Call of Duty - World at War

Plattform: (NDS, PC, PS2, Wii, Wii U, XBox 360)
Release: 13. November 2008

User-Wertung:

Call of Duty: World at War

Mit World at War zeigt Activision Blizzards Erfolgsfranchise wie gewohnt, dass es für effektvoll präsentierte Kriegsaction steht, wie man sie in keiner anderen Serie geboten bekommt. Leider demonstriert die neuste Ausgabe von Treyarch aber auch wieder den ebenso gewohnten Qualitätsunterschied im Vergleich zu den Call of Dutys von Infinity Ward. Actionliebhaber, die sich nach Modern Warfare mit der Rückkehr ins WWII Setting anfreunden können, bekommen trotz aller kleiner Schwächen jedoch nach wie vor ein edel präsentiertes Ballerfeuerwerk mit fulminanten Scriptsequenzen geliefert.


Wenn Explosionen sich gegenseitig die Luft zum Brennen rauben

Die typische Vegetation der Normandie bleibt wie bei Modern Warfare auch im neusten Ableger von Call of Duty wieder vor Schüssen, Explosionen und Soldatenstiefeln gefeit. Und das, obwohl es nun wieder zurück in den zweiten Weltkrieg geht. Die Fronten liegen allerdings auf anderen Schlachtfeldern, so z.B. im Pazifik oder in Berlin. Den Namen WELTkrieg und WORLD at War macht das fünfte Call of Duty damit zwar alle Ehre, nur fühlt man sich bei den jeweils verhältnismäßig kurzen Kapiteln etwas zu sehr über den Globus gehetzt. Wenn ich das Gefühl habe die Erstürmung Berlins habe nicht mehr als zehn Minuten gedauert und mich dann auch noch daran erinnere erst eine halbe Stunde vorher in einer Hütte am Dschungelstrand gefangen gewesen zu sein, kann kein Gefühl für die Epik des ganzen Krieges aufkommen. Dabei sind es gar nicht die abrupten Standortwechsel, die mich z.B. aus heiterem Himmel aus der Haut eines amerikanischen Soldaten im Pazifik heraus, in den Körper eines einsamen überlebenden Russen inmitten eines Leichenstapels versetzen. Ich glaube das Hauptproblem welches World at War auf Seiten der Atmosphäre hat ist, dass es selbst für ein Call of Duty viel zu linear wirkt. So viele unsichtbare Barrieren, so wenig weitläufige Flächen und so unflexible Schlauchlevelwege hat es wohl noch nie in einem Serienteil gegeben. Zudem mangelt es an wahrlich erinnerungswürdigen Momenten, die meiste Zeit über reiht sich eine Riesenexplosion an die andere. Die in Serie getriggerten Scriptevents schauen zwar durch die Bank toll aus, nutzen sich in der Häufigkeit und vor allem mit nur wenigen wahren Highlights allerdings naturgemäß ab. Dass man immer mal wieder Gelegenheit zum Durchatmen, regelmäßige echte WTF Momente und vor allem zumindest das Gefühl hatte die engen Levels seien so vollkommen natürlich aufgebaut - das alles war es, was Call of Duty 4 im Solomodes so brillant gemacht hat. Treyarch schaffen es leider nicht, diese Formel in ihr World at War zu übernehmen. Positiv bemerken wir aber definitiv das Auslassen der Hollywood Klischeegeschichte, mit der uns die Entwickler im dritten Teil nervten. Lieber lasse ich mich in nur historisch miteinenader verbundene, aneinander gereihte Ereignisse werfen, als zwischenmenschliche Beziehungen üblicher Actionfilmstereotypen mitten im zweiten Weltkrieg zu ertragen.Call of Duty: World at War

