DiRT Showdown

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 24. Mai 2012

User-Wertung:

Test: DiRT Showdown

Einige von euch werden sich vielleicht noch an ein Rallyspiel namens „Colin McRae: Dirt“ erinnern. Da ging es im großen und ganzen darum, ganz besonders schnell auf schicken Rallypisten unterwegs zu sein. Ich erwähne das nur, weil sich Codemasters Racing Teams zumindest mit dem Spin-Off „Showdown“ endgültig von jedem ernsten Racing-Anspruch entfernt hat. Eigentlich schade.

1995 brachte eine englische Firma namens Reflections ein chaotisches Rennspiel namens Destruction Derby auf die Playstation. Das Spiel verkaufte sich schneller als Feuerlöscher bei einem Crashrennen und kurze Zeit später brachte man einen zweiten Teil heraus. Dann hatte man von der ganzen sinnlosen Zerstörung aber genug und startet mit der "Driver" Reihe weiter durch. Die Zeit der Zerstörungsorgien schien damit vorbei. In Spielen wie Flat-Out oder Burnout waren reine Crash-Arenen meistens nur ein Nebenschauplatz oder Bonus. Codemasters widmet den arcadigen Demolierungsveranstaltungen nun ein eigenes Spiel: DiRT Showdown. Was in ersten Ankündigungen noch den Eindruck einer Download-Erweiterung für DiRT 3 mache, entpuppte sich wenig später als Vollpreisspiel.
Doch so ganz gelingt es dem Spiel nicht, den Vollpreis auch zu rechtfertigen. Zuviel Spielmodi, Schauplätze und Menu-Oberflächen wurden offenkundig von DiRT 3 übernommen. Aber der Reihe nach: In Showdown geht es vor allem um Action. Damit es so richtig schön kracht, führt Codemasters jede Menge Fantasie-Autos ein, die man eindrucksvoll zerlegen kann oder gegen verdientes Geld aufrüsten kann. Einige echte, lizensierte Autos bietet das Spiel auch, diese dürfen aber nur auf den Gymkhana-Strecken benutzt werden, wo es nicht darum geht, die Gegner in Einzelteile zu zerlegen sondern hübsche Tricks aneinander zu ketten. In den meisten der 10 verschiedenen Spielmodi geht es allerdings hart zu Sache: Die klassischen Rundkurs- und Eliminator-Rennen bieten schon genug Rempeleien, auf den berüchtigten 8-Ball Tracks, bei denen sich die Fahrbahnen kreuzen, herrscht dann schnell pures Chaos. Die Königsklasse machen dann die Knock Out Events aus, bei denen die Gegner von einer Plattform gestoßen werden können. Anbetracht der arcadigen Natur dieses Spiels verwundert auch die ausgeprägte Gummiband KI nicht, die das Fahrerfeld bei Rennen immer schön beisammen hält. Sollte man als Spieler mal etwas zurück liegen, kann man sich allerdings darauf verlassen, dass die Computerfahrer zuverlässig Unfälle bauen, damit man in Ruhe aufschließen kann. Allerdings, und darüber sollte man sich im Vorfeld im Klaren sein, spielen klassische Rennen in den 52 Events des Singleplayers eine untergeordnete Rolle.
Test: DiRT ShowdownDa passt es doch ganz gut, das auch das Handling der Fahrzeuge im Vergleich zum Vorgänger einsteigerfreundlicher gemacht wurde. Besonders auffällig ist das bei den Hoonigan-Events, die früher noch Gymkhana hießen. Das gezielte Driften und der fachmännisch ausgeführte Donuts geht nun etwas leichter vom Joypad als in DiRT 3 und seinen teilweise extrem kniffligen Trickrennen. Und natürlich darf auch kein Nitro-Boost fehlen, schließlich bewegen wir uns jetzt im Arcade-Genre.

