Diablo III

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 03. September 2013

User-Wertung:

Test: Diablo III

Das Böse ist zurück. Rund zwölf Jahre nach Diablo 2 öffnet Blizzard erneut das Tor zu Hölle und lockt die Spieler mit Gold, magischen Ausrüstungsgegenständen und dem altbekannten Hack'n'Slay-Spielprinzip. Die Frage ist, kann Diablo 3 noch dasselbe Feuer (und Sehnenscheiden-Entzündungen) beim Spieler entfachen wie einst die Vorgänger?

Die Welt von Diablo bestand ursprünglich aus nur zwei Ebenen. Himmel und Hölle, die sich im ewigen Konflikt miteinander befanden. Inmitten dieses unendlichen Krieges, und von einer revolutionären Idee besessen, erschufen zwei der Erzengel, Inarius und Lilith, die Welt von Sanktuario und bevölkerten sie mit den Nephalem, den Menschen. Da die Nephalem den Engeln aber zu mächtig wurden, wollten sie diese schon bald wieder vom Antlitz der Erde tilgen. Doch zu einer endgültigen Ausrottung konnten sie sich nicht durchringen. Stattdessen löschten sie in den Köpfen der Nephalem jede Erinnerung an die ihnen innewohnenden Kräfte aus.
Zur gleichen Zeit tobte in der Hölle ein Kampf zwischen den sieben Übeln. Die Vier Niederen Übel (Belial, Azmodan, Andariel und Duriel)setzten sich gegen die Drei Großen Übel (Diablo, Baal und Mephisto) durch und warfen sie aus der Hölle. Die Drei Großen Übel wandelten nun auf Sanktuario bis Erzengel Tyrael sie zusammen mit dem geheimen Horadrim-Orden in die Seelensteine bannte. Doch wie dank der Geschehnissen aus Diablo 1 wissen, hielt dieser Friede auf Sanktuario nur für ein paar Jahrhunderte. Aus seinem Seelenstein heraus, vergraben und vergessen in den tiefen Katakomben der Kirche von Tristram, verdarb er den Erzbischof Lazarus, welcher ihm eine neue sterbliche Hülle besorgte. Der erste Versuch mit König Leoric schlug fehl, aber der zweite mit dem Sohn des Königs klappte und Diablo manifestierte sich erneut in der Welt. Zumindest, bis der Spieler, der eigentlich auf der Suche nach dem verschollenen Prinzen war, aufkreuzte, den Herrn des Schreckens erschlug und sich im Outro dann Diablos Seelenstein in die eigene Stirn rammte.
Diesen Helden kennen Spieler aus Diablo 2 dann als den Dunklen Wanderer. Doch irgendwann hatte Diablo auch den Kampf gegen die Seele des ehemaligen Helden gewonnen und schickte sich an Baal zu befreien, der in der Wüste Aranoch im Körper des Horadrim-Magiers Tal Rasha gefangen war. Tyrael griff zwar erneut ein, verhinderte aber nicht die Freisetzung Baals durch Diablo. Der Begleiter des Dunklen Wanderers, Marius, zog Baals Seelenstein aus Tal Rashas Brust und befreite damit den Herrn der Zerstörung. Erzengel Tyrael befahl Marius mit dem Seelenstein zu flüchten, doch der Narr fiel auf eine Täuschung herein und händigte Baal selbst dessen Seelenstein aus. Baal verschwand daraufhin in Richtung des Berges Arreat, um den Weltenstein zu zerstören, der die Welt der Menschen vor der Hölle schützte. Inzwischen hatte sich auch Mephisto, der dritte der Drei Großen Übel, selbst befreit, starb aber durch die Hand des Spielers. In den ersten beiden Akten von Diablo 2 vernichtete der Spieler nebenbei auch zwei der Vier Niederen Übel: Andariel und Duriel. Im vierten Akt ging es dann gegen erneut gegen Diablo. Mit dem Addon Lord of Destruction folgte dann Akt V und die Geschichte um Baal und den Weltenstein wurde fortgesetzt. Der Spieler machte mit Baal kurzen Prozess, konnte aber nicht verhindern, dass der Herr der Zerstörung den Weltenstein verdarb. Und nochmal griff Erzengel Tyrael in den Lauf der Geschichte ein: Da er keine Möglichkeit sah den Weltenstein zu retten, zerstörte er diesen….
