For Honor

Plattform: (PC, PS4, XBO)
Release: 14. Februar 2017

User-Wertung:

For Honor - Einen Monat nach Release ist die Zukunft ungewiss

For Honor hat den ersten Monat hinter sich gebracht und blickt zwischen technischen Problemen und einer treuen Core-Community auf eine ungewisse Zukunft.

For Honor blickt einer ungewissen Zukunft entgegen

For Honor blickt einer ungewissen Zukunft entgegen

Es ist niemals leicht, etwas Neues auszuprobieren - genau dieser Erkenntnis musste sich auch Ubisoft vor einem Monat stellen. For Honor versucht in der Tat etwas Neues: Komplexe, taktisch anspruchsvolle Nahkämpfe zwischen den unterschiedlichsten Kriegern aus drei grundverschiedenen Kulturkreisen - und das am liebsten online, Mensch gegen Mensch, in verschiedenen Spielmodi.

Die größte Herausforderung bestand für die Entwickler darin, eine Gameplay-Mechanik zu finden, die all diese Anforderungen erfüllt. Ihre Suche führte sie vorbei am grobschlächtigen Schlagabtausch von Skyrim und den ungenauen Duellen von Chivalry: Medieval Warfare hin zum Theater-Schaukampf. Hier ließen sie sich zu einem Kampfsystem inspirieren, dass auf einem Reflex-System basiert und den Körper in drei Trefferzonen einteilt. Diese Pionierarbeit sollte sich auszahlen, schließlich wurde For Honor von einem Großteil der Kritiker und Spieler gelobt. Allerdings hat der eigentliche Kampf um die Gunst der Community erst nach dem Release begonnen - und hier musste Ubisoft bereits einige herbe Niederlagen einstecken, die den Blick in die Zukunft zu einem ungewissen machen. Es wird Zeit für eine erste Bestandsaufnahme.

Keine Kinderkrankheit mehr: Netzwerkfehler und Verbindungsprobleme

Einen Monat nach Release ist es unmöglich geworden, über For Honor zu sprechen, ohne Beschwerden über die häufigen Verbindungsprobleme der Server zu hören - das ist weder in Privatgesprächen, noch auf GamePro, Reddit oder den offiziellen Foren anders.

Entgegen aller Ängste haben sich der Ingame-Shop und die vielen kosmetischen Items nicht als schädlich für das Balancing herausgestellt.

Entgegen aller Ängste haben sich der Ingame-Shop und die vielen kosmetischen Items nicht als schädlich für das Balancing herausgestellt.

Und tatsächlich handelt es sich um ein ernsthaftes Problem und nicht etwa nur das hysterische Kreisen einiger weniger Spieler: Ohne absolute Zahlen zu kennen, lässt sich wohl keine zweistündige For Honor-Plänkelei ohne mindestens zwei bis drei Abstürze beenden. Keiner der bisherigen Patches konnte etwas an diesem ärgerlichen Zustand ändern, Feedback und hilfreiche Stellungnahmen der Entwickler finden wir kaum. Immerhin gab es zuletzt ein Entschädigungs-Wochenende - ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Wenn Ubisoft nicht einen Weg finden sollte, die Netzwerkarchitektur von For Honor zuverlässiger zu konstruieren, können wir uns die folgenden Absätze eigentlich sparen. Denn egal, wie viele gute Ideen, Inhalte und Neuerungen noch in das Spiel fließen, die häufigen Abstürze werden auf Dauer auch die euphorischsten Fans aus dieser Spielwelt vertreiben.

Der Sprung über die Einstiegshürde

Lassen wir den Zorn und die Sorge über die Netzwerkprobleme allerdings beiseite, so haben wir es mit einer überaus engagierten und aktiven Community zu tun, die sich jenseits der Einstiegshürde gebildet hat. Mitglieder jeder Fraktion tauschen sich täglich in eigenen Subreddits oder in Echtzeit via Discord aus, während im "Competitive For Honor"-Forum angeregt und für Normalos kaum verständlich über Waffenstärken, Buffs, Nerfs und sonstige Details diskutiert wird.

Und auch im Spiel selbst hat sich einen Monat nach Release viel getan: Fans, die bereits einige Spielstunden hinter sich haben, übernehmen koordiniert verschiedene Aufgaben, rotten sich für Gruppenangriffe zusammen und stimmen ihre Attacken aufeinander ab. Das kopflose Hauen und Stechen, das auf Zuschauer und interessierte Spieler so abschreckend wirkt, wird jenseits der Einstiegshürde hart abgestraft.

Die übrigen Spieler, die ganz frisch mit For Honor angefangen haben, sehen sich hingegen mit einem der undurchsichtigsten Matchmaking-Systeme der letzten Jahre konfrontiert: Immer wieder werden Anfänger und erfahrene, hochstufige Veteranen in ein Boot geschmissen, was vor allem den For Honor-Nachwuchs mehr frustriert als motiviert. Die Einstiegshürde dieses Spiels ist höher, als die Entwickler wohl vermutet haben und drückt den Spieler-Zustrom spürbar ab.

