man nach Belieben mit Ausrüstung füllen oder leerlassen kann. Dank der Wildcards für die Perks, kann man die bekannten Loadout-Regeln etwas verbiegen und bis zu zwei Perks aus einem der drei Perk-Tiers nutzen, dafür muss man sich nur entscheiden auf welche andere Ausrüstung (Pistole, Granaten etc) man verzichtet. Um die Streakbelohnungen wie Drohnen, Nachschubkisten, Automatikgeschütze oder Bombenangriffe zu nutzen, muss nicht mehr nur Kill an Kill aneinandergereiht werden, auch Teamaktionen wie das Einsammeln der Flagge oder das erobern von Punkten auf der Karte treiben den Freischaltzähler in die Höhe.
Auch im eSport-Bereich will Black Ops 2 gut dastehen und bietet mit League-Play eine eigene Anlaufstelle für Profizocker. Dort erwarten die Teilnehmer besondere Ligen, Ladders und ein skillbasiertes Matchmaking-System. Und auch für die Moderatoren solcher Clan-Matches gibt es zahlreiche neue Werkzeuge. CoDcasting beinhaltet eine Streaminglösung auf zahlreiche Endgeräte, der Moderator kann zahlreiche Infos zu den Spielern, dem Spielstand und dem -Verlauf einblenden. Viele Mehrspielermodi wurden aus den vorigen Teilen übernommen, so dass man auf nichts verzichten muss, auch wenn bisher noch nicht alle Modi als Hardcore-Variante verfügbar sind. Es gibt das sehr spaßige Gun-Game in den Party-Playlisten, was CS-Spieler schon ewig kennen und welches BF3-Spieler auch mit dem Close-Quarters-DLC sehr zu schätzen gelernt haben. Wirklich neu, also in Call of Duty, sind die Modi Multiteam und Hardpoint. In Multiteam kämpfen, wie die Bezeichnung schon verrät, mehrere Teams auf einer Karte gegeneinander, maximal 6 Team mit je 3 Spielern. Hardpoint ist die mobile Variante von King of the Hill, die sehr viel Dynamik in die eh schon schnellen Matches bringt. Mehr über die Modi und Änderungen findet ihr in unserem Hands-On zum Multiplayer. Der Multiplayer von Call of Duty: Black Ops 2 ist wie immer verdammt schnell und verlangt gute Reflexe am Controller. Man muss sich diesem knallharten Wettkampf stellen wollen, und wer das tut, wird mit einem absolut erstklassigen Infanterie-Shooter belohnt.
Im Test: Call of Duty: Black Ops 2Die Technik. Beim mittlerweile neunten Call of Duty setzen die Entwickler auf ihre extrem-mutierte Form der idTech 3-Engine. In der Version für Black Ops 2 versprachen sie wieder eine optische Weiterverbesserung, ohne dass sie gegen das 60FPS-Gebot verstoßen müssten. Ja, Call of Duty: Black Ops 2 sieht auf Konsole (auf der Xbox 360 sogar etwas schärfer als auf PS3) immer noch gut aus. Dieser "crispy"-Look kann aber über gewisse Altersschwächen nicht hinwegtäuschen. In Gebäuden oder in der Flugzeugträgermission gegen Ende des Spiels kommt der Engine das Artdesign dieser Level zu Hilfe und die Entwickler scheinen auch mehr Zeit fürs Polishing der letzten Missionen bekommen zu haben. In den anfänglichen Vergangheitsmissionen, in denen viel mehr Details und vor allem Vegetation vorkommen, leidet die grafische Qualität, pixelig und verwaschen sind da die Stichworte. Auch der Zombiemodus ist keine Augenweide. Der elektronisch, düster angehauchte Soundtrack aus den Feder von Trent Reznor und Jack Wall sowie auch die Abmischung sind wirklich gelungen. Löblich ist auch, dass für Hörgeschädigte auch eine Abmischung vorhanden ist, welche die Sprachausgabe hervorhebt. Die Synchronisation. Greift zur englischen Version. Die deutsche Lokalisation passt soweit, wenn man nur die Hauptcharaktere betrachtet. Bei den Nebenfiguren haben sich die Sprecher eher wenig Mühe gegeben. Während EA bei Battlefield 3 und MoH: Warfighter auch auf Konsolen auf Serverbrowser setzt, bleibt man bei Black Ops 2 beim altbekannten Matchmaking. Es wurde jedoch insoweit angepasst, dass es Spieler anhand ihrer Verbindungsqualität in ein Multiplayer-Match packt und nicht stumpf nach Region. Auch in den Stunden nach Release waren Lags kein Thema.

