Darksiders 2

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 17. August 2012

User-Wertung:

Test: Darksiders 2

THQ und Vigil Games haben mit ersten Teil bereits für Aufsehen gesorgt. Darksiders entwickelte sich zum Überraschungserfolg, den Darksiders 2 nun wiederholen soll. Man habe sich die Kritiken zu Herzen genommen und vieles verbessert, hieß es von Seiten der Entwickler. Ob Darksiders 2 nun der Tod des Sommerlochs 2012 ist, klärt unser Test.


Man kennt sie, die armen Irren die in Fußgängerzonen oder auf großen Plätzen rumstehen und einem ungefragt vom Ende der Welt erzählen. Die Apokalypse ist nah! Nun ja, wenn es nach Darksiders geht ist das ja mittlerweile eingetreten. Krieg, einer der vier Apokalyptischen Reiter, hat das Ende der Welt ausgelöst. Allerdings zu früh, wie der Feurige Rat behauptet. Die ewigen Wächter der Gesetze des Gleichgewichts zwischen Gut und Böse wollen den Reiter dafür bestrafen. Kriegs Bruder Tod ist jedoch davon überzeugt, dass Krieg ein Opfer einer tiefverwurzelten Verschwörung geworden ist und verweigert sich daher nicht nur dem Befehl des Rates gegen Krieg vorzugehen, sondern macht sich auch auf die Reise, um die Unschuld seines Bruders zu beweisen und die Apokalypse ungeschehen zu machen.
Das ist die Ausgangslage für euer Abenteuer in Darksiders 2. Die Handlung läuft in gewisser Weise parallel zum ersten Teil, da man jedoch mit Tod auch einen völlig neuen Protagonisten und auch komplett neue Welten zu Gesicht bekommt, ist es kein Beinbruch, wenn man Darksiders 1 übergangen hat. Ein paar Referenzen werden einem dann zwar entgehen, aber insgesamt kann man der Story gut folgen. Vorangetrieben wird die Story hier und da durch Dialoge oder InGame-Zwischensequenzen, die sich übrigens auch in der Regel mit einem Knopfdruck überspringen lassen. Denn so wichtig nimmt Darksiders 2 die Geschichte nicht, das werden zwar einige nicht gern hören, aber Vigil Games haben den Fokus eindeutig aufs Gameplay gelegt und da gehört er bei einem Videospiel ja auch hin.
Test: Darksiders 2Dass Tod und Krieg Brüder sind, sieht man ihnen im Grunde gar nicht an. Auch in Sachen Persönlichkeit und Gameplay unterscheiden sich die beiden Apokalyptischen Reiter deutlich voneinander. Wo Krieg doch eher auf Ehre Wert legt und zu seinem Wort steht, setzt Tod auf List und Tücke, sowohl im Kampf als auch im Wortgefecht mit den Charakteren, denen er im Laufe der Zeit begegnet. Für meinen Geschmack fehlt dem bleichen Schnitter allerdings eine messerscharfe "Sense of Humour". Die Macher haben ihm zwar schon etwas mehr Persönlichkeit auf den dünnen Leib geschneidert, aber etwas mehr Sarkasmus würde dem Tod besser stehen. Krieg ist im Vergleich zu Tod spielerisch eine schwere, behäbige Kriegsmaschine. Der Sensenmann ist ein agiler und eleganter Schlächter, der über viel mehr Bewegungsmöglichkeiten verfügt. Er kann an Wänden entlanglaufen, von Pfosten zu Pfosten springen, wieselflink über Balken und Ketten tänzeln, mühelos Säulen erklimmen und sich an Ranken entlanghangeln. Alles Bewegungen, die der wandelnden Schrankwand Krieg verwehrt blieben. Aber auch im Kampf unterscheiden sie sich. Der Tod blockt nicht, der Tod weicht blitzschnell aus, rollt sich ab und kontert gnadenlos.
Test: Darksiders 2
Ebenfalls in die Kämpfe eingebunden wurde euer Pferd mit dem schaurig schönen Namen Verzweiflung. Es ist also nicht nur unerlässlich für die Erkunden der sehr weitläufigen Oberwelt (ihr wollt dort wirklich keinesfalls zu Fuß von einem Dungeon zum anderen laufen) , sondern ohne euren Knochengaul ist nicht mal der riesige Boss vor dem ersten "Weltenwechsel" zu schaffen. Auch hier haben die Entwickler auf die Fans gehört, die sich mehr Zeit mit ihrem Gaul gewünscht haben.
