Grand Theft Auto IV

Plattform: (PC, PS3, XBox 360)
Release: 29. April 2008

User-Wertung:

Grand Theft Auto IV

Ob nun als Hauptprotagonist der nicht sterben wollenden Killerspieldebatte, als Paradebeispiel bzw. Pionier virtueller Sandboxwelten oder als Gesicht der Videospielepopkultur, auch abseits der einschlägigen Branchenmagazine hat die Grand Theft Auto Serie ihren Einfluss in verschiedenste Bereiche unserer Realität ausgeweitet. Jetzt erfolgt der nächste Schritt, denn erstmals versuchen Rockstar Games mit New York City eine tatsächlich existierende Stadt in ihr Gangsteruniversum zu adaptieren. Oder sollten wir hier lieber parodieren sagen? Warum beides irgendwie zutrifft, lest ihr in unserem Testbericht aus dem brandneuen und kaum wiederzuerkennenden, aber eben doch wiedererkennbaren Liberty City.

Man war mal hier ein bisserl in Menschenhandel verwickelt, hat mal da jemanden umgelegt und schwupp di wupp hat man Zuhause genug Probleme an der Backe, dass man sich am liebsten in ein anderes Land verdrücken möchte. Ein Land, wo die Sachen vielleicht anders laufen. Der osteuropäer Niko (eigentlich Nikolai) Bellic ist so ein Kandidat und so folgt er dem Rufen seines zuvor bereits ausgewanderten Cousins Roman, nach Liberty City zu ziehen. Das Ziel ist ganz klar und da ist der in der Historie der Stadt sicher nicht der erste mit dem Gedanken: Den American Dream leben. Romans lüsterne Geschichten von Champagner, Sportwagen und schönen Damen schauen in der Realität, so muss Niko schnell feststellen, dann allerdings ganz anders aus. Der feine Herr Cousin hat mit Mühe und Not ein schäbiges Taxiunternehmen eröffnet und steckt in finanziellen wie... „gesellschaftlichen“ Schwierigkeiten. Um sich aus der Misere zu ziehen, sprich Kredithaie und andere skrupellose Gläubiger loszuwerden, hat er sich kurzerhand Niko herbeigelogen. Für den bedeutet das im Grunde nicht mehr als: Neue Location, gleiche Drecksarbeit, viele Tote. Und erst mal wird alles immer schlimmer...

Grand Theft Pulp Fiction (Wir haben gegoogeled, das hat echt noch nie jemand geschrieben!)

