Die Gilde DS

Plattform: (NDS)
Release: 09. April 2009

User-Wertung:

Die Gilde DS

Das Mittelalter war rau. Gewerkschaften, 40-Stunden-Woche, Weihnachtsgeld... all das kannte der einfache Geschäftsmann von damals nicht. Ein erster Schritt hin zu mehr Schutz und Mitbestimmung war für die Kauf- und Handwerksleute die Einführung der Gilden. Auf dem DS wird die Geschichte nun so umgeschrieben, dass ihr für diese nützliche Errungenschaft verantwortlich seid. Ob wir dafür dankbar sein sollen, lässt sich in unserem Test überprüfen.

Um eine Gilde zu gründen, benötigt ihr in erster Linie Geld. Viel Geld. Also schnappt ihr euch einen Karren und die wenigen Güter, die sich zu Spielbeginn in eurem Besitz befinden, zieht hinaus in die Welt, die wie die kleine, naive Version der altdeutschen Wirklichkeit anmutet (die zehn Städte der "Die Gilde"-Welt tragen putzige pseudo-reale Namen wie Gamsfurt und Trugstet) und versucht durch geschicktes Wirtschaften ein Vermögen zu machen.

Deal or no Deal?

Nach maximal 15 Minuten habt ihr verinnerlicht, was die optimalen Einkaufs- und Verkaufspreise für die fünf Handelsgüter (Brot, Fleisch, Bier, Kleidung, Luxuswaren) sind. Fortan verbringt ihr viel Zeit damit, über die Karte zu wandern und einen Handel nach dem anderen abzuschließen, um Profit zu machen und Geld in die klamme Kasse zu bringen. Zur Sicherheit könnt ihr vor jedem Deal auch eine Vergleichstabelle aufrufen, die euch die letzten bekannten Kurse aus den verschiedenen Städten aufzeigt. Somit ist immer direkt ersichtlich, ob der bevorstehende Handel der lukrativste ist, oder ob es sich lohnt, die Güter für eine bestimmte Stadt aufzuheben, da dort Angebot oder Nachfrage auf einem vielversprechenden Stand sind. Manche Angaben in der Preistabelle sind aktuell, andere geben nur die Preise wieder, die vor ein paar Wochen gegolten haben. In alten Zeiten verbreiteten sich Neuigkeiten halt noch entschieden langsamer. Doch egal, wie datiert die Werte sein mögen, im Grunde könnt ihr euch immer auf die Faustregel verlassen, dass in größeren Städten mehr Luxusgüter angeboten werden, während kleine Gemeinden mehr Grundnahrungsmittel produzieren. Gerade zu Beginn der Händlerkarriere ist es daher sinnvoll, oft zwischen Groß- und Kleinstädten zu pendeln. Ein treuer Begleiter ist dabei eine Sonnenscheiben-Animation, die ihr bei jeder nächtlichen Rast zu sehen bekommt, denn jeder Weg zwischen zwei Siedlungen wird von mindestens einer erzwungenen Übernachtung unterbrochen. Trefft ihr unterwegs einen anderen Händler und schaut euch dessen Waren an, kostet das ebenfalls eine komplette Spielrunde.
Die Gilde DS

Gibt es die Wurst auch in billig?

Neben jenen Kaufmännern, denen ihr zufällig begegnet, könnt ihr die Züge eurer drei Hauptkonkurrenten jederzeit auf der Karte nachvollziehen. Manchmal kann es passieren, dass ihr auf einen Marktplatz trefft, der kurz zuvor von einem Mitbewerber abgegrast wurde, anderseits kann es aber auch sein, dass die direkten Geschäfte mit den Rivalen für euch ertragreicher sind, als der Besuch des Marktes. Um noch mehr Profit heraus zu holen, dürft ihr bei jedem Handel um den Preis feilschen. Hier kommt ein Minispiel zum Einsatz, bei dem ihr eine fest vorgeschriebene Anzahl von Gewichten so aufteilen müsst, dass sich auf eurer Seite der Waage mehr Masse befindet als beim Gegenüber.
Während ihr von Ort zu Ort zieht, kann es passieren, dass ein Räuber versucht, euch ein wenig Gepäck in Form von Gütern und Geldbeuteln anzunehmen. Nun habt ihr mehrere Möglichkeiten: Das Einfachste ist, sich einfach zu ergeben und dem Schicksal zu fügen, einen Teil des Vermögens zu verlieren. Solltet ihr hingegen einen Fluchtversuch riskieren, kommt ihr im besten Fall ungeschoren davon, wahrscheinlicher ist es jedoch, dass die Flucht misslingt und euch der Räuber zu Strafe noch mehr abknöpft. Wie mit den anderen Händlern könnt ihr bei den Vagabunden auch um den Betrag feilschen, der euch abgenommen wird, oder sie in einem Rhetorikduell davon überzeugen, dass sie sich doch besser eine ehrliche Arbeit suchen sollen. Letzteres lässt zunächst an die legendäre Beleidigungsduelle eines Monkey Island denken, ist im Grunde aber nur ein Minispiel, bei dem ihr Satzfragmente möglichst schnell zusammenfügen müsst. Die sinnvollste Option bei einer Begegnung mit kriminellem Gesindel ist ohnehin der Kampf. Auf dem Touchscreen befinden sich hier vier Symbole für hohe und tiefe Attacke, bzw. Parade. Nun gilt es, die Bewegungen des Schurken schnell zu erkennen, dementsprechend zu reagieren und ihn zurück zu drängen. Habt ihr den Bogen raus, gewinnt ihr in der Folge fast jeden Kampf, müsst nie um eurer sauer erhandeltes Geld fürchten und gestaltet euer Leben fortan viel leichter, ja fast schon zu leicht. In den Räuberlagern lassen sich die Burschen auch selber anheuern, um eure Konkurrenz zu überfallen oder Schutzgeld zu erpressen. Wer durch konstante Geschäftsschädigungen seine drei Rivalen in den Ruin treibt, zwingt sie zur Aufgabe und erreicht auf diesem alternativen Wege sein Spielziel.
Ehrliche Naturen müssen einen anderen Weg zum Erfolg nehmen und die Händlervereinigungen von sich überzeugen. Dies geht aber nur mit dem passenden Titel, für den ihr euch wiederum mit dem Erwerb von Manufakturen und Kontoren qualifiziert. Diese Einrichtungen haben zudem den Nebeneffekt, dass ihr Güter ohne eigene Anwesenheit produzieren und verkaufen könnt. Sobald ihr den Titel eines Kurfürsten habt, lassen sich Gilden per Gesetz ins Leben rufen, wer alle Händlervereinigungen hinter sich bringt, erreicht ebenfalls die Gründung einer Gilde. Vorbei ist das Spiel dann aber noch nicht, wer will kann z.B. noch versuchen, die anderen Spielziele zu erfüllen. Ist auch das erledigt, bietet "Die Gilde DS" als einzigen alternativen Modus noch zehn verschiedene Szenarien an, in denen es beispielsweise darum geht, vorgegebene Handelserfolge zu erreichen.
Die Gilde DS

Seichte Handelssim, die trotzdem Spaß macht

Kommentare

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Ok.. seltsam. Sollte auch kein Vorwurf sein ;-)

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Tim Hopmann
  

Das ist halt der Name des Spiels. Es hei?t "Die Gilde DS".

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Wieso steht eigentlich im Titel "DS", wenn es dahinter eh nochmal f?r das System angegeben ist?

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