Mehr Härte, echte Tote inklusive

Treyarch versprachen uns gegenüber im Vorfeld in World at War keine Gräuel zeigen zu wollen, mit der Spieler nicht klar kämen. Trotzdem sollte der Härtegrad des fünften Call of Dutys auf ein in der Serie bisher nicht gesehenes Maß ansteigen. Mit der gestiegenen Brutalität haben sie Recht. Zwar gab es auch in früheren Teilen mal Folterverhöre und Exekutionen, ein japanischer Anführer der einem Gefangenen seine Zigarette im Gesicht ausdrückt, bevor er ihm mit einer Machete die Kehle durchschneidet, ist da allerdings noch mal ein ganz anderes Kaliber. Zumal wir diese Blutspritzerszene aus der First Person Ansicht, gefesselt am Boden liegend, miterleben müssen. Ohne die Möglichkeit virtuell wegzuschauen. Cutscenes dieser Art sieht man über die komplette Spielzeit von etwa sechs Stunden gerechnet nicht sehr häufig, entsprechend wirken sie auch mehr wie leicht überflüssige Effekthascherei. Gleiches gilt für die historischen Realaufnahmen, welche man in stylisch modern präsentierten Zwischeneinspielern während der Ladezeiten vor jedem Kapitel gezeigt bekommt. Die dort zu sehenden Exekutionen und sonstigen Kriegsszenen kommen mir inmitten der poppigen 3D Animationen und musikvideoartigen Einblendungen kurzer WWII Fakten geschmacklos deplatziert vor. Um beim Spielen nachdenklich zu machen, ethische Werte zu vermitteln oder andere Lernfaktoren zu übernehmen, versucht World at War einfach viel zu emsig und zum Glück erfolgreich, nicht mehr als ein Entertainmentprodukt zu sein. Spätere Scriptevents und Spielelemente, wie bei lebendigem Leibe verbrennende Feinde, wirken dagegen in der stark entschärften deutschen Version mit ihrem klassischen Hollywood Actionfilmcharakter nicht so verstörend wie erwartet.Call of Duty: World at War

Modern Warfare presents World War II

Wie auch das Quantum of Solace Game, wird World at War von einer fortentwickelten Call of Duty 4 Engine in Szene gesetzt. Schlachtenfeuerwerk im Edellook, so beschreibt sich das auch gar nicht anders erwartete Gesamtbild am besten. Strand-/Dschungeleinsätze bei Nacht erstrahlen dank Fackeln, Explosionen, Flammenwerfern und Mündungsfeuern höchst atmosphärisch, die Darstellung von dichter Vegetation wurde im Vergleich zu CoD 4 merkbar überarbeitet. Auch wenn in der Darstellung offener Naturgebiete noch immer nicht die Stärke der Engine liegt, Bad Company hat da doch noch die Nase vorn. Dafür macht Call of Duty wirklich niemand etwas bei verranzten Kriegsruinen und Rauch vor, Licht- und Schatten verleihen jeder Location aufwendig Flair. Ein gewisses brachiales Soundumfeld ist bei Call of Duty seit Serienbeginn genau so selbstverständlich, da macht auch World at War wieder eine prächtige Figur. Der Subwoofer kommt vor lauter Explosionsbrummen kaum hinterher, während Schüsse, Schreie und alle möglichen Nebengeräusche auf einmal auf uns einprassen. Wer hier was zu Meckern sucht, wird nur bei den krass unsynchron eingesprochenen deutschen Stimmen fündig.Call of Duty: World at WarBei World at War habe ich zum ersten mal in einem Call of Duty nach ein paar Minuten den Veteranenmodus verlassen und erst mal auf Schwierigkeit "Söldner" herunter geschaltet. Zu unflexibel konnte ich mich nur auf den Schlachtfeldern bewegen, zu perfekt schmeißen meine Feinde aus größter Entfernung platzierte Granaten in meine Deckung. Zu sehr ist das Ganze nur noch eine pausenlose Dauerballerorgie, welche das sonst immer mit der Serienspielmechanik einhergehende taktische Vorgehen kaputt macht. Und das nicht nur mit dem extrem übermächtigen Flammenwerfer, der mit großer Reichweite und ohne Bewegungseinschränkung keine echten Nachteile sonstiger Instantkill Waffen vorzuweisen hat. Die viel zu oft wahllos zwischen Kamikaze und Schaufensterpuppe hin und her schaltende K.I. ist nur eines der Beispiele dafür, dass Treyarch es einfach nicht schaffen die geniale Ausarbeitung der arcadigen Spielmechanik von Infinity Ward zu adaptieren. Auch Modern Warfare hatte nur dauerrespawnende Scriptsoldaten im Angebot, hier wirkte das Ganze aber in jedem Levelabschnitt mit Feinarbeit abgestimmt. Man erkennt wie Treyarch durchaus erfolgreich versuchen die oberflächlichen Markenzeichen der Serie umzusetzen, alles was in die Tiefe geht lässt ihr Call of Duty dagegen aber auch beim neusten Anlauf wieder vermissen. Das ist angesichts eines immer noch sehr guten Egoshooters als Ergebnis vielleicht weniger Kritik an ihnen, als viel mehr ein Lob an Infinity Ward.

