Destiny

Plattform: (PS3, PS4, XBO, XBox 360)
Release: 09. September 2014

User-Wertung:

Voigt fragt: Ist der Erfolg von Destiny Segen oder Fluch?

Viele AreaGames-Leser werden es uns bestätigen: Im Grunde haben wir keine Ahnung. Daher heißt unsere wiedererweckte Kolumne nun auch „Voigt fragt“. Vielleicht habt ihr ja eine Antwort.

Keine Frage: Destiny ist ein Erfolg. Activision zeigt damit in diesem Jahr erneut, dass sie Profis darin sind, mit Spielen richtig, richtig viel Geld zu verdienen. Und dabei haben die Jungs um Bobby Kotick noch ein Call of Duty: Advanced Warfare und eine World of Warcraft Erweiterung im Köcher. Würde ich nicht immer meine ganze Kohle in Spiele und Familie investieren, würde ich jetzt schnellstens Activision Aktien kaufen und am Jahresende von meiner neuen Yacht aus twittern.

Ebenfalls keine Frage: Destiny ist ein gutes Spiel. Nicht überragend, aber mit den richtigen Kumpels zur Hand eine tolle Sause die dutzende von Spielspaßstunden birgt. Mit dem Halo meets Borderlands Prinzip konnte man ja auch nicht viel falsch machen.


Große, ambitionierte Produktionen mit abgeschlossener Geschichte, ein Auslaufmodell?

Große, ambitionierte Produktionen mit abgeschlossener Geschichte, ein Auslaufmodell?

Ich habe nur ein kleines Problem: Was ist, wenn das Geschäftsmodell „Destiny“ nun Schule macht? Könnten andere Publisher in Versuchung geraten, die Lehren aus dem Erfolg von „Destiny“ nun auch auf ihre Spielereihen anzuwenden? Und wäre das überhaupt schlimm? Und Moment mal, von welchen Lehren spricht der Voigt da eigentlich?



Marketing-Macht hebelt Presse aus

Okay, seien wir ehrlich. Wann habt ihr das letzte Mal auf einen Test gewartet, um eine Kaufentscheidung zu treffen? Doch höchstens bei Spielen, von denen ihr vorher wenig bis gar nichts gehört habt oder Titeln, die euch eigentlich eh am Allerwertesten vorbei gehen. Sprich: Die meisten Kaufentscheidungen fallen bei uns doch schon vorher.

Diese Entwicklung wird mit Destiny allerdings noch einmal beschleunigt: Denn Activision schickte Testmuster erst zum Release an die Redaktionen und dann auch fast ausnahmslos PS4-Muster um das ganze dann noch mit einem Aufruf an die Spieler zu garnieren, bloß nicht auf Day One Tests zu hören. Was bei MMOs auch Sinn macht, ist natürlich in diesem Fall eine Farce gewesen. Da sich der Spielspaß bei Destiny meist schon bei drei Mitspielern einstellt, hätte das Spiel auch problemlos mit einer Woche Vorlauf an die Redaktionen verschickt worden können.

Aber Activision wollte sich halt auf keinen Fall den Launch durch schlechte Vorabtestes versauen lassen, so wie Rockstar es übrigens mit seinen Extrem-Embargos auch gerne macht. Nur ist dort dann der spätere Wertungsschnitt erfreulicher.

Publisher lernen daraus: Jeder Cent muss in die Werbung gesteckt werden, Testmuster sollten so spät wie möglich verschickt werden (wenn überhaupt) und genau wie im Kino sollte die meiste Kohle in den ersten drei Tagen nach Release gemacht werden.



Wozu noch eine kreative Vision – Gefragt ist ein Geschäftsmodell!

Und hier wird es wirklich gruselig. Destiny ist nicht der Versuch, ein besonders geiles, singuläres Spiel zu schaffen. Eine Motivation die viele andere Designer zu bewegen scheint (siehe z.B. Naughty Dog, Rockstar, Rocksteady, Nintendo), eine Motivation mit dem nächsten Spiel ein Meisterwerk zu schaffen, eine Referenz. Das erschreckend sichtbare Kalkül samt 10-Jahres-Plan von Destiny erinnert mich ganz sanft an die kreative Hölle, die bei den Entwicklern von Free2Play Mobile-Spielen herrschen muss. Hier gibt es keine Spieldesigner, sondern Psychologen und Statistiker, die genau ermitteln, wie man Spiele designen muss, damit der Zocker auch mal echtes Geld springen lässt. Hier gibt es niemanden, der mit einem neuen Gameplaysystem die Spielwelt revolutionieren will, der eine wichtige Story erzählen möchte oder ein neues Spielerlebnis bieten will. Es gibt nur Excel-Listen und Powerpoint-Präsentationen.

Vielleicht habe ich auch nur etwas Angst davor, dass EA mit dem neuen Mass Effect versuchen wird, sich zu sehr an Destiny zu orientieren. Oder das Spiele wie Tomb Raider, Deus Ex und Bioshock in Zukunft bei den Marketingprognosen durchfallen. Das Final Fantasy XV das letzte große japanische Rollenspiel sein wird. Aber halt, das Thema kommt in eine andere Kolumne.