Und hier setzt jetzt Diablo 3 ein. Da Sanktuario jetzt nicht länger vor den Armeen der Hölle geschützt ist, beginnen die zwei übriggebliebenen der Vier Niederen Übel, Azmodan und Belial, ihre Fühler nach der Welt der Menschen/Nephalem auszustrecken.
Test: Diablo IIIDie Erzählung der Geschichte stand in keinem Teil der Serie wirklich im Vordergrund. Es zählten das Hack'n'Slay-Gameplay und die Jagd nach immer besseren Items. Jedoch gab es schon immer, und das durchweg in allen Blizzard-Titeln, superschicke Rendersequenzen, die einen für das Erreichen bestimmter Meilensteine in der Story belohnten. Das ist in Diablo 3 nicht anders, jeweils eine solcher Sequenzen gibt es zu Beginn eines neuen Aktes und natürlich nach dem finalen Kampf. Da das Spiel beim Umfang (4 Akte mit 31 Quests) deutlich zugelegt hat, wird der Fortschritt innerhalb eines Aktes durch animierte Zeichnungen in Pergament-Optik und durch kurze InGame-Cutscenes weitererzählt. Mehr Rendersequenzen hätten wahrscheinlich das Produktionsbudget zu sehr belastet. Erfreulicherweise wurden die Pergament-Cutscenes jeweils mit der Stimme des Spielerhelden eingesprochen. Ordentlich vertont sind die Dialoge in Diablo 3 generell, für jede Charakterklasse wurde jeweils eine prägnante männliche und weibliche Stimme gefunden. Die englische Sprachausgabe ist über jeden Zweifel erhaben, aber auch die deutsche kann mit vielen bekannten Hollywood-Synchronsprechern mächtig Eindruck schinden. Was ich nur etwas seltsam finde sind die starren Charakterbilder in den Dialogen. Ein kleiner Rückschritt im Vergleich zu Starcraft 2, was ja immerhin auch aus dem Hause Blizzard ist. Die Macher halten es da wohl mit der Community: Story und Hintergründe spielen nur eine kleine Rolle. Für den, der mehr wissen, will, finden sich in allen Akten eine Menge "Hörbücher" und manch unscheinbarer NPC füllt ebenfalls vorhandene Wissenslücken auf. Die Quests und Nebenereignisse sind ganz simpel gestrickt. "Geht und Töte X", "Hol X und töte Y" oder "Geh und betätige Z". Auf Schalter- und Schieberätsel braucht man nicht hoffen. Karte vollständig erkunden, Monster abschlachten und Beute einsacken. Fertig. Mehr sollte man nicht erwarten. Aber das ist für einen Titel der Diablo-Serie auch gar nicht weiter tragisch. All die Irrungen und Wendungen in den vier Akten sind selbst für unaufmerksame Itemjäger sehr leicht und früh zu durchschauen.
Test: Diablo IIIEs hat sich eine Menge verändert in Diablo 3, nicht nur im Vergleich zu den Vorgängern. Nein, auch im Verlauf der Beta hat Blizzard noch tiefgreifende Änderungen vorgenommen. Viele Dinge haben es nicht in die Verkaufsversion geschafft. Teils weil sie sich als zu kompliziert erwiesen, nicht wie gewünscht funktionierten oder einfach überflüssig wurden. Rausgeflogen sind zum Beispiel der bestückbare Talisman, der die Charakterwerte beeinflussen sollte, oder das Traits-System (Bei Erreichen eines ungeraden Charakterlevels sollten bestimmte Boni wie Gold+ oder ein erhöhter Schwertschaden freigeschaltet werden). Ebenfalls entfernt wurde die Mystikerin, sie sollte als Handwerkerin Nr. 3 die Ausrüstung verzaubern, und der "Nephalem-Würfel", mit dem sich Gegenstände in ihre Bestandteile zerlegen ließen. Geblieben sind nur zwei Handwerker, Schmied und Juwelier, die diese beiden Aufgaben nun in gewisser Weise übernommen haben. Auch entfernt wurde der "Kessel von Jordan" sowie Schriftrollen der Identifikation und des Stadtportals. Über den Kessel konnte man von unterwegs Ausrüstung verkaufen. Der Kessel und die Schriftrollen wurden überflüssig, da alle Charakterklassen sehr früh im Spiel einen Teleport-Zauber erlernen, der sie jederzeit in die Stadt und damit zu einem Händler bringt. Für die Identifizierung von seltenen Gegenständen reicht nun ein Rechtsklick und ein paar Sekunden Geduld. Auf nimmer Wiedersehen hieß es auch für die Schlüssel.
Test: Diablo III
Recht zwiespältig stand ich der Entscheidung Blizzards gegenüber, die Talentbäume und die Verteilung von Fähigkeitspunkten über Bord zu schmeißen und durch ein automatisches, frei wählbares und lineares Skillsystem mit Runen und passiven Fähigkeiten zu ersetzen. Ja, man kann es vorerst als "Vercasualisierung" abtun, aber gerade die automatische Verteilung der Fähigkeitspunkte ist, angesichts der riesigen Itemflut in Diablo 3, eine reine Komfortfunktion. Wenn eh niemand mit gesundem Menschenverstand auf die Idee kommt, bei einem Zauberer zum Beispiel alle Punkte auf "Stärke" zu verteilen oder einem Barbaren zu einem hohen Intellekt zu verhelfen, warum also etwas so selbstverständliches nicht einem System überlassen?
Mit der Abkehr vom klassischen fixen Talentbaum hin zu der linearen Freischaltung aller Talente, Runen und passiven Fähigkeiten beim Levelaufstieg besteht nicht mehr die Gefahr, dass ich mich verskillen könnte oder dass der nächste Patch meine Skillung und damit den Helden vielleicht unbrauchbar machte. Solche Frustmomente sind mit dem neuen System unmöglich. Und es funktioniert in der Praxis erstaunlich gut und es ist auch nötig. Denn Diablo 3 verlangt auch das Auswechseln von Skillungen. Man kann nicht mehr mit der "einen" Skillung ewig weitermachen. Für einen Durchgang auf dem Schwierigkeitsgrad "Normal" vielleicht schon, aber auf Alptraum, Hölle oder gar Inferno wird der fliegende Wechsel Pflicht. Besonders wenn neue Gegnertypen eingeführt werden oder Champion- und Elite-Kreaturen mit Spezialfähigkeiten auftauchen.
Auch die Individualisierbarkeit hat keineswegs gelitten und war in Wahrheit früher auch nicht so stark verbreitet unter D2-Spielern. Wer in den letzten Jahren noch einmal anfing den zweiten Teil zu spielen, hat sich meist erst in den Blizzard-Foren oder auf Fanseiten schlau gelesen und über den aktuellen Patch informiert und dann die gerade aktuell beste und beliebteste Skillung sklavisch für seinen eigenen neuen Charakter übernommen. Insgesamt liefert das neue System satte 114 aktive und 75 passive Skills. Pro aktiven Skill gibt es 5 Runen (insgesamt 570), die den Skill teilweise radikal in seiner Wirkung verändern. Und da Diablo 3-Spieler ohne Konsequenzen alles kombinieren können, wird man vielleicht später wirklich mehr individuelle Charaktere online erleben. Um allerdings das volle Potenzial dieses Systems zu nutzen, muss man im Optionsmenü unter "Gameplay" noch den Punkt "Wahlmodus" aktivieren, Erst dann ist es erlaubt, die sechs Slots (Linke und rechte Maustaste sowie die Tasten 1-4) frei mit aktiven Skills zu belegen.
Test: Diablo III
