Enslaved: Odyssey to the West

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 08. Oktober 2010

User-Wertung:

Enslaved: Odyssey to the West

Manch einer kennt die klassische chinesische Geschichte Journey to the West (Hsi-yu chi) aus der Ming-Dynastie der 1590er auch unter dem Namen "Monkey". Die "Heavenly Sword"-Macher Ninja Theory wollen uns die Story bald auf Xbox 360 und PlayStation 3 in einem Zukunftszenario neu erzählen, das in nicht weniger als 150 Jahren angesiedelt ist. Die Erde kann vor diesem fiktiven Hintergrund von Überbevölkerungsproblemen nur noch träumen, denn es gibt kaum noch mehr als 50 000 Menschen.


Vom gefangenen Sklaven zum versklavten Helden

Wobei es fraglich sein dürfte, ob die Welt von Enslaved darüber tatsächlich eine Träne vergossen hat, denn ihr scheint die Ausdünnung unserer Rasse ganz schön gut getan zu haben. Sie ist in eine Art "Al Gore"-Traumzustand zurückgekehrt, den Bibelkundige auch unter dem Namen "Eden" kennen. Es wachsen grüne Pflanzen überall, hohe Bäume sprießen in den malerisch blauen Himmel und die Ruinen der einstigen Zivilisation sind darunter kaum noch zu erkennen. Die verbliebenen Humanoiden haben sich für zwei grundsätzlich unterschiedliche Lebensweisen entschieden, wobei die eine Gruppe in kleinen Ortschaften ihr Heil sucht, während die andere Hälfte in der Wildnis auf Einzelgängertour geht. Und dann wären da auch noch die Roboter zu erwähnen, welche im Krieg, der zum fast-Untergang der Menschheit führte, als mechanische Soldaten dienten und nun als verwahrloste Überbleibsel einer großen Katastrophe umherirren. Und weil es die verfeindeten Parteien von anno dazumal nicht mehr gibt, stürzen sich die eisernen Killermaschinen jetzt einfach auf alles, was ihnen in die Quere kommt. Enslaveds Hauptdarsteller, ein gewisser Monkey (der nicht etwa Besitzer einer Affeninsel mit sagenumwobenen Schatz ist), gehörte einst zu den unbeschwerten Waldläufern. Bis er nicht nur von einer Sklaventreiberorganisation gefangen genommen wurde, sondern auch noch zusammen mit dem cleveren Komunenmädel Trip in einer Zelle landete. Das technikbegabte Mädchen hat sich nämlich kurzerhand eines der Kopfbänder stibitzt, mit denen ihre Peiniger die Körper der Sklaven kontrollieren und das fiese Schmuckstück nach einer kleinen Modifikation über die Birne von Monkey gestülpt. Mit der Befehlsmacht über dessen muskulösen Körper gelingt ihr daraufhin die Flucht. Damit aber nicht genug der Selbstrettung durch Leibeigenschaft. Sie befielt Monkey auch gleich noch, dass er sie sicher bis nach Hause bringt. Und so hat der Held wider Willen keine andere Wahl, als seiner neuen Meisterin zu helfen. Die Story-Adaption von Enslaved wird auf Drehbuchebene übrigens von Alex Garland betreut, als "Motion-Capture"- und Sprachmime steht Ninja Theory beim Hauptcharakter Monkey mal wieder Andy "Gollum" Serkis zur Verfügung.
Enslaved: Odyssey to the West

