Die Sims 3

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Die Sims 3

Ein Jahr Entwicklungszeit. Eine stattliche Zahl, die unweigerlich ein paar skeptische Fragen aufwirft. Wer braucht allen Ernstes so lange, um ein fertiges Spiel auf die aktuelle Konsolengeneration zu portieren? Die Antwort: Ist uns herzlich wurscht – solange das Ergebnis so exquisit ist, wie im Fall von „Die Sims 3“.


Worum geht’s?

Eigentlich um nichts. Beziehungsweise eigentlich um sehr viel. Sehr viele Nichtigkeiten, um genau zu sein. "Die Sims" war und ist einer dieser Titel, die die Gaminggemeinde spalten. Es gibt jene Fraktion der Hardcore-Gamer, die sich fragen, warum sie Geld für ein Spiel ausgeben sollten, in dem man Tätigkeiten nachgeht, die schon im echten Leben keinen Spaß machen. Aufräumen, Rechnungen bezahlen, zur Arbeit gehen - wer mag das schon? Gaming heißt ja im Grunde nur, für ein paar Stunden dem Alltag zu entfliehen, ein Held zu sein, Abenteuer zu bewältigen. In "The Sims" ist man hingegen ein Jedermann, der Alltag ist überall. Dann wiederum gibt es jene, zumeist der weiblichen Spezies zuzuordnende Spieler, die genau darin den Reiz der Sims erkennen. Die hier Träume und Wünsche am Fallbeispiel virtueller Kreationen ausleben können, die im realen Leben unerreichbar scheinen. Oder die sich an der gemächlichen Gangart erfreuen, stundenlang an Tischdeckenmustern feilen, Beziehungen pflegen. "Die Sims" ist das Spiel des Lebens. Mit dem Unterschied, dass hier alle lediglich Kauderwelsch sprechen.

Die Sims – das kann man doch nicht wirklich als Spiel bezeichnen!

Als jemand, der die vorherigen Teile nur mit viel gutem Willen als teurere Tamagotchi-Spinnereien verschmähte, muss auch ich angesichts des dritten Teils zugeben: Es macht wirklich süchtig. Während die Vorgänger sich im Prinzip lediglich in endlosen Micromanagement-Exzessen ergingen und eine Endlosschleife aus Pullern gehen und Geschirrspülen erzeugten, bietet "Die Sims 3" endlich auch fortgeschrittenen Spielern echte Ziele. Da wären zum einen die Lebensaufgaben, die im Grunde als großes Spielziel dienen. Ob man nun die Weltherrschaft an sich reißt, superreich wird oder einfach nur der beste Sportler unter der Sim-Sonne wird - die Aussicht, mit den vielen kleinen Aufgaben, Putzaktionen und Arbeitsstunden auf etwas wirklich Großes hinzuarbeiten, gibt den Sims endlich die dringend nötige Motivationsinfusion. Obendrein hat jeder Sim Wünsche, die man nicht erfüllen muss, aber kann. Für erfüllte Wünsche gibt es Punkte, für die man wiederum Lebenszeitbelohnungen kaufen kann. Dann gibt es Gelegenheiten, also spezielle Missionen, bei deren Abschluss Geldbeträge und andere Belohnungen winken. Und die Herausforderungen, mit denen wir neue Items für den Baukasten erzocken. Wie sich zeigt, offenbart "Die Sims 3" eine nicht enden wollende Palette an Reizen, die uns immer wieder vor den Bildschirm locken und dort für Stunden fesseln. Nur noch eine Gehaltserhöhung erarbeiten, nur noch einen Wunsch erfüllen, noch zwanzig Belohnungspunkte, bis ich meinem Sim endlich das Upgrade "Nie mehr schlafen müssen" kaufen kann.
Ich muss zugeben: Immer dann wenn meine Sims auf einmal beide schläfrig werden und ich minutenlang tatenlos vor dem Bildschirm sitze, erinnere ich mich wieder daran, warum "Die Sims" und "Sims 2" nie eine Bedeutung für mich hatten. Wenn ich mal wieder Abflussrohre abpumpe, riesige Zeitungsstapel vor dem Briefkasten einzeln abtrage oder x-Pizzakartons selbstständig zum Müll trage, weil die doofe KI lieber ein Nickerchen auf dem Bett macht oder Fernsehen glotzt, dann weiß ich, warum echte Gamer Tests wie diesen wahrscheinlich nicht einmal überfliegen werden.
Denn wer erst einmal den versteckten "Gears of War"-Modus in "Die Sims 3" freigeschaltet hat…okay, war nur ein Test, ob jemand mitliest. Aber ernsthaft: An dieser Stelle kann nur eine Empfehlung für den harten Kern der Konsolenjünger stehen. "Die Sims 3" ist im dritten Anlauf tatsächlich mehr Spiel als jemals zuvor und verdient damit endlich auch die Aufmerksamkeit echter Zocker.
Die Sims 3