Kommentare

Grimnirsson
  

Nur Treyarch hatte bisher die IP Sperre drin, nicht IW...

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Stulle-Man
  

Also ich konnte bei MW3 die DLCs aus meiner UK-Hardened Edition problemlos ziehen...u. a. auch den Elite-Pass und die nachfolgenden DLCs! Also ein generelles Problem mit den UK-Versionen scheint das dann jedenfalls nich' zu sein...!

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AdlerMannheim
  

Mit etwas journalistischem Aufwand könnte das Areagames bei Activision abklären. :-)

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steffen6i
  

@Adler: Bei BO1 konnte ich mit meiner AT PEGI Mappacks vom deutschen MArktplatz laden, allerdings erst ab dem 2. Mappack.
@Ralle: Dafür gibt es Perk, dass die Schritte der Gegner deutlicher zu hören sind.

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Minuterush
  

Ich hatte in der ganz Normalen Verkaufsversion [Pegi] auch die 2025 Nuketown! Beim code ein geben hat er dann Automatisch die richtige Map runtergeladen.

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AdlerMannheim
  

Beim alten Black Ops konnte ich mir mit der Pegi Version keine DLCs runterladen. Die NUKETOWN Map kriegt ja jeder kostenlos. Bestellt euch mal Probeweise den Season Pass.

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Minuterush
  

Momentan liegt das Spiel ehr bei einer 9/10 weil es in vielen Sachen einfach besser ist als MW3. Und so B-Movie m?ssig finde ich die Stoy gar nicht. Zum MP endlich f?hlen sich die Waffen richtig an kein Laser geballer wie MW3 auch das rennen f?hlt sich besser an. Was mich momentan einfach nervt oder schade ist das die Grafik einfach alt ist, w?rde das mit der Cryengine 3 laufen und sch?ne 60fps g?ttlich!

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Der Ralle
  

Ich persönlich halte das Pick 10 System und die Community Features für wesentlich mehr als sie nur dankend anzunehmen. Im Gegenteil, ich uiehe meinen Hut vor Treyarch einen dermaßen offenen Klasseneditor mit einer nahezu perfekten Balance zu kreieren. Das ist in meinen Augen absolute Referenz.
Sicherlich kaum zu überlesen ist, das mir BO2 sehr gut gefällt (Multiplayer). Ich habe nur einen einzigen Kritikpunkt. Der ist aber sehr gravierend (für mich). Warum zur Hölle hat Treyarch die Soundcodierung so verhunzt, dass man die Gegner wirklich nur noch laufen hört wenn Si Dir mit gezogenem Kampfmesser schon im Nacken sitzen? Bei MW3 konnte ich problemlos nahezu jeden Gegner anhand seiner Laufgeräusche orten (auch ohne Lagebericht Pro), das geht bei BO2 absolut nicht mehr.
Die Folge sind frustrierende Abschüsse von in die Flanken fallenden Gegnern, welche mit einer funktionierenden Geräuscheortung hätten vermieden werden können.
Oder hat einer andere Erfahrungen gemacht? Ich poste das hier mal ins Forum und würde mich über FB freuen.
Gruß

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Grimnirsson
  

Dummerweise funktioniert die englische Version nicht mit Zusatzinhalten. DlCs kann man also vergessen.

Nun mal langsam. Die Nuketown Map habe ich mir mit der UK Version vom deutschen Marktplatz gezogen, problemfrei. Es gibt in Blops 2 keine 'verfassungsfeindlichen Symbole', keinen anderen Cut, alles identisch. Ich denke, die Chancen stehen zumindest gut, daß es diesmal keine Probleme geben wird bei der Kompatibilität von UK Game und deutschem DLC

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CoupeFX2
  

Das oben war natürlich nur ein kleiner Spaß :-) .

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