Dishonored

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 12. Oktober 2012

User-Wertung:

Hands-On: Dishonored - Die Maske des Zorns

Nach der Präsentation im letzten Jahr wurde es recht still um Dishonored. Wir waren in Frankfurt bei Bethesda zu Gast und durften einen Blick auf die aktuellen Fortschritte des Spiels werfen. Ob es sich lohnen könnte in die Rolle des Steampunk-Assassinen Corvo zu schlüpfen oder man sich lieber den Behörden der Stadt Dunnwall ergeben sollte, erfahrt in unserer Vorschau.


(Eigentlich ist dieses Hands-on eher ein Hands-off, denn das Spiel wurde nur live vorgespielt)
Hands-On: Dishonored - Die Maske des ZornsDie Zukunft von Dunnwall ist ungewiss, denn zwei Geschehnisse bringen die Gesellschaft der Stadt ins Wanken. Eine Seuche unbekannten Ursprungs rafft immer mehr Menschen dahin und lässt sie zu sogenannten "Weinern" mutieren. Entstellte humanoide Kreaturen die im Endstadium aus ihren Augen bluten. Übertragen wird sie von den allgegenwärtigen Ratten. Der Adel sucht daraufhin sein Heil hinter hohen Mauern, Energiebögen-Toren und Wachmannschaften. Und baut schlussendlich eine BigBrother-ähnliche Infrastruktur auf, um Infizierte von den Ghettos der Reichen fernzuhalten und gnadenlos zu vernichten. Der Pöbel ist der Seuche sozusagen schutzlos ausgeliefert und muss aber weiterhin das wichtige Walöl, der Treibstoff der Welt von Dishonored, heranschaffen. In dieser prekären Lage wird die Kaiserin von Dunnwall von einem Attentäter gemeuchelt und der Mord wird ihrem Leibwächter Corro Attano, und damit dem Spieler, angehängt. Und so beginnt die eigentliche Handlung von Dishonored: Die Maske des Zorns auch im Knast. Dort bekommen wir Besuch von einer mysteriösen Gestalt, dem "Outsider" (siehe Trailer) Er verleiht Corvo magische Kräfte und damit die Möglichkeit sich an denen zu rächen, die ihm den Mord an der Kaiserin in die Schuhe geschoben haben. Beschrieben haben die Entwickler den "Outsider" als gottähnliches Wesen, das weder gut noch böse ist, aber über die Aktivitäten von Corvo wachen wird. Welches Ziel oder welche Motivation der "Outsider" hat, dürfte ein weiteres Geheimnis sein, dass es später im fertigen Spiel zu ergründen gilt.
Hands-On: Dishonored - Die Maske des ZornsDie Präsentation durch die beiden Spieldesigner Harvey Smith (System Shock, Deus Ex, Deus Ex: Invisible War) und Raphael Colantonio (Arx Fatalis, Dark Messiah, BioShock 2) beginnt mit zwei verschiedenen Durchläufen von ein und derselben Mission. Corvo soll in ein Badehaus der Schönen und Reichen eindringen und dort die Pendleton-Brüder ausschalten. Warum und wieso es die beiden auf die Abschussliste geschafft haben, wurde uns nicht mitgeteilt, da es nur ein kleiner Ausschnitt (ungefähr 1/3) der Mission sei, so die Entwickler. Als erstes zeigen sie die Stealthvariante und danach folgt ein furioser Actiondurchgang bei dem Corvo sein gesamtes Fähigkeiten- und Waffenarsenal einsetzt. Aber der Reihe nach. Für unsere leise Infiltration müssen wir uns zuerst für einen Eingang entscheiden, denn laut Herrn Colantonio gibt es insgesamt acht Wege um in das Badehaus "The Golden Cat" einzudringen. Angedeutet wurden der Weg über die Dächer bis hin zu einem Balkon, wo wir eine Wache unschädlich machen müssten oder man bricht eines der Fenster oder die Vordertür auf oder oder oder….