Hollywood macht es vor: Planung ist das halbe Leben!

Hollywood macht es vor: Planung ist das halbe Leben!

Doch vielleicht sehe ich das auch alles zu kritisch. Hollywood macht es im Grunde genauso. Nachdem momentan nur noch mit Comicverfilmungen das große Geld zu verdienen ist, entwerfen auch Marvel und DC Pläne für ganze Filmuniversen, die jedes Jahr ein bis zwei neue Filme herausbringen und haben den Fahrplan schon bis 2020 abgesteckt. Und so lange dabei ein Guardians of the Galaxy rauskommt, gibt es doch keinen Grund zur Sorge, oder?

Was meint ihr?

Kommentare

Reanor
  

Zitat von Matt1980

Matt1980 schrieb:

Wobei ich Destiny etz nicht schlecht machen will. Werde es später wohl mal spielen, wenn es ausgereift ist. Hab bei Defiance früh mitgemacht und musste dabei viele Kinderkrankheiten ertragen. Also w... komplettes Zitat anzeigen



Gute Anmerkung. Hab' das bei DEFIANCE auch so erlebt. Aber im Unterschied ist mMn bei DESTINY das Gameplay um Längen besser. Daher fesselt es mich trotz Kinderkrankheiten und anderer Mängel seit anfang an.

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gelöscht
  

Die Presse hypt und es wird gekauft. Komme mir eher vor, als hätte ich lauter Lemminge um mich, die zum selbst denken nicht im Stande sind. War doch beim ach so tollen Watch Dogs auch schon so. Wobei ich Destiny etz nicht schlecht machen will. Werde es später wohl mal spielen, wenn es ausgereift ist. Hab bei Defiance früh mitgemacht und musste dabei viele Kinderkrankheiten ertragen. Also warte ich bei Destiny, bis es auch so gut funktioniert wie Defiance inzwischen.

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Reanor
  

Fluch oder Segen? Ich denke für diese Frage ist DESTINY erst viel zu kurz draußen, bzw. das Franchise noch viel zu neu.

Diese Art Spiele entwickeln sich doch erst im Laufe der Zeit. Ich finde auch, dass BUNGIE Destiny mit der Bezeichnung SHARED WORLD SHOOTER recht gut beschreiben. Es ist kein MMO und auch kein Coop-RPG.
Die Behauptung die Entwickler hãtten sich keine Mühe gegeben ist mE eine Frechheit! Eine Menge Leute arbeiten jahrelang an einem Spiel für 4 Plattformen, bei dem bis auf Teile der Spielmechanik alles neu entwickelt wurde. Das da noch nicht Alles Gold ist was glänzt sollte für erfahrene Zocker doch keine Überraschung sein.

Mir gefällt der Ansatz schon sehr. Aber auch ich sehe noch Einiges das es zu verbessern gibt. Ins Spiel integrierte Clans, mehr Locations, eine (wie angedeutet) offenere Welt, bessere Interaktion zwischen den Spielern, bessere Gesichter und mehr. Ob und was seinen Weg in DESTINY (per DLC oder kostenloses Update) oder auch erst in Teil 2 findet bleibt abzuwarten.
Bisher gibt's tolles Gameplay in toll designten Gebieten mit cleveren Gegnern und interessanten Waffen und Rüstungen. (Die Bazillionen austauschbaren Waffen in Borderlands fand ich irre langweilig.)
Was die Story angeht, ja die ist nix Besonderes (erinnert mich an Das fünfte Element), und doch hat sie ihre Momente, speziell in der letzten Mission, den Blick runter zum schwarzen Garten fand und find' ich einfach nur cool!

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Fagballs
  

Zitat von theOTHERone

theOTHERone schrieb:

Auf der einen Seite wollen alle neue IPs und keine langweiligen Fortsetzungen und traut sich mal ein Entwickler was neues oder anderes wie Destiny und schon wird es als überhypter "Scheiss"... komplettes Zitat anzeigen



Erst einmal: Dass Destiny gehypt wurde, willst du nicht bestreiten, oder? Die Hype-Maschinerie lief in den letzten Wochen heiß und Activision hat wirklich alle gegeben, dass auch jeder, seine Großmutter und sein Hund wusste, dass es kommt. Dazu den restlichen Mechanismus, den ich in meinem langen Post oben beschrieben habe.

Ich muss immer bei der "neuen IP" schmunzeln. Titanfall, Watch_Dogs, Destiny. Bekanntes neu zusammen gerührt würde es eher treffen, von den Marketing-Kollegen mit Fokusgruppentests so lange glatt gebügelt, bis es jeder mögen muss.

Ich will Square Enix Politik nicht schön reden, die haben in den letzten Jahren echt viel Mist gebaut, aber wenn du Final Fantasy I und XIII vergleichst, sind das genauso unterschiedliche Spiele als wenn du Titanfall als Nachfolger von Modern Warfare siehst. Soll heißen von meiner Seite aus nehme ich auch gern Fortsetzungen, wenn sie innovativ sind und nicht einfach nur ein jährliches Programm-Update.