Aber es hat sich noch viel mehr im Vergleich zum Vorgänger geändert. Die gesichtslosen Söldner aus Diablo 2 wurden fristlos entlassen und durch drei charismatische Begleiter mit Namen und jeweils einer eigenen kleinen Hintergrundstory ersetzt. Zusätzlich lassen sie sich an den eigenen Spielstil etwas anpassen und mit Gegenständen ausrüsten, um ihre Effektivität zu erhöhen. Beim durchstreifen der Welt von Sanktuario sind sie keineswegs stumm und kommentieren das aktuelle Geschehen. Und gerade die Dialoge der Begleiter untereinander konnten mir das eine oder andere Mal ein Grinsen entlocken.
Überarbeitet wurden auch die Handwerker. Was für Juwelen in Diablo 2 noch der Horadrim-Würfel war ist jetzt der Juwelier mit seinem Schmelztiegel. Aus drei gleichwertigen Juwelen kann er ein höherwertiges Juwel herstellen, falls er über die nötige Stufe und später auch die nötige Anleitung verfügt. Im dritten Diablo lassen sich Schmied und Handwerker nämlich gegen (ziemlich viel) Gold weiterbilden. Gerade beim ersten Durchgang wird man zwar beim Schmied nicht allzu viel Interessantes kaufen können, da die Monster immer bessere Gegenstände fallen lassen, aber im sogenannten "Endgame" (Held auf Level 60, Schmied auf Stufe 10, höhere Schwierigkeitsgrade) dürften es recht gute Schmiedeanleitungen zu finden geben. Damit der Schmied allerdings arbeiten kann, benötigt er Materialien. Statt magische Gegenstände also beim nächsten Händler gegen Berge von Gold einzutauschen, lässt man sie besser beim Schmied in ihre Bestandteile zerlegen.
Eine ziemlich große Änderung nahmen die Entwickler bei den Tränken vor. Bei den Vorgängern ließen sich zig Heil- oder Manatränke in Sekundenschnelle einnehmen. Manatränke wurden komplett gestrichen. Jegliche Mana/Hass/Wut-Energien der Charaktere regenerieren sich sehr schnell oder werden durch Aktionen selbst erzeugt. Heiltränke besitzen nun eine (recht hohe) Abklingzeit. Damit der Spieler den Kampf aber doch überlebt, lassen getötete Monster neben Gold und Gegenständen nun auch die neuen Heilkugeln fallen. Problematisch ist dieses Heilkugelsystem deswegen, weil diese Lebensretter vom selben Zufallsgenerator erzeugt werden wie die Goldmenge und Items, außerdem muss man sie einsammeln. Und da hier ja alles mit dem Teufel zugeht, droppen sie immer dann nicht oder liegen außer Reichweite, wenn man sie am nötigsten braucht.
In Diablo 3 geben sich neben dem altbekannten Barbaren und dem Zauberer auch drei neue Heldenklassen (in jeweils weiblicher und männlicher Ausführung) ein Stelldichein: Der Hexendoktor, der Dämonenjäger und der Mönch. Gleichzeitig nehmen Paladin, Amazone und Totenbeschwörer allerdings ihren Hut, vererbten aber Teile ihrer Mechaniken an die Neuen. Jede Heldenklasse verfügt über eine einzigartige Energieressource, eigene Skills, passive Fähigkeiten und Runen. Dem Wunsch nach absolut unterschiedlich spielbaren Helden ist Blizzard damit nachgekommen.
Komplett neu für die Diablo-Reihe ist das Gold-Auktionshaus. Ähnlich wie in Blizzards Mega-MMO World of Warcraft sollen die Spieler so untereinander ihre erbeuteten Gegenstände handeln können. Eine recht gute Sache, da Spieler so einfacher und sicherer Handeln können und mehr Überblick über den Diablo-Ausrüstungsmarkt haben. Ersteigerte Objekte oder mit Auktionen verdientes Gold werden an die, für alle Helden des Spielers zugängliche, Beutetruhe gesendet
Test: Diablo III
