F1 2012

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 21. September 2012

User-Wertung:

Test: F1 2012

Mitten in einer spannenden Rennsaison, in der sechs Weltmeister knallhart um die WM-Punkte kämpfen, wollen auch Codemasters nun bei uns Spielern mit der neusten Ausgabe von F1 punkten.Doch bei jährlichen Vertretern einer Spielereihe, und besonders bei Sportspielen, lautet die meistgestellte Frage: Rechtfertigen die Neuerungen und Änderungen den Kauf, wenn man die Vorgänger besitzt? F1 2012 macht es einem diesmal sehr schwer, darauf eine eindeutige Antwort zu geben. Doch lest am besten selbst.


Der Start in F1 2012 beginnt gleich mit einem brandneuen Spielmodus, der vor einigen Jahren Einzug in den F1-Zirkus gehalten hat. Der "Young Driver Test" ist das nicht überspringbare Tutorial, welches absolute Neulinge im Rennspielgenre ansprechen soll. Die Präsentation des "Young Driver Test" ist auf den ersten Blick vielleicht noch ganz nett, jedoch ist es von den fahrerischen Aufgaben und Videoerklärungen her nur sehr oberflächlich und spielerisch absolut anspruchslos. Dabei hätte man eine solche F1-Schule sehr viel interessanter und spannender aufziehen können und auch in die Karriere einbinden können. Gerade mit der originalen F1-Lizenz in der Tasche sowie F1-Testpilot und Sky-Kommentator Anthony Davidson im Rücken.
Test: F1 2012Bei nun rund 25 bis 30 Minuten pro Rennen hat man also gut zu tun. Diese "Langstreckenrennen" erfordern von Nicht-Profis allerdings ein stabiles Nervenkostüm, denn ein Checkpoint oder ein ähnliches Speichersystem fehlen in diesen Rennen und die Codemasters-typische Rückspulfunktion lässt sich auch nur maximal viermal nutzen. Auf den höheren Schwierigkeitsgeraden verhält sich die KI viel besser als beim Vorgänger. Jedoch gibt es im normalen Rennbetrieb Momente, die einen dann doch wieder ernüchtern in Sachen KI. Die Positionsgewinne der künstlichen Fahrer in der ersten Runde sind oftmals alles andere als authentisch. Denn eigentlich hat Codemasters bei der Leistungseinschätzung der Teams und ihrer Wagen für diese Saison gute Arbeit geleistet, was im Multiplayer gut spürbar ist. Doch wenn in den ersten Runden noch Wagen von eher schwächeren Teams wie HRT und Marussia auf den vorderen zehn Plätzen sind oder sich riesige Abstände von über 15 Sekunden zur Führungsgruppe ergeben, weil die KI in jedem Abschnitt scheinbar die maximale Drehzahl fährt, zweifelt man am KI-Fortschritt. Ist man jedoch mitten einem Pulk aus KI-Fahrern, ergeben sich viele spannende Kämpfe. Die KI versucht Lücken dichtzumachen und verlässt dafür auch die Ideallinie und gibt diese aber auch mal frei, wenn der Spieler überholen will. Insgesamt verhält sich die KI besser, aber hat auf einigen Strecken schon noch ihre Aussetzer. Hier muss Codemasters nächstes Jahr wieder ran.
Test: F1 2012

