Empire: Total War

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Empire: Total War

Wenn StarCraft die Mutter aller Echtzeitstrategiespiele ist, dann ist die „Total War“-Reihe die Mutter aller Echtzeittaktikspiele. Das Team von The Creative Assembly hat mit Shogun, Medieval, Rome und Medieval II gezeigt, dass es auf diesem Gebiet einfach unantastbar ist. Doch wird es nicht langsam langweilig, immer nur auf einer Weltkarte zu expandieren und vor Micromanagement strotzende Kämpfe zu veranstalten? Nicht, wenn das Spiel Empire: Total War heißt!


Stellungskämpfe und Artillerie

Ich gebe zu, dass ich erst mit Rome in die "Total War"-Reihe eingestiegen bin, daher kann ich mich nicht als Serien-Urgestein bezeichnen. Trotzdem möchte ich eine gewisse Affinität und Erfahrung (Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich die Schlacht bei Gaugamela nachgespielt habe.) in diesem doch einzigartigen Genre nicht abstreiten. Als mir die Entwickler auf der Games Convention letztes Jahr erste Ingameszenen zeigten, war ich zunächst skeptisch. Durch den Eintritt in das Zeitalter des Schießpulvers befürchtete ich eine grundlegende Änderung in Sachen Gameplay und Taktiken. Spielen Nahkämpfer überhaupt noch eine Rolle? Besitzt die Kavallerie immer noch eine solch tragende Bedeutung, oder wird sie von der fast übermächtigen Artillerie abgelöst? Ich kann alle Skeptiker beruhigen, auch hier lohnt es sich wieder, seine Fernkämpfer mit Verteidigungsspezialisten abzusichern und eine Horde Husaren in der Hinterhand zu halten, um unvorsichtigen Truppen in die Flanke zu fallen oder allein stehende Kanonen aus dem Gefecht zu nehmen. Trotzdem fallen die Schlachten - Kernpunkt von Empire: Total War - anders aus. Durch das Feature, hinter Mauern in Deckung zu gehen oder Häuser zu besetzen, arten viele Konfrontationen in hitzigen Stellungskämpfen aus, die eben nur durch den geschickten Einsatz der Kavallerie oder Artillerie gelöst werden - oder man gibt seinen Mannen den Befehl, das Bajonett aufzupflanzen und für Ehre und Vaterland (in diesem Fall Amerika) auf die Gegner zuzustürmen. Eigentlich ist diese Taktik nur dann zu empfehlen, wenn der Feind schon ohnehin geschwächt ist oder euch die Munition ausgeht. (Was der Artillerie übrigens nie passiert, wie ich kritisch anmerken muss) Um solch eher langwierigen Stellungskämpfen aus dem Weg zu gehen, empfiehlt es sich, das Gelände geschickt zu nutzen. Auch in Zeiten der Musketen sollte man den Gegner auf erhöhtem Gelände empfangen. Das steigert nicht nur die Schussweite, die übrigens endlich durch einen Rahmen angezeigt wird, sondern auch die Präzision.
Empire: Total War

