Castlevania: Lords of Shadow

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 07. Oktober 2010

User-Wertung:

Castlevania – Lords of Shadow

Die Stunde der Wahrheit ist gekommen. Ein neues Entwicklerteam soll für Konami die beliebte „Castlevania“-Reihe endlich adäquat in die dritte Dimension bringen und mit der Skepsis vieler Fans aufräumen, die sich fragen, ob sie da überhaupt was zu suchen hat. „Lords of Shadow“ bedient sich dabei großer Vorbilder und bietet Production Value zum niederknien. Doch ist die „Castlevania“-Formel dabei auch erhalten geblieben oder verschwinden die Schattenfürsten im dunklen Reich der Hack and Slay-Klone?


Worum geht’s?

"Reboot" heißt wieder einmal das Zauberwort. So stellt "Lords of Shadow" eine komplette Neuerzählung dar, die zwar einen Peitschenschwingenden Dämonentöter names Gabriel Belmont und jede Menge Vampire bietet, ansonsten aber auf den übergeordneten Kanon der Serie pfeift. Doch jetzt mal ehrlich, wer hat sich für den denn ernsthaft interessiert? Gabriel ist als Waise bei der "Bruderschaft des Lichts" aufgewachsen, wo aus ihm ein beachtlicher Kämpfer im Dienste Gottes wurde, auserkoren das sogenannte "Kampfkreuz" in die Schlacht gegen die Höllenbrut zu führen, eine geweihte Waffe des Erfinders Gandolfini, in Form eines Kruzifixes mit einer ausfahrbaren Kette. Und nun ist es wieder soweit. Elend und Verzweiflung sind über die Lande gekommen und wie viele seiner Ordensbrüder zuvor wird auch Gabriel auf eine Mission geschickt, die Ursache für die Verherung, die drei Fürsten der Schatten aufzusuchen und ihnen den Garaus zu machen. Der junge Belmont wird, neben purem Pflichtbewusstsein, vor allem von Rachegefühlen geleitet, wurde doch seine große Liebe, die schöne Marie gnadenlos ermordet. Abgesehen von der Vendetta erinnert nicht nur die Geschichte, die Gabriel auf eine weite Reise durch zahlreiche entfernte Gefilde schickt an "Der Herr der Ringe - Die Gefährten". Auch stilistisch finden sich deutliche Parallelen zum Fantasy-Epos, wenn man zum Beispiel das Schloß der Vampirfürstin hier mit den Mauern von Mordor dort vergleicht, doch dazu später mehr. Wie andere Teile der Serie ist auch das neueste "Castlevania" kein Erzählwunder. Der Großteil des Hintergrundes wird in vorgelesenen Texten am Anfang eines Levels erklärt und es fällt etwas schwer den dramaturgischen Aufhänger für die Reise im Auge zu behalten. Wie schon bei "Zelda - Twilight Princess" ist von der Bedrohung in der Welt kaum etwas zu spüren und die gesamte Handlung wird auch hier nur durch ein paar Figuren vorangetrieben. Das epische Ausmaß des bevorstehenden Untergangs zeigt sich kaum. Dennoch, ihr werdet einigen interessanten Charakteren begegnen und ein paar durchaus überraschende Momente erleben. Bei der Zeichnung des Helden verschenken die Entwickler (wie noch an anderen Stellen des Spiels) reichlich Potential. Gabriel ist als ruhiger, immer von einer gewissen Melancholie umkreister Mann prinzipiell sehr glaubwürdig und damit auch sympathischer dargestellt, als etwa der von allen guten Geistern verlassene Kratos. Seine Wandlung und der innere Kampf, die sich im Laufe des Spiels vollziehen sollen, sind ihm allerdings nie richtig anzumerken. Dafür muss man schon auf den Erzählertext und seine Vorstellungskraft zurückgreifen. Nicht neu, aber clever eingebaut sind die zahlreichen Schriftrollen, die ihr bei toten Ordensrittern finden könnt, die auf ihrer Mission gescheitert sind. Diese enthalten nicht nur kurze Berichte über deren Schicksal, was die Tiefe der Spielwelt erhöht, sondern dienen teilweise auch als stimmige Tutorials und weisen mitunter sogar auf Rätsel hin, für die es dann eine Extrabelohnung gibt. Insgesamt ist die Story von "Lords of Shadow" gelungen und gewinnt mit vorschreitender Spieldauer an Spannung. Zusätzlich bieten nette Ideen, etwa die Erklärung wie die Peitsche zu dem Namen "Vampire Killer" gekommen ist die richtige Würze für Fans.
Castlevania ? Lords of Shadow

Haben die Entwickler ihre Seele an den Kriegsgott verkauft?