Mehr: For Honor - Ubisoft: "Besiegt Nazis, meldet Nazis, macht unsere Community zu einem besseren Ort"

Nicht ohne Grund hat Ubisoft mit dem letzten Patch die Option aus dem Spiel entfernt, die Anzahl der aktuell aktiven Spieler auf den Servern einzublenden. Die nächsten Monate werden wohl noch deutlicher zeigen, ob sich For Honor in eine Nische zurückzieht oder den Fuß in der Mainstream-Türe behalten kann.

Selbstbewusste Zukunftspläne

Über die technischen Probleme auf der einen und die engagierte, aber bereits gespaltene Community auf der anderen Seite spannt sich der fast unbedingte Wille Ubisofts zur Kommunikation mit den Fans und die optimistischen Zukunftsplänen für For Honor. Auf Feedback wird gehört, teils sogar direkt geantwortet, Cheater werden mit harten Strafen, kreative Fans mit Retweets bedacht. Gefühlt findet die große Abrechnung aber erst am Ende diesen Jahres statt, wenn Ubisoft eine Rangliste ins Spiel einführen und damit offiziell den eSport-Startschuss geben wird.

Es fällt schwer vorauszusehen, ob For Honor bis dahin auf seine ergebene Core-Community zusammengeschmolzen sein oder neue Wege gefunden haben wird, Anfänger an das ungewöhnliche Kampfsystem heranzuführen. Der Erfolg ist For Honor zu wünschen, denn alles in allem versucht sich das Spiel daran, etwas Neues aufzubauen - und das fällt nun mal nie leicht.

Kommentare

blueeye
  

Tja Ubisoft halt. Die stehen sich halt manchmal selbst im Weg. Und dann auf der E3 drücken sie auf die Tränendrüsse und wollen bemitleidet werden.

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Justin Zane
  

Zitat von camora

camora schrieb:


dennoch traurig oder?



Selbstverständlich!

Und so unnötig vorallem, die können mir nicht erzählen dass dies nicht schon in den Betas aufgefallen ist. An der Masse kanns auch nicht liegen.

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camora
  

Zitat von Justin Zane

Justin Zane schrieb:


For Honor ist nicht unfertig!!! Die Server sind scheiße.

Rotz wurde somit auch nicht auf den Markt geschmissen.....



dennoch traurig oder?

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Justin Zane
  

Zitat von GoinInsane

GoinInsane schrieb:

Ubischrott halt!

Gar nicht lange her (definitiv aber vor dem For Honor Release), da gab es eine News, dass Ubisoft aus dem Unity/Division Debakel gelernt hätten und keine unfertigen Spiele mehr he... komplettes Zitat anzeigen



For Honor ist nicht unfertig!!! Die Server sind scheiße.

Rotz wurde somit auch nicht auf den Markt geschmissen.....

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GoinInsane
  

Ubischrott halt!

Gar nicht lange her (definitiv aber vor dem For Honor Release), da gab es eine News, dass Ubisoft aus dem Unity/Division Debakel gelernt hätten und keine unfertigen Spiele mehr herausbringen werden.

War ja klar, dass es das übliche PR Dummgeschwätz ist - aber das sie so schnell erneut Rotz auf den Markt werfen macht die Aussage noch lächerlicher.

Wer etwas Verstand hat, reklamiert den Müll. Nur so bringt man diese Spacken zum umdenken!

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Sellfish_86
  

Zitat von forzaaaaaa

forzaaaaaa schrieb:

Aber für den Multiplayer ist die Steuerung einfach zu träge und alles irgendwie zu langsam, hab mich vom ersten Tag gefragt wem sowas Spaß machen würde in pvp...


So eigtl. allen Dark Souls Spielern? Mal ehrlich, wenn Du meinst, dass PvP zu langsam sei, dann musstest du wohl noch nie gegen Peacekeeper oder Raider ran. Von 2 gegen 1 ganz zu schweigen. Träge ist die Steuerung ebenfalls nicht, man trägt ebend Rüstung.
Das Spiel ist toll, 1vs1 oder 2vs2 sind wunderbar. Selbst die chaotischen 4vs4 oder Dominion Modi machen Spaß (trotz Ausrüstung). Alles super, Mittelalter-Fantasy Killer Instinct in 3rd Person... ABER...
Die Entwickler bzw. Ubisoft kümmern sich einen Scheissdreck um das Spiel und die Community. Anstatt Balancing und Technikprobleme anzugehen gibt's neue Ornamente; mehr Customization, die man sich entweder über's Grinden von Daylies oder Echtgeld kaufen darf.
Irgendwann haben mich dann auch die Verbindungsabbrüche eingeholt (in der Beta und in der ersten Woche nach Release war alles IO), und ich kam nicht umhin das Spiel noch rechtzeitig wieder an Amazon zurückgehen zu lassen.
Schade drum. Derart viel Potential wurde das letzte Mal bei Destiny oder The Division verschenkt. Wobei die liefen zumindest technisch rund.

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forzaaaaaa
  

Im Singleplayer ist das Spiel viel zu leicht, selbst auf realistisch war es für mich bis auf 3-4 Endgegner keine wirkliche Herausforderung. Aber für den Multiplayer ist die Steuerung einfach zu träge und alles irgendwie zu langsam, hab mich vom ersten Tag gefragt wem sowas Spaß machen würde in pvp...

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Autor:

Datum:

14.03.2017, 18:07 Uhr

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