Während schon eine der ersten Lektionen des "Young Driver Test" suggeriert, der Spieler müsse ständig mit Reifenplatzern oder Motorschäden im Laufe eines Rennen rechnen, so verlief meine bisherige Rennkarriere doch in der Hinsicht völlig problemlos. Nur KERS und DRS fallen spontan mal öfters aus, sind aber nach ein paar Minuten meist wieder aktiv. Daran änderte auch die Profileinstellung des Schadensmodells auf "Voll" nichts. Sollte es einmal zu einem Crash mit einem anderen Fahrer kommen, verläuft auch das immer noch sehr unspektakulär. Wo normalerweise das Rennen schon für mich gelaufen wäre, fallen nur Front- und Heckflügel ab, die auch nur für kurze Zeit auf der Strecke liegen bleiben und dann urplötzlich verschwunden sind. Das in F1 2011 eingeführte Safety-Car ist natürlich wieder dabei, allerdings wird man es, wie die Gelbphasen, nur sehr selten zu Gesicht bekommen. Gelungen ist den Briten der Tuningpart von F1 2012. Aerodynamik, Bremsen, Balance, Aufhängung, Spur, Getriebe und Motor können angepasst werden. Wer jetzt nicht im Detail Benzingemisch, Bodenfreiheit und Anstellwinkel einstellen will, kann auch auf vier vorgefertigte Schnellsetups zurückgreifen. Dadurch verschenkt man aber eventuell wertvolle Sekunden und zumindest die Gemischaufbereitung und die Menge des Tankinhalts sollte man eigenhändig anpassen.
Test: F1 2012
Einer der neuen Spielmodi von F1 2012 ist die sogenannte "Saison-Challenge". Eine auf zehn Veranstaltungen verkürzte Weltmeistermeisterschaft, bei der man zumindest gleich bei einem der großen Teams wie Red Bull, Mercedes oder Ferrari als 2. Fahrer einsteigen kann. Genau wie beim neuen Karrieremodus sind auch wieder Austragungsorte, dynamisches Wetter etc vorgeschrieben. Eine Veranstaltung besteht aus einem Rennen über 5 Runden und einer Runde Blitzqualifying. Im Blitzqualifying fährt man nur eine schnelle Runde gegen die Zeit des Führenden. Ziel in diesem Modus ist es, einen selbstgewählten Rivalen zu schlagen. WM-Punkte und Platz 1 sind dabei sogar nur zweitrangig. Gewinnt ihr zwei von drei Rennen gegen euren Rivalen, erhaltet ihr von dessen Team ein Vertragsangebot. Nehmt ihr ein solches Angebot an, ist euer Ex-Rivale erst einmal raus aus der Formel 1, erst bei einem erneuten Teamwechsel eurerseits, bekommt der Ex-Rivale seinen Stammplatz in dem Team zurück. Ein sehr unterhaltsamer, aber auch nur sehr kurzweiliger Modus.
Test: F1 2012Die neuste Ausgabe von F1 leidet unter einer sehr langweiligen Präsentation. Die Entwickler haben atmosphärische Features, wie zum Beispiel das stylische Motorhome oder die Interviews, einfach komplett gestrichen, anstelle sie zu verbessern und auszubauen. Stattdessen gibt es nur sterile Menüs mit Tabellen sowie E-Mails und Zeitungsberichte mit Textbausteinen, die sich gefühlt noch schneller abnutzen als die Interviews. Fans müssen auch in F1 2012 auf Siegerehrungen mit Champagnerduschen und all dem Drumherum dieses elitären Rennzirkusses verzichten. Was in der Karriere besonders wurmt ist, dass man so gut wie gar nicht vom Team belohnt wird - abgesehen von Lobhudeleien per E-Mail. Da erreicht man, oder übertrifft sogar, GP für GP die Forderungen des Teams und deklassiert am besten noch den Teamkollegen und wird dennoch nicht 1. Fahrer oder darf gar ein Wörtchen bei der Entwicklung mitreden. Auch in der Boxengasse herrscht sterile Langeweile. Wenig wuselnde Mechnaiker und keine Streckenposten oder Grid-Girls sind zu sehen. Die Umsetzung und Transparenz des F1-Reglements ist eine weitere Baustelle, die Codemasters nicht konsequent genug angegangen ist. Die virtuellen Stewards treffen auch 2012 immer noch teils sehr merkwürdige Entscheidungen. Es scheint absolut kein Muster zu geben, wann ein Ausflug über die Kerbs hinaus ein regelwidriges Abkürzen ist oder nicht. Auch einen Frühstart kann man nicht hinlegen, da F1 2012 auch immer noch erst bei Grün den Wagen freigibt. Fahrten in der Boxengasse übernimmt wieder der Autopilot, sodass man da ja keine Strafe kassieren kann. Wer gehofft hatte, dass endlich das Problem mit den Warteschlangen beim Boxenstop behoben worden wäre, der hoffte leider vergeblich. Es tritt immer noch vereinzelt auf. Plant euren Halt also sorgfältig. Gegenüber dem Vorgänger ist der Boxenfunk hingegen deutlich besser geworden. Die reinkommenden Infos sind zu 95% brauchbar, aber es dürfte gern noch mehr sein.
Test: F1 2012Technisch liefert Codemasters gewohnt hohe Qualität ab. Positiv fällt vor allem das neue Beleuchtungsmodell auf. Die Lichtverhältnisse wirken nicht mehr so künstlich sondern sind realistischer geworden. Abgesehen von manchen Spiegeleffekten auf den Wagen, da wirkt es ab und an doch noch zu sehr nach Show. Aber gerade die Wassereffekte, die aufgewirbelte Gischt, sehen sehr gut aus. Auch wenn es nur sehr schwer vorstellbar ist, aber gerade was die Motorensounds angeht, haben die Entwickler wirklich erstaunliche Arbeit geleistet. Das Kreischen der Motoren, das Abfallen der Drehzahl, das verändere Reifengeräusch, wenn man den Grip verliert, klingt alles unheimlich gut, wenn man über eine Mehrkanalanlage verfügt. Die 5.1 Abmischung ist wirklich klasse. Die musikalische Untermalung besteht aus dezenten Instrumentalsongs. Der deutsche Synchronsprecher für Anthony Davidson hat eine angenehme Stimme und macht einen guten Job. Rennkommentatoren gibt es auch dieses Jahr nicht.
Im Multiplayer können bis zu 16 Spieler lokal oder online gegeneinander fahren, das restliche Feld wird von der KI aufgefüllt. Die Rennen können auch nach Herzenlust gestaltet werden. Als Host darf ich alles nach meinem Wünschen einstellen, während es mir dieses Mal im Karrieremodus verwehrt bleibt. Die Karriere in F1 2012 lässt sich auch zu zweit im Koop spielen. Auch ein Splitscreen-Multiplayer für zwei Spieler ist vorhanden. Codemasters "sichert" sich bei F1 2012 auch wieder mit einem Online-Pass, VIP-Pass genannt, gegen Gebrauchtkäufer ab.

Kommentare

Jace
  

Hab mir jetzt F1 2011 f?r 11 Euro bestellt. Passt.

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Campi1995
  

hier steht ja, dass von f1 2011 kein großer fortschritt zu sehen ist.
Heißt man kann im prinzip auch die 2011er version kaufen und ist billiger dran, so werde ich das zumindest machen, da ich noch kein f1 spiel hab :)

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PandaVegetto
  

Ich habe den Grand Prix Modus bei F1 2010/2011 nie gespielt.
Werde bei F12012 auf die erste Preissenkung warten.

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gelöscht
  

Ohne gp modus=ohne sinn?! Was soll sowas? Wer entscheidet sowas? Sind die alle besoffen? N?chstes mal: fifa ohne ligen?

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Jace
  

Hee, wir User schreiben unsere Tests auch zum Vergn?gen ;)

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Johannes Krohn
  

Es ist Wochenende, Jan. Geh' was Zocken, du Arbeitstier! Lässt uns andere nur faul aussehen. :)

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