So sehr ich die "God of War"-Trilogie schätze, eine meiner größten Befürchtungen vor Veröffentlichung von Mercury Steam's Neuinterpretation der Vampirhetze war, dass sie sich zu sehr wie der Rachefeldzug des Spartaners spielt. Nun gut, "Castlevania" war jetzt noch nie die Videospielreihe, die irgendwie ein Genre begründet hat. Es gab immer Vorreiter an denen sich die Titel orientiert haben, um sie mit innovativen Einfällen und künstlerischer Finesse zu unverkennbaren Spielen zu machen. "Lords of Shadow" klaut aber nun so unverholen bei "God of War", ein wenig noch bei "Prince of Persia" und bei einzelnen Bosskämpfen nochmal ultradreist bei "Shadow of the Colossus", dass es darüber droht seine Eigenständigkeit zu verlieren. Sei es das kombolastige Kampfsystem, das dank weitreichendem Peitschenkreiseln nochmals nur allzu sehr an Kratos Chaosklingen erinnert, die Inszenierung der Quick-Time-Events oder die Art wie die cinematische Kamera das Geschehen einfängt, das Spiel schreit in jeder Minute "God of War"-Klon. Wenn man solch gewaltige Vorbilder wählt, wird man logischerweise mit ihnen verglichen. Und hier ist "Lords of Shadow" dem Sony-Werk leider in jeder Hinsicht unterlegen. Allein die Kamera: Bei der Antikschlachtplatte erschien jeder Perspektivwechsel wie ein einzelnes Gemälde, jede Kamerafahrt wirkte wie ein hundert Mal auf Perfektion gefeiltes, rechtmäßiges Aufgeilen an der eigenen Kunstfertigkeit und die Linse schaffte es dabei auch noch in jeder Sekunde eine tadellose Übersicht zu gewährleisten. Die Entwickler haben das auch hier versucht - das Spiel bietet zweifellos berauschende Ausblicke. Abgesehen davon das die Bewegungen des virtuellen Auges aber weniger elegant und sorgfältig gewählt wirken und sogar bei völligem Stillstand mitunter ein leichtes Wackeln zu vernehmen ist, müsst ihr hin und wieder mit dem Umstand klarkommen eure Gegner blind zu bekämpfen, da sie grad den Bildrahmen verlassen haben. Geschicklichkeitspassagen beschränken sich auf auf meist kurze Kletterpartien, Balanceakte und kleinere Sprungsequenzen unter Zuhilfenahme der wirklich coolen Peitsche, die zum Schwingen, Heranziehen und Erklimmen steiler Wände genutzt wird. Derlei Abschnitte, die schon in den "Symphony of the Night"-artigen "Castlevanias" sträflich vernachlässigt wurden, unterfordern jeden "Prince of Persia"-gestählten Action-Adventure-Artisten und lassen echte Dynamik und Thrill vermissen, führen dafür aber oft hoch hinaus, was wieder tolle Aussichten gewährt. Trotzdem verdient sich das Spiel hier noch einen Punkt auf das Konto für verschenktes Potential. Auch geklaut, aber sogar besser gemacht: Wie im finalen Teil der Kriegsgötter-Saga könnt ihr größere Feinde schwächen und als Reittier missbrauchen. So lassen sich nicht nur leichter kleinere, nervige Feinde zermusen, die Nutztiere wider Willen verfügen auch über bestimmte Fähigkeiten und tragen euch auf höhere Ebenen, springen mit euch über weit entfernte Abgründe, reißen Tore ein oder weben aus ihren Fäden eine behelfsmäßige Brücke. Und mit einer Riesenspinne am Zügel durch die Landschaft zu krabbeln gehört definitiv zu den coolsten Videospielmomenten dieses Jahres.
Castlevania ? Lords of Shadow

Neue Zielgruppe? Oh nein! Läuft „Castlevania“ jetzt im Weichspülermodus?

Die Jagd auf die dunklen Fürsten wurde von Anfang an auch für Nichtkenner der Reihe konzipiert. Ein löblicher Vorsatz, welcher der zwar angesehenen, aber im Vergleich zu anderen nahmhaften Serien nie unverschämt erfolgreichen Grusel-Action nur eine noch größere Spielerschaft bescheren kann, bei Veteranen aber natürlich die Sorge nährt, der traditionell hohe Schwierigkeitsgrad würde softer Watteweichmentalität Platz machen. Unbegründet! "Nichtskönner" können die Designer mit "Nichtkenner" jedenfalls kaum gemeint haben. Schon auf der zweiten von insgesamt vier Stufen ist der Anspruch heftig. Und das nicht etwa besonders auffallend in den Bossfights, die selbstredend trotzdem kein Zuckerschlecken sind, sondern bereits in den Standardkämpfen. Ein Nervfaktor, den "Lords of Shadow" leider auch von "God of War" übernimmt. Die Auseinandersetzungen machen den Großteil des Spiels aus und sind schonmal grundlegend viel zu lang. Kommt dann noch einer oder gar mehrere von den oben genannten größeren Widersachern hinzu habt ihr echt zu tun. Trolle, Warge und belebte Rüstungen setzen euch dermaßen zu, dass ihr euch beim Werwölfe verkloppen echt 'nen Wolf kloppt und am Ende weitere graue Haare auf eurem Kopf dazuaddieren könnt. Der größere Spaß und erfreulich zahlreich sind ohnehin wieder einmal die Bosskämpfe. Da ihr es hier meist mit nur einem Gegner zu tun habt, könnt ihr euch auf seine Bewegungen viel besser einstellen. Die Vielfalt der haus- bis turmhohen Finsterlinge ist beachtlich. Eine Krähenhexe bewirft euch mit Eiern, welche ihr dem Federvieh elegant zurück gegen den Schnabel schleudert. Ein wütender Troll reißt mal eben Bäume aus der Umgebung, um an Gabriel seinen Baseballschwung zu verfeinern. Der widerwärtige Küchenchef eines Schlosses beharkt euch mit seinem Arbeitswerkzeug und heilt sich selbst mit dicken Keulen von Fleisch, das zu Lebewesen gehörte, die ihr ganz bestimmt nicht essen wollt. Und ein riesiger Steingigant will erklommen werden, um nach und nach seine Schwachpunkte zu zerschmettern. Sehr fair sind dabei auch die Rücksetzpunkte innerhalb der Endfights. Habt ihr einen Boss also schon gut runtergearbeitet, müsst ihr nicht nochmal komplett von vorn anfangen seine Lebensleiste zu dezimieren.
Castlevania ? Lords of Shadow

Wird im Mittelalter so hart gekämpft wie in der Antike?