Schiffers Fritz schifft frische Schiffe

Empire: Total War dürfte Anfänger sicherlich überfordern, doch zum Glück haben sich die Entwickler Zeit für ein SEHR ausführliches Tutorial genommen - oder wie würdet ihr den kompletten Weg zur amerikanischen Unabhängigkeit sonst bezeichnen. Erst nach und nach werden die ganzen Features in dem schier überladenen Spiel freigeschaltet und erklärt. Es beginnt natürlich alles mit den Schlachten. Eure Berater, die, wie auch schon in den Vorgängern, vertont werden, geben euch Tipps, wie ihr eure Truppen am besten aufstellt, wie ihr sie rennen lassen könnt (Achtung, eure Mannen erschöpfen bei langen Distanzen.) und die einzelnen Fähigkeiten einsetzt. Formationen und sonstiges Beiwerk werden erst im späteren Verlauf freigeschaltet bzw. wollen erforscht werden. Nachdem ihr eure erste Stadt erobert habt, geht es mit der Lehrstunde weiter. Anders als in Medieval II wird die Weltkarte jetzt in Provinzen eingeteilt, die von den jeweiligen Hauptstädten regiert werden - wer diese innehat, besitzt auch die Provinz. Das ist insofern interessant, da viele Bauten nicht mehr in der Stadt zentralisiert werden, sondern in der Provinz errichtet werden müssen. Hier ein Bauernhof, dort eine Tabakplantage usw. Die jeweiligen Gebäude können dann, je nach Forschungsstand, gegen Gold aufgerüstet werden, um noch produktiver zu sein. Vorteil dieser Lösung: Ihr könnt im Falle (was zu 99,99 Prozent eintreten wird) eines Angriffes auf den Gegner zuerst seine Produktionsgebäude besetzen, um ihn zu schwächen bzw. ihn aus seiner Verteidigung zu locken. Nachteil: Dasselbe kann der Feind auch mit euch tun. (Für meinen Geschmack ein wenig zu oft ... .) Durch das Errichten erlangt eure Provinz eine gewisse Summe Gold, die in neue Truppen gesteckt werden kann, deren Art natürlich von den errichteten Gebäuden in eurer Stadt abhängen. Positiv aufgefallen ist mir in diesem Zusammenhang, dass das gesamte Weltkartenmanagement deutlich entschlackter ausgefallen ist. Diplomatische Beziehungen können per Mausklick aufgenommen werden, statt wie zuvor erst einen Gesandten durch die Weltgeschichte zu schicken, der auf seinem Weg wohl möglich noch stirbt. Das Verhandeln ist trotz nicht animierter Partner deutlich ausführlicher geworden und lässt euch mehr Möglichkeiten zum Taktieren übrig. Nur weil ihr miteinander handelt, heißt das noch lange nicht, dass eure gesamte Armee durch das Gebiet des Partners ziehen darf. Mir ist dabei aufgefallen, dass der Computer ziemlich geschickt und vorausschauend verhandelt, so dass ihr euch nicht wundern solltet, wenn sich das vermeintlich spendable Angebot des Computers am Ende als fauler Kredit (um mal auf die aktuelle Situation hinzuweisen) erweist. Nachdem wir also das Interagieren mit den Völkern gelernt und ein paar Forts der Franzosen belagert und erobert haben, geht es an die nächste Neuerung in Empire: Total War - Schiffe.
Empire: Total War

Pause .... Pause ... Pause

Nachdem ich also Amerika in mehreren Mission, die durch nette Zwischensequenzen aufgepeppt werden, zu dem mache, was es heute ist, lerne ich, wie ich Schulen errichte, um zu forschen, Gelder richtig verteile, sinnvoll investiere und Attentäter bzw. Edelmänner auf gegnerische Generäle hetze oder Technologien stehle. Es ist also das Handwerk, was ich benötige, um die wirklich große Kammgarne, die folgt, zu bestehen. Ihr merkt, Creative Assembly hat sich bei dem Tutorial wirklich Mühe gegeben. Nur eine Sache hat mich gestört: Das Kampftutorial. Es ist einfach zu spärlich, wenn man bedenkt, welch taktische Tiefe hinter den Auseinandersetzungen steckt. So wird auf die Pausenfunktion - ein elementares Feature, da meine Schlachten zu 50 Prozent der Zeit im pausierten Zustand stattfinden, nicht hingewiesen. (Vielleicht habe ich das auch einfach überhört, dann entschuldige ich mich natürlich bei SEGA.) Glaubt mir, nutzt die P-Taste. Sie erlaubt es euch, den Überblick über die momentane Situation zu behalten (die Minimap taugt dazu nicht sehr viel, da sich ihre Ausrichtung nicht an die aktuelle Kameraperspektive anpasst) und euren Truppen, die nun mal über 20 Kompanien umfassen können, in Ruhe Befehle zu erteilen. Sei es nun das korrekte Ausrichten, das langsame Vorrücken, das Aufpflanzen des Bajonetts oder ein Verbreitern der Linie, um die Feuerkraft der Truppe zu erhöhen. Sehr schön: Durch einen Druck auf die Leertaste zeigen euch grüne Symbole, wo welche Truppen nach Ausführung der Befehle stehen werden - perfekt um nicht den Überblick zu verlieren. Lasst euch übrigens nicht von den leichten Gefechten in der Tutorial-Kampagne (deswegen heißt sie auch so) hinters Licht führen. In der großen Version werdet ihr mit den Kämpfen ordentlich beschäftigt sein. Für Veteranen empfehle ich eh den Schwierigkeitsgrad auf "schwer" zu stellen. Erst hier kommen sämtliche Faktoren im Kampf auch schlachtentscheidend zur Geltung. Wie steht es um die Moral meiner Männer? Sind sie erfahren oder rennen sie bei einem Artilleriebeschuss gleich wie panische Hühner auseinander? Befindet sich ein General in der Nähe (die lassen sich übrigens endlich gegen Bares rekrutieren), der ihnen Mut spendet. Sind die Flanken gedeckt? All diese Informationen findet ihr auf Anhieb, wenn ihr den Mauszeiger auf die Flaggenträger der jeweiligen Kompanie haltet. Berücksichtigt ihr all diese Faktoren, laufen die meisten Gefechte so ab: Startaufstellung, Pause, ausrichten, Pause, ausrichten, marschieren usw. Es lässt sich kaum beschreiben, wie positiv anstrengend eine Schlacht in Empire: Total War sein kann. Jeder Flankensieg, jeder erfolgreiche Kavallerieangriff in den Rücken der Infanterie und jede erfolgreiche Salve eurer Artillerie in die feindliche Armee sind ein Genuss und befriedigen jeden General. Und wenn der Feind dann merkt, dass er unterliegt und panisch vom Schlachtfeld rennt, dann weiß man, dass sich das ganze Taktieren und Pause-Drücken gelohnt hat.
Empire: Total War

