Dragon Ball Z Ultimate Tenkaichi

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 04. November 2011

User-Wertung:

Dragon Ball Z Ultimate Tenkaichi

Um sich einen Wunsch vom Drachen Shenlong erfüllen zu lassen, prügelten sich Son-Goku und Co. schon durch zahlreiche Ableger der Dragon Ball-Serie. Den neuesten davon veröffentlicht Namco Bandai innerhalb des Bombast-Monats November und wir testen für euch, wie viel Wucht in einem Kamehame-Ha bei Ultimate Tenkaichi steckt.

Inhaltlich findet Dragon Ball Z Ultimate Tenkaichi seinen Anfang bei der Zerstörung des Planeten Vegeta durch Freezer, macht von dort einen kurzen Sprung zu Radditz' Ankunft auf der Erde und setzt sich bis hin zum Kampf gegen den Dämon Boo und darüber hinaus fort. Um vollkommen im Dragon Ball-Kosmos abzutauchen, stehen die gängigen Modi zur Verfügung, die euch schweißtreibende Sparrings, Duelle gegen Freunde oder die Teilnahme am Großen Turnier ermöglichen - auch online. Namco Bandai bewarb vor allem den neuen Heldenmodus, in dem man seinen eigenen Saiyajin-Krieger erstellen darf, wobei die Optionen darin anfangs stark limitiert sind. Während die einzelnen Farben vom Scheitel bis zur Sohle einstellbar sind, gerät der Editor bei der Auswahl der Frisur, des Outfits und der Techniken schneller an seine Grenzen. Skurril und eher abschreckend kommt die für den Heldenmodus erdachte Story daher, welche in einem Parallel-Universum stattfindet, in dem sich die prominenten Gegner der Z-Gruppe versammelt haben, um auf der Erde ordentlich Rambazamba zu machen. Kann man sich im Kamf gegen einen Feind behaupten, gibt es Erfahrungspunkte und der Charakter steigt in einem einfach gehaltenen Level-System auf.
Das Herzstück ist und bleibt aber der Story-Modus, in dem die Abenteuer von Son-Goku und Co. nachgespielt werden. Dort bewegt man sich über eine zweckmäßig gestaltete und sterile Oberwelt von einem Schlüsselkampf zum nächsten. Dazwischen können die namensgebenden Drachenkugeln aufgespürt werden, um neue Kostüme oder Kampfplätze freizuschalten. Die Story wird unterschiedlich vorangetrieben: Hat man Glück, gibt es die qualitativ hochwertigen Anime-Sequenzen zu sehen - allerdings können auch Ingame-Sequenzen oder eher trockene Texte die Geschichte weitererzählen. Sobald es zum Kampf kommt und sich die Kontrahenten gegenüberstehen, wird es jeden Serien-Fan erfreuen, dass die Charaktermodelle absolut glaubwürdig sind und in Form sowie Farbe voll überzeugen. Auch die Angriffe vom berühmten Kamehame-Ha über Piccolo´s Höllenspirale bis hin zu Vegeta´s Final Flash erstrahlen in einer geradezu blendenden Intensität und machen das Dragon Ball-Feeling in dieser Hinsicht perfekt.
Dragon Ball Z Ultimate TenkaichiDoch Optik hin oder her, letztlich kommt es auf das Kampfsystem und dessen Präsentation an. Und das gestaltet sich alles andere als ansprechend, denn in unangenehmer Häufigkeit wird hier die Atmosphäre durchbrochen. Sei es durch die zahlreichen Ladezeiten oder die künstliche Aufstückelung des Schlagabtausches in Fern- und Nahkampf. Stürmt man nämlich aus der Distanz auf den Gegner zu, wird der Übergang von der Fernkampf- in die Nahkampfzone mit einer kurzen Zwischensequenz begleitet. Dazu kommen die eingeschränkten Angriffsmöglichkeiten sobald sich die Figur in der jeweiligen Zone aufhält: Kann man im Fernkampf noch mit dem "X-Button" einfache Schüsse abgeben, sind im Nahkampf damit nur noch Schläge bzw. Tritte möglich. Hätte Namco dabei mehr Techniken zur Verfügung gestellt, wäre das sicherlich verschmerzbar gewesen. So ist der Spieler aber auf die sogenannten "Angriffs-Zusammenstöße" und die daran anknüpfenden "Folgeangriffe" angewiesen, um die Konfrontation schnell und effektiv zu beenden. Diese Beschränkung ist vor allem deshalb problematisch, weil sich die Abläufe dadurch ständig wiederholen und deren erfolgreiche Durchführung mehr vom Glück als vom Können