Um der Höllenbrut Herr zu werden dürft ihr neue Talente erlernen, die ihr mit Erfahrungspunkten bezahlt, welche ihr euch durch fleißiges Monsterschlächten verdient. Gabriel steigt aber nicht im Level auf und wird nicht etwa automatisch stärker wie in den letzten Teilen. Wenn ihr euch also neue Combos und Spezial-Attacken aneignet, müsst ihr auch fingerfertig genug sein sie richtig einzusetzen. Was mitunter gar nicht so leicht ist, denn die Steuerung ist etwas überladen. Unverständlich ist dabei besonders wie konsequent der rechte Analogstick ignoriert, der linke Analogtrigger hingegen völlig überbelegt wurde. Er wird fast für alles genutzt - Ausweichmanöver, Blocken, bestimmte Aufladeaktionen oder starke Angriffe. Da im harten Kampfgetümmel, wenn man sich von zwei zähen Skelettrittern und einen Wargen umzingelt sieht, nicht auch mal eine gerade sinnlose Attacke, statt der rettenden Seitwärtsrolle auszulösen, erscheint mir fast übermenschlich. Hinzu kommt, dass die Monster unheimlich viele Treffer wegstecken und so ziemlich jedes von ihnen mindestens eines Sturmangriffs oder Bodenstampfers mächtig ist, der euch gleich aus den Latschen wirft. Versteht mich nicht falsch, die Kämpfe sind spannend, intensiv und, bis auf die angesprochenen kleinen Kameraaussetzer nie wirklich unfair. Wer die Nerven behält, ständig ausweicht und gezielte Einzelangriffe anbringt hat gute Chancen siegreich hervorzugehen. Konzentriertes, "sauberes" Kämpfen ist zudem geradezu unerlässlich, um an wertvolle Lebensernergie zu gelangen. Statuen an denen ihr euch vollständig heilen könnt sind nämlich äußerst rar gesät. Zwei Amulette, die ihr schon bald findet, erlauben euch Licht- oder Schattenmagie einzusetzen. Ist Erstere aktiviert, wird mit jedem erfolgreichen Treffer euer Lebensbalken ein Stück regeneriert. Die dunkle Version sorgt für größeren Schaden, wenn ihr Feinden den Pelz schrubt. Beide ermöglichen euch auch erst den Einsatz mächtiger Flächenangriffe. Aufladen könnt ihr die arkanen Kräfte aber nur an seltenen Schreinen oder indem ihr Gabriel's Fokusleiste füllt. Dann hinterlassen Feinde nämlich mit jedem Scheitelzug neutrale Sphären, die als Brennstoff für Licht- und Schattenmagie dienen. "Castlevania"-typische Zweitwaffen wie Dolche, Weihwasser oder, neu, Feen und dunkle Kristalle verschaffen euch zusätzlichen Spielraum und lassen sich mit der Magie kombinieren. Aus Weihwasser und Lichtmagie wird so zum Beispiel ein temporärer Schutzschild. Feen, die ansonsten Gegner ablenken oder bestimmte Maschinen aktivieren, werden in Verbindung mit Schattenmagie zu kleinen Bomben. Meiner Meinung nach hätte sich das Kampfsystem auf Magie, Sekundärwaffen und eineige Standardangriffe reduzieren sollen. Die unzähligen Kombinationsangriffe sind in den dramatischen Gefechten sowieso kaum gezielt abzurufen und ohnehin von teils fragwürdiger Durchschlagskraft. Denn was nützt die starke Combo, wenn ich sie nicht zuende führen kann, weil der Gegner zwar Schaden nimmt, den Prügelregen aber wie nix einsteckt und mir trotzdem mit seiner Quadratmeterpranke eine Ohrfeige verpasst? Auch hier wirkte das, zugegeben ebenfalls zu Buttonmashing neigende "God of War" runder und die Aktionen überschaubarer.
Castlevania ? Lords of Shadow

Wie viele Schlösser darf man erkunden?