Letztendlich entscheidet sich unser Vorspieler (wie zu Beginn erklärt, wir durften nur zusehen) für einen völlig anderen Weg und greift dafür auf einen der magischen Tricks unserer Figur zurück. Mit "Possession" ergreift Corvo Besitz von einer der überall herumlaufenden Ratten und schlüpft so durch ein kleines Abwasserrohr in das Gebäude. Das Rohr endet in der Damentoilette, wo wir uns blitzschnell in eine Nische unter der Decke per "Blink"-Fähigkeit teleportieren, um nicht von zwei anwesenden Damen entdeckt zu werden. Eine Anzeige im HUD informiert uns dabei über unseren momentanen Stealthstatus. Wir verweilen noch kurz in unserem Versteck und lauschen dem Tratsch und Klatsch der beiden Dirnen und erfahren so den Aufenthaltsort einer unserer Zielpersonen. Einer der Pendleton-Brüder soll sich im Saunakeller mit einer der Kolleginnen der beiden Damen aufhalten. Generell wird es in jeder der 13 Missionen immer wieder durch das Belauschen und Führen von Gespräche sowie dem Lesen von verstreuten Büchern und Notizen wichtige Informationen geben, die bei der Hauptmission helfen oder gleiche neue Nebenmissionen eröffnen.
Wir verlassen die Toilette und schleichen uns in die unteren Gewölbe. Um den Blicken von Wachen, Gästen und Personal zu entgehen, ist Corvo jeder Weg recht. Es geht geduckt hinter Geländern entlang oder per Teleport von Kronleuchter zu Kronleuchter. Verschlossen Türen wurden kurzerhand dadurch geöffnet, dass wir mit "Possession" eine nahestehende Wache übernahmen, diese die Tür aufschließen ließen und so getarnt hindurchgingen. Die Übernahme von Menschen ist allerdings eine stark "Essenz"-zehrende Maßnahme (Essenz = Mana) und erst ab Stufe 2 der Fähigkeit möglich. So eine Übernahme eines fremden Geistes bleibt aber vom Opfer und von umstehende Personen nicht ganz unbemerkt. Der Besessene klagt über Unwohlsein und er wird auch von anderen auf seinen "komischen" Zustand angesprochen und bei zu auffälligen Aktionen rufen diese auch weitere Wachen herbei oder greifen selbst an. Daher sollte man schleunigst eine ruhige Ecke finden, bevor die Zeit abgelaufen/die Essenz aufgebraucht ist und man wieder "aus der Haut des Opfers" fährt. Der Ex-Besessene ist dann noch kurzzeitig etwas benommen, dieses Zeitfenster gilt es dann sofort zu nutzen, um das ehemalige Opfer zum Schweigen zu bringen. Hier lässt Dishonored einem die Wahl, ob man den Gegner für immer zum Schweigen bringt, sprich tötet, oder ihn nur betäubt. Bei einer anderen verschlossenen Tür spähten wir durchs Schlüsselloch und entdecken ein Aquarium voller Fische. Wieder nutzten wir "Possession" und gelangten so ins nächste Zimmer. Niedere Lebewesen wie Ratten oder Fische können im Gegensatz zu Menschen deutlich länger "besessen" werden.
Hands-On: Dishonored - Die Maske des Zorns
Bevor Harvey Smith und Raphael Colantonio mit dem actionbetonten Durchgang begonnen haben, gaben sie noch weitere Details zu den Missionen preis: Erfüllt man Nebenmissionen verändert sich der Startpunkt der Mission, statt auf der Straße könne die Mission auch gleich in der Kanalisation oder auf den Dächern starten, wodurch der Spieler eine bessere Ausgangsposition erhält und einem so schwierige Passagen erspart bleiben. Spielt man eine Mission erneut, ändert das Spiel den Aufenthaltsort der Zielperson. Nicht nur bei der Wahl der Wege bietet Dishonored viele Optionen, auch beim Ausschalten der Ziele habt ihr die Wahl zwischen mehreren Möglichkeiten. Neben dem offensichtlichen Mord, der Inszenierung eines Unfalls lassen sich Zielpersonen auch "friedlich" aus dem Weg räumen. Man wird Beweise manipulieren und so Feinde in Ungnade bei ihren Herren fallen lassen können, so dass sie in die Verbannung geschickt werden.