Für die großen Jungs

Mit diesem Wissen bewaffnet, startet ihr in die Große Kampagne und müsst in der Rolle eines Staatsführer von zwölf Völkern euer Land an die Spitze der Welt führen. Die Siegbedingungen hängen dann vom jeweiligen Volk ab. Klar, die Franzosen haben andere Startbedingungen als die Polen, daher ist es nur fair, wenn die Jungs aus Polen nur 15 Provinzen erobern und halten müssen, statt 20, wie bei den Kollegen, die gerne revolutionieren. Die Aufgaben sind dabei vielfältig. Das fängt bei den Konflikten in Europa an, geht weiter über wichtige Handelspartner wie Indien oder Afrika und hört bei der Besiedlung Amerikas auf. Ständig befindet ihr euch im Wettstreit mit den anderen Seefahrernationen oder müsst euch gegen die Eingeborenen im neuen Land zur Wehr setzen. Oder aber Piraten greifen eure Handelsflotte an und.. und... und. Die Probleme bzw. Möglichkeiten scheinen kein Ende zu nehmen. Da wollt ihr eure Regierungsform ändern, doch dazu müsst ihr erstmal einen Bürgerkrieg abwehren. Dann stehen plötzlich die Spanier auf der Matte und fordern euren Beitrag im Krieg gegen die Briten. Einfach so Verträge zu brechen, sollte man sich in Empire: Total War gut überlegen, da sich die anderen Nationen solche "Fair Play"-Verstöße merken und es fortan deutlich schwieriger wird, Verbündete zu finden.
Empire: Total War

Menschenauflauf

Technisch macht Empire: Total War eine hervorragende Figur - wenn man die nötige Hardware besitzt. Tausende von unglaublich detaillierten Einheiten gleichzeitig zu simulieren, dürfte selbst PCs der höheren Klassen ordentlich fordern. Zum Glück kann man bei schwachbrüstigen Exemplaren die Details und Einheitenanzahl herunterschrauben. Doch kann man dieses Spiel in den höchsten Einstellung flüssig spielen, raubt es einem den Atem. Ich frage mich jedes mal, wie die Jungs es hinkriegen so überzeugende Kampfanimationen so variantenreich darzustellen. Einfach mal auf eine Kompanie der britischen Linieninfanterie zoomen und beim Nachladen und Schießen zuschauen - dann wisst ihr was wir meinen. Auf jedes Detail wird hier geachtet. Kanonenkugeln fliegen physikalisch korrekt und springen beim Aufprallen genauso physikalisch korrekt (in die hoffentlich feindliche Infanterie) weiter. So schön die Landschlachten auch sind, sie werden von den Pendants auf See fast in den Schatten gestellt. Das Wasser, die Segel und die Besatzung - alles wirkt wie aus einem Guss und verhindert das eine oder andere Mal, dass man auf die Pausentaste drückt, nur um diesen Moment der Faszination nicht zu unterbrechen. Das Einschlagen der gegnerischen Breitseite belehrt euch dann wieder eines Besseren. Übrigens, wenn ihr euren Rechner in die Knie zwingen wollt (egal, was ihr für ein Teil da stehen habt), schaltet die Geschwindigkeit der Zeit während einer Massenschlacht auf x4 - viel Spaß beim Daumenkino.
Empire: Total War

Total überzeugt!