Was ändert sich auf der Konsole?

Zunächst einmal die Eingewöhnungszeit. Die ersten zehn Minuten erdrücken neue Spieler förmlich mit einem Menüklimbim, dass gut und gerne eine Stunde lang entwirrt werden will. Tutorials, Bedürfnisse, Kaufoptionen, Simsteuerung, Hauptsteuerung, schlagmichtot, all die großen und kleinen Texttafeln bzw. Icons eben, die man für die perfekte Haushaltsführung braucht. Ist man aber erst einmal drin, offenbart sich eine bis ins Detail durchstrukturierte Benutzeroberfläche, die zudem exzellent auf die Steuerung mit dem Gamepad übertragen wurde. Mehr als ein paar Griffe braucht es nie, um Swimming Pools auszuheben oder Gebäudestockwerke durchzuschalten. Logisch, mit Maus und Tastatur steuern sich die Sims immer noch am besten, aber die rund einjährige Entwicklungszeit für die Konsolenportierung ist ganz offensichtlich vor allem für die clevere Gamepadbelegung draufgegangen.
Für Konsolenbesitzer gibt's obendrein sogar etwas Exklusives: die sogenannten Karmakräfte. Erfüllt ihr euren Sims einen der zahlreichen Wünsche ("Kaufe einen neuen Computer", "Koche etwas leckeres zu essen", "Fummele mit der heißen Nachbarin") verdient ihr euch Karmapunkte hinzu. Immer zur Geisterstunde, also pünktlich um 0.00Uhr Mitternacht, wird dann abgerechnet und auf ein Punktekonto addiert. Habt ihr genügend Karma gesammelt, dürft ihr eine der Karmakräfte aktivieren.
Darunter befinden sich einige recht unnütze Fähigkeiten, allerdings auch, pardon, richtig cooler Scheiß. Etwa die Möglichkeit euren Sim auf einen Schlag vollumfänglich zufrieden zu stellen. Für einige Minuten strahlen dann sämtliche Bedürfniss-Meter eures Schützlings in hellstem grün, selbst wenn der inkontinente Tollpatsch vor ein paar Sekunden noch dringend aufs Örtchen wollte, obwohl ihr mitten im Flirtnahkampf mit der geilen Kollegin standet. Desweiteren dürfen wir auf Knopfdruck die Wohnung komplett reinigen, einen verstorbenen Sim zum Leben erwecken oder dessen Aufnahmevermögen kurzzeitig drastisch steigern.
Wer jetzt einen eingebauten Cheatmodus riecht, darf sich entspannen: Für eine durchschnittliche Karmakraft muss man schon eine ganze Reihe von Punkten sammeln, übermächtig wird dieses Feature also nicht. Etwa 35 Punkte verlangt etwa die Sofortreinigung der Wohnung, bei moderat effektiver Wunscherfüllung muss man dafür schon vier Sim-Tage (in der Spielzeit) einplanen.
Die Sims 3

Wo macht die Konsolenfassung Abstriche?

