Dishonored

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 12. Oktober 2012

User-Wertung:

Video-Test: Dishonored

Mit "Dishonored" ist in diesem Jahr der heißeste Anwärter auf den Stealth- und Multiple Choice Thron des Jahres erschienen. Eigentlich kann nur noch Agent 47 dem maskierten Rächer noch gefährlich werden. Warum Dishonered unsere Herzen im Sturm erobert hat, seht ihr in unserem Videotest.

Willkommen in der Steampunk-Welt von Dunwill: Als Spieler schlüpfen wir in Haut von Corvo Atano, dem Leibwächter der Kaiserin. Diese hatte uns auf eine wichtige Mission geschickt: Wir sollten in den benachbarten Königreichen nach Hilfe suchen, denn eine von Ratten übertragene Seuche rafft die Bevölkerung des Heimatlandes nieder. Nun, so richtig erfolgreich war unsere Suche nicht und so können wir der Kaiserin leider nur schlechte Nachrichten übermitteln. Allerdings wird diesmal nicht wie so oft der Bote für die Nachricht hingerichtet, sondern die Empfängerin. Und schon stecken wir im Schlamassel. Die Kaiserin ist tot, die Thronerbin entführt, und wir werden natürlich vom oberfiesen Lord Regenten als Mörder verhaftet. Tapfer und ohne Hoffnung warten wir auf unsere Hinrichtung, als uns eine Gruppe Kaiser-Treuen die Hilfe anbietet. Wieder in Freiheit, kann sich Corvo nun der Rache und der Befreiung Emily widmen.
Mit Hilfe der Königstreuen, die ihren geheimen Stützpunkt praktischerweise in einem Pub betreiben macht sich Corvo zu neun umfangreichen Einsätzen auf, in denen viele böse Wiedersacher aus dem Weg geräumt werden müssen und Emily auf den rechtmäßigen Thron befördert wird. Der Weg dahin ist allerdings steinig, und so rüstet uns der leicht verrückte Ingenieu Piedro mit einigen netten Spielzeugen und einer Maske auf, die uns Anonymität verschaffen soll. Netter Nebeneffekt: Wir haben diverse Zoomfunktionen in der Gesichtsverkleidung.
Dishonereds Spielwelt ist eine interessante Mischung verschiedener Themen. Da ist zum einen der Steampunk-Ansatz. Schließlich mixt Dunwall Mode, Plakate und Archtitektur des 19. Jahrhunderts mit zahlreichen Gerätschaften, die mit Wal-Öl betrieben werden und direkt wie aus City 17 von Half Life 2 importiert scheinen. Was natürlich kein Zufall ist, denn dessen Designer Viktor Antonovs ist auch für das Design der Fahrzeuge, Roboter und Sicherheitssysteme in Dishonered verantwortlich. Xbox 360 Spieler finden sich vielleicht sogar an Fable 3 erinnert, das ein ähnlich spätviktorianisches Weltbild bot.
Als maskierter Corvo bekommen wir von unseren Verbindungsleuten bei den Königstreuen unsere Aufträge. Hier gilt es, bestimmte korrupte Würden- oder Amtsträger der Stadt auszuschalten, Informationen zu beschaffen und natürlich Emily zu retten. Wie man das Ziel erreicht liegt am Spieler. Klassisch veranlagte Naturen können sich bequem zu den jeweiligen Zielobjekten durchballern und müssen dabei nur auf Munitionsvorräte achten. Denn der Kampf mit dem Schwert ist nur bei vereinzelten Gegnern sinnvoll, Gruppen von Gegnern sollten auch Action-Spieler aus dem Weg gehen. Viel mehr Spaß macht das Spiel jedoch, wenn sich Corvo möglichst unauffällig seinen Zielen nähert. Hier stehen ihm viele Geräte und Fähigkeiten zur Verfügung. Dank der Fähigkeiten eines geheimen Outsiders stehen Corvo auch magische Tricks zur Verfügung, mit denen er sich teleportieren kann oder in Tiere verwandeln. Gerade die Teleportfunktion ist überaus nützlich, um sich aus den Sichtkegeln der Wachen zu teleportieren. Denn in Dishonored gibt es nicht den klassischen Stealthweg, sich Schatten zu suchen oder Lichtquellen auszuschalten. Stattdessen sollte man stets versuchen, aus der Sichtlinie der Gegner zu verschwinden oder sie in eine andere Richtung zu lenken.
Zum Beispiel in Richtung der Ratten, die eine wichtige Rolle in Dishonored spielen. Zum einen sind sie Überträger der Seuche, die die Einwohner von Dunwall in zombi-artige Weiner verwandelt. Zum anderen sind die gefräßigen Nager auch ideale Leichenentsorger. Verwandelt sich der Spieler selbst in eine Ratte, kann er durch enge Gänge schleichen und sich so neue Wege erforschen. Und an alternativen Routen herrscht in Dishonered nie ein Mangel. Der selbe Raum mit den selben Gegnern ist meist auf ein dutzend verschiedene Arten zu meistern. Das Spiel bietet damit vor allem experimentierfreudigen Naturen jede Menge Futter. Selbst wer sich nur mit Waffengewalt durch die Level schnetzelt hat noch genug zu tun, die ganzen verstecken Upgrades, Audio-Logs und Notizen des Spiels zu finden.
Doch das Schleichen und die Zurückhaltung beim Metzeln seiner Gegner belohnt das Spiel unter durch eine Chaos-Anzeige. Wer stets wie Rambo durch die Level wütet bekommt es im Verlauf mit mehr und stärkeren Gegnern zu tun. Außerdem ändert sich auch sein Story-Abschluss, der deutlich düsterer ausfällt als für Spieler, bei denen Unauffälligkeit Trumpf war. Um sein Chaos-Level gering zu halten, sollte man weniger als 20 % der Gegner in einem Abschnitt töten. Wer es natürlich genau nimmt, kann auch jeden Level ohne einen einzigen Toten abschließen und bekommt dafür gesonderte Achievments und Trophäen. Wer aufmerksam den Gesprächen der toll synchronisierten Einwohnern lauscht bekommt sogar hinweise, wie er die Missionsziele erreichen kann ohne direkt einzugreifen. So können böse Menschen in den Selbstmord getrieben werden oder wir vertauschen einem Bösewicht die Schnapsgläser, mit denen sie eigentlich einen Wiedersacher umbringen wollten. Das alles erinnert an die Hitman-Reihe ist aber in vielen Fällen noch weitaus origineller gelöst.