Kommentare

Pumpenmann
  

ok........... das ist mehr als ich erwartet habe, trotzdem danke f?r die antwort^^

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Alexander Kaphahn
  

Also ich bin bez?glich der optimalen Systemspezifikationen ein wenig ?berfragt, aber ich spiele es auf einem Intel Core Quad Q6600 mit 2,40GHz und 3,5 GB RAM und ner ATI Radeon HD 3800. Mit der Einstellung l?uft alles Superfl?ssig, d?rfte aber auch schon fast am Limit sein. Dein System sollte sich also auch in diesen Regionen befinden, wenn du es in ULTRA spielen willst.

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Pumpenmann
  

kann mir mal einer sagen ,was man f?r ne hardware br?uchte um es auf maximalen einst. zocken zu k?nnen?!
ich richte diese frage am besten richtung areagames bzw. alex, da du ja sagtest ,wie spektakul?r es aussieht....
danke

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Masterblaster
  

das spiel ist hammer. kann jedem der strategiespiele mag, nur empfehlen es sich zu kaufen.
das einzige was mich ein wenig aufregt, ist dieses steam. w?re das spiel nicht so gut, w?rde ich es beukottieren.
auch die ladezeiten nerven, aber k?nnte durch den patch n?chste woche besser werden.
ansonsten: absoluter zeitfresser! seeschlachten ein genuss...

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Kettenhund
  

Werbung...welche Werbung!? Wie w?r's mal mit Adblock Plus?

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paramedic1806
  

@Necrovoid: Ja, du missbrauchst das hier schon etwas. Schreib doch einfach mal eine nette mail an den Webmaster, oder schreib einen Forenbeitrag. Ich kann verstehen, dass dich das nervt. Aber wie du schon sagst, Werbung ist wichtig. Ich m?chte nicht auf die AG verzichten, daher sind halt die Werbeeinnahmen auch sehr wichtig. Ich bin sehr zufrieden mit dem Coder.

Zum Game: Kanns mir zur Zeit net leisten. Sieht auf jeden Fall sehr nice aus. Muss mir mal die Demo saugen. Mal sehen, in ein paar Monaten gibts sowas sowieso g?nstiger. Super Test @Alex

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Necrovoid
  

Sorry, das ich das jetzt hier missbrauche, aber es geht mir inzwischen so derma?en auf den Senkel das ich meiner Wut Ausdruck verleihen muss. Wertes AreaGames.de Team, wer auch immer euer Coder ist, SCHMEIST IHN RAUS! Ich will ja nicht unh?flich sein, aber man sollte seine Website zu mindestens durch die Gro?en 5 Webbrowser, Internet Explorer, FireFox, Opera, Safari und Chrome jagen bevor man sie online stellt. Es ist zwar sch?n das ihr euch durch Werbung Finanziert, aber eure Aktuelle Halo Wars Werbung ist wirklich ein Albtraum. Ich mein Sch?nes Game, sicherlich, Werbung auch wichtig, okay sehe ich ein! Aber warum muss ich mir als Opera User selbst nach dem Wegklicken dieser Sowieso Penetranten Werbung den Schie? Sound noch weiter anh?ren? F?r sowas gibs ne Simple Script Abfrag ob das Fenster noch offen is und dann wird die Wiedergabe schlicht beendet und jud is. Aber nein, der Mist rennt in ner Endlos schleife so lange bis ich eure Seite verlasse. AreaGames Regel Nr. 2 in allen Ehren aber ihr k?nnt so viele Titten wie ihr Wollt raushauen solange diese bl?de Werbung nicht endlich Vern?nftig geschrieben wurde schau ich mir eure Seite nur noch per RSS Reader an?

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cHaOs667
  

Ich installiere es gerade *sabber*

Genau das richtige um der Frau ausm weg zu gehen! ;) *lol*

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nick goat
  

h?tte schon lust auf das game! alleine daf?r mag ich keinen neuen PC kaufen, aber von heute an entstaube ich ihn hinten bei den l?ftern nicht mehr, dann wird er schon in den n?chsten 6-12 monaten seinen geist aufgeben ;)
bis dahin hoffe ich, dass ich das game mal bei einem freund antesten darf :)

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Timperator
  

Naja, wenn man seine reiter auf geradem Wege durch die eigenen Reihen galoppieren l?sst, bleibt das nicht aus! :D

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