Ein "Castlevania" ohne pompöses Schloss samt prunkvoll, romantischer Einrichtung und ziemlich unromantischer Todesfallen würde glatt seinen Titel verraten. "Lords of Shadow" erfüllt diese Erwartung prächtig. Von der stinkenden Kanalisation, über rustikale Speisesäle, Labore für gotteslästerliche Experimente, bis auf die schneebedeckten Dächer werdet ihr alle Facetten des gotischen Bauwerks erkunden. Doch es bleibt nicht beim gewaltigen Schloss. Bis ihr dort ankommt seid ihr mit Gabriel durch Sümpfe gewartet, habt die ruinen mythischer Städte untersucht, mittelalterliche Dörfer von der Vampirplage befreit, die Bibliotheken einer Abtei verwüstet, seid durch herbstlich-paradiesische Höhlenlandschaften gewandert und habt einen gewaltigen Turm bestiegen. Und danach führt die Reise sogar noch weiter. Wie daran unschwer herauszulesen bietet das Spiel bei den Schauplätzen eine enorme Abwechslung. Da die Handlung in Kapitel eingeteilt ist, die wiederum nochmal in einzelne Level separiert sind, gibt es keine zusammenhängende Welt. Stattdessen könnt ihr bereits erreichte Gebiete jederzeit nochmal besuchen und auf Geheimnisse untersuchen, die erst mit später erlangten Fähigkeiten zugänglich werden. Das ist nebenbei eine gute Möglichkeit Storystränge nachzuholen, falls ihr mal vergessen haben solltet wie es zu bestimmten Sachverhalten gekommen ist. Die Einteilung in einzelne kleinere Abschnitte (die immer noch recht ausladend sind), welche auf einer Übersichtskarte angewählt werden, an sich aber eine relativ freie Struktur aufweisen, ist eine nette Verquickung der klassischen Episoden mit den "Metroidvanias". Allerdings ist der gute Ansatz auch hier nicht ganz ausgereift. Zum Beispiel gibt es häufig Abzweigungen, welche den Rückweg unmöglich machen. Wenn ihr euch also zufällig für den falschen Pfad entschieden habt, müsst ihr den Abschnitt neustarten, um auch die anderen Möglichkeiten zu erkunden. Ähnliches gilt für die Levelausgänge. In vielen Fällen seid ihr auf einmal ganz unverhofft ins Ziel gelaufen, obwohl das villeicht noch gar nicht eure Absicht war. Die Gehimnissuche hat auch ihren Motivationshemmer. Während ich bei Titeln, wie "Metroid", "Zelda" oder irgendwelchen Rollenspielen, ohnehin recht nonlinear durch die Welt laufe, da sich mit neuen Fähigkeiten Gebiete erschließen, die ich vorher schon mal besucht habe und an denen ich ohnehin vorbeikomme, beschränkt sich der Zugewinn hier auf mehr Lebens- oder Magieenergie oder einen größeren Waffenvorrat. Zweifellos äußerst hilfreich, aber man kommt auch so weiter. Und selbst wenn dem nicht so wäre, könnte ich mir reizvolleres vorstellen, als in alte Level zurückkehren zu müssen, um mich für die späteren Zonen zu wappnen. Zumal man schnell vergisst mit welchem neuen Talent man nun an welcher Stelle in welchem Level gleich nochmal weitere Geheimnisse aufdecken könnte. Praktischerweise gibt eine Statistik, inklusive Prozentanzeige nach dem Abschluss eines Unterkapitels Auschluss darüber was noch zu finden ist. Zusätzlich erhaltet ihr dann noch spezielle Missionen, etwa töte 30 Goblins mit ihren eigenen Granaten oder erledige den Boss innerhalb eines Zeitlimits, für die weitere Belohnungen winken. Für Forschernaturen und Komplettierer bietet "Lords of Shadow" also reichlich Beschäftigung und Wiederspielwert, wobei der Umfang an sich schon üppig augefallen ist. Einer der Vorteile gegenüber seinen Vorbildern. Leider ist das Leveldesign oft etwas generisch und undefiniert, wirkt einerseits organisch, aber nicht natürlich gewachsen. Innerhalb eines Gebietes können sich Stellen doch arg ähneln, sodass sich Orientierungsverlust einstellt. Im, mittlerweile wohl recht strapazierten Vergleich mit "God of War" schien dort jeder Weg, jedes Gebäude, jeder Raum und jede Maschine seine Funktion und Berechtigung zu haben, während in "Castlevania" einige Gegenden willkürlich erscheinen. Langweilig und eintönig sind sie aber nie.
Castlevania ? Lords of Shadow

Wird der Spielfluss von zu vielen Rätseln unterbrochen?

Jedes Action-Adventure das etwas auf sich hält, setzt euch vor mehr oder weniger hirnverknotende Knobeleinlagen. Muss das eigentlich so sein? Naja, jedenfalls ist es so. Das Rumrätseln ist zwar eine schöne Abwechslung, aber nicht jedermanns Sache, nimmt es doch oft mächtig Tempo aus dem Spiel, vor allem wenn die weniger Schlauen nicht auf die Lösung kommen. Auch "Lords of Shadow" frönt sporadisch dem Denksport mit mal mehr mal weniger intelligenten Schalterrätseln und Minispielen, die zwar auch keine Sonderpreise für Einfallsreichtum gewinnen, dafür aber gute alte Rätselkost bieten, die sich aufgrund der hohen Kampflastigkeit des Titels nicht ganz so elegant ins Spiel einfügen will. Es wollen Brückenteile über einen Drehmechanismus richtig angeordnet, elektrische Pole neu verknüpft, Lichtstrahlen umgeleitet und Siegel richtig eingefärbt werden. Mir gefallen diese Aufgaben eigentlich immer ganz gut, selbst wenn ich mitunter auch zu den Denkkrüppeln gehöre, die daran eine halbe Ewigkeit zu beißen haben. Gleichgesinnten kommen die Designer aber auf segensreiche Art entgegen. Wer die zum Rätsel gehörige Schriftrolle findet darf sich auf Wunsch gleich die Lösung anschauen, lässt sich damit aber wertvolle Erfahrungspunkte entgehen, die für ausreichende Kampfkraft zu wichtig sind. Denn die nächste Feindeswelle kommt bestimmt und lässt sich garantiert nicht einfach überspringen. Originelle Ausnahme zu den klassischen Kombinationrätseln ist das "Vampirkriegsspiel", eine Art Schach mit Fantasy-Kreaturen und Zufallsfaktor, dass sich nach erfolgreichem Abschluss auch direkt anwählen lässt. Ein witziger kleiner Taktikhappen.
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Sieht es denn wenigstens auch so gut aus wie „God of War“?

