Darksiders 2

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 17. August 2012

User-Wertung:

AreaGames Hands-On: Darksiders II

Das erste Darksiders wurde Anfang 2010 veröffentlicht und erzählte die Geschichte von Krieg, einem der vier Reiter der Apokalypse, dem vorgeworfen wurde, die Apokalypse zu früh ausgelöst zu haben. In der Fortsetzung erleben wir nun Tods epische Reise mit dem Ziel, seinen Bruder Krieg zu erlösen. Dank ausgiebiger Anspiel-Session in Amsterdam, können wir euch erste Eindrücke von dem kommenden Abenteuer vermitteln.

Der erste Teil wurde oft mit Nintendos Vorzeigeabenteuer Zelda verglichen, da das Gameplay in vielen Bereichen starke Ähnlichkeiten aufwies. Der Vergleich missfiel den Entwicklern scheinbar, und so schlägt Darksiders II eine neue Richtung ein. Das kampflastige Spielprinzip ist unzähligen Kletterpassagen gewichen, die gewisse Assoziationen an die Prince of Persia Spiele hervorrufen. Die Handlung knüpft an die Ereignisse des Vorgängers an, in welchem der apokalyptische Reiter Krieg dafür verantwortlich gemacht worden ist, die Apokalypse zu früh ausgelöst zu haben. Am Tag des jüngsten Gerichts kommt der Reiter Tod ins Spiel. Entschlossen zieht er aus, um die Menschheit und nicht zuletzt auch den Namen seines Bruders, Krieg, von der Schande zu erretten, die auf ihnen lastet. Auf seinem Weg muss Tod jedoch erkennen, dass im Verborgenen noch viel schrecklichere Dinge als die irdische Apokalypse lauern. Ein uralter Groll bedroht die gesamte Schöpfung. Wird Tod zum Retter der Menschheit?
Die Neuausrichtung soll mir recht sein, da ich den Vorgänger nie gespielt habe. Entsprechend unvoreingenommen beginne ich mit meinem Streifzug durch das erste Dungeon, für das locker drei Stunden Spielzeit eingeplant sind. Nicht schlecht, Herr Specht! Darf man den Entwicklern glauben schenken, so wird das Spiel einen gigantischen Umfang bieten. Alleine das erste Kapitel von Darksiders II wird ungefähr der Größe des kompletten Vorgängers entsprechen. Damit es währenddessen nicht allzu langweilig wird, gibt es allerhand zu erkunden und entdecken. Versteckte Kisten, die mitunter gar nicht so einfach zu erreichen sind, enthalten wertvolle Items. Bessere Ausrüstungsteile, die bestimmte Boni oder Werte verbessern, lassen den Spieler mit der Zeit immer mächtiger und stärker werden. Auch unterschiedliche Waffen, wie gewaltige Zweihänder oder gigantische Sensen, erleichtern die Kämpfe gegen die feindlichen Armeen ungemein. In den Kämpfen werden genretypisch haufenweise Erfahrungspunkte gesammelt, die sich in einem klassischen Skill-Tree verteilen lassen. Dort stehen auch mächtige Zaubersprüche zur Verfügung, die sich komfortabel auf bestimmte Buttons des Controllers legen lassen.
AreaGames Hands-On: Darksiders IIMein Abenteuer beginnt direkt mit einer kniffeligen Hüpf-Passage. Darksiders II legt generell viel Wert auf Joypad-Akrobatik und hat sich so einiges von dem persischen Prinzen abgeschaut. Sogar die Animationen, mit denen Tod seine Wallruns und ähnliche Aktionen vollführt, erinnern sehr stark an die Spiele mit dem Prinzen. Im Vergleich zu dem etwas behäbigeren Krieg aus dem ersten Darksiders, ist Tod äußerst agil und beweglich. An Wänden entlang zu laufen ist dabei noch die leichteste Übung. Zum Glück kann Tod jederzeit auf seinen Greifhaken zurückgreifen, falls er sich bei der Distanz verschätzt haben sollte und ein Sprung daneben geht. Schwierig wird es erst, wenn sich mehrere Aktionen aneinander reihen. Passagen nach dem Schema "Wallrun - Greifhaken - Wallrun - Greifhaken - um eine Ecke herum - auf einen Balken - an die Decke - Wallrun - Landung" machten eindeutig den Schwerpunkt des spielbaren Dungeons aus. Zu blöd, wenn die Kamera herumzickt oder die Steuerung noch nicht perfekt funktioniert. Noch blöder ist es allerdings, wenn solch eine Passage misslingt und man womöglich an einer ungünstigen Stelle landet, die einen zwingt, erst ein paar Minuten zu der Kletterpassage zurückzulaufen. Da kommt schnell Frust auf.
Sollte solch ein Abschnitt auf Teufel komm raus nicht gelingen, kann man ja die weite Welt erkunden. In Darksiders II genießt der Spieler viele Freiheiten. So ist es einem mitunter selbst überlassen, inwiefern man der aktuellen Quest folgen möchte, oder doch lieber auf Erkundungstour geht. Da ich über den Orientierungssinn eines Kekskrümels verfüge, hat es nicht lange gedauert, bis ich einen Blick auf die Karte geworfen habe. Der Anblick verwirrte mich. Keinerlei Markierungen oder gar Hilfestellungen. So dreht und wendet man die Karte, wie früher eine Faltkarte Europas. Ebenso hilflos ist man gelegentlich nach der Betätigung von Schaltern. Als Videospieler bin ich es nunmal gewohnt, einen kurzen Clip gezeigt zu bekommen, der mir zeigt, was der Hebel bewirkt. Nicht so bei Darksiders II. Stattdessen wird man zu Backtracking, also dem Zurücklaufen eines bereits bekannten Weges, gezwungen. Wenn ich aus Ahnungslosigkeit eine beliebige Richtung einschlage, mich unterwegs vielleicht noch mit kniffeligen Sprung-Passagen herumschlagen muss, dann vergeht mir doch etwas die Lust am Erkunden des gigantischen Dungeons.
