Destiny

Plattform: (PS3, PS4, XBO, XBox 360)
Release: 09. September 2014

User-Wertung:

Sci-Fi-Baller-Action: Destiny in der Vorschau

Lange wollten Activision und Bungie nicht verraten, was Destiny denn nun eigentlich ist. Inzwischen ist die Beta fast vorbei und wir können ein Fazit ziehen: Was motiviert, was funktioniert und wo versagt der Shooter kläglich?

Bereits vor Monaten wurde der große Beta-Test des Online-Shooters Destiny angekündigt. Er sollte zeigen, ob die Bungie-Server den Spielermassen standhalten würden, was sie auch taten. Das PlayStation Network zwang er bei seinem Start am 17. Juli allerdings für einige Stunden in die Knie. Doch die Beta-Phase war nicht nur ein Belastungstest, sie war auch ein mächtiges Werbemittel für den Science-Fiction-Shooter. Nur wer Destiny vorbestellte, bekam frühzeitig Zugang zur Beta (alle anderen durften nur am letzten Beta-Wochenende spielen) und die wirkte bereits derart fertig und rund, dass man sie getrost als Demo bezeichnen kann. Und dank dieser, nunja … Vorbesteller-Demo haben wir endlich eine gute Idee davon, was für ein Spiel Destiny nun eigentlich ist, wie der Shooter strukturiert ist und womit man auf Dauer darin seine Zeit verbringt. Zuvor haben wir euch im Rahmen unserer Alpha-Eindrücke erklärt, wie das Spiel grundlegend funktioniert.

Drum sparen wir uns, die Sache erneut in aller Tiefe zu erklären und fassen kurz zusammen: In Destiny spielen wir eine von drei Hüter-Klassen, die sich zwar allesamt recht ähnlich steuern, aber dennoch ihre eigenen Spezialfertigkeiten, Stärken und Rollen im Kampf haben. Mit den Hütern erkunden wir eine verwüstete Erde und versuchen, sie vorm endgültigen Untergang durch geheimnisvolle außerirdische Mächte zu bewahren.

Das spielt sich wie ein klassischer Shooter, birgt aber auch einige Rollenspiel-Elemente - etwa zufallsgenerierte Beute, Statuswerte und Spieler- sowie Gegner-Level. Kein Rollenspiel kommt ohne eine gute Story und schwülstige Dialoge aus, doch genau in diesem Punkt enttäuscht uns Destiny ein wenig.


Zielen - eines der wichtigsten Dinge im Spiel!

Zielen - eines der wichtigsten Dinge im Spiel!



Kaum jemand spricht

Das Universum des Spiels ist prinzipiell ziemlich spannend. Schließlich liegt da eine Erde in Trümmern, die vor hunderten von Jahren mal eine florierende Zukunftswelt war. In der Beta können wir den Spieleinstieg in Form von fünf aufeinanderfolgenden Story-Missionen erleben. Leider verraten die uns nur wenig über die Rätsel dieser Zukunftswelt. Meist plappert nur der eher emotionslos vertonte Geist vor sich hin, eine kleine Flugdrohne und unser ständiger Begleiter.

Er erklärt, was die fiesen Aliens im Schilde führen, er hat an unserer Stelle Erkenntnisse über die Vorgänge auf Mond und Erde und er ruft laut aus, was wir eigentlich lieber selbst herausfinden und verstehen würden. In einer schicken Zwischensequenz werden wir im Turm, der letzten Bastion der Menschheit, in den Reihen der Hüter aufgenommen. Doch wirklich erklärt wird uns nix. Destiny ist deshalb schrecklich vage.

Es scheint, als wollten die Entwickler in ihrem ersten Spiel, das ja der Beginn einer über knapp zehn Jahre andauernden Reihe sein wird, noch vieles offen lassen und nur wenige Geheimnisse lüften. Das nervt. Und ist zudem etwas unglücklich inszeniert. Der einzige Satz, den unsere Spielfigur in der kompletten Beta sagt, lautet »Fliegt es?«. Und kein einziger unserer Widersacher spricht. Unsere Abenteuer wirken daher seltsam fremdbestimmt und das Missionsdesign erscheint reichlich uninspiriert.

