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AreaGamesCom Fazit: Die Messe von A bis Z!

Die Messe ist gelesen. Mit einem neuen Besucherrekord ist die Gamescom 2013 am Sonntag zu Ende gegangen. Mehr als 340.000 Besucher quetschten sich an fünf Tagen durch die Gänge und standen oft Schlange und obwohl es nichts zu sehen gab, erlebten sie teilweise ein Déjà-vu und zahlten ein Vermögen für Bockwurst mit Kartoffelsalat. Hier an dieser Stelle jetzt das etwas andere Messefazit von A bis Z mit Gedanken, Meinungen, Eindrücke und Anekdoten aus Köln.

A wie ausverkauft

Erstmalig waren alle Karten für sämtliche Tage vergriffen. Und obwohl die Tickets schon seit Monaten zu kaufen waren, trug die plötzliche Knappheit die üblichen Früchte. Auf eBay wechselten die Eintrittskarten teilweise für den zigfachen Preis den Besitzer und auch vor den Messehallen entwickelte sich eine Art Schwarzmarkt, wie es sonst bei Fußballspielen üblich ist. Wahrscheinlich gibt es dann nächstes Jahr Gamescom-Karten bei Viagogo für 400 €. Nein, hoffentlich nicht.



B wie Besuchermassen

Wie bereits erwähnt, hat die Gamescom mit über 340.000 Menschen einen neuen Besucherrekord aufgestellt (2012: 275.0000). Das ist schön für die Messe, aber schlecht für die Besucher, die sich zu bestimmten Zeiten nur im Schneckentempo fortbewegen konnten. Von den langen Wartezeiten ganz zu schweigen. Schon lange wird eine Lösung gefordert: Mehr Hallen, mehr Tage, eine Halle für alle Spiele ab 18. Irgendwas sollten sich die Verantwortlichen auf jeden Fall einfallen lassen. Nächstes Jahr sind die neuen Konsolen zwar schon ein alter Hut, aber signifikant sinken werden die Besucherzahlen bestimmt auch nicht. Und an alle Leipzig-Romantiker: So schön es dort auch war, aber mit den jetzigen Dimensionen wäre das Messegelände definitiv zu klein gewesen. Man erinnere sich nur an die Glasröhren und den Brutkasten in der Mitte. Und da reden wir noch nicht über die Infrastruktur wie Hotelbetten oder internationale Flüge. Das Kölner Messegelände hat mit den Hallen 1, 2, 3 und 11 noch Kapazitäten mit gut 90.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. In der Theorie also viel Platz, wenn er den genutzt würde.



C wie Coladosen

Der weltweit größte Brausehersteller sorgt aktuell dafür, dass viele Menschen in Getränkekästen und Kühlschränken nach der Flasche mit ihrem Namen kramen. Auf der Gamescom konnte man sich sogar Dosen individuell bedrucken lassen - eigentlich eine coole Idee, zumindest theoretisch. In der Praxis war das Ganze aber so reglementiert, dass im Grunde doch wieder nur die klassischen Vornamen zu Auswahl standen. Dass man nicht "Pepsi" auf die Dose schreiben konnte, ist ja noch nachvollziehbar. Aber auf einer Spiele-Messe hätten sicherlich viele Besucher gerne ihren Nickname, Gamertag und ähnliche Pseudonyme auf die Dose gedruckt. Schade. Mein Nachname, der im englischen dummerweise etwas anderes bedeutet, ging übrigens auch nicht.
AreaGamesCom Fazit: Die Messe von A bis Z!



D wie Destiny

Gab es leider auch nur in bekannten Bewegtbildern zu sehen, trotzdem hat das Spiel den "Best of gamescom"-Award gewonnen. Für die Presse gab es dabei auch nicht viel mehr Neuigkeiten. Jeder Spieler soll ein eigenes Raumschiff haben, das er auch individuell gestalten kann. Außerdem sollen auch Solo-Spieler auf ihre Kosten kommen. Das ungeliebte Grinding soll es nicht geben. Destiny soll immer Spaß machen, ob für 20 Minuten oder 2 Stunden am Stück. Warten wir es ab.