Kommentare

Iron24
  

Im dem video ist nicht ein Ami gestorben wieda mal t?bisch.

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Rambo 2000
  

Langweilig dieser Shooter.Wiedermal 2 Weltkrieg!! Das will doc niemand mehr.Und die KI ist das schlechteste was ich je gesehen habe. Billig!!!

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bobele
  

Das ist kein Spiel, das ist ne Textverarbeitung. Wer zur H?lle hat den Irren bei Treyarsch eigentlich glaubhaft gemacht, da? es ne gute Idee ist, bei einem WWII Shooter permanent Textw?sten einzublenden, und zwar mitten im Bild ?berm Fadenkreuz. Ich f?r meinen Teil w?rde ja gerne sehen, auf was sich schiesse. Statt dessen sehe ich nur "Ammo low!" oder "Reload!". Dazu permanent f?r das Spiel v?llig uninteressante Namenseinblendungen, wenn das Fadenkreuz ihnen auch nur zu nahe kommt und Aktionsaufforderungen zum Dr?cken von Tasten (so eine Art Dauertutorial) etc.

Und klar: Abschalten kann man den Mist in den Optionen nicht. H?tte ich irgendein beschissenes Terminator-Spiel haben wollen, dann w?r ich jetzt gl?cklich. So... ist das leider ne Gurke, ungeachtet der Tatsache, da? das Spiel irgendwo unsichtbar unter dieser ganzen Scheisse vielleicht sogar ganz cool w?re.

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Mastersheep
  

:D , mhh n?..

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GuitarRick
  

Eh Leute, schaut euch mal in dem Video oben im Testbericht den Typ bei ca. 25 Sekunden an! Der schaut doch original aus wie Nico Bellic... :D

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chiefrebelangel
  

@ruff rider
WWII kann man schlecht mit der heutigen Situation in Afrika vergleichen. Was w?hrend dem WW II passiert ist und von allen Kriegsparteien an Kriegsverbrechen begangen wurde ist was anderes, als die permanenten B?rgerkriege in Afrika.

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Commandant Che
  

@Ruff Ryder:
Ich schaue mir sehr viele Dokumentationen an, ausser z.B. die Sendung Monitor und t?gliche Nachrichten eigentlich fast nur Dokus. Deshalb ist National Geographik und Konsorten auch in meinen Programmfavoriten auf Platz 1.
Gerade aktuell auch die Serie "Die Deutschen" im ZDF.
Aber sowas bildet, informiert und f?hrt Tatsachen vor Augen.
Polemisiert nicht, macht aus Soldaten keine Heroen und stellt den Krieg nicht als etwas vergn?gliches dar.
W?hrend es Spiele die ?berwiegend einen realen Hintergrund haben f?r mich schon etwas "unangenehmes" ist.
Ich habe keine Probleme damit, Monstern (in Dead Space) einzelne K?rperteile nicht nur in St?cke zu schiessen, sie sondern regelrecht zertreten zu k?nnen. Sowas macht mir unheimlich viel Spass. Ich m?chte aber nicht mit einem realen Hintergrund auf echte Menschen schiessen!
Da ist es mir egal, ob ich als Ami auf Deutsche oder andersrum schiesse.
Ausserdem, wenn man gerade beim aktuellen CoD die "Koop-Kampagne" (absichtlich in Anf?hrungszeichen geschrieben) betrachte.
Das ist sowas von armselig umgeseztzt, das ist schon fast eine verarsche. Nix mit richtiger Story (keine Ahnung, ob es diese auf SP gibt, habst im SP noch nicht gespielt), nur flie?bandartig hintereinander "abzukloppende" Level.

Meine Schlu?folgerung: Wenn schon WW2 Spiele, dann sollten diese Spiele auch von Menschen entwickelt werden, die wenigstens etwas an Intellekt besitzen und diesen ganzen Hurra Patriotismus ganz weglassen.

@June: Deiner Meinung kann ich mich gern anschlie?en!