Ganz offensichtlich ist hier vor allem der grafische Aspekt: Auf dem PC gibt es die schärferen Texturen und deutlich mehr Details, die PS3-Fassung hat die üblichen Anti-Aliasing-Mätzchen zu beklagen. Im Grunde lässt sich dies aber durchaus verschmerzen. Denn zum einen ist "Die Sims 3" ohnehin kein Titel, der mit seinen optischen Muskeln spielt und zweitens: Who cares? Wer einfach gemütlich seine siebenfach preisgekrönten Betuniengewächse im Garten gießen möchte, dürfte auf Shadergrafik und HDR-Firlefanz sehr wahrscheinlich pfeifen.
Was dann allerdings doch recht unschön ins Gewicht fällt, sind recht häufige Performancedrops, die sich vor allem dann zeigen, wenn viele Elemente gleichzeitig auf dem Bildschirm zu sehen sind oder im Hintergrund mehrere Aktionen gleichzeitig ablaufen. Die Framerate kommt dann zum Teil gehörig ins Stottern, sorgt sogar für abgehackte Animationen.
Besonders nervig wirkten im Test die Ladezeiten. Bei jedem Standortwechsel innerhalb der Sim-City, lädt "Die Sims 3" nach. Und zwar mehrere Sekunden lang. Das ärgert vor allem bei komplexeren Wünschen oder den sogenannten Gelegenheiten, die häufig den Besuch mehrerer Ortschaften erfordern. Zwar lässt sich das Problem durch die Installation auf der Festplatte (vor allem auf der Xbox) senken, ätzend sind die ständigen Spielpausen aber weiterhin.
Die Sims 3

Sogar an den Onlinemarkt wurde gedacht. Das ist doch klasse, oder?

Aktuell leider noch nicht. Der EA Store bietet nämlich derzeit kaum bis gar keine Auswahl. Selbst wenn man also tatsächlich gewillt ist, für eine Tischdeckenklammer oder drei neue Fußbodenwärmer sein Erspartes zu opfern, macht es einem das maue Angebot derzeit noch recht schwer. Ebenfalls nicht ganz optimal ist das Exchange-Feature, also der Austausch von usergeneriertem Content. Auch hier nerven beim Umblättern der Seiten die angesprochenen Ladezeiten, was das unbedarfte Stöbern zum Geduldstest verkommen lässt. Hier muss EA noch mal dringen ran!

Die Sims 3 - Gameplay Trailer


Schlafraubende Konsolenportierung

Kommentare

  

Nennt es CALL of Duty Die Sims und es wird alle Rekorde brechen

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Saibot
  

Ich hab mir gerade echt den ganzen Test zu Sims durchgelesen :D
Guter Schreibstil! :)

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Was haben die sich eigentlich bei den Frisuren gedacht bei der Sim erstellung? Sogar Vokuhila Asischnitt is dabei!

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Wakko_Yakko
  

Urspr?nglich habe ich den zweiten Teil mal f?r meine Freundin gekauft, das hat sich dann aber mit einer pl?tzlichen Trennung ?berschnitten. Naja, irgendwie hat sich das Teil dann von selbst in mein Laufwerk gelegt und installiert, da konnte ich nat?rlich nicht anders als es zu spielen und bin ziemlich s?chtig geworden :D

Mal sehen ob sich der dritte Teil auch von selbst kauft und in meine Xbox krabbelt, man weiss ja nie.

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The_Jo
  

es gibt noch eine dritte Gruppe: es ist einem v?llig egal :) und zu der z?hl ich mich.

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PipBoy95
  

Die Sims ist wahrscheinlich das Spiel an dem sich die Geister scheiden Entweder man liebt es oder hasst es.
Ich pers?nlich geh?re eher Letzteren an

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Nr 47
  

ich glaub ich hols mir.
bei meiner pc version ist der launch kaputt und ich kanns nicht mehr starten.
habe die collecters edition und 2 erweiterungspacks :(

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Gonga
  

ich kann mit sims eh nichts anfangen aber ne 8/10 scheint wohl doch nicht so langweilig zu sein

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Orphus
  

Es ist ein Unterschied zur PC version und der sollte drinnen stehen in einem Test. Es geht einzig und allein um die M?glichkeiten.

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Jace
  

Hab gerade ?berlegt ob ich einfach nur "siehe oben" posten soll.

Jedes Spiel hat nunmal Grenzen. Aber wenn ich bei den Sims die gro?e Villa kaufe und dazu nach ausbaue bin ich bis Juli2012 besch?ftigt bevor ich mir das leisten kann und das Limit erreiche.

Abgesehen davon ist so ein Limit auch nicht gerade unrealistisch... oder stapeln sich in deinem Wohnzimmer die Schr?nke?

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