Hier dürfen wir ruhig mal richtig euphorisch werden. "Castlevania - Lords of Shadow" ist grafisch ein echtes Prachtexemplar geworden und dürfte nicht nur Serienfans die Freudentränen in die Augen treiben. Vielleicht werden einige bemängeln das der filigrane Anime-Stil einer westlicheren Ästhetik gewichen ist, die mich, wie bereits angedeutet, in der Farbgebung und Ausleuchtung sehr an die "Der Herr der Ringe"-Verfilmungen erinnert. Doch von einem westlichen Studio würde ich mir auch gar nicht wünschen, dass es japanische Kunst imitiert. Das geht sowieso meist daneben. Abgesehen von klitzekleinen Unreinheiten, wie seltenen Rucklern und gelegentlich etwas müden Effekten, ist der Detailgrad und die atmosphärische Umsetzung des Settings wirklich herausragend. Im Schloss erleuchtet der Schein hunderter Kerzen die Szenerie, zerfetzte Vorhänge hängen vor den Fenstern und lassen vereinzelte Lichtstrahlen durch, saftiges Grün überwuchert die Ruinen von Agharta, Waldlaub wirbelt unter den Schritten Gabriel's auf, Bücher zerfleddern unter euren Schlägen, kleine Raten oder Frösche hüpfen über den Boden und die Zweitwaffen sind deutlich an der Kleidung des Helden zu sehen. Oft lassen sich viele Teile der Umgebung zerlegen. Die Fraben sind Traumhaft und jederzeit perfekt gewählt. In den Außengebieten ist die Weitsicht atemberaubend. Ob sich eine Dschungelartige Wasserfalllandschaft auftut oder euch gewaltige Bergketten umgeben - das Spiel geizt nicht mit malerischen Panoramen. "Castlevania" vergisst dabei auch nicht sein düsteres Szenario und lässt Gegner schonmal blutreich zerplatzen und dekoriert einzelne Räume schauerlich mit dem roten Lebenssaft. Da gibt sich der Titel auch bei den Animationen keine Blöße mehr. Sei das Wesen oder die Geste noch so groß oder klein, behält das Horrorspektakel stets seine Illusion aufrecht, auch und besonders in den Cuscenes, die sich zwar meist auf Dialoge beschränken, aber auch mal außergewöhnliche Ereignisse feierlich inszenieren. Es fällt schwer bei der Auferstehung eines Steintitanen noch abgeklärt zu bleiben und nicht wieder der Faszination der Phantasie zu erliegen.
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Seit wann spricht Sean Connery mit der Stimme von Patrick Stewart?

Wo Dialoge sind, da ist bei einem solch aufwendigen Spiel auch Sprachausgabe und die ist Konami-typisch auch in der hiesigen Version englisch geblieben. Ihr seid also besser des Lesens mächtig. Davon abgesehen ist die Synchronisation aber äußerst stimmig und mit Robert Carlyle als Gabriel, Natascha McElhone als Marie und Patrick Stewart prominent besetzt. Der Captain Picard-Mime und Theaterschauspieler spricht Zobek, den kampferfahrenen Ordensbruder des Helden, der sofort die Rolle von Sean Connery als Schwertmeister Juan Ramirez im ersten "Highlander"-Film ins Gedächtnis ruft. Er fungiert auch als Erzähler zwischen den Leveln und liest seine obendrein gut geschriebenen Texte mit der Intonation eines weisen Propheten. Es ist einfach ein purer Genuss ihm zuzuhören. Auch Robert Carlyle gibt Gabriel den besonnenen, ruhigen Ton eines Mannes, der sein Schicksal lieber mit sich selbst ausmacht. "Castlevania"-Fans brennt aber sicherlich die Frage auf der Zunge, wie gut denn nun die Musik geworden ist. Bei einem Spiel dessen Gameplay, Stil und Erzählweise so westlich geprägt ist, darf man natürlich auch bei der musikalischen Untermalung auf bewährte Konventionen vertrauen. Das klingt schlimmer als es ist. Die Hintergrundmusik ist toll geworden und untermalt das Geschehen entsprechend mit stimmungsvollen Klängen in ruhigen Momenten und dem nötigen Bombast in den Schlachten. Da lässt sich gar nicht viel weiter was zu sagen. Klassisch-atmosphärische Instrumental-Meisterarbeit at it's finest. Im Vergleich zu den charakteristischen, verspielten Rock-Elektro-Klassik-Mixturen früherer "Castlevanias" fehlt es dem Soundtrack hier jedoch an hervorstechender Eigennote. Die Soundeffekte sind dafür einfach nur perfekt. Punkt.
Castlevania ? Lords of Shadow

Ist das überhaupt noch Castlevania?