Hands-On: Dishonored - Die Maske des ZornsDanach wurde noch zweiter, optisch völlig gegensätzlicher, Level gezeigt. Im "Flooded District", einem von Hochwasser zerstörten Slumviertel, wurde der Kampf gegen die "Tallboys" vorgeführt. Die "Tallboys" sind jene Soldaten des neuen Lordregenten, die auf meterhohen energiebetriebenen Stelzen durch die Viertel patroullieren und mit explosiven Brandpfeilen infizierte Menschen auslöschen. Kaum ein anderes bisher veröffentlichtes Designelement erinnert so stark an Viktor Antonovs Half Life 2-Herkunft. Die "Tallboys" ähneln sehr stark den "Stridern" aus HL2. Dieser Level wurde nur recht kurz vorgespielt, um zu zeigen auf welche Weise sich im Kampf die Fähigkeiten und Waffen kombinieren lassen. Die Brandpfeile der "Tallboys" lassen sich per "Windstoß" zurückwerfen, wodurch sich die Stelzenpanzerung der Soldaten oben öffnet, in dem Moment springt man mit der Fähigkeit "Doppelsprung" auf Augenhöhe zu den "Tallboys" hoch und gibt ihnen den Rest. Bereits jetzt sollen die Tester auch ungewöhnliche Taktiken entdeckt haben, welche die Entwickler gar nicht vorgesehen hätten. So hätten Tester den Feind auf sich schießen lassen, daraufhin die Zeit eingefroren, dann vom Schützen Besitz ergriffen (die Zeit stand weiterhin still) und ihn in der Flugbahn der eigenen Kugel abgestellt, so dass sich der Schütze selbst erschoss. Klassischer Selbstmord eben... Den Tod durch einen Sturz aus großer Höhe umgingen die Tester mit Hilfe von "Possession". Sie sprangen vom Dach eines Hauses und kurz vorm Aufprall ergriffen sie Besitz von einer, vor dem Haus stehenden, Wache und verließen ohne einen Kratzer die Szene.
Hands-On: Dishonored - Die Maske des Zorns
Während einer Mission gibt es nebenbei noch viel zu entdecken. Da wären zum einen Wertgegenstände und Runen mit denen sich Ausrüstung und Fähigkeiten kaufen und verbessern lassen. Waffen können nach einem Upgrade etwa Feinde direkt in Rauch auflösen, so dass ein Verstecken der Leiche nicht mehr nötig ist. Zum anderen werden ca 20 von 50 Talismanen (Bone-Charms) pro Spieldurchgang auffindbar sein. Diese Knochentalismane gewähren zusätzliche Extra-Fähigkeiten.
Doch nicht nur die verschiedenen Fähigkeiten Corvos sorgen für eine tolle Dynamik bei Dishonored. Im Hintergrund läuft ein sogenanntes Chaossystem mit, welches all eure Taten und Entscheidungen aufzeichnet und daraufhin die Spielwelt verändert. Starben die Zielpersonen? War es ein Unfall, Mord oder wurden sie nur mundtot gemacht? Wurden Wachen getötet, wenn ja viele oder wurden sie nur betäubt? Hat man auch Unschuldige sterben lassen, wie zum Beispiel die Dirne beim Dampfbadunfall einer der Pendleton-Brüder? Welche Nebenmissionen wurden angenommen, welche abgelehnt? Es verändern sich Dialoge und Szenen, die NPCs reagieren anders auf euch, die Menge an Ratten in Dunnwall nimmt zu oder ab. All das bestimmt, welches der drei Enden der Spieler zu Gesicht bekommt.
Auch wenn der Anblick von Dunnwall mit all seinen unterschiedlichen Stadtvierteln den Eindruck erweckt, es handle sich um einen Open-World-Titel, so ist Dishonored ein klassisches missionsbasiertes Spiel. Ausgangspunkt aller Aktivitäten wird ein alter verlassener Pub sein. Dort wird sich mit der Zeit ein Händler (euer Upgrade-Center) niederlassen und NPCs werden euch vor und nach einer Mission eventuell besuchen und Informationen oder gleich Nebenmissionen anbieten.
Hands-On: Dishonored - Die Maske des ZornsTechnisch lässt sich nicht allzu viel sagen, denn es wurde eine nur für das Event erstellte PC-Version vorgespielt. Die hingegen begeisterte das Auge schon jetzt mit messerscharfen und hochaufgelösten Texturen. Gesteuert wurde die Fassung aber mit einem Xbox-Controller und nicht mit Tastatur und Maus. Laut Aussage der beiden anwesenden Gamedesigner habe man auch viel Wert auf den Mehrkanalton gelegt, damit sich Geräusche auch tatsächlich orten lassen, was natürlich beim lautlosen Vorgehen hilfreich ist