Für das Töten von Gegnern und das Absolvieren von Quests regnet es neben jeder Menge Gold, wichtig für den Kauf von neuen Kombos, Waffen, Tränken und Rüstungsgegenständen, Erfahrungspunkte und somit auch neue Erfahrungsstufen. Bei jedem Stufenanstieg darf ein neuer Punkt im Talentbaum verteilt werden. Vigil Games hat hier für zwei verschiedene Talentbäume mit sehr unterschiedlichen Attributen erschaffen. Der Todesboten-Baum ist der aktive, aggressivere Talentbaum. Dort finden sich die eher kriegerischen Spezialfähigkeiten wie der Teleportschlag oder Ernte. Investiert man weitere Punkte in den Todesboten-Baum werden neue Effekte für diese Attacken aktiv (Chance auf Einfrieren oder erhöhter kritischer Schaden beim Teleportschlag). Der Nekromanten-Talentbaum setzt eher auf Magie und lässt euch Kreaturen beschwören, die für euch mitkämpfen. Mit dem "Krähenschmaus" stürzt sich ein Schwarm Vögel auf den Gegner. Wurde ein Punkt in die Fähigkeit "Segen" aus dem Nekromantie-Baum investiert, stellen die Krähen bei ihrem Angriff Tods Gesundheit wieder her. "Exhumieren" ruft eine Horde Ghule auf den Plan, die für euch kämpfen. Passive Upgrades wie "Leichenexplosion" oder "Tods Köders" erhöhen den Nutzen dieser Kreaturen. Praktischer Weise lassen sich für die aktiven Fähigkeiten Shortcuts zuweisen. Insgesamt bieten beide Bäume sehr viele Möglichkeiten zum Individualisieren. Wer alle Talente freischalten möchte, wird das übrigens nicht in einem Durchgang schaffen. Um diese Fähigkeiten jedoch im Kampf einzusetzen benötig Tod Zorn. Generiert wird Zorn durch Treffer und Ausschalten der Gegner per Exekutionsmove. Ist kein Gegner zu Hand tut es auch ein Zorn-Trank. Maximal fünf davon kann Tod mit sich tragen, diese Begrenzung gilt auch für die Heiltränke.
Test: Darksiders 2Der Loot in Darksiders 2 ist im Großen und Ganzen zufallsgeneriert. Vigil Games haben hier meiner Meinung nach die richtige Balance für das Item-Drop-Verhalten gefunden. Man wird bei seinen Streifzügen nicht mit sinnlosem Crap zugeschissen, aber auch nicht ständig mit neuen Legendären-Teilen überhäuft, was diese ja sonst wieder entwerten würde. Ich vermisse lediglich eine bessere Vergleichsmöglichkeit, ein direktes Gegenüberstellen, von zwei Gegenständen. Die Vergleichsanzeige beim Aufsammeln ist nicht aussagekräftig genug und es ist manchmal auch nicht nachvollziehbar, warum diese Waffe jetzt besser oder schlechter sein soll (dargestellt durch Grün und Rot bei den Attributen). Nicht zufallsgeneriert sind die Belohnungen bei den Quests und nach den Bosskämpfen. Nicht benötige Ausrüstung kann bei den Händlern für Gold verkauft werden, besser ist jedoch, sie an eine der "Besessenen Waffen" zu verfüttern. "Besessene Waffen" sind sehr selten und können durch Füttern mit anderen Items aufgelevelt werden, wodurch natürlich deren Werte steigen, besondere Attribute der Opferwaffen werden übernommen. Durch gezieltes Füttern kann man sich so die gewünschte Waffe heranzüchten.
Damit man von all diesen Waffen, Talenten und Fähigkeiten auch etwas hat, braucht es natürlich Gegner. In den zahlreichen Verliesen, Arenen und verlassen Tempeln gibt es einen passablen Grundstock an Standardgegnern, die mit dem Fortschreiten in der Story um genreübliche Effekte und Versionen ersetzt. So ist Steinkrieger-Champion natürlich etwas größer, stärker als der normale Steinkrieger und hat auch eine Spezialattacke. Die Streuner-Kreaturen haben je nach Variante später noch unterschiedliche Elementarnebenwirkungen, die Albtraum-Streuner können Tod zum Beispiel in einem Eisblock einfrieren. Diese Standardgegner werden meist nur durch Ihre Anzahl gefährlich. Gelungen ist das Gegnerdesign dennoch, für ein Action-Adventure jedoch nicht außergewöhnlich. Ganz im Gegensatz zu den tollen Bosskämpfen. Ein oder zwei Minibosse können die Hauptdungeons meist immer auffahren, bevor sie den Endgegner servieren. Hier haben sich die Entwickler wirklich nicht lumpen lassen und präsentieren abgefahrene und ausgefallene Gegnerdesigns, die auch immer eine besondere Taktik erfordern und meist verschiedene Phasen haben. Sei es der berghohe Wächter-Steingolem, denn wir nur mit Hilfe von Verzweiflung besiegen können oder Gnashor, das Skelettungetüm, das seine Wirbelsäule herauszieht und damit nach uns schlägt und in der nächsten Phase wie ein Hai durch den Arenaboden pflügt. Fast immer muss man auch Umgebungsobjekte mit in die Taktik einbeziehen.