Es hat einen Belmont. Es hat die Peitsche. Es hat Schlösser. Und es hat Vampire. Nun gibt es aber auch Serienteile, die etwa auf die ersten beiden Elemente schonmal verzichten. Was ist es also das "Castlevania" ausmacht? Wenn es um das Szenario geht, in der ein Held im Fantasy-Mittelalter, unter anderem in einem Schloss gegen allerlei dämonische Kreaturen kämpft, die nicht selten der Genre-Literatur entliehen sind, so haben die Entwickler fast alles richtig gemacht. Die Atmophäre und künstlerische Umsetzung sind stark. Schon beim Soundtrack, einem der Aushängeschilder der Reihe entbehrt "Lords of Shadow" aber etwas von deren Persönlichkeit. Das allererste "Castlevania" und der Serien-Meilenstein "Rondo of Blood" wurden im Vorfeld als vorwiegende Inspirationsquelle genannt. Es sollte schlußendlich das Spielgefühl von "Super Castlevania IV" in die dritte Dimension übertragen. Dazu fehlen aber die kniffligen Sprungpassagen, welche die alten Teile en masse aufwiesen und dafür sind auch die Kämpfe viel zu lang, kompliziert und spielbestimmend. Eine Übersichtskarte mit frei anwählbaren Leveln ist zwar toll, wirkt in Anbetracht des restlichen Gamplays aber wie ein oberflächliches Zugeständnis. Den prügellastigen "Metroivanias" entspricht es aber auch nicht, denn die ganze Action und das Rollenspielsystem sind dort komplett anders ausgerichtet. "Castlevania - Lords of Shadow" ähnelt stattdessen so sehr "God of War", dass die Behauptung der Entwickler eigentlich nur lauten kann, die Spartaner-Trilogie wäre bereits die 3D-Umsetzung des "Castlevania"-Spileprinzips gewesen, nur in einem anderen Setting. Das wäre so, als ob ich jetzt sagen würde ein "Super Metroid" in 3D würde sich genauso spielen wie "Halo". Ich kann mir nicht vorstellen, dass mir da irgendwer zustimmt.
Castlevania ? Lords of Shadow

Castlevania - Lords of Shadow Trailer


Noch nicht am Ziel, aber ein weiterer Schritt auf dem richtigen Weg.

Kommentare

  

Mir hats gar nicht gefallen hab aufgeh?rt . keine lust mir in einer h?hle nach 2 schl?sseln zu suchen und nervig auf spinnweben zu balancieren so nerv passagen gibt es viel zu oft.

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random 123
  

@kingmo also um deine Lebenspunkte und Mana zu erh?hen muss man magie steine finden aber bzw es gibt auch noch Kisten oder Versteckte extras die man bei erneutem durchspielen entdecken kann
aber ansonsten ist es das dann auch desweiteren erlernst du im sp?teren verlauf immer mehr Combos und Magieskills was ziemlich n?tzlich ist
des weiteren werden die k?mpfe auch auf Paladin zum ende hin knackiger ich sage nur Eintritt in die letzte welt
meiner meinung nach ist das spiel ziemlich gut und besonders das ende nach den credits macht lust auf mehr also wer sowas wie gow sucht oder einfach ein gute hack ?n slay der sollte sich dieses spiel antun es lohnt sich wirklich und die story zieht dann auch bis zum schluss an
ich bin begeistert (da ich es eigendlich blo? aus mangel an spielen gekauft habe)

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EightBell
  

Hey Johannes, vielen Dank f?r den ausf?hrlichen Test und Deinen Kommentar zum Spiel im Podcast.
Ich kann Deine Kritikpunkte alle sehr gut nachvollziehen, aber sehe die Dinge teilweise etwas anders und m?chte einigen Aspekten noch einen "zweiten Blick" geben, damit niemand aus den falschen Gr?nden vor dem Kauf zur?ckschreckt.
Also ich finde es wirklich schade, das Kampfsystem so stark auf das von God of War zu reduzieren.

Der Unterschied ist doch, das es bei Castlevania keinen Comboz?hler gibt. H?rt sich jetzt banal an, ist aber massiv, denn bei Castlevania ist Buttonmashing der sichere Weg zum "Game Over"!
Taktieren und richtig kombinieren ist der Punkt. Blocken, eine knackige Combo, raus aus dem infight, wieder nachsetzen - so machts auch viel mehr Spass als bei Kratos oder Dante, deren Feldz?ge durch blo?es traktieren der Controllerkn?pfe in beliebiger Reihenfolge locker zu bestehen sind.

Und dann ergeben auch viele der Kombos erst richtig Sinn! F?r die vorbildlich hohe Vielfalt an Gegnertypen ist f?r jeden etwas dabei.
Der Begriff "?berladene Steuerung" dr?ngt sich mir hier nicht auf.
Ich kann mir zwar nicht alle Kombos merken und st?ndig nutzen, aber ich bin in der Lage jede Kombo, die im Men? aufgelistet ist und grafisch dargestellt wird mit nur wenig ?bung durchzuf?hren und das ist der crispen Steuerung zu verdanken die um einiges pr?ziser ist, als bei GoW und somit beinahe die Qualit?t von Ninja Gaiden (PS3 u 360) oder Bayonetta (nur 360) erreicht.
Und wenn ich manche Kombos zum Erbrechen durchgef?hrt habe, lege ich mir ein paar andere zurecht, was nochmal selbst generierte Abwechslung beschert.
Genau diese Faktoren verleihen dem Kampfsystem eben trotz des ersten Anscheins der blo?en Kopie etwas ganz eigenes.

Zu den restlichen Kopievorw?rfen (Shadow of the Colossus mal ausgenommen):
Ein 3D-Action-Adventure kann auch nicht sehr viel anders machen als die Vorgenannten, dazu gibt es mittlerweile einfach zu viele Genrekonventionen. Bei Shootern m?kelt doch auch keiner rum, das die Steuerung/Buttonbelegung exakt die gleiche ist, wie in anderen - genregleichen Vertretern. Bei Castlevania versucht man innerhalb des Genres ein eigenes Spielgef?hl zu vermitteln, was in jedem Test dem Vorwurf der Kopie gegen?ber gestellt sein sollte. Von Identit?tsverlust kann ich nur auf den ersten Blick sprechen...