Kommentare

zaziki78
  

Wie schnell es manchmal gehen kann... ein Abschnitt Text und ich will´s, Vorbestellung kurze Zeit später...
Ab jetzt nicht´s mehr zum Game anschauen und ich werde meinen Spaß haben. Solange die Finanzen es erlauben ist eine Enttäuschung wegen Spoilern, Flamen oder Macken, die mir nicht selbst auffallen würden schlimmer, als ein Fehlkauf ;)

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gelöscht
  

Du hast ein Missionshub, den Pub in dem du dich frei bewege kannst und wenn du eine Mission dann beginnst wirst du quasi zum Startpunkt gebracht und machst dich dann in einem "linearen" Level mit Abzweigungen (den Nebenmissionen) auf den Weg zur Zielperson.
Die Entwickler nannten das "multilinear". Frei durch Stadt wie GTA, LA Noire und co wird es nicht gehen. Aber ich bin sicher die zeigen demnächst noch mehr. Uns wurde da quasi nur die grundlegenden Möglichkeiten und Features gezeigt. Kein kompletter Level.

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Jacuzzi
  

Eine Frage habe ich noch.
Ich habs irgendwie nicht ganz verstanden. Also es ist so dass man ein Hauptquartier nimmt da seinen Auftrag an und wird dann zum Auftrag "teleportiert". Oder ist es schon eine Frei begehbare Welt in der man aber sonst nichts machen kann so wie damals bei L.A. Noire?

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2happy
  

kling wirklich extrem vielverprechend! hoffentlich stimmt die spielmechanik.....

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Pairikas
  

Das Spiel wird sicherlich für einen zweiten Durchgang gut sein, bei den ganzen Freiheiten die man haben soll kann sich so ein Walkthrough sicher ganz unterschiedlich anfühlen und spielen.
Hab mittlerweile echt grosse Hoffnung was das Spiel betrifft. Die Idee, die Leute die daran arbeiten, das was man bisher gesehen hat - da passt einfach alles.
Und neue hochkarätige Videospielmarken spriessen heutzutage ja auch nicht gerade aus dem Boden, schon deswegen sollte man das Spiel im Auge behalten.

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gelöscht
  

Zur Spielzeit haben sie nicht wirklich etwas sagen können, aber 13 Missionen + Sidemissions und die freie Wahl des Spielstils [Action und/oder Stealth] werden einen sicherlich länger als einen CoD/BF3 Kampagnen-Speedrun beschäftigen.

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toul81
  

das spiel gefällt mir jetzt schon sehr gut also ich bin mir schon sehr sicher das ich es mir kaufen werde. hoffe aber nicht das es eine 5 stunden story hat will mindestens eine 10 stunden story und länger

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