Dark Void

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Dark Void

Als zur Eröffnung der gamescom ein "echter" Clone Trooper mit Jetpack vom Dach geflogen kam, war nicht nur an Star Wars zu denken. Irgendjemand hatte den "Crimson Skies"-Machern Airtight Games nämlich vor einiger Zeit wohl mal zugeflüstert, dass ihre Flugzeugspiele ja ganz nett seien, die Flugzeuge dabei aber ganz schön nerven würden. Und so rast man in ihrem neusten Spiel, Dark Void, mit nichts als einem Düsenrucksack durch die Lüfte.


Rock it like Rocket Man

Ein weitläufiges Areal mit glitzerndem See. Ein harmonisch fließender Wasserfall, gleißende Sonnenstrahlen brechen schön atmosphärisch durch ein paar helle Wolken am Himmel. Wenn hier vielleicht etwas das idyllische Gesamtbild stört, dann ist das der seltsame Mann am Himmel, der sich da ganz ohne Flügel oder Fallschirm mit laserschießenden UFOs kloppt. Der Luftartist wird Will genannt, von mir gesteuert und... so ganz glücklich scheint er darüber nicht zu sein. Leicht ungelenk verbiegt er sich bei meinen Radikalmanövern, einige Male titscht er gegen 'ne Felswand und im Raketenflug zu Feuern ist für den Anfang auch gar keine gute Idee. Wobei das Feuern bei gleichzeitigem Jetpackboost in dieselbe Richtung, bei aller Ungenauigkeit, wahre Überschallgeschwindigkeitsgeschosse mit verheerender Wirkung erzeugt. Für mich als Anfänger, der sich an die impulsiven Highspeedschübe der flugzeuglosen Art zu fliegen erst noch gewöhnen muss, noch keine Alternative zum Hovermode. In diesem schwebe ich konstant auf der Stelle und kann präziser zielen. Weil meine Patronen in diesem Zustand aber bei weitem keinen bleibenden Eindruck hinterlassen, muss ich mich etwas erfinderischer anstellen. Und waghalsiger! Im Sturzflug hüpfe ich auf ein feindliches UFO und lege mich Auge in Mündung mit der rundum beweglichen Kanone des Flugobjektes an. Mit ein paar Sprüngen verwirre ich die Laserwumme, reiße der ganzen Alienscheibe per Buttonmash-Event im richtigen Moment ein paar Sicherungen raus und öffne damit dessen Pilotenkabine. Der überraschte Insasse wird herausgezerrt, zu Boden getreten und per Kopfschuss gerichtet. Fast "Will Smith"-Style, bloß noch einen Gang härter. Als neuer Fahrzeugführer habe ich gleich ein viel klassischeres Kampfgefühl als es zuvor mit dem Jetpack der Fall war. Es fehlt das starke Nachziehen des Charakters (den man übrigens stets aus der 3rd-Person-Perspektive sieht) hinter dem Fadenkreuz und so hole ich meine Widersacher nun gut geschützt viel fixer vom Himmel.
Dark Void

Nach vorne, nach oben... Hauptsache raus aus den Bermudas!

