Der Fall John Yesterday

Plattform: (PC)
Release: 04. Mai 2012

User-Wertung:

Test: Der Fall John Yesterday

Mit den Runaway Spielen schufen die Péndulo Studios eine Point and Klick Adventure Trilogie, die eine spannende Geschichte zu erzählen wusste. Nun steht uns mit Der Fall John Yesterday das neueste Abenteuer der spanischen Entwickler bevor. Unser Test nimmt eine schreckliche Verbrechensserie und okkulte Rituale genauer unter die Lupe.

In New York treibt ein Psychopath sein Unwesen, der es offensichtlich auf Obdachlose abgesehen hat. Wieso, weshalb und warum bleibt vorerst ein Geheimnis. Die brutalen Morde werden zwar mit satanischen Ritualen und Okkultismus in Verbindung gebracht, allerdings fehlt von eindeutigen Hinweisen jede Spur. Blutverschmierte Pentagramme und verkohlte Leichen sind nur der Anfang einer mysteriösen Geschichte.
Zu Beginn des Spiel übernehmen wir die Kontrolle von Henry White. Er gehört der Organisation "Kinder von Don Quijote" an, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, sich um das Wohl der Obdachlosen zu kümmern. Im Rahmen einer Routineuntersuchung wird Henry zu einem stillgelegten U-Bahn Tunnel geschickt, um nach dem Wohl der Obdachlosen zu sehen. Wie der Zufall es so will, gerät er in die Fänge eines verrückten, der ihm misstraut und ihm deshalb nach dem Leben trachtet. Ob es sich dabei um den gesuchten Täter handelt, oder die Handlung eine komplett andere Richtung einschlägt, wird erst gegen Ende des ungefähr siebenstündigen Abenteuers aufgelöst.
Wie es sich für ein Point and Klick Adventure gehört, ist die Steuerung Genre-typisch simpel. Alles lässt sich mit der Maus steuern, die Tastatur wird nicht benötigt. Das Inventar befindet sich in einer Taskleiste, die sich auf Wunsch verbergen lässt. In dieser Leiste existiert auch ein Symbol, welches auf Knopfdruck sämtliche Hotspots angezeigt. Allerdings flackern diese dann nur kurz auf, längeres Anzeigen sämtlicher benutzbaren Objekte funktioniert nicht. Erfahrene Adventure Hasen werden von dieser Funktion vermutlich sowieso kaum Gebrauch machen, da es nur selten gut versteckte Gegenstände gibt. In den meisten Fällen genügt zum Beispiel ein Klick auf ein komplettes Regal, um es auf eventuelle nützliche Objekte oder Hinweise zu untersuchen.
Generell hält sich der Schwierigkeitsgrad arg in Grenzen. Wer in den letzten Monaten das eine oder andere Adventure gespielt hat, wird auf keine großen Hindernisse stoßen. Abgesehen von den Objekten, die sich kaum übersehen lassen, sorgen auch noch andere Faktoren für einen guten Rutsch durch das Spiel. Wie oft Gegenstände kombiniert werden müssen, lässt sich an einer Hand abzählen. Die Kapitel sind ebenfalls kurz und knackig und bestehen selten aus mehr als drei Bildschirmen. Sollte eventuell ein Genre-Einsteiger wirklich an seine Grenzen geraten und nicht mehr weiter wissen, so hilft ein Klick auf die Hilfe-Funktion. Diese gibt Hinweise, die fast schon als fertige Lösung zu bezeichnen sind. Um daraus keinen Schummel-Modus werden zu lassen, muss sich diese Funktion nach Nutzung erst wieder aufladen, ähnlich wie ein Buff in einem Rollenspiel. Der nicht vorhandene Schwierigkeitsgrad sorgt wenigstens dafür, dass man sich voll und ganz auf die Handlung konzentrieren kann, die wirklich grandios ist.