Am Grafikstil von Diablo 3 scheiden sich die Geister. Ich kann mich mit der Comicgrafik sehr gut anfreunden und die Design-Ähnlichkeit zum Warcraft-Universum störte mich durchaus nicht, Alex hingegen empfand sie im Vorfeld als zu bunt und nicht düster genug. Aber gerade das farbige schummerige Licht sorgt in den Dungeons oftmals für eine befremdliche und andersartige Stimmung. Zahlreiche Details wie blutige Leichen, gepfählte Engel, Galgen, Guillotinen (teils funktionsfähig), allerlei Folterwerkzeuge, Knochen, Totenschädel und glühende Kohlepfannen sorgen für eine düstere Atmosphäre. Besonderes Lob verdienen die Hintergründe der Dungeons, Blizzard schafft es einen unglaublich guten Tiefeneffekt zu erzeugen. Beindruckend ist vor allem eine Belagerungsschlacht im dritten Akt. Höhen und Tiefen spielen auch beim Gameplay eine Rolle. Feinde klettern aus Abgründen oder lassen sich von der Decke herabfallen. Stützbalken lassen sich mit einem Fernkampfangriff zerstören und die einstürzende Wand begräbt die Feinde unter sich oder man lässt mit einem Mausklick einen Kronleuchter auf eine Gruppe herabfallen. Schüsse können keine Höhenunterschiede überwinden, erst die richtige Position an einer Treppe oder einem Aufgang hilft. Das Physiksystem lässt zudem auch Objekte und Monster zerplatzen und herum kullern. Wirklich grandios ist wieder der orchestrale Soundtrack. Schon die ersten Takte des Tristram-Themas ließen das wohlige Diablo-Feeling wieder aufkommen. Das Team bei Blizzard hat ein sehr gutes Gespür dafür, wann welche Musik wie laut einsetzen muss und auch dafür, wann Stille der Atmosphäre zuträglicher ist. Was die Hardwareausstattung des PCs betrifft, ist Diablo 3 sehr genügsam. Auch ältere PCs ohne eine Gaming-Grafikkarte der aktuellen Generation reichen aus, um das Böse von der Welt zu tilgen.
Test: Diablo IIIEin paar Features haben es allerdings nicht in die Diablo 3 Verkaufsversion geschafft. Das PVP-System zum Beispiel ist schlicht und ergreifend noch nicht fertig. Schon im zweiten Teil gab es eine große eSport-Szene, die sich im Kampf Spieler gegen Spieler austobte. Für den neuen Teil plante man extra PVP-Arenen. Doch die grundlegenden Mechaniken, so die offizielle Begründung, entsprachen noch nicht den hohen Blizzard-Qualitätsstandards. Die Mehrspielerarenen sollen irgendwann per Patch nachgeliefert werden. Auf sich warten lässt ebenfalls das Echtgeld-Auktionshaus. Es wird, voraussichtlich ab dem 30. Mai möglich sein, auch gegen harte Euros Diablo 3-Gegenstände zu ersteigern und zu verkaufen. Es ist nachvollziehbar, warum Blizzard so etwas anbietet. Es gibt seit vielen Jahren einen florierenden Markt für virtuelle Güter. Und bisher hat Blizzard nur wenig daran mitverdient. An den berüchtigten Chinafarmern von World of Warcraft verdienen sie nur die monatlichen Accountgebühren. An den Diablo 2-Itemhändlern, die durch Bots und Exploits an seltene Ausrüstung kamen, verdienten sie nichts. Womit sich Blizzard aber konfrontiert sah, waren die vielen Supportanfragen und Hilfegesuche ihrer Kunden, denen dubiose Verkäufer die Accounts geklaut oder leergeräumt hatten. Mit dem Echtgeld-Auktionshaus will Blizzard nun ein Stück von diesem Kuchen abhaben und gleichzeitig mehr Sicherheit für zahlungswillige Kunden liefern. Blizzard selbst wird dort nichts anbieten. Spieler kaufen und verkaufen an Spieler. Verdienen wird Blizzard nur an den verschiedenen Gebühren. Ein