Test: Darksiders 2Auch wenn der Action-Anteil in Darksiders 2 überwiegt, die Dungeons sind immer noch voll mit allerlei Rätseln und Klettereinlagen. Die Kletterei ist für den agilen Tod kein Problem, was sich auch im Gameplay wiederspiegelt. Tod verlangt für die meisten Bewegungsabfolgen nach nur einem Tastendruck. Einerseits ist das etwas schade, aber angesichts der manchmal zu langsamen Kamera auch wieder nicht. Dafür entschädigen die Rätsel so einiges. Anfangs wird ein Schalter auf der anderen Seite des Grabens mit einer Bombe ausgelöst, damit die Brücke erscheint oder es werden Kugeln aus dem Nebenraum in die dafür vorgesehene Kuhle gerollt, damit sich Stacheln senken oder Türen öffnen. Alles kein Problem. Mit der Zeit werden die Rätsel jedoch anspruchsvoller. Da kommen mehr Kugeln ins Spiel oder man benötigt die Kettenschußfunktion der Kreationen, eine steuerbare Mischung aus Steingolem und Roboter, oder muss mit mehreren Bomben eine Art Zündschnur legen, da sich sonst eine Tür zu schnell schließt. Die Lernkurve verläuft weder zu steil noch zu flach. Außerdem gibt es bei den größeren, zusammenhängenden Rätseln meist eine Kamerafahrt über den Raum, die diskrete Lösungshinweise gibt. Mit einem Druck auf den linken Analogstick kann man zudem noch Asche, euer zweiter tierischer Begleiter, rufen, welcher den nächsten Hinweis (oder Raum) anfliegt. Ab und an steht man zwar doch ratlos rum, aber nie so lange, als dass das Spielerlebnis von Darksiders 2 in Frust umschlagen würde. Das wichtige und schöne Aha-Erlebnis kommt immer.
Technisch bewegt sich Darksiders 2 auf durchgehend hohem Niveau, aber für die absolute Grafikreferenz reicht es nicht. Zudem erblickt man doch hier und da etwas matschige Texturen. Der Comic-Stil von Darksiders 2 stammt aus der Feder von Joe "Mad" Madureira. Doch im Gegensatz zum Vorgänger ist dieser Teil deutlich farbenfroher ausgefallen, was sich schon bei der ersten Questreihe um die Schmiede von Dreistein bemerkbar macht. Auch die neu-erworbenen Kombos und Gegenstände bringen immer mehr Farbe im Lauf der Zeit ins Spiel. Optisch nehmen sich die Xbox 360 und PS3-Version im Grunde nichts. Bei Gebietswechseln ist jedoch immer mit kurzen Ladeunterbrechungen zu rechnen. Gefühlt sieht auch die PlayStation-Version einen kleinen Tick schärfer aus. Der Soundtrack ist angenehm unaufdringlich und untermalt die Szenerie recht gut. Komponiert wurde er von Jesper Hyd, welcher schon an Assassin's Creed, Hitman und Borderlands mitgewirkt hat. Besonders im Ohr blieb mir jedoch die kleine Fanfare, die für das Lösen einer Quest abgespielt wird. Weniger berauschend ist da die deutsche Lokalisation. Die deutschen Sprecher liefern einen qualitativ guten Job ab, aber ihre Stimmen passen nur bedingt zum Erscheinungsbild der Charaktere. Vor allem der deutschen Stimme vom Tod fehlt für meinen Geschmack die Tiefe. Tod klingt so…jung. Das Gleiche gilt für die Stimmen der Erschaffer. Im englischen Original (erfreulicherweise auf der Disc enthalten) haben diese einen bärigen, schottischen Akzent.
Test: Darksiders 2Darksiders 2 erhielt einer 16er Freigabe und ist auch komplett uncut. Bei einem Fantasy-Setting mit Comic-Stil hat auch die USK wenig zu meckern. Es fließt zwar Blut, wie viel verrät sogar eine Literanzeige im Statistikmenü, aber im normalen Spielbetrieb bekommt das gar nicht so mit. Es geht halt meist viel zu schnell. Der sogenannten First-Edition liegen fünf Download-Codes bei, drei für Ingame-Items und zwei für DLC-Inhalte. Der "Feuerprobe"-DLC ist sowas wie der Online-Pass, denn auch wenn Darksiders 2 keinen Multiplayer-Modus hat, so macht das Spiel doch von der Online-Fähigkeit der Konsolen Gebrauch. Spieler können über ein Postsystem, die Drachenstatuen im Spiel, nämlich Ausrüstungsgegenstände versenden. Zudem gewährt der DLC "Feuerprobe" auch den Arenamodus, bei dem man gegen 101 Gegnerwellen antreten kann. Nach jeder fünften Welle wird dem Spieler ein Gegenstand angeboten, damit er aufhört. Der DLC "Arguls Grab" enthält einen neuen Dungeon, aber der wird laut THQ erst später in 2012 erhältlich sein. Bis dahin bietet das Hauptspiel aber eh genug zu tun. Für den ersten Durchlauf sollte man rund 20+ Stunden einplanen. Dann gibt es aber immer noch genug Nebenquests, den NewGamePlus-Modus und den Nightmare-Schwierigkeitsgrad, bei dem es nur ein einziges Leben gibt. Wer im Nightmare-Modus im Kampf fällt, darf bei diesem Savegame wieder ganz von vorn beginnen.