Test: Der Fall John YesterdayDie Geschichte richtet sich definitiv an ältere Spieler, weshalb die Altersfreigabe ab 16 durchaus ernst zu nehmen ist. Die düstere Thematik rund um Mord und Totschlag sowie Satanismus gehört nicht in Kinderhände. Da es ziemlich ernst zur Sache geht, gibt es auch nichts zu Lachen. Allenfalls der Concierge eines Hotels sorgt für Schmunzler, indem er stets und ständig sexuelle Anspielungen macht und Kontakte zu leichten Damen pflegt. Natürlich gewährt er einen Rabatt, falls er bei einem Schäferstündchen mit der von ihm beschafften Frau zusehen darf. Abgesehen davon, wird die Story fast schon auf David Lynch Niveau erzählt. Bereits zu Beginn sorgt dies für Verwirrung, wenn in kurzer Zeit die zeitliche Ebene sowie der Protagonist mehrfach wechselt. Und sobald man der Meinung ist, ahnen zu können um was es eigentlich geht, geschieht ein irrer Twist um 180 Grad und sorgt so für eine äußerst überraschende Wendung. In bester Psycho-Thriller Manier könnt ihr euch auf ein Ende freuen, dass längere Zeit in Erinnerung bleiben wird.
Dem Spiel merkt man schnell an, dass erfahrene Entwickler am Werk waren. Obwohl das Point and Click Genre kaum große Revolutionen zulässt, entdeckt man immer wieder kleine Ideen, die einen Hauch frischen Wind in das Genre bringen. Dies fällt speziell dann auf, wenn man die Locations auf verwertbare Gegenstände untersucht. Statt sich auf Mausklick erst in Bewegung zu setzen, wird der Protagonist direkt zu der Stelle hin teleportiert. Was auf dem Papier seltsam klingt und in den ersten Spielminuten gewöhnungsbedürftig ist, entpuppt sich schnell als schlaue Idee. Vorbei sind die Zeiten, in denen man den Charakteren beim sinnlosen Herumlaufen zusehen muss, nur um festzustellen, dass der entdeckte Gegenstand keine Rolle spielt.
Die technische Umsetzung ist als solide zu bezeichnen, ohne dabei Bäume auszureißen. Die Hintergründe sind schön gezeichnet, beschränken sich aber meistens auf das wesentliche. Liebevolle Details sind eher die Ausnahme. Dafür ist die Inszenierung der Dialoge wirklich gelungen. Wie in der Serie 24 werden oftmals Split-Screens verwendet, um unterschiedliche Perspektiven zu verdeutlichen. Die eingeblendeten Untertitel passen zum Comic-Look, wodurch das Spiel an vielen Stellen wie ein interaktiver Comic wirkt. Die Vertonung ist ebenfalls gelungen. Die Synchronsprecher liefern durch die Bank weg eine gute Performance ab, lediglich der Erzähler übertreibt es etwas mit dem Overacting.
Der Fall John Yesterday ist ein klassisches Point and Click Adventure, welches sich definitiv an Erwachsene Spieler richtet. Eine Mordreihe, die mit satanischen Ritualen in Verbindung steht, ist eine klare Ansage. Statt auf Genre typischen Humor zu setzen, liefern die spanischen Entwickler einen düsteren Psycho-Thriller ab, welcher aufgrund der ungewöhnlichen und anspruchsvollen Erzählweise im Stil von David Lynch wirklich Eindruck schindet. Umso verwunderlicher ist der nicht vorhandene Schwierigkeitsgrad. Eine Hilfe-Funktion, die einem jegliches Denken abnimmt, wenige Gegenstände, kaum Kombinationen und eine überschaubare Anzahl an Orten, richten sich eher an Adventure Neulinge. Nach zwei gemütlichen Abenden wird jeder eines der drei Enden zu Gesicht bekommen haben. Der Titel ist solide, keine Frage, aber zu den Meisterwerken aus dem Hause Daedalic fehlt noch das gewisse Etwas. Wer dem Spiel eine Chance gibt, bekommt immerhin eine wirklich tolle Geschichte geboten, die zum Nachdenken anregt und sicher eine Weile in Erinnerung bleiben wird.

Kommentare

Kohlenstoff
  

@Johnson
spiel dein hirnloses Gears of War und halt die Backen stil..auch wenn ein Zeichenstil meist Geschmacksache ist kann ich mit Sicherheit sagen du hast einfach keinen Geschmack...dein Leben schmeckt sicherlich langweilig..
@Valium
affig geschminktes Gesicht als Avatar...muss ich mehr sagen..

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Valium
Valium
  

Wie Recht Du hast !

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Johnson
  

Fing ja gut an, aber au mann, Pendulo hat einfach keinen Style... das soll ja immer irgendein Comicstil von nem gaanz tollen Zeichner sein, aber sorry, für mich sieht das immer nach Erstsemester 3D Mist von 1999 aus.

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