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TobiTobsen
  

WOW, eine erwachsene Diskussion auf einem Gameportal...erfrischend, Danke Alex.

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Rikibu
  

Zitat von theOTHERone

theOTHERone schrieb:

Auf der einen Seite wollen alle neue IPs und keine langweiligen Fortsetzungen und traut sich mal ein Entwickler was neues oder anderes wie Destiny und schon wird es als überhypter "Scheiss"... komplettes Zitat anzeigen



das dumme ist nur, dass Bungie hier neue IP und langweilige Fortsetzung miteinander kombiniert hat, weil es sich anfühlt als hätte man es schon mal gespielt...
das sorgt zwar für das Gefühl, dass man sich gleich zuhause fühlt im Spiel, wenns aber nix zu erleben gibt, fühlt das sich widerum an wie ein alter Hut... und damit ist die Frage offen, wozu man destiny überhaupt brauch?

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Pat86
  

Jemand auf der PS3 hier unterwegs und >= LVL 22? Brauch Leute für den wöchentliche Strike.

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theOTHERone
  

Auf der einen Seite wollen alle neue IPs und keine langweiligen Fortsetzungen und traut sich mal ein Entwickler was neues oder anderes wie Destiny und schon wird es als überhypter "Scheiss" gehandelt. Offensichtlich wollen die Gamer halt das 15 te Resident Evil und das 100ste Final Fantasy und das 1000ste CoD

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gelöscht
  

Finde Destiny super! Hab mich erst kurz davor entschieden das Spiel doch noch zu kaufen, war mit DIABLO 3 UEE beschäftigt, deshalb entstand in meinem Fall kein Hype. Sogar die BETA lies mich kalt.

Habe gerade mit dem 2ten Durchlauf gestartet, diesmal auf schwer, das Gunplay wird um einiges spannender und die Missionen gehen 2-3 mal so lange.

Keine Ahnung was ihr alle erwartet, glaube auch, dass der Grossteil an Optionen/Content etc. erst mit den Nachfolger kommen wird.

Das Gefühl wenn man ein Legendary Item bekommt, ist einiges besser als in Diablo 3 und die letzte Mission war einfach nur geil, der Artstyle ist einfach unglaublich!

Wie immer ein Top Produkt aus dem Hause Bungie! Eigentlich wollte ich Destiny auch hassen :P, weil Bungie auf SONY Bro macht! :P

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Saskia Thudium
  

Zitat von Stalkingwolf

Stalkingwolf schrieb:

Ich seh kein Problem. Der Markt ist zu groß. Es gibt zu viele Spiele die man in seinem Leben eh nie alle Spielen kann.
Ab und zu nehme ich dann auch ein Spiel wie Destiny mit, da ich kurz davor ein ... komplettes Zitat anzeigen


Ja, eigentlich hast du ja recht. Dennoch bedrückt mich dieses Modell - ebenso wie die ver-Free-2-Play-isierung - doch irgendwie.

Ich habe bislang nur die Destiny Beta gespielt, war etwas vom Hype runtergeholt und bin dann wieder auf den Zug aufgesprungen; die Macht der PR. Allerdings, aufgrund von diversen Umständen ;D konnte ich mir Destiny nicht zum Launch kaufen. Und wenige Tage später als es dann genügend Kröten auf meinem Konto für Destiny gab, hatte ich gar keine Lust mehr - weil ich von den Leuten, deren Meinung mich interessiert, nur ein "nett", "ernüchtert" und sogar "enttäuscht" zu Ohren bekommen habe (natürlich gepaart mit diversen positiven und negativen weiter ausgeführten Kritikpunkten).

Worauf ich hinaus will: Das Gefühl, das hier einfach nur nach Vertrag gearbeitet wurde [eine echt gute (aber nicht so gut wie die des Voigts!) Kolumne auf 4Players von Luibl gibt es dazu], alles, was man durch die Entwicklung an Halo vielleicht gelernt hat einfach zu 'ignorieren' und dadurch, wie Alex so schön geschrieben hat, die Kreativität eben auf der Strecke bleibt. Wenn man sich die Bedingungen des Acti-Bungie-Vertrags durchliest, sieht man plötzlich, unter welchem Druck Bungie zu stehen scheint und Destiny deshalb an der ein oder anderen Stelle etwas unausgegoren wirkt.

Also, bei mir ists mal wieder Zwiespalt, denn die ganzen Indies, und auch ein Nintendo, Rockstar und Co. geben mir Hoffnung, dass man die Kreativität nicht hinten anstellen möchte - aber das gerade die Großen sich durch solche Erfolgsrezepte diktieren lassen, werden wir in Zukunft sicherlich noch ein paar mal und möglicherweise, gerade durch ein Destiny, vermehrt sehen.

Harsch und überzogen gesagt klingt die ganze Destiny-Sache doch so: Egal welchen Rotz wir fabrizieren, die Kunden kaufen eh jeden Scheiss, solange die Marketing-Kampagne und der Hype stimmt!

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