Was AreaGames schon Jahren unter Beweis stellt, trifft auf Rockstar ebenfalls zu. Wer einmal Humor hat, verliert ihn nicht so schnell. Die Zwischensequenzen von GTA IV bewegen sich mit ihren genialen Dialogen, wie gewohnt konstant auf dem Level eines sehr guten Tarantinos. Ihr wisst schon, dieser Style wo derbe Wörter und selbst Folterszenen oder Morde stets höchst lässig und amüsant daherkommen. So macht ihr zum Beispiel Bekanntschaft mit Brucie, einem wahren Steroidejunkie mit dem Charme eines aufgedrehten Hotelanimateurs. Klar, dass Nico ihm gleich mal per Spezialarmeegeheimgriff den Arm verdreht und sich damit als optimaler Kandidat für den angebotenen Auftrag etabliert. Little Jacob dagegen weiß wohl selber nicht was er immerzu vor sich hin abbelt, was bei seinem Drogenkonsum niemanden wundern sollte. Hat man ihn im Schlepptau wird euer Wagen jedenfalls zur Marihuanadampfsauna. Eigentlich ist so gut wie jede der vielen, oft auch mal was längeren, Cutscenes hier eine Einzelerwähnung wert. Würde man sie alle hintereinander schneiden, käme dabei jedenfalls zweifellos ein AAA Animationsfilm auf höchstem Kinoniveau heraus und so ist wirklich keine Sekunde in der man nicht aktiv spielt, eine Verlorene.Grand Theft Auto IVSchimpfwortbestückter All American Gangstasprache, kleine bis große Eigenarten , ... die Figuren im Spiel präsentieren sich allesamt bereits nach ein paar Sekunden auf dem Bildschirm als das, was man tatsächlich Charaktere nennen kann. Ob Roman, Brucie oder später Playboy X, austauschbare Standardmobs sind uns, trotz der Fülle an Protagonisten und Nebendarstellern, keine Begegnet. Einzig wiedererkennbare, natürlich auch im positiven Sinne klischeebehaftete Charakterköpfe. Aber was erzählen wir euch, das kennt und liebt ihr ja eh schon an GTA. Umso bemerkenswerter ist es, dass der neue Teil den Vorgängern dahingehend in nichts nachsteht, ja, es sogar alles noch deutlich besser macht.Statt sich einzig auf überzogene Slapsticksatire zu konzentrieren, sorgen die dank Next-Gen Grafik natürlich merklich ausdrucksstärkeren Figurenmodelle, zusätzlich zum Spaßanteil für mehr Menschlichkeit der Protagonisten. Gerade anhand des Hauptcharakters Niko macht sich dies sehr stark bemerkbar. Er verhält sich meist still, hört zu, Antwortet simpel und kapiert oft nur das Wichtigste von dem teils sehr wirren Zeug, was seine immerzu ein wenig durchgeknallten Auftraggeber ihm in die Ohren pfeifen. Seine Körpersprache verrät uns allerdings stets was er gerade denkt, ohne dass er es groß in Worte fassen muss. Im Falle von Brucie wäre dies z.B. als Antwort auf seine ständigen Hinweise zu was für einem Muskelmonster er sich aufgepumpt habe: “Ist mir doch alles egal, du schlapper Poser. Ich mach’ dich locker platt wenn ich will, Hauptsache du bezahlst gut.“Grand Theft Auto IVGTA behält sich beim neusten Teil trotz deutlich mehr Realitätsnähe gewiss seinen eigenen Stil, der auch nach wie vor in Richtung überzeichneter Comicwelt geht. Das erkennt man besonders an den Gesichtsproportionen und Texturen der Hauptfiguren, welche sich allesamt glatt, rund und wohlgeformt präsentieren. Wir empfinden den Spagat als positiv, da wir uns so der Spielwelt und unserem Charakter darin einerseits nun mehr verbunden fühlen, andererseits aber auch nicht die zombiehafte Kälte einer zu sehr auf hyperrealen Look gemachten Optik aufkommt. Zudem steht GTA nach wie vor in erster Linie für unbeschwerten Fun und nicht für bedrückendes Real Life Drama.

Das ist der Wahrheit!