Die Kämpfe hingegen, die sich leider an einer Hand abzählen ließen, spielten sich bereits sehr gut und flüssig. In bester Schnetzel-Manier reiht man Combos aneinander und sammelt die begehrten Erfahrungspunkte. Sogar die Waffen sind levelbar. Auch die Wahl der Zweitwaffe ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Unterschiedliche Gegner verlangen verschiedene Methoden. Manchmal ist es sogar besser, aus sicherer Entfernung mit einer Pistole in den Zielmodus zu wechseln. Das Zielen fiel allerdings noch schwer und die Kameraführung lässt währenddessen noch zu Wünschen übrig. Auch das Ausweichen, für das man zusätzlich RB gedrückt halten musste, fühlte sich etwas Gewöhnungsbedürftig an und sorgte in der Hitze des Gefechts für ungewollte Manöver. Ein Großteil der normalen Gegner fällt zwar in die Kategorie Kanonenfutter, dafür haben die Bosse ihren Namen redlich verdient.
AreaGames Hands-On: Darksiders IIAm Ende des riesigen Dungeons wartete natürlich ein Boss auf mich. Nach unzähligen gescheiterten Anläufen begann ich an mir zu zweifeln. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich schließlich kaum nennenswerte Probleme mit dem Kampfsystem. Als ich nicht mehr weiter wusste und am liebsten die verfrühte Heimreise angetreten hätte, rief ich um Hilfe. Man erklärte mir, dass ich zwei ganz bestimmten Talenten des Skill-Trees meine Aufmerksamkeit schenken sollte. Diese lassen sich übrigens in zusätzlichen Unterstufen noch weiter ausbauen. Gesagt, getan. Und tatsächlich, kaum warf ich dem Boss meine frisch erlernten Zaubersprüche um die Ohren, raffte es ihn schneller dahin als Tod gucken kann. Die Aktion mit dem Skill-Tree weckte ein ungutes Gefühl in mir, da ich dazu neige, mich zu verskillen. Hoffentlich bauen die Entwickler noch eine Möglichkeit ein, falsch gesetzte Punkte eventuell neu zu verteilen, da ansonsten die Gefahr bestehen könnte, sich in eine Sackgasse zu leveln.
Anschließend folgte noch ein finaler Endgegner, den man getrost als wahren Koloss bezeichnen kann. An dieser Stelle kam auch Tods Reittier "Verzweiflung" ins Spiel. Auf Knopfdruck befindet sich der Gaul unter Tods Füßen und so umkreise ich den Riesen, auf der Suche nach einer Schwachstelle. Eine Markierung fehlt allerdings und jegliche Attacken scheinen ihn nicht im Geringsten zu stören. Gelegentlich schwingt der Hüne einen gewaltigen Hammer nach einem, der nach erfolgreichem Ausweichmanöver, kurz im Boden stecken blieb. Aha! Bei genauerer Betrachtung fallen dem geübten Auge gelbe Objekte an dem Arm auf, die unter Beschuss explodieren. Der Plan: Beim Reiten dem Hammer ausweichen, im entscheidenden Moment in den Ziel-Modus wechseln und auf die gelben Objekte schießen. Klingt einfacher als es ist, da in diesem Moment die unmögliche Kameraführung und hakelige Steuerung einen Strich durch die Rechnung macht. Allerdings betonten die Entwickler, dass diese Stelle noch nicht final sei. Hat man genug dieser Objekte getroffen, nimmt der Kampf eine Wendung, die den Schwierigkeitsgrad in die Höhe schraubt. Nun liegen die explosiven Dinger auf dem Boden herum und fliegen bei Beschuss durch die Gegend. Bis man herausgefunden hat, dass man sich zu diesem Zeitpunkt HINTER dem Boss befinden muss, damit dieser von den Teilen getroffen wird, verging bei den meisten Redakteuren eine gewisse Zeit. Freunde von Dark Souls kommen sicher auf ihre Kosten.
Darksiders II ist eindeutig als Überraschung zu bezeichnen, da sich im Vergleich zum Vorgänger viel verändert hat. Es gibt zwar noch immer Kämpfe, jedoch ist der Anteil deutlich reduziert. Dafür wird nun geklettert, was das Zeug hält. Wie ein junger Gott springt Tod von Balken zu Balken und läuft an Wänden entlang, als ob es keine Schwerkraft gäbe. Allerdings ist damit auch schon fast alles gesagt, was Darksiders II ausmacht. Natürlich wäre da noch ein gigantischer Umfang, der allerdings manchmal künstlich erzeugt wird. Backtracking steht an der Tagesordnung und die schlechte Karte ist ein Witz. Speziell die Kameraführung ist an manchen Stellen fast schon als desatrös zu bezeichnen. Trotz der Macken könnte Darksiders II für eine bestimmte Zielgruppe durchaus interessant sein. Prince of Persia Fans mit einem ausgeprägten Entdecker-Drang merken sich den Titel vor, da die Entwickler bis zum Release im Sommer noch genügend Zeit haben, an den Ecken und Kanten zu feilen, bis ein wirklich guter Titel daraus wird.