Optisch ist auch Showdown wie immer ein Genuss, verrichtet doch die Codemasters eigene Ego-Engine wieder ihren Dienst. Leider kommen einem diverse Schauplätze des Spiels etwas zu vertraut vor und in einigen Fällen trügt der Eindruck auch nicht. Nicht nur der Battersea Power Station Bereich war bereits in DiRT 3 Kulisse, auch andere Strecken wurden sichtbar aus den Assets des Vorgängers recycelt. Da man die meiste Zeit in Fantasiewagen unterwegs ist und das Spiel ohnehin keine Ansprüche auf den Simulations-Thron hat, wurde auch auf eine Cockpitperspektive verzichtet. Ansonsten glänzt das Spiel aber mit einer flüssigen und schicken Grafik, die verschiedene Tag- und Nachtzeiten kennt und deren einziges Manko die langen Ladezeiten sind. Die liebgewordenen Codemasters-Menus sind natürlich auch wieder mit von der Partie.
Am meisten Spaß macht ein Spiel wie Showdown natürlich online, und auch hier gibt sich Codemasters keine Blöße: Fast alle Spielmodi des Singleplayer lassen sich auch online spielen, zusätzlich gibt es sogar noch eine witzige Capture-The-Flag Variante. Die Online-Rennen laufen größtenteils lagfrei ab und bieten jede Menge chaotischen Spaß, den man am besten mit Freunden samt Headset genießen sollte.
Test: DiRT ShowdownNormalerweise sind es oft technische Mängel oder Gameplayschwächen, die ein ansonsten gutes Spiel auf eine Sieben runterziehen. Doch DiRT Showdown sieht klasse aus und spielt sich prima. Und trotzdem fehlte mir bei den meisten Spielmodi einfach etwas wichtiges: Der Spielspaß. Das chaotische um die Wette rammen in kleinen Arenen hat mir jedenfalls nur wenig Spaß gemacht. Und auch die Tatsache, nach DiRT 3 schon wieder Gymkhana Tricks aneinander zu reihen, machte die Sache nicht besser. Teilweise wirkt Showdown wie eine Sammlung von Minispielen ohne Hauptspiel. Ein Teller voller Gemüse, aber ohne Steak. Ich habe keine Ahnung, ob "Showdown" ein Ergebnis der Marktforschung oder nur schlichtweg eine fixe Idee der Entwickler war. So richtig vermisst habe ich allerdings Demolition Derbies in den letzten 10 Jahren nicht. Für mich waren die Takedowns in Burnout die konsequente Evolution dieser Zerstörungsrennen. Codemasters Entscheidung, ein komplettes Spiel mit dem Schwerpunkt auf Crash-Rennen zu entwickeln hat damit bei mir nicht gerade offene Türen eingerannt. "Hey, Tester! Wenn du kein Fussball magst, dann teste doch nicht FIFA!" mag sich jezt so mancher denken. Und trotzdem sei mir meine leichte Enttäuschung verziehen, die ich anbetracht eines Spiels habe, das nie ganz den Eindruck abschütteln kann, es wäre als Add-On für DiRT 3 besser aufgehoben gewesen. Wie immer lässt sich die Demo des Spiels gut als Indikator für den Leser nutzen. Wem hier schon die Action zuviel und zu chaotisch war, der braucht sich über den Erwerb des Spiels keine weiteren Gedanken machen. Wer nach langer Zeit aber mal wieder so richtig Lust auf Demolition-Derbies hat und vielleicht sogar plant, im gelungenen Multiplayer Kumpels durch die Gegend zu crashen, kann gerne bis zu zwei Punkte auf die Wertung aufschlagen. Alle anderen, die sich nach DiRT 3 etwas mehr Rally und etwas weniger Gymkhana gewünscht haben, können diesen Teil allerdings aussetzen und sich statt dessen auf das nächste GRID 2 oder ein echtes DiRT 4 freuen.

Kommentare

pc_only_user_95
  

Zum Budgetpreis hätte es gleich von Anfang an verkauft werden sollen, so hätte es sicherlich ein paar Käufer mehr gefunden.

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Bramahummel
  

Budget Titel! Wenn überhaupt.

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Mettroid95
  

Ich denke ich warte auf Dirt 4 ! Die Demo hat mich auch nicht sonderlich überzeugt !

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Beelzebub
  

War irgendwie mach der durchwachsenen Demo zu erwarten daß das nicht der Überhammer wird.

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PandaVegetto
  

tjoar, ich habe auch keine Lust auf Showdown und warte auf Dirt4.
Hatte mich schon etwas über die hohen Wertungen gewundert nach den Previews, aber M!Games vergibt auch nur 75%.

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Datum:

25.05.2012, 17:00 Uhr

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