Unser Fazit

Dishonored ist ein Geschenk der Götter für alle Fans von Spielen wie Deus Ex, Thief oder Hitman. Das atmosphärisch dichte Dunwall bietet an jeder Ecke nette Nebengeschichten, die in perfekter Synchronisation und toll geschriebenen Dialogen vorgebracht werden. Dabei schafft es das Spiel sogar, in seinen bizarren Missionen und Szenarien deutlich an den genannten Genre-Vätern vorbei zu ziehen. Gerade die vielen Möglichkeiten, Zielpersonen aus dem Weg zu schaffen sind unglaublich einfallsreich inszeniert und führen zu vielen Überraschungen. Dass es möglich ist, das gesamte Spiel ohne einen einzigen Toten abzuschließen ist wahnsinnig motivierend und bietet auch eines der spannendsten Spielerlebnisse des Jahres. Dabei ist Dishonored nie zu weichgespült. Die Gewaltdarstellung ist genauso kompromisslos wie der höchste Schwierigkeitsgrad, der Profi-Schleichern eine packende Herausforderung beschert. Natürlich kann man auch hier Haare in der Suppe finden:
Die Stealthmechanik aus der Ego-Perspektive klappt nicht immer so gut wie bei Sam Fischer und co und der Verzicht auf eine klassische Schatten-Licht Mechanik führt dazu, dass nicht immer ganz klar ist, wo man gesehen wird und wo nicht. Auch die missionsübergreifende Handlung ist nie so spannend und gut wie die einzelnen Nebengeschichten. Eine New Game Plus Funktion wird ebenfalls schmerzlich vermisst. Wer das Spiel allerdings vor allem als Stealthspiel in der Tradition eines Thiefs versteht wird dutzende Stunden in Dunwell verbringen auf der Suche nach der perfekten Lösung eines Szenarios. Für geduldige und experimentierfreudige Spieler ist Dishonnered damit eine Offenbarung und ein Spielerlebnis, das seines gleichen sucht.

Kommentare

peppo70
  

Ach jo, ich fabriziere auch Winde mit lang anhaltenden, schwankenden Tönen, also von daher :-)

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2happy
  

Update: Grafik hin oder her, das Spiel macht echt s?chtig. Lustig wie das Game von Thief klaut: Die ambient sounds (Wind plus langer, schwankender Ton) ist 1:1 von Thief abgekupfert :-)

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Der Ralle
  

Habe jetzt nur das erste Kapitel durch und kann schon jetzt sagen, dass Dishonored etwas ganz besonderes ist und sich einreihen kann bei Half Life, Bioshock, Mass Effect, Halo, GTA, Metal Gear etc. Ich hoffe das Abverkaufszahlen dem Titel gerecht werden. Alles andere läßt nur erahnen dass unser Hobby dann langsam den Bach runter geht und zur Casual, Hobby - Handyspielerbranche verkommt.

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2happy
  

Ich habs heute bekommen (PS3) und erst ein oder zwei Stunden gespielt. Synchro scheint ziemlich hochwertig zu sein, optisch ist es eher ein Schlag ins Gesicht: Matschige Texturen, Gesichter auf Ps2 Niveau, seltsame, unrealistische Animationen. Aber ich bin noch ziemlich am Anfang und habe grade mal zwei F?higkeiten gelernt - jetzt mal abwarten, wie sich das Spielerlebnis damit gestaltet :-) Dass es kein "Stealthometer" gibt, ist auf alle F?lle erst mal etwas irritierend, wie Alex es ja auch beschrieben hat.

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Saibot
  

Hab es auch erst seit kurzem auf dem Schirm, aber bei der Wertung ist ja eigentlich alles klar! Sollte genau meine Art von Spiel sein :). Sch?ner Test.

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Sehr oberflächlicher Test, der neben vielen Unzulänglichkeiten die Fragen nicht beantwortet, die man im Vorfeld an das Spiel gestellt hat. Schade, schade... gespielt wird's dennoch, allein wegen der Spielwelt.

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maierkurt
  

Habe es schon lange vorbestellt.
Ich liebe diese Spiele Deus ex,Bioshock....Dishonored verkürzt die wartezeit auf Bioshock 3.


Geiler videotest.

Welche version ist besser PS3 oder Xbox360 ?
Ich habe beide systeme aber für xbox vorbestellt wegen dem controller.

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Jace
  

bei dem avatar pack ich das mal ins fach "doppelmoral".

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linouge
  

mit Videotests und weniger dummen "Tittennews" habt ihr mich als Leser wiedergewonnen. Weiter so!

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gelöscht
  

Wird sicherlich mein Spiel des Jahres, schon vor Ewigkeiten vorbestellt und ab morgen wird's hart gezockt, freu mich riesig. Mindestens zwei Durchgänge sind schon eingeplant.

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