abhängt. Denn kommt es zum "Angriffs-Zusammenstoß", stoppt die Action kurz und man selbst sowie der Gegner hat die Möglichkeit zwischen zwei Optionen (normaler/harter Schlag) zu wählen. Entscheidet man sich für die jeweils andere Option als der Gegner bricht der Charakter durch dessen Deckung und setzt zum "Folgeangriff" an. Der ist optisch kraftvoll und Dragon Ball-like inszeniert - doch zugleich gibt man hier fast gänzlich die Kontrolle aus der Hand und hat das Gefühl, den Autopilot eingeschaltet zu haben. Das Timing ist unwichtig und auch sonst gibt es nichts weiter zu beachten, als gelegentlich den entsprechenden Button und die Richtung zu drücken.
Dragon Ball Z Ultimate TenkaichiDaneben bilden die Super- und Ultra-Attacken die einzige Alternative, um den Gegner zu bezwingen. Die Energie dafür wird im Kampf gesammelt, wenn man den Feind mit Angriffen trifft. Wie bereits erwähnt sehen die Spezial-Techniken sehr gut aus, aber auch hier wurde völlig die Spannung herausgenommen. Denn sobald eine dieser Techniken abgefeuert wird, greift eine Ingame-Sequenz in das Geschehen ein und der zu verteidigende Spieler kann zwischen drei Optionen entscheiden, je nachdem wie viel KI er im Kampf aufladen konnte. Entweder weicht er aus, blockt oder hält mit einer Spezial-Attacke dagegen. Fällt die Wahl auf den Block, nimmt der Charakter ein geringeres Maß an Schaden, beim Ausweichen muss ein Quick Time Event gemeistert werden und beim Gegenschießen gewinnt derjenige, der die Taste schneller drücken konnte. Das wirkt nicht nur steif, sondern nimmt dem Titel zugleich die taktische Tiefe: In den Vorgängern konnte man sich noch frei bewegen und musste sich den Gegner "zurechtlegen", um seine Technik platzieren zu können. Dazu kommt die Einfachheit diese Super-Attacke auszuführen. Ein Mal den rechten Stick nach oben oder unten drücken bzw. eindrücken und fertig. So einfach die Eingabe, so unbefriedigend das Gefühl - denn nichts ist langweiliger, als einen Super-Move geschenkt zu bekommen.
Dragon Ball Z Ultimate TenkaichiIch hatte mich wirklich sehr auf den Titel gefreut und war begeistert als in den ersten Sekunden das Intro über den Fernseher flimmerte, welches optisch einen Hochgenuss für jeden Fan darstellt. Schnell folgte Ernüchterung als ich mich in den Story-Modus begab, denn hier offenbart sich neben der unbestreitbaren Schönheit, die der Titel in Form der Charaktermodelle und leuchtenden Super-Angriffen zu bieten hat, das seichte Kampfsystem, welches lahmer wohl nicht sein könnte. Die Duelle verlaufen eintönig und bieten kaum Möglichkeiten für abwechslungsreiche oder reizvolle Auseinandersetzungen. Das passive Gedresche verlangt nur wenig Können ab und die häufigen Ladezeiten sowie die unterbrechenden Ingame-Sequenzen stören regelmäßig die Atmosphäre. Auch der angepriesene Heldenmodus besitzt nur wenig Substanz, so dass die Langzeitmotivation, sich in der sonderbaren Parallelwelt aufzuhalten, sehr gering ausfällt. Spielerisch ist dieser Titel damit wohl einer der schlechteren Dragon Ball-Ableger, bei dem Fans vorsichtig einen Blick riskieren können - allen anderen dürfte Dragon Ball Z Ultimate Tenkaichi nur wenig zu bieten haben.

Kommentare

bikvik
  

Ich hab mir seit Tenkaichi 1 kein Tenkaichi Teil mehr geholt ich find das so lahm das spielprinzig lieber ein Budokai 4 mit dem Umfang von dem Ultimate Tenkaichi das waren noch fights auf hohem niveau in Budokai 3 *schwärm*

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Dinobot
  

Gutes Review, gibt all das wieder was ich wissen wollte.
Es ist wirklich extrem schade um das Game, hätte fast umgehend zugegriffen da ich auf einen würdigen Nachfolger des superben DBZ: Budokai Tenkaichi 3 gehofft habe.
Mich stört vorallem das hier erwähnte "kindsgerechte" Gameplay, das nimmt doch die komplette Spannung aus dem Spiel.

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