Kommentare

Der Ralle
  

Ich freue mich schon wahnsinnig drauf und werde die nächsten Tage / Wochen auch nix anderes weiter spielen ;)

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BGKfromEden
  

Meine UK Version wurde heute verschickt und wird wohl morgen da sein. Ich freue mich schon drauf und hoffe dass das Spiel ein Erfolg wird, immerhin will ich auch noch ein Darksiders 3 und 4, welches mindestens die gleiche Qualität hat.

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FOV, Texturen, Schatten... da kann auch AF und AA nichts retten :(
Ich meine, unter 1080p sehe ich Beuklötze! Nicht nur bei den Schatten, selbst die Bodentexturen sind verpixelt. Einzig die Figuren schauen hochaufgelöst aus.

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Tsume
  

Macht nix, FXAA, etc. kann man alles per Treiber aktivieren! =)

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ACHTUNG: Die PC Version hat keine Grafik-Optionen! Es gibt auch keine *.ini Datei! 1:1 Konsolenport ... und das fällt unter 1080p böse auf :|

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gelöscht
  

Ne, hab ich noch nicht. Für eine 10 muss was wirklich außergewöhnliches kommen. Der gewisse Funken Genialität.

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PandaVegetto
  

Schönes Fazit. :)
Mein Darksiders 2 wird wohl morgen verschickt.

Hat Jan eigentlich schon einmal eine 10 vergeben?^^

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eX.peRienCe
  

"Darksiders 2 ist ein Action-Adventure-RPG, das man nicht verpassen sollte. Erst recht nicht, wenn man den Vorgänger schon mochte." Reicht mir persönlich vollkommen als Fazit =) Morgen kommts hoffentlich...

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