Und was den Transport der franchise in die dritte Dimension anbelangt: Viele Magazine schreiben, das es kein typisches Castlevania ist. Und philosophisch betrachtet kann es das auch niemals sein!
Die Frage ist: Was funktioniert in 3D, was nicht? Was gibt es in den alten Teilen, was in diesem?
hohe Gegnervielfalt - Check.
Kette - Check
atmosph?risch dichte Spielwelt - Check
geniale Soundkulisse - check
Massig Endbosse - Check
erweiterbare F?higkeiten - Check
zertr?mmern von Umgebungsgegenst?nden, die "Munition" fallen lassen - check
Areale, die zun?chst Sackgassen, mit erweiterten F?higkeiten aber erkundbar sind - check
als ein Belmont Vampire, Werw?lfe und anderes Geschmeiss bek?mpfen - check

Ich denke viele der Elemente, die Castlevania ausmachen sind drin, fallen aber nicht direkt auf, so dass man sie leicht ?bersieht.
Nat?rlich hat das Spiel Schw?chen, keine Frage. Meine Bewertung w?re eine kaufm?nnisch aufzurundende 8.5, die eine 9 ergibt.
Aber im "Full House"-Podcast sprecht Ihr ja auch kurz ?ber die Wertungseinteilung und die Nutzung der Skala. ?brigens f?r mich wieder einmal Zeugnis daf?r wie unn?tig, ?berholt und falsch es ist eine Wertung unter ein Spiel zu packen.

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Antilogic
  

Die Demo war reichlich langweilig :( und das Ende ist eine mittelschwere Katastrophe (es sei denn man l?sst Castlevania im Titel weg) Was es mit der Vampire Killer Peitsche und den Belmonts auf sich hat wurde schon im PS2 Teil Lament of Innocence gekl?rt und auch wenn das Game eine Neuinterpretation von Castlevania sein soll hoff ich doch, dass sich diese "neue Story" schnell wieder in ihren Sarg verzieht...Umgebungsgrafik sieht echt top aus wird aber (wie ich finde) von fiesen Gesichtern, seltsamer Kamera und unsichtbaren Hindernissen getr?bt....Insgesamt ist mrid er Ansatz viel lieber als das 100te Metroidvania, aber wie schon bei Jericho kann ich mich mit den Machwerken der Spanier ned anfreunden...das zock ich lieber ne Runde Castlevania Chronicles oder Rondo of Blood :P

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Jack Scallion
  

@Johannes Krohn:
Ist eigentlich genau was ich meinte, nur ausf?hrlicher beschrieben.

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SunFire
  

:-D Nur gut das mir die Wertungen absolut egal sind. Wo andere eine H?chstwertung geben (z.B. GTA4) ist f?r mich das Spiel gnadenloses Mittelma?. ;) Wie gesagt, mich hat Castlevania mehr gepackt als GoW3. In der Regel bilde ich mir meine Meinung anhand einer Demo. Selbst CoD MW und MW2 fand ich sehr ern?chternd. Klar, tolle Inszenierung aber trotzdem ern?chternd. Ok... f?r 19 bzw. 34? aus UK ging das schon. Da hatte ich mich nicht sooo sehr ge?rgert als wenn ich Vollpreis bezahlt h?tte.

Der eine mag Castlevania: LoS der andere wiederum nicht. Ist jedem sein gutes Recht. Mir gefiehl GTA4 und RDR auch nicht sonderlich. RDR hatte den Westernbonus bei mir. :)

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Johannes Krohn
  

Tja, ein bisschen scheiden sich an dem Spiel anscheinend die Geister. Kann ich nur zu gut nachvollziehen. Es ist ?ber weite Strecken mit beeindruckender Hingabe gemacht. Andere Stellen sind weniger gut gelungen. Naja, ich hoffe der Test war da ausf?hrlich genug. Doch bez?glich der ?hnlichkeiten zu den genannten Vorbildern nochmal: Es ist etwas anderes, ob ein Spiel wie Uncharted etwa die Kletterpassagen aus Prince of Persia oder Tomb Raider (wobei sich auch schon das eine vom anderen hat inspirieren lassen) und das Deckungssystem aus Gears of War ?bernimmt und daraus wieder sein eigenes Spielerlebnis mixt. Spiele beeinflussen sich immer gegenseitig, so werden Standards gesetzt. In den meisten F?llen werden aber nur einzelne Elemente ?bernommen und der Rest dann variiert oder ebenso so zusammengetan, dass sie nicht blo? kopiert wirken. Da macht es auch kein Sinn zu sagen jedes Jump'n run w?re ein Klon von Super Mario Bros. oder jeder Kriegs-Ego-Shooter w?rde von Call of Duty 4 abkupfern (dessen Serien-Ursprung, wir erinnern uns, nur zu deutlich von Medal of Honor inspiriert wurde). Splinter Cell ist nicht Metal Gear Solid, Resident Evil nicht Silent Hill, Mario nicht Sonic, Devil May Cry nicht Ninja Gaiden nicht Onimusha und nicht God of War. Hat man aber eine Trilogie wie bei Letztgenanntem, bei dem sich alle Teile spielerisch enorm ?hneln, was jedem auff?llt und h?ufig von vielen bem?ngelt wird und dann kommt ein Titel raus, der sich beinahe haargenauso spielt und nur das Szenario bzw. kleinere Einzelelemente variiert, dann hab' ich nicht nur eine ganz offensichtliche Nachahmung, sondern auch ein Spiel, welches das Genre leider in keiner Weise voranbringt bzw. wenigstens ein eigenst?ndiges Spielgef?hl vermittelt. Niemand w?rde wohl bestreiten das Symphony of the Night extrem bei Metroid geklaut hat. Die Labyrinth-Struktur mit Item-basierter Erkundung sind daf?r zu charakteristisch. Doch die kampflastige Ausrichtung, Rollenspielelemente und nicht zuletzt das typische Castlevania-Flair, durch Setting und Musik, haben daraus ein unverkennbares Spiel gemacht. Hinzu kommt, dass dieses God of War-Gameplay nicht die optimale Umsetzung des Castlevania-Gameplays in 3D ist. Klar gibt's Geschicklichkeitspassagen, R?tsel und K?mpfe gegen Monster. Aber wenn ich die Formel darauf reduziere, dann lassen sich wirklich bald alle Spiele ?ber einen Kamm scheren. Letztlich macht die ?hnlichkeit zu God of War aber auch nichts, um zu verhindern das Lords of Shadow ein tolles Spiel und jeden Euro wert ist. Doch ein Haufen kleinerer, aber nicht zu ?bersehender Fehler vergellen hier knapp die 9ner-Wertung und zeigen, das Kratos Geschichte einfach das rundere und poliertere Abenteuer ist. Hm, sch?n, jetzt hab' ich nochmal mein Fazit wiederholt. Aber mir geht es darum, dass die "Klon"-Diskussion hier meiner Meinung nach etwas falsch betrachtet wird.