@Daniel: Danke f?r die genauere Erl?uterung.
Deine Aussage stimmt fast ausnahmslos mit meinem Eindruck von diesem Spiel ?berein.
Nur "fast", weil ich diesem Spiel eine wesentlich schlechtere Bewertung gegeben h?tte.
;)

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Commandant Che
  

@Ruff Ryder:
Ich schaue mir sehr viele Dokumentationen an, ausser z.B. die Sendung Monitor und t?gliche Nachrichten eigentlich fast nur Dokus. Deshalb ist National Geographik und Konsorten auch in meinen Programmfavoriten auf Platz 1.
Gerade aktuell auch die Serie "Die Deutschen" im ZDF.
Aber sowas bildet, informiert und f?hrt Tatsachen vor Augen.
Polemisiert nicht, macht aus Soldaten keine Heroen und stellt den Krieg nicht als etwas vergn?gliches dar.
W?hrend es Spiele die ?berwiegend einen realen Hintergrund haben f?r mich schon etwas "unangenehmes" ist.
Ich habe keine Probleme damit, Monstern (in Dead Space) einzelne K?rperteile nicht nur in St?cke zu schiessen, sie sondern regelrecht zertreten zu k?nnen. Sowas macht mir unheimlich viel Spass. Ich m?chte aber nicht mit einem realen Hintergrund auf echte Menschen schiessen!
Da ist es mir egal, ob ich als Ami auf Deutsche oder andersrum schiesse.
Ausserdem, wenn man gerade beim aktuellen CoD die "Koop-Kampagne" (absichtlich in Anf?hrungszeichen geschrieben) betrachte.
Das ist sowas von armselig umgeseztzt, das ist schon fast eine verarsche. Nix mit richtiger Story (keine Ahnung, ob es diese auf SP gibt, habst im SP noch nicht gespielt), nur flie?bandartig hintereinander "abzukloppende" Level.

Meine Schlu?folgerung: Wenn schon WW2 Spiele, dann sollten diese Spiele auch von Menschen entwickelt werden, die wenigstens etwas an Intellekt besitzen und diesen ganzen Hurra Patriotismus ganz weglassen.

@June: Deiner Meinung kann ich mich gern anschlie?en!

@Daniel: Danke f?r die genauere Erl?uterung.
Deine Aussage stimmt fast ausnahmslos mit meinem Eindruck von diesem Spiel ?berein.
Nur "fast", weil ich diesem Spiel eine wesentlich schlechtere Bewertung gegeben h?tte.
;)

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Daniel Pook
  

@Human Torch
Danke, dann nehme ich hiermit auch offiziell meine "Anschuldigung" des Wertungsn?rglers zur?ck. :) War eine falsche Einsch?tzung von meiner Seite, oder ich habe dich mit jemandem verwechselt. :)

@Che
Genau aus den Gr?nden w?rde ich sagen, dass es sich dabei um das Schlechteste Call of Duty aller Zeiten handelt. Als CoD Fan darf man entt?uscht sein, was Spielmechanik und einfach Gef?hl beim Design angeht. Verglichen mit den meisten anderen Shootern die es so gibt und gerade wenn man das CoD Label mal ausblendet und World at War einfach als eigenes Spiel betrachtet, ist es trotzdem noch ein sehr guter Titel. Nur eben ein eher schwaches Call of Duty, da die Messlatte bei der Serie nicht zuletzt durch Teil 4 enorm hoch gelegt wurde.

@Ruff Ryder
Der Unterschied ist aber die Art der Pr?sentation und was die Leute dahinter bei den Konsumenten bezwecken wollen. Eine gute Doku z.B. ist konsequent darauf fixiert mir Zeitgeschichte n?her zu bringen und mich mit der Realit?t der Vergangenheit zu konfrontieren. Auch Filme entscheiden sich bestm?glich daf?r was sie sein wollen: Actionmovie ohne tieferen Anspruch, oder Anti-Kriegsdrama das die Grausamkeit des Krieges sowie Hintegr?nde und Schicksale n?her bringen m?chte. Was Call of Duty: World at War in meinen Augen nicht schafft, ist Popcornunterhaltung mit aufkl?rerischem Anspruch zu verbinden. Mit Gewaltdarstellung an sich kann ich in Shootern leben, auch das WWII Setting kann gerne f?r Unterhaltung herhalten. Da aber z.B. harte Realaufnahmen reinzukloppen passt in diesem Falle meiner Meinung nach nicht, weil das Spiel dem Anspruch damit mehr als nur den Sensationsfaktor zu verbinden nicht gerecht wird.

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lordekka
  

habs mal getestet und naja teil 2 und teil 4 sind f?r mich bisjetzt die einzig wahren call of dutys :D. sorry treyarch but mission failed!!! und june stimme ich auch voll zu. viel zu ?bertrieben das game

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