Kommentare

ps3hero
  

klar die optik ist geschmackssache, teilweise sah es auch echt geil aus aber die sachen sahen mir teilweise einfach irgendwie zu lustig aus, zu bunt, zu sehr marvel. trotzdem ein sehr geiles game.

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Pivo
  

Moin...

als ich die Stelle las: "...da ich dazu neige, mich zu verskillen." wusste ich ohne es vorher zu wissen und als podcast-hörer, wer diesen Text verfasst hat und lachte...

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Bramahummel
  

@johnboy:Stimmt, habs bemerkt als es zu spät war ;)

Aber die Optik von Darksiders war absolut genial! Ich steh einfach drauf! Finds auch bei KoA-Reckoning top! Aber ist sicher Geschmackssache :)

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Swiss Monkey
  

Oh nein!!! Wurde hier ein weiteres Spiel total verbockt?! Teil 1 war so genial weil es ein geiler Zelda-Klon war. Geht Teil 2 nun wirklich Richtung Jump&Run / Tombraider / Uncharted? Für mich wäre das der Todesstoss für das Spiel. Solche Games gibt es doch zu genüge. Wer aber mehr auf Zelda-artige Games steht hat sogut wie keine Auswahl.
Nach dem total versauten Ninja Gaiden 3 folgt nun der nächste Tiefschlag, der nichts mehr mit dem Gameplay des Vorgänger zu tun hat? Wäre ein Alptraum!