E wie Eröffnungsfeier

Microsofts Phil Spencer hatte die Ehre, am Mittwoch auf der Eröffnungsfeier der Gamescom die sogenannte Keynote zu halten. Nennen wir es einfach Schwerpunktrede. Wirklich neue Erkenntnisse lieferten die knapp 15 Minuten allerdings nicht. Die ziemlich inhaltslose Rede kurz zusammengefasst: Personalisierung, Cloud, Tablets und eine lobende Erwähnung von "Litte Big Planet" als gute Umsetzung von "User-generated content". Hört, hört, der Microsoft-Mann lobt indirekt Sony. Ansonsten blieb aber eher der Eindruck, dass 98 Prozent der Anwesenden ohnehin keine Ahnung von dem hatten, wovon der komische Herr da vorne auf Englisch quasselt. Die restlichen zwei Prozent gähnten aufgrund der Belanglosigkeit der Worte und alle gemeinsam, mich inklusive, warteten doch nur darauf, dass der Moderator uns endlich zum Buffet entlässt.



F wie Fachbesuchertag

Den Fachbesuchertag gab es dieses Jahr praktisch nicht. Das lag dann vor allem an der grandiosen Idee der Messeleitung, schon am Mittwoch etwa 8.000 Besuchern per Wild-Card den Einlass zu gewähren. Gemütliches Schlendern durch die Messehallen, um dort an verwaisten Anspielstationen die neuesten Titel zu testen, war damit passè. Wer keinen Fast-Pass, VIP-Band oder sonstige Privilegien durch den Hersteller genoss, der durfte sich trotzdem anstellen. Natürlich war schon in den vergangenen Jahren deutlich mehr los am Fachbesuchertag, der für viele der Aussteller der inoffizielle Bring-deine-Familie-mit-Tag war. Die Logik, warum jetzt die paar hundert Hobby-Blogger, von denen einige einen sehr guten Job machen, draußen bleiben mussten, stattdessen aber Tausende normale Besucher rein durften, muss man nicht verstehen.
AreaGamesCom Fazit: Die Messe von A bis Z!



G wie GTA 5

Das meisterwartete Spiel des Jahres gab es nur hinter verschlossenen Türen im Business Center zu sehen. Rockstar hat sich ja noch nie viel aus Messen gemacht, aber ein kleines Schmankerl auf dem Showfloor für die Fans wäre durchaus angebracht gewesen. Die sollen ja schließlich auch nächsten Monat die Läden stürmen und Millionen in die Kassen spülen.



H wie Hostessen

Die Hostessen, auch Messe-Babes genannt, waren auf der diesjährigen Gamescom im Vergleich zu früheren Jahren eher die Seltenheit. Wenn überhaupt, dann boten die Stände, die ein eher langweiliges Produkt bewarben, noch die meiste nackte Haut. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, muss jeder selbst für sich beantworten. Deutlich zugenommen hat hingegen der Anteil der Cosplayer. Am schönsten war meiner Meinung nach die (ich vermute) Familie, die als Figuren aus "The Last of us" unterwegs waren. Der Vater als Joel, die kleine Tochter als Ellie und Mama als Clicker. Süß!



I wie internationales Ansehen

Kritik hin oder her, mit dem Umzug nach Köln und den inzwischen im Vergleich zur E3 und Tokyo Game Show gigantischen Besucherzahlen hat sich die Gamescom endgültig einen Namen gemacht. Branchengrößen fliegen aus der ganzen Welt ein und auch bei den Besuchern mischen sich mit Spaniern, Franzosen, Russen und vielen weiteren Nationen immer mehr internationale Gäste unter das Gaming-Volk. Gerade mit dem Drumherum wie Campen, Festival und Partys ist die Messe zum weltweit beachteten Ereignis geworden. Und das ausgerechnet in Deutschland, wo Spiele durch die Politik auch gerne mal in ein sehr negatives Licht gerückt werden. Insofern wird die Gamescom ihrem eigenen Motto gerecht - "celebrate the games".



J wie Journalisten

Die News-Seiten waren in den vergangenen Tagen vollgepackt mit Artikeln, doch so wirkliche Neuigkeiten gab es eigentlich nicht. Für die Journalisten, die auch schon auf der E3 vor Ort wahren, ist die Gamescom zumeist nur kalter Kaffee. Fast 400 Neuheiten hatte die Messe nach eigener Rechnung gezählt, dazu gehörten dann aber auch Kaliber wie der neue Bau-Simulator von Astragon. Wenn man dann doch eine Frage hatte, kam die perfekt einstudierte Antwort, dass man dazu derzeit noch nichts sagen könne. So langsam nimmt die Geheimniskrämerei der Branche lächerliche Züge an.
AreaGamesCom Fazit: Die Messe von A bis Z!