Klettern mit Klotz am Bein, Kämpfen mit Scoutvorteil

Nach Monkeys und Trips Flucht aus der Versklavung, irren die beiden durch das dicht bepflanzte New York City der Natur-Postapokalypse, wobei man selber nur Monkey steuert und Trip von der K.I. kontrolliert wird. Da Monkey den widerstands- und kampfesfähigeren Part des Duos darstellt, weist man Trip in passenden Momenten an, sich in der Nähe versteckt zu halten oder nimmt sie gleich auf den Arm (physikalisch gesehen, nicht mündlich), damit sie bei den Kletter- und Plattformeinlagen nicht zurückbleiben muss. Manchmal muss man sie dabei auch über größere Abgründe schmeißen oder an Abhängen hochziehen... ja, im Prinzip ist man ein muskelbepackter Babysitter, der sich ständig wie im falschen Film vorkommt. So wie Dwayne Johnson in The Game Plan oder Vin Diesel in The Pacifier. Selbstverständlich sollen sich die beiden Protagonisten im Laufe der Spielhandlung näher kommen und einander vertrauter werden, wobei ihre grundlegenden Weltanschauungen basierend auf ihren unterschiedlichen Herkunfts-Orten eine wesentliche Rolle spielen sollen. Bis dahin wollen allerdings fast schon in "Prince of Persia"-, "Assassin's Creed"- bzw. "Uncharted"-Manier zahlreiche Lianen geschwungen, Pfeiler erklommen, Wände beklettert und Roboter vermöbelt werden. Gekämpft wird in Enslaved nämlich auch, meist gegen die schon mal erwähnten "High-Tech"-Blechsoldaten. Einige von ihnen sind nichts weiter als automatische Geschütze, fortschrittlichere Modelle besitzen mit Beinen, Armen und Köpfen eher schon Mechformat oder sehen gleich aus wie richtige Metallmenschen. Wer vorsichtig vorgeht und Trip gut zu dirigieren weiß, wird vielen Kämpfen in den Ruinen und Wäldern des Spiels entgehen können, da die mechanischen Feinde nur dann aggressiv werden, wenn man sich innerhalb von deren Aggro-Umkreis (wird im Spiel visuell angezeigt) bewegt. Diese Spielmechanik lässt sich auch dazu nutzen, Trip um inaktive Feinde herumschleichen zu lassen, damit sie von hinten einen Stealth-Angriff durchführt, woraufhin man à la Final Fantasy mit einem gehörigen Vorteil ins restliche Gefecht gehen kann. Weiter entschädigt die CPU-Kollegin auch mit einer Erkundungsdrone für all die Umstände, die sie mit ihrem mangelnden Klettertalent verursacht. Das kleine Fluggerät macht Gefahren in der Umgebung ausfindig, lenkt Gegner ab und sammelt Informationen aus Blaupausen, die man in Monkeys Haut zugunsten besserer Überlebensaussichten in der Wildnis nutzen kann. Erst nach einer solchen Planlektüre erhält man beispielsweise die Fähigkeit, einer bestimmten Art von Bot seine Minigun vom Arm zu reißen, um sie gegen das stählerne Monster selbst zu richten. Grundsätzliche Angriffspower verdient man sich zudem durch rote Orbs zum Sammeln. Ein Hobby, das Kratos in modernen "3rd-Person"-Actionspielen inzwischen ja regelrecht zur Mode gemacht hat. Genau wie QTE-gepowerte Finishingmovesequenzen, während derer man seinen Feinden u.a. auf den Rücken hüpft, um ihnen die drahtigen Innereien herauszureißen. Monkeys bevorzugte Nahkampfwaffe ist übrigens ein Kampfstab, der optional auch eine Fernkampffunktionalität zu bieten hat. Im "Close-Quarter"-Bereich lässt er frei buttonmashbare Variationen aus Standardschlägen, kräftigeren Angriffen, Rundumhieben und Blocks durchführen, die sich auf dem Bildschirm ausnahmslos flüssig animiert zusammenfügen sollen. Viele Entwickler versprechen das, nicht alle halten es, beim "Heavenly Sword"-Team sollte man daran aber keinerlei Zweifel haben. Andernfalls sollte man sich in genau dieser Sekunde dazu gezwungen fühlen, endlich mal eines der feinst animiertesten Konsolenspiele der aktuellen Generation nachzuholen...
Enslaved: Odyssey to the West

Kommentare

  

Die Idee, "Die Reise nach Westen" als Hardcore Postapokalyptisches Abenteuer aufzubauen, gef?llt mir nicht wirklich, und Heavenly Sword war vor allem aufgrund des schwammigen Kampfsystems, schon nicht wirklich unter meinen Favoriten. Aber das Setting sieht irgendwie interessant aus, wenn das Gameplay stimmt, wird es ein interessantes Spiel. Und hey, es hat Farbe, und das ist mehr, als das was die meisten Spiele f?r die selbsternannten Hardcore Gamer zu bieten haben.

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blueeye
  

Das Interesse scheint wirklich nicht sehr gro? zu sein. F?r mich ist es jedenfalls schonmal ein Geheimtipp. Hoffentlich ist nur der Schwierigkeitsgrad nicht so kacke wie bei Heavenly Sword. Habs bis dato immernoch nicht beendet.

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Knöllchen
  

@Daniel:
Habe das Preview gelesen. Gibt es jetzt ein Achievement f?r das Lesen bzw. das versprochene Mileu Cyrus Pic? ;D

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Johannes Krohn
  

Vielversprechend! Am tollsten finde ich aber die Welt. Wenn Hochh?user und Technik von Pflanzen ?berwuchert werden, sieht das immer absolut faszienierend aus und weckt meinen Erkundungsdrang. Viel besser, als die ewige post-atomare W?sten-Apokalypse. Auch das man auf die Kleine aufpassen muss gef?llt mir. F?r mich steigert das die Intensit?t des Erlebnisses sehr.

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mikekool
  

Jetzt hab ich bock auf Hanna Montana^^

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II FatFox II
  

und ich dachte hier gibts miley cyrus ;-)

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Claudandus
  

Wow mehr als geil machend. Schaut aber ein wenig sehr nach dem Cel shader teil von Prince of Persia aus nur in der Zukunft.^^

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ericflash
  

K?nnte auf alle F?lle interessant werden. Wie bei ICO auf eine andere Person aufpassen und k?mpfen wie Kratos :-) Coole Mischung

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Cycron
  

wow bin beeindruckt und das obwohl ich ebend den Deus Ex 3 trailer gesehen habe (boar is der geil)...

Scheinen ja doch recht interessante Games in zukunft zuerscheinen, bin jetzt positiver gestimmt als jezuvor das auch 2011 ein geiles zockerjahr wird.

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PipBoy95
  

Das mit dm Kampfstab erinnert mich total an Starfox Adventures f?r dn Gamecube und allein das richt schon als Kaufgrund :)

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