Wir gehen zu Zielpunkten, lassen unseren Geist Terminals hacken, und ab und an wehren wir Gegnerwellen ab. Spektakulär inszenierte Skript-Momente? Actionreiche Zwischensequenzen? Unterhaltsame Dialoge oder überraschende Story-Wendungen? In der Beta nicht zu finden. Gottseidank macht das alles dank griffiger Steuerung im Halo -Stil, spaßiger Feuergefechte und abwechslungsreicher Gegner dennoch erstaunlich viel Laune.


Und Landschaften - auch ziemlich wichtig!

Und Landschaften - auch ziemlich wichtig!



Das fühlt sich gut an

Der Gameplaykern von Destiny funktioniert prima, egal ob wir eine Solo- oder Koop-Mission spielen oder frei die Spielwelt erkunden. In der Beta steht uns eine einzige riesige Umgebung offen: Altrussland. Dort können wir uns relativ frei umsehen, überall warten Gegner-Grüppchen und hier und da laufen wir anderen Spielern über den Weg. Ein MMO-Spiel ist Destiny aber nicht. Denn stets begegnen wir nur einer Handvoll anderer Hüter.

Es spielen also nicht alle Nutzer auf einem großen Server, vielmehr wird unser Spiel hier und da anderen Usern angereichert. Destiny ist also eher ein Koop-Spiel, das aber sonst so nervige Dinge wie Verbindungsaufbau oder Spielersuche elegant verbirgt. Nie stören Lobbys, nie nervt ein Voice-Chat. Die zufälligen Mitspieler können sich kaum gegenseitig stören, doch wenn sie zusammen spielen, sehr wohl an Spielspaß gewinnen. Gezwungen werden sie dazu aber nie.

So sind dann auch die Synergie-Effekte der einzelnen Klassen eher minimalistisch ausgeprägt. Jede Klasse kann prima alleine kämpfen, aber hat im Zusammenspiel mit anderen bestimmte Idealrollen. Der stark gepanzerte Titan kämpft etwa an vorderster Front und haut mit elektrisch aufgeladenen Fäusten und einer mächtigen Sprungattacke zu. Der angriffsstarke, aber empfindliche Warlock hingegen hält Abstand und heizt der Alien-Brut mit Energiegeschossen ein, während der flinke Hunter schließlich schnelle Positionswechsel bevorzugt.

Jede Klasse kann jede Waffe tragen und jeder der unzähligen Ballermänner fühlt sich anders an und hat dementsprechend Charakter. Es macht Spaß, die verschiedenen Waffenklassen auszuprobieren und unterschiedliche Modelle zu vergleichen. Und weil die Steuerung angenehm griffig ist, sich unsere Widersacher sehr schlau verhalten und sehr deutlich kommuniziert wird, welchen Schaden wir anrichten, ist Destiny auch auf Dauer unterhaltsam. Allerdings erkennen wir schnell einen gewissen gleichbleibenden, spielerischen Trott. Und den muss man mögen.

Kommentare

Female Tengu
  

Zitat von spartaner77

spartaner77 schrieb:

Fand die Beta super und das fertige Spiel wird es auch. Destiny funktioniert! :-)

Allerdings ist mir der Levelcap von 20 doch arg wenig (auch wenn sichs lange hinziehen kann). Ich verliere schnell ... komplettes Zitat anzeigen



Letztendlich scheint das Level sowieso nicht von Belang zu sein, da man durch Leveln, im Gegensatz zu anderen Spielen dieses Genres oder RPGs allgemein, keine Statuswerte verbessert, also weder Gesundheit, noch Schnelligkeit usw. Es ist lediglich eine Soft-Cap für Waffen-/Ausrüstungs- und Skillbenutzung.
Level 20 scheint das Character Maximum zu sein, aber wohl nicht das endgültige Maximum.