K wie Klappstühle

Die gehören schon seit Jahren zum Bild der Gamescom. Man hat fast das Gefühl, für einige Besucher gehört das Sitzen in der Warteschlange zum Erlebnis dazu. Vom Zocken mit dem Handheld, über Karten spielen und Bier trinken wird hier fast alles gemacht, um die Zeit totzuschlagen.



L wie langweilige Stände

Ob es den Besuchermassen geschuldet ist oder einfach nur eine Geldfrage, keine Ahnung. Auf jeden Fall waren die Stände dieses Jahr mit Abstand die langweiligsten der vergangenen Jahre. Einige waren gar aus dem Vorjahr recycelt und nur mit neuen Folien beklebt. Ich erinnere mich an Zeiten, als man inmitten von Dschungellandschaften inklusive Wasserspielereien zum Controller greifen konnte. Den positiven Hingucker der Messe hatte wohl EA mit seinem 6,20 Meter hohen und 750 Kilogramm schweren "Titanfall"-Mech.



M wie Matthäus, Lothar

Für viele jetzt schon ein Kult-Moment der Gamescom-Historie: Der Ex-Fußballprofi, dessen Fähigkeiten auf dem Platz unumstritten sind, stellte auf der EA-Pressekonferenz abermals seine holprigen Englischkenntnisse unter Beweis. Der Grund für seinen Besuch: In Fifa 14 findet er sich als Legende im Mouds Ultimate Team wieder. Da kann man mit "Loddar" wieder das machen, wofür er früher mal bekannt war. Also nicht Unterwäschemodels klarmachen. Das kann er aber auch. Irgendwie doch beneidenswert, der Mann.

Kommentare

kleinerhansel
  

Ich wollte eigentlich zur Messe hin, hatte aber die Arschkarte,dass alles Karten ausverkauft waren.
Aber Dank dieses aufwendig geschriebenen Artikel war ich live dabei.

Super Erfahrungsbericht

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Jack Scallion
  

User Dave Holden hat das Wort "Titten" in seinem Kommentar versteckt. So ein Fuchs!

@Topic
Ich bin total von -T- gehypt, im Gegensatz zu Herrn Beer. Eine mögliche Erklärung: Es sieht stark danach aus, als wäre es der erste ernstzunehmende Konkurrent zu CoD(Battlefield klammere ich aus, weil ich glaube, dass das Game eine andere Zielgruppe bedient).

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Thems
  

Jetzt ist es da, vorhin fehlte es noch, zumindest bei mir ;)

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Stalkingwolf
  

@Thems
das ist W. W wie Witcher

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2happy
  

Geiler Artikel! Aber: "Macht sonst immer die Fotos"? Hab ich die Fotostrecke verpasst? Kann ja sein.

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Assassin82
  

War ne geile Gamescom . Neue Konsolen , Geile Games und hübsche Babes . alles was ein Gamer braucht . nur das es zu voll war , hat etwas genervt. auf jeden fall nächstes jahr wieder hin !

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Thems
  

Sehr guter Artikel, auch wenn das 'W' mal knallhart vergessen wurde. ;)

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Keyrion
  

Schöner Artikel. War dieses Jahr auch mal wieder da und naja auf der einen Seite wird es weniger auf der anderen Seite mehr. Mal sehen ob ich nächstes Jahr auch wieder hingehe kommt drauf an was es alles azf die Messe schaft.
Nebenbei war einer bei SE und hat FF13 Lightning Returns angespielt und kann mir jemand mal sagen was das für Controller dort waren? Danke ;)

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Jacuzzi
  

Ich finde den artikel sehr gut. Hat mir spaß gemacht ihn zu lesen. Gerne öfter berichte von a bis z :)

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Dave Holden
  

ArTikel in dieser Form und G?te kann Ich nur bef?rwoTen!!
Da machT das lesen doch mal wiedEr Spa?.
Werde wohl n?chstes Jahr auch mal wieder hiN. Oder ich warte bis zur Einf?hrung des "Ab18" Bereichs..

:-D

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