Final Fantasy 12: The Zodiac Age

Plattform: (PS2, PS4)
Release: 11. Juli 2017

User-Wertung:

Final Fantasy 12: The Zodiac Age - Jobs für alle, Spaß für mich

Linda durfte das kommende PS4-Remaster von Final Fantasy 12 bereits einige Stunden spielen und hatte dank des neuen Job-Systems noch mehr Spaß als mit dem Original.

Final Fantasy 12: The Zodiac Age erscheint am 11. Juli 2017 für die PS4.

Final Fantasy 12: The Zodiac Age erscheint am 11. Juli 2017 für die PS4.

Final Fantasy 12 kommt auf die PS4. Unter dem Beinamen The Zodiac Age bringt das Remaster einerseits HD-Texturen und andererseits eine Handvoll sinnvoller Neuerungen, von denen mich die größte während meiner Anspiel-Session auch am meisten überzeugt hat: Das Zodiac-Jobsystem.

Final Fantasy 12 kam 2007 in einer "International Version" erneut für die PS2 auf den Markt - lustigerweise jedoch nur in Japan. Die überarbeitete Version des Originals aus dem Jahr 2006 führte mit dem Zodiac-Jobsystem zwölf unterschiedliche Berufe ein, von denen pro Charakter je einer zugeordnet werden durfte. Final Fantasy 12: The Zodiac Age übernimmt dieses System und lässt uns jetzt sogar zwei Jobs pro Helden festlegen.

Wer die Urfassung des JRPGs von Square Enix gespielt hat, erinnert sich bestimmt an das Lizenzbrett. Darauf schalteten wir nach und nach Fähigkeiten, Zauber und Ausrüstungen frei, was letztendlich dazu führte, dass die sechs Protagonisten Vaan, Penelo, Ashe, Balthier, Fran und Basch am Ende allesamt gleich aufgestellt waren. Im späteren Spielverlauf konnte jeder Charakter theoretisch nach Lust und Laune Katanas, Keulen und Großschwerter schwingen. Jeder konnte mächtige Schwarzmagie wirken oder mit heilender Weißmagie den Retter in der Not spielen. Mit dem Zodiac-Jobsystem ändert sich das jetzt.

Zodiac Age oder auch: Zeitalter der Individualisierung

In Zodiac Age gibt es pro Beruf nun ein spezielles Lizenzbrett mit individuellem Skill- und Ausrüstungsset. Anstatt irgendwann mit sechs gleichförmigen Alleskönnern durch die Spielwelt Ivalice zu streifen, können wir unsere Helden dank des neuen Job-Systems gezielt ausbilden und gemäß unseres eigenen Spielstils anpassen.

Ich habe mich beispielsweise dazu entschieden, Penelo zur Unterstützerin zu machen, indem ich ihr die Job-Kombination Zeitmagierin/Weißmagierin aufdrückte. Auf den jeweiligen Lizenzbrettern, zwischen denen ich im Menü ganz einfach hin und her wechselte, löste ich meine im Kampf verdienten Lizenzpunkte (LP) gegen die jobspezifischen Fähigkeiten, Waffen, Rüstungen und Accessoires ein, die ich für nützlich hielt.

Am Ende hatte ich alle zwölf Berufe gleichmäßig aufgeteilt - und meine heterogene Heldentruppe beeinflusste meine Art des Kämpfens merklich. Anders als im Original, in dem ich stumpf mit Einhandschwertern und Schwarzmagie auf meine Gegner einprügelte, war nun vielmehr darauf bedacht, spezifische Fähigkeiten angemessen anzuwenden.

Spaßige Komplexität

Mithilfe von Gambits programmierte ich meine Helden nach der Job-Zuweisung zunächst so, dass Penelo zu Kampfbeginn den Zeitzauber "Hast" automatisch auf sich selbst und ihre beiden Mitstreiter Basch und Fran wirkte.

Hey nicht so schnell, was genau waren nochmal diese Gambits? Mithilfe des Gambit-Systems, das bereits im Original Einzug fand, können wir unsere Helden nach eigenen Wünschen programmieren und bestimmte Aktionen im Kampf selbstständig ausführen lassen. Anstatt jedesmal manuell zu heilen, können wir beispielsweise einstellen, dass eine Figur den Heilzauber "Vita" anwendet, sobald die TP eines Mitstreiters auf weniger als 50 Prozent fallen.

Basch, dem ich die Jobs Pikenier und Brecher zugewiesen habe, prügelte mit seinen mächtigen physischen Attacken seines Pikenier-Speeres auf die Monster ein, während ihn seine hohen Paladin-typischen Verteidigungswerte vor größerem Schaden schützten. Fran als Schwarzmagierin/Weißmagierin griff im Hintergrund hingegen mit den Elementarzaubern an, gegen den der jeweilige Gegnertyp anfällig war.

Meine ausgeklügelte Taktik mit dem Dreiergespann Penelo, Basch und Fran funktionierte so lange, bis ich mich vogelähnliche Gegner angriffen und Basch mit seinen physischen Attacken ins Leere schlug. In der Not musste ich den plötzlich nutzlosen Basch austauschen und ließ stattdessen Balthier antreten, der als treffsicherer Maschinist/Jäger die Vogelviecher mit seiner Pistole vom Himmel holte.