Blick in die Kristallkugel und einer in die Nutzungsbedingungen und die FAQs zum Echtgeld-Auktionshaus, dem Battle.net-Guthaben und der direkten Auszahlung über Drittanbieter wie PayPal, sagen mir, dass wahrscheinlich nur eine Handvoll Spieler nennenswerte Beträge verdienen werden. Gewinner in diesem System ist und bleibt Blizzard. Selbst wer hofft sich damit sein WoW-Monatsabo gegen zu finanzieren, ratet welche Battle.net-Dienstleistung man sich mit dem Battle.net-Guthaben nicht direkt kaufen kann. Es geht nur über den Umweg über PayPal und dort kostet der Empfang von Geld ebenfalls Gebühren.
Das Echtgeld-Auktionshaus ist sozusagen mit dafür verantwortlich, warum Diablo 3 kein Singleplayer-Spiel ist, auch wenn man sich allein durch die vier Akte klickt. Um die Sicherheit für dieses Wirtschaftsystem zu gewährleisten, verlangt Diablo 3 eine ständige Internetverbindung zu den Battle.net-Servern. Offline-Spielen ist nicht vorgesehen. Nur über die Serverlogs und andere Überwachungsprogramme kann Blizzard (halbwegs) sicherstellen, dass die Items korrekt von der Spieleengine in einer Diablo-Session erzeugt wurden und nicht eventuell mit einem anderen Programm. Betrügern wären sonst Tür und Tor geöffnet. Always-On bedeutet aber auch, dass man bei Server-Downtimes oder bei Ausfällen des eigenen Internetanschlusses auf Diablo 3 komplett verzichten muss. Ein weiterer unangenehmer Nebeneffekt sind die Lags. Beim Solokampf gegen die Höllenbrut muss man sich tatsächlich auf hohe Latenzen gefasst machen.
Allerdings war Diablo auch immer ein Multiplayer-Hit. Zu viert die Dämonen und Plagegeister um ihre Schätze und Ausrüstung zu erleichtern, macht auch in Diablo 3 immer noch am meisten Spaß. Eine echte Multiplayer-Partie ist über das benutzerfreundliche Menü in Windeseile aufgebaut. Es gibt viele Komfortfunktionen, wie den direkten Teleport zu den anderen Spielern. Die Heilkugeln gelten für alle in der Nähe befindlichen Spieler. Jeder Spieler hat seinen eigenen Loot-Table, das heißt für jeden Spieler lassen die Monster eigene Beute fallen. Niemand kann jemand anderem etwas wegschnappen. Man kann sich untereinander wiederbeleben und durch die gleichzeitig erstarkten Monster wird auch etwas taktischeres Vorgehen verlangt als beim Solotrip.
Ich bin wieder im Diablo-Fieber, der Jäger und Sammler in mir will Stunde um Stunde in Sanktuario verbringen. Dabei war ich angesichts einiger Neuerungen, besonders der Abkehr vom Talentbaum, skeptisch. Doch das neue System arbeitet wunderbar in Diablo 3, da der Fokus im Vergleich zum Vorgänger nun noch stärker auf der Itemjagd und das eigentliche Monsterhordenschnetzeln gelegt wurde. Diablo-Veteranen werden sich wahrscheinlich auch erst ab dem Schwierigkeitsgrad "Alptraum" wirklich pudelwohl fühlen, da der erste Durchgang für sie fast zu leicht ist. Die Möglichkeit situativ die Skillung den neuen schwierigeren Monstern anzupassen, verleiht dem Spiel eine weitere taktische Komponente. Da ich immer den Multiplayer an Diablo schätzte, war die Kröte mit dem "Always-On"-DRM etwas einfacher zu schlucken. Wer lieber nur allein spielt, wert auf Story und Quests legt und schier endloser Itemjagd nichts abgewinnen kann, der wird mit Diablo 3 nicht sonderlich glücklich. Alle anderen finden in Diablo 3 ihre höllische Hack'n'Slay-Offenbarung, die ihnen ständig die Karotte vor die Nase hält und zum weiterspielen animiert.