P.S.: Das mit den Rechtschreib- und Kommasetzungsfehlern tut mir ehrlich leid. Ich lese den Text grunds?tzlich nochmal dr?ber, muss aber zugeben, dass ich mir bei bestimmten Sachen einfach nicht sicher bin und die dann nach Bauchgef?hl schreibe. Ich versuche aber ernsthaft das in n?chster Zeit zu verbessern. Wenn euch was auff?llt, d?rft ihr das auch ruhig direkt in den Kommentaren zitieren, inklusive Richtigstellung. W?re ich jedenfalls dankbar f?r.

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Der Ralle
  

Ich kann SunFire da nur zustimmen. Mir gef?llt Castlevania sehr gut und in punkto Kampfsystem hat es auch meiner Meinung nach die Nasenspitze vor GoW 3. Die Grafik ist einfach sehr detailliert und bietet unheimlich malerische Kulissen. Es steuert sich punktgenau, bis auf die Kletterpassagen die doch etwas in den Sand gesetzt wurden. Auch die musikalische Untermalung k?nnte epischer kaum sein. Entgegen des Testers empfinde ich die Item Sucherei als h?chst motivierend und werde auch nicht eher zum finalen Endgegner gehen bevor ich nicht alle Kombos, Steine und Schriftrollen gesammelt habe. Dann entscheide ich ob es dann noch einmal auf Paladin gespielt wird.
Die Kamera ist aufgrund ihrer Statik wirklich nicht optimal, das hat GoW 3 seinerzeit mit mehr ?bersicht besser gel?st.
Und trotzdem oder gerade wegen der genannten Punkte kann ich Castlevania - LoS nur jedem Action / Adventure Fan mit Forscherdrang empfehlen.

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SunFire
  

@paulfect
Du wirst lachen, ich hab ne PS3 und habe auch GoW3 gespielt. Eigentlich hab ich sie alle gespielt. :-)
Zweifelsohne war GoW 3 ein tolles Spiel. Hat mir auch sehr, sehr gut gefallen. Aber ich habe bei GoW3 nicht das Verlangen auf "schwer" zu spielen. Hingegen bei Castlevania ist nun "Paladin" erledigt. Das war nicht wirklich schwer. ;-)

Die Grafik bei GoW3 war toll aber irgendwie hat mich das Spiel nicht mehr so gepackt wie bei Teil 1.
Grafik ist f?r mich nicht das A und O bei einem Spiel. Es ist halt eine nette Zugabe. Der Spielspa? ist f?r mich wichtig. Was n?tzt es mir, wenn ich ein Spiel habe das bombig aussieht, sich aber bescheiden spielen l?sst?

Und wenn man ehrlich ist, ist die Story bei GoW3 auch recht simpel und vorhersehbar. :-) Einen Inovationspreis hat sie auch nicht gewonnen, wenn wir ehrlich sind. Ich habe GoW3 nun 2 mal durch gespielt. Nochmal juckt mich nicht. Vielleicht in ein paar Jahren wieder.

Gewalt macht f?r mich ein Spiel auch nicht immer gut. Bei Gow3 war sie nun dabei. Stellenweise sehr drastisch aber es hat halt nur gezeigt, dass sich Kratos auf seinem Weg zur Rache nicht aufhalten l?sst und das sehr konsequent vorantreibt. Es gab aber auch spiele wo ich das ganze Gewaltzeugs st?rend fand.

GoW3 war schon toll aber Castlevania finde ich genauso gut, wenn nicht noch besser. Jedenfalls f?r mich. Ob andere es schlechter oder gut finden ist deren Sache.

Castlevania: LoS kann man auch einem PS3ler empfehlen.

Zur Kamera bei Castlevania. Ich hatte da keinerlei Probleme. Die Gegner einfach in der Mitte oder im sichtbaren Bereich halten. Bis auf einer Stelle hatte ich keine Sorgen. Das Spiel ist nicht perfekt aber auch nicht sooo schlecht. ;-) Vielleicht gehe ich auch mit ganz anderen Erwartungen an die Spiele ran...?

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Steffen261279
  

@Lore:
Zum einen, was hat Dein Post mit dem Thema zu tun???
Zum anderen, verzieh Dich doch auf ne andere Seite wenn Dir die Redakteure hier nicht passen!

Leute gibts..........*kopfsch?ttel*

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