Das Video hier dazu ist ziemlich interessant (zu sehen sind Characktere über 20), da auch Bungie selbst noch nicht eindeutig erklärt hat, wie das das alles wirklich genau funktioniert:


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Jack Scallion
  

"griffige Steuerung im Halo-Stil" Alter Schwede, ich muss Tomaten auf den Augen haben. Für mich war das ne "griffige Steuerung im CoD-Stil.
Und "gut gestaltete Gegner" kann ich auch nur akzeptieren, wenn man die Endbosse ausklammert.
Ansonsten wird das Game kein Stück den Erwartungen gerecht, die ich nach Bungies Ankündigungs-Versprechungen hatte. Allerdings warte ich erstmal die Tests ab. Nur auf den von Herrn Stange werd ich sicherlich verzichten.

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gescha2103
  

wenn ich nach drei tagen beta mit max. 2 stunden am stück schon level 8 von 20 bin dann sehe ich aber sehr schwarz für langes aufleveln wie es mir bei wow so gefallen hat. entweder ist das levelcap superschnell erreicht oder die abstände werden später so riesig das man kaum fortschritt hat.

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DarkGrim
  

Habe mir 2 Tage vor Betaschluss das game zu gemüte geführt. Ich befürchte auch, dass das fertige Spiel viel zu kurz sein könnte als dass es ein MMO genannt werden darf. Ich vergleiche Desteny mit Warframe. Dieses hat ebenfalls nicht viel zu bieten. Das einzige was reizt ist der Sammeltieb nach Neuem. Ist dieser ausgereizt, verliert auch das Spiel an Atraktivität. Hoffe ich werde eines besseren belehrt aber die Vergangenheit hat schon des öffteren gezeigt, dass zu hoch gesteckte Ziele nicht erfüllt werden. Zur Presentation ist nicht viel negatives zu sagen. Solides Grundgerüst mit sehr schönen Skyboxen. Flüssiges Gameplay mit guter Steuerung. Jetzt müssen nur noch Story und Umfang glänzen.

Die Vorschau triffts auf den Punkt. Spiegelt genau das wieder was ich in den letzen Tagen erlebt habe.

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spartaner77
  

Fand die Beta super und das fertige Spiel wird es auch. Destiny funktioniert! :-)

Allerdings ist mir der Levelcap von 20 doch arg wenig (auch wenn sichs lange hinziehen kann). Ich verliere schnell den Reiz, wenn man nicht mehr weiterleveln kann. Bei Halo waren es immerhin die verschiedenen Schwierigkeitsgrade, die sehr motivieren konnten. Ich bin mal optimistisch....

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Female Tengu
  

Sebastian Stange. Der alde Ossi ^^ (gruß aus Sachsen, btw)
Vermisse den Herrn Stange immer wieder beim PC Games und Play4 Podcast :(

Der Bericht trifft so ziemlich meine Eindrücke, die sich auch nach der Alpha, nicht groß geändert haben. Ich betrachte das Game als ein Borderlands von Bungiue, nicht als das "next best thing ever", wie Bungie hier oftmals mit der "gigantischen Welt" gehypet hat. Großes ambitioniertes Projekt, was die Erwartungen (in der Launchversion) wohl nicht direkt erfüllen kann. Zwar sind die Locations natürlich alle ziemlich groß, aber eben nicht in dem Umfang wie manche es wohl erwartet hätten. Eventuell verheimlicht Bungie auch noch etwas, was nicht im BETA COde enthalten war, da sie ja sofort auf diese News konterten :p

Größe allein nützt mir sowieso nichts, wenn es kaum etwas zum Entdecken gibt, worauf es mir eher ankommt. Hoffe da haut Bungie zukünftig noch etwas nach.


Aber alles in Allem mich hat es unterhalten, trotz der Content News, und kann es bis zum Release kaum noch abwarten.

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Bramahummel
  

Oh MEIN GOTTTTTTT!!!! Die Preview ist nicht persönlich von AREAGAMES!!! ^^ Es handelt sich um nen Artikel von der Stange^^

Kann dem Fazit insgesamt zustimmen! Freu mich aber trotzdem auf die Vollversion!

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