Kommentare

ludgrau
  

Und nochwas... Ein wegweisender Klassiker wird D3 schonmal garnicht. Es verkauft sich gut, sonst nichts.

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ludgrau
  

@farelly

?ber anders Spiele wie du es eben geschildert hast wird hier eben nicht berichtet. Hype und sonst nichts...

ein absolutes Hammergame wie zb TERA findet in den deutschen Medien wenig beachtung, und wird absolut unterbewertet. Obwohl wennde einen Abend Tera spielst und danch einen Abend Diablo kann man ?ber das gehypte Blizzgame nur lachen.

Oder vergleicht mal D3 mit Dark Souls... ka warum da D3 heutzutage so toll sein soll.

F?r mich h?tte D3 als kleines Retro Downloadgame auf xbox live seine richtigen Platz, wie Torchlight, mehr aber nicht.

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farrellybrother
  

@ludgrau und Mad Clown

So langsam ist bei euren hirnrissigen Kommentaren ein System zu entdecken:
- ist ein Game weltweit erfolgreich
- ist ein Game ein wegweisender Klassiker
- ist ein Game international hoch bewertet
...dann findet Ihr es einfach nur durchschnittlich.

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ludgrau
  

Ach AreaGames... wiedermal zu feige für ne 8/10?

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Bramahummel
  

Diablo 1 hab ich ja noch für die gute alte PSone. Fands damals schon madig dass Diablo 2 nicht für die Konsolen rauskam. Hab dann aber festgestellt dass sich Diablo 2 am PC viel besser steuert. Dass auch Hack & Slays auf der Konsole funktionieren bewiesen dann Heroes oder auch die Baldurs Gate DA Titel! Ich möcht halt jetzt mal eine endgültige Mitteilung von Blizzard hören ob das game auf Konsolen kommt oder nicht! Wenn ja würd ich warten, wenn nein, dann würd ichs mir (notgedrungen) für den PC holen !

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Scheiß Game für eine einfach nur schlechte Spieleplattform! Langweilig, Uninspiriert und von schlechter Qualität. als PC Gamer für ich mal so richtig Kotzen wenn ich so einen Müll vorgesetzt bekommen würde XD

Ein Personal Computer ist zum Arbeiten da, und für nichts anderes!

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ninjai71
  

Obergenial das Game! Einzig dieser Onlinezwang selbst für die Solokampagne nervt. Andersherum, ist es schon genial sich einfach an jeden Internet-PC, mit D3 installiert, setzen zu können, kurz mit seinem Battletag einloggen und direkt sein Spielstand inklusive eigener Tastaturbelegung spielen zu können. das hat schon was ;)

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PandaVegetto
  

http://d24w6bsrhbeh9d.cloudfront.net/photo/4227903_460s
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schön das Jan doch noch glücklich mit D3 geworden ist^^

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Nucka
  

Ich als absoluter nicht RPGler, habe mir das Spiel dennoch gekauft und bin einfach nur begeistert.
Leider brauchen die Spiele bei Blizzard immer jahrelang, dafür bekommt man etwas geboten wovon sich sehr viele Entwickler eine Scheibe abschneiden können. Blizzard ist meiner Meinung nach das einzigste Entwicklerstudio das auf Qualität arbeitet und die Spiele viele viele viele Jahre supported.
PS: Schöner Test ;)

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camora
  

So nach gut 30-40 h Spielzeit geb ich auch hier mal meinen Senf dazu.

@enomenon also das spiel ist keinesfalls kunterbund. die meisten areale sind sogar sehr düster gehalten. wenn du diablo was vorwerfen willst, kann man noch sagen das sich die akte doch sehr dem 2. teil gleichen. aber kunterbunt ist da mal garnichts. hast aber sicher schon lang genug gespielt wa.

@valium also der onlinezwang ist natürlich doof, wenn die server ständig den belastungen nicht standhalten, aber das gibt sich ja. ansonsten stört das fast niemanden, die meisten haben ja nunmal diablo 2 auch nur im softcore oder hardcore modus online gespielt. kenne kaum wen der das spiel wirklich offline gespielt hat. und das auktionshaus ist doch super. die droprate ist echt so unglaublich niedrig ohne das auktionshaus würde ich immernoch in normal rumrennen und würde des öfteren den bildschirmtot erleben. gerade dann der sprung auf alptraum ist dann auch sehr heftig und hölle geht richtig hart ab.

eins kann man sagen, das spiel ist deutlich schwerer als diablo2. vielleicht liegt es aber auch an der unerfahrenheit, die wir natürlich noch haben. es macht spaß. es macht wieder süchtig. allerdings ist die droprate von guten, brauchbaren items sehr niedrig. habe aber gehört das es später auf inferno schon ganz gut sein soll. ausserdem ist so ein gefundenes uniqueitem wirklich mal ein erlebnis.

ich bin völlig zufrieden mit dem spiel und freu mich auf viele weitere stunden.

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