Während ich mich im originalen Final Fantasy 12 für die meiste Zeit des Spiels auf ein festes Team aus meinen drei Lieblingscharakteren verließ und die Kämpfe dadurch schnell zum Trott wurden, war ich durch die zuvor festgelegten Jobs gezwungen, die individuellen Stärken und Schwächen meiner Helden genau abzuwägen und je nach Situation und Gegner zu entscheiden, welchen Charakter mit welcher Jobkombination zum Einsatz kommen soll. Ich musste reagieren und variieren, was die Kämpfe für mich viel spannender und abwechslungsreicher als zuvor machte.

Final Fantasy 12: The Zodiac Age bietet neben dem Job-System allerhand kleinere Neuerungen und Features, die ich in der folgenden Übersicht für euch zusammengefasst habe.

  • Im separat über das Hauptmenü auswählbaren Prüfungsmodus stürzen wir uns mit Vaan und Co. in bis zu 100 aufeinanderfolgenden Kämpfe, bei denen wir zunehmend stärker werdende Gegner niederringen müssen. Da uns in jeder Auseinandersetzung andere Monster und nach einer Weile sogar Bossgegner aus dem Hauptspiel an die Gurgel wollen, ist ein flexibler und gewitzter Umgang mit den Gambits gefragt. Wer sich hingegen auf die immergleiche Taktik verlässt, wird hier vermutlich schnell verlieren. Aber so ist das eben mit diesen Prüfungen. (Im Hauptspiel) Gelerntes will abgerufen und mit dem Feind vor der Nase angewandt werden.
  • Wie schon die PS4-Version von Final Fantasy 7 bietet auch Zodiac Age einen Turbomodus. Einen Großteil des Spiels verbringen wir damit, durch weitläufige Gebiete zu streifen und ein Monster nach dem anderen zu bezwingen, um Level aufzusteigen und LP für unser Lizenzbrett zu farmen. Die Möglichkeit, unsere Helden per Knopfdruck zwei- oder viermal flinker als üblich durch die Gegend zu jagen, macht das Grinding weniger mühsam und spart eine Menge Zeit. Und davon haben vermutlich die meisten von uns viel weniger als noch vor zehn Jahren.
  • Ich bin ein Mensch, der sich ständig verläuft. Für mich ist es daher praktisch, dass wir nun per Druck auf die R3-Taste eine transparente Karte einblenden können, um in verschachtelten Gebieten wie die Paramina-Schluchten nicht die Orientierung zu verlieren.
  • Haben Esper wie Belias und Gruppengäste wie Larsa im Original ihren eigenen Kopf und handeln selbstständig, dürfen wir sie im Kampfgeschehen jetzt selbst kontrollieren. Außerdem können mehrere Charaktere gleichzeitig Zauber einsetzen, was insbesondere bei den Bossgegnern hilfreich sein dürfte.
  • Der von Hitoshi Sakimoto (Final Fantasy Tactics) komponierte Soundtrack wurde für die PS4-Neuauflage wie schon beim Final Fantasy 10 HD-Remaster neu arrangiert. Wer aber lieber den originalen Klängen lauschen möchte, kann den Soundtrack in den Optionen jederzeit umstellen.

Final Fantasy 12: The Zodiac Age erscheint am 11. Juli 2017 exklusiv für die PS4.

Linda Sprenger @lindalomaniac

Ich muss meine Preview mit einer Warnung abschließen. Wenn wir das neue Jobsystem von Final Fantasy 12: The Zodiac Age voll ausreizen wollen, werden wir viel planen, ausprobieren und viel mehr Zeit im Menü verbringen als zuvor. Unsere Mühen werden sich am Ende aber bezahlt machen. Denn wer sich nicht die Zeit nimmt, die Charakterentwicklungsmechaniken des JRPGs zu studieren und sich die Besonderheiten der zwölf verschiedenen Berufe anzueignen, wird sich das Spiel schwerer machen, als es eigentlich ist, und spätestens bei den Bossen gen Ende der Hauptgeschichte auf den Hintern fallen. Das ist letztendlich aber der entscheidende Grund, warum ich mich so sehr auf ein erneutes Abenteuer in Ivalice freue.

Während das HD-Remaster von Final Fantasy 10 ohne entscheidende Neuerungen aufschlug und mich lediglich nostalgisch stimmte, verspricht Final Fantasy 12: The Zodiac Age mehr als nur ein aufgehübschter Vergangenheitstrip zu werden. Das Zodiac-Jobsystem macht das PS4-Remaster weitaus komplexer als das PS2-Original und verschaffte mir während meiner Anspiel-Session ein ganz neues Spielgefühl. Ich habe bereits über 120 Spielstunden mit dem Original verbracht und sehe mich mit The Zodiac Age vor einer neuen Herausforderung stehen, die gemeistert werden will.

Kommentare

CAL141
  

Hatte damals noch wegen God of War II ende PS2 Ära die PS2 geholt und wollte endlich mal ein FF ausprobieren. Finde das Spiel richtig gut, das Gambit System fand ich Klasse und der Mix aus Fantasy und Sci-Fi superb. Leider keine Nerven mehr für so Zeitfressende Spiele, würde es trotzdem weiterempfehlen, vorausgesetzt man hat die Geduld dazu.

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Datum:

16.05.2017, 16:07 Uhr

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