Dass ich mich aber doch recht fix vom stylischen UFO (ein großer Ring, der sich unabhängig innerhalb eines größeren Ringes drehen kann) trennen muss, liegt am variantenreichen Spielkonzept von Dark Void. Mein Auftrag ist es jetzt nämlich, eine mittelgroße Schwebestation zu infiltrieren und sie praktisch von innen abzuschalten. Kaum gelandet, wird auch schon zu Fuß weitergeballert. Wer sich dabei von Unreal Engine 3 und Covermechanik stark an Gears of War erinnert fühlt hat bereits vergessen, dass man immer noch ein großes Jetpack auf dem Rücken trägt. Mit sachten Boosts rette ich mich in Bedrängnis an die Decke, schwebe in eine bessere Stellung oder gehe je nach Gebäudestruktur auch mal in den vertikalen Kampf über. Gilt es z.B. von innen einen Turm zu erklimmen, auf dessen verschiedenen Unteretagen Widerstand wartet, kann Will sich einfach längs unter die einzelnen Plattformen hängen. So geschützt vom Boden, auf dem seine Feinde stehen, entledigt er sich der deckungslosen Gesellen spielend, während er schrittweise nach vorne bzw. je nach Perspektive eben nach oben hüpfjettet. Am Ziel des Gebäude-Angriffs angekommen, gibt's für die letzten verbliebenen Feinde noch eine fixe Nahkampfexekution, dann wird die Selbstzerstörung der fliegenden Festung ausgelöst. Also wird ein Terminal kaputtgehauen und dann sofort im freien Fall der Rückweg nach unten (ja, jetzt ist unten auch wirklich wieder unten) angetreten. Aber warum eigentlich das ganze Theater? Nun, der Pilot William Agustus Grey ist im Bermuda Dreieck abgestürzt. Selber Schuld, hätte man vorhersehen können. Weniger dagegen den anschließenden Teleport in eine Paralleldimension. Dort kämpfen andere menschliche Überlebende und ein gewisser Nikola Tesla gegen kybernetische Aliens, genannt "Watchers". Diese Wesen kamen vor langer Zeit bereits auf die Erde, um sich als Götter zu präsentieren und es sich entsprechend gutgehen zu lassen. Vereitelt wurde die Sache letztendlich von den sogenannte "Adepts", welche die Watchers in eben jene Paralleldimension verbannt haben, in der man nun wohl oder übel,... aber eben eher übel gelandet ist. Mit Teslas Hilfe macht Will nun also das Beste aus der Situation und lässt sich mit feinen Gerätschaften ausrüsten, um die Watchers zu besiegen und sich damit auch gleich selbst aus dem Bermuda-Gefängnis zu befreien.
Dark VoidDark Void anhand der Messe-Eindrücke einzuschätzen ist schwierig, denn ähnlich wie Bionic Commando oder auch Fracture (um mal ein positiveres Beispiel dazu zu nennen) geht es vom Konzept her sehr eigene Wege, die für den Spieler besonders im Bereich der Steuerung Einarbeitung erfordern. Speziell engere Innenräume bereiteten mir noch größere Probleme beim Handling des Jetpacks (oft braucht man es hier um Höhen zu überwinden und so voranzukommen) und beim Vertical Combat den Überblick zu behalten, dürfte auch nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit für jedermann sein. Sorgen Airtight Games hier bis zum Release im Januar 2010 noch für etwas Feinschliff, könnte Wills Jetpack allerdings zweifelsohne zum großen Trumpf gegenüber der harten Action-Konkurrenz werden. Die ungewöhnliche Flugfreiheit samt cooler Ideen wie dem UFO-Surfing macht das Spiel jedenfalls von Natur aus interessant und die jetzt schon schicke Optik sowie ein cooles "Sci-Fi"-Szenario tun ihr Übriges dazu, dass man Dark Void als Außenseiter mit viel Potenzial und Hang zum Ungewöhnlichen im Auge behalten sollte.

Kommentare

blueeye
  

Bin der gleichen Meinung wie der KING. Die "The Roketeer" Anspielung gef?llt mir ganz gut, aber antesten konnte ich es nat?rlich noch nicht. Hoffentlich gibts dann bald mal ne Demo.

Negativ finde ich allerdings das wiedermal Roboter die B?sen sind, da hab ich mit Mass Effect, Matrix und Terminator doch schon genug prominente Vertretter, wird mal wieder Zeit f?r ein neues Feindbild. Wie w?rs mal mit Nazis? ;)

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KING_BAZONG
  

Geheimtip, den ich schon lange auf meiner Liste habe. Gef?llt mir au?erordentlich gut, weil es mal nicht das Standard-Gameplay darstellt.
Ich hol's mir.

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Saibot
  

Also ich finds schon ganz interessant. Allerdings war das bei Fracture, werlches ich neulich erst verkauft habe, genauso. Doch auf die Dauer reicht ein einziges besonderes Spielelement einfach nicht...

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sturmflamme
  

Ich fand es dieses Jahr und das Jahr zuvor auf der Messe einfach nur doof -> absolut uninteressant.

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Cuberde
  

"denn ?hnlich wie Fracture oder auch Bionic Commando (um mal ein positiveres Beispiel dazu zu nennen)" /fixed *g*

Sollte das Spiel dann nicht auf einmal reihenweise 90+ Wertungen kriegen und damit noch ein kurzfristiger Hype aufgebaut werden, wird es wahrscheinlich genauso wie BC floppen. Interesse an dem Titel in Online-Foren ist gleich null. Daraus kann man die letzten Jahre vorab immer genauer kommende Erfolge und Misserfolge herauslesen. :/

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