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Stalkingwolf
  

Ich hab mir Teil 1 vorgestern auf Steam gekauft und bin auch ziemlich begeistert.Da sich dasSpiel gundlenged ändert, lass ich mich gerne überraschen. Ich hoffe nur, das die PC Version nicht wieder 8 Monate später kommt, sie der PC Fassung mehr Grafikoptionsmöglichkeiten geben und das man nicht so extram nahe an dem Hauptcharakter hängt. Das war schon bei Kingdoms of Amalur nervig, aber bei Darksiders haben sie doch schon arg übertrieben. Dazu schwenkt die Kamera sehr langsam.
Die Kämpfe könnten auch etwas anspruchsvoller sein. Ich habe Boss 1 gelegt ( normal ) und bin 2x bisher ( 5h Spielzeit ) gestorben. Die Fledermaus direkt im ersten Versuch gelegt. Oder ich fang Darksiders 2 direkt auf Apokalyptisch an *hmm*. Auch die Rätsel dürfen nicht so straight-forward sein. Das System hilft einem zu viel und es ist eigentlich in 99% klar, was man machen muss. Vor allem, weil das Game einen direkt zu der Lösung führt. Das kann man offener und besser lösen.

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johnboy
  

grammatikalisch Korrekt würde es "Wegen der Comicoptik" heißen, bin da aber eher auf ps3heros Seite. Das einzige Spiel mit Comiclook, bei dem dieser nicht "überflüssig" war, ist XIII. Sonst find ich realistische Grafik IMMER besser

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Der Ralle
  

Teil 1 war sehr gut, gerade auch wegen des fetten Artdesigns von Herrn Madureira.
Für mein Empfinden ist das zu einem "Hands on" verfasste Empfinden von Herrn Lendeckel doch etwas zu negativ behaftet. Den Eindruck eines gespielten Dungeons auf das ganze Spiel zu "zerren" kommt mir persönlich komisch vor. Im Vorgänger war jedes Dungeon auch schon einem gewissem Thema gewidmet, so war der Turm gegen Ende doch arg rätsellastig, während aufs Spiel gesehen doch eher das Erkunden und der Kampf im Vordergrund standen.
Ich habe die Version nicht gespielt, könnte mir jedoch vorstellen dass sich beim Betätigen von Schaltern die geöffnete Tür durch ein akustisches Geräusch bemerkbar macht. Welches wiederum dem Backtracking entgegen wirken würde. Und mal ehrlich, einen Kameraschnitt von einer Tür die sich öffnet, brauch heute keiner mehr weil man ja trotzdem nicht weiß wo sich diese Tür befindet.
Ich persönlich hatte mit der Kamera in Teil eins keine Probleme weil ich es gewöhnt bin diese manuell nach zu justieren. So spielte sich Teil einfach nur herrlich intuitiv und flüssig.
So werde ich aus diesem Hands on für mich nur wenig rausziehen und hoffe in der Zukunft auf etwas differenzierter geschreibene Eindrücke. Aber wer weiß vielleicht fährt THQ auch diesen Karren an die Wand..... Ich hoffe aber auf einen würdigen und genialen Nachfolger des sehr guten Erstlings.

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Bramahummel
  

Nicht trotz der Comic-Optik. unter anderem WEIL der comic- optik! ;)Teil eins war bzw. ist eines meiner absoluten Lieblingsgames und von daher wird Teil 2 sowieso ein Pflichtkauf!!!!!

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ps3hero
  

teil 1 war jedenfalls super, trotz der comic-optik.

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The_Jo
  

Klingt doch schon alles sehr gut und was Kamera- und Steuerungsprobleme angeht war der Vorgänger auch nicht fehlerfrei.. ich bin gespannt.

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