Bis zum Ende diesen Jahres sollen 50% der Weltbevölkerung ein eigenes Handy besitzen. Auch im vierten Teil von GTA, gehört der Hauptprotagonist natürlich nicht zur anderen Hälfte dieser Statistik. So funktionsreich wie in Nikos Händen, gibt’s das Mobilfunkgerät allerdings nun zum ersten mal in der Serie. Übers Hosentaschenbüro empfängt er pausenlos Hinweise wann es wo was zu erleben oder verdienen gibt und informiert seine Geldgeber über erfolgreiche Coups. Schlägt ein Auftrag fehl, bekommt er eine SMS über die er ohne Umwege gleich wieder zum Missionsbeginn zurückversetzt werden kann. Auch der Zugriff auf die Multiplayeroption und viele andere Spielereien werden übers Mehrzweckelektrogerät gesteuert, das man gleich bei der ersten Mission geschenkt bekommt. Selbstverständlich ist auch das Tastaturpad des Gerätes frei zugänglich und nach Gutdünken bedienbar. Öfters im Spiel begegnen einem Telefonnummern auf Plakaten, Websites oder sonst wo, die man dann kurzerhand eintippen kann. Im Optionsmenü des Gerätes (!) legen wir sogar fest, welcher Klingelton uns auf Anrufe bzw. Textmessages aufmerksam macht und ob das Handy, respektive der Controller, dabei gar viieren soll.Grand Theft Auto IVEine der neuen Kommunikationsmöglichkeiten ist neben der üblichen Telefongespräche bezüglich aktueller Missionen, der jederzeit mögliche Anruf bei einem Spielcharakter den man im Handlungsverlauf bereits getroffen hat. Nach Terminabsprache holt man den Gesellen (oder die Gesellin, eine kleine Lovestory ist natürlich mit von der Partie) am vereinbarten Ort ab und begibt sich zu einer von Liberty Citys Vergnügungseinrichtungen. Dabei hat man als Locations vielfältige Orte wie Bars, Restaurants und Stripclubs zur Auswahl, als Aktivitäten darf man nette Minispieleinlagen wie Darts, Bowling und Pool austragen. Letztere funktionieren schön unkompliziert spaßig, auch wenn sie natürlich nicht wirklich an Vollpreistitel dieser Art herankommen. Genau das Richtige für zwischendurch eben. Richtige Highlights sind die Kabaretts und Comedyclubs, in denen man sich das umfangreiche „Liveprogramm“ tatsächlich auch ansehen kann. Was da geboten wird ist Motion Capturing at it’s best und wirkliche Unterhaltung, nicht bloß irgendein immergleicher Platzhalter. Auch `ne simple Sauftour verdammt den Spieler keineswegs nur zum Zugucken. Nach Verlassen der Alkoholstädte macht sich der entsprechend dem Körperfüllstand mangelnde Gleichgewichtssinn Nikos nicht nur animationstechnisch, sondern vor allem auch in Form von stark erschwerter Steuerung und verschwommenem Sichtfeld deutlich. Hinterm Lenkrad nehmen die Besoffenheitseffekte dann gar so realistische Züge an, dass selbst durch Prey und das ungepatchte Marathon gestählte Zockermägen sich umzudrehen beginnen. Schafft man es trotz der mit der Zeit natürlich wieder schwindenden Benebeltheit seine Begleitung heil nachhause zu ingen, kommt das der Beziehung zu ihr zugute. Und diese beruht tatsächlich auch auf Gegenseitigkeit. In regelmäßigen Abständen wird man in wahrhafter Sims Manier seinerseits zum spaßigen Abhängen angerufen. Wegdrücken bzw. Abwürgen oder Versetzen des Gegenübers führt auf Dauer zur emotionalen Verstimmungen. Vermeidet man soziale Minuspunkte, darf man sich alsbald über Unterstützungen und Gefälligkeiten der Bekanntschaften im Spiel freuen. Roman lässt uns zum Beispiel kostenlos Taxi fahren, Brucie lädt uns zu illegalen Straßenrennen durch die Stadt ein, andere Charaktere liefern Wummen oder Autosprengsätze mit Fernzündung. Eure Freundin gewährt nach erfolgreichen Dates nicht nur den Einlass in ihre Wohnung, sondern auch in... den Einlass eben. Als Codewort fürs Liebesspiel benutzen Niko und sie üigens den Begriff „Warmer Kaffee“ bzw. „Darf ich bei dir einen Kaffee trinken“. Um mal nur die einfachsten der vielen “Hot Coffee Skandal“ Witze im Spiel zu nennen.Die sozialen Kontakte zu verwalten und aufrecht zu erhalten, hätte schnell zum mechanischen Nervfaktor werden können. Dass man aber ganz im Gegenteil fast schon ein wenig süchtig nach den kleinen Ausflügen werden kann liegt nicht zuletzt daran, dass die Haupt- und Nebenfiguren im Spiel wie gesagt so lebendig wirken. Auf der Fahrt zur Wunschlocation gibt es oft etwas Smalltalk, man kann sich mit den Freunden weitesgehend frei durch die Stadt bewegen (so lange man sie nicht verletzt oder sonst wie verärgert) und die lockeren Aktivitäten in feinster Kneipen/Stripclub/...atmosphäre machen ganz nebenbei auch einfach schön kurzweilig Spaß. Und wenn man doch keine Laune drauf haben sollte, lässt man es eben. Gezwungen wird man zu nichts, die Bonusfeatures sind genau so nützlich wie deren Fehlen verschmerzbar ist.

Erst ein erfrischendes Pißwasser, dann ab zu Burger Shot!

Überhaupt strotzt GTA IV nur so vor Anspielungen an unsere Welt, weit über die Grenzen des Videospielgenres hinaus. Bezeichnend ist dabei, dass alleine jedes einzelne der vielen fiktiven Werbeplakate, jede einzelne erfundene Firma und sogar jeder einzelne im Fernsehen flimmernde Spot, seine persiflierte Vorlage an Originalität, Witz und Design bei weitem übertrifft. Die Krönung ist der Zugang zum Internet, wo viele sich ständig aktualisierende Webseiten zum Anklicken, Durchlesen und hemmungslos Ablachen bereit stehen. Nicht selten liest man da auch mal von eigenen Straftaten, oder fädelt übers E-Mail Postfach mal wieder neue ein. Brucie hat ein Auto auf `nem Parkplatz gesehen und will das unbedingt haben? Wie gut, dass er euch ein Bild von dem Teil per Mail zugesendet hat.Grand Theft Auto IVAber wie war das vorhin? Flimmern? Spot? Bingo, in Nikos Bude dürft ihr euch jederzeit vor die Glotze setzen und dort z.B. herrlich zum Schießen kommentierte Pokermatches, eine urkomische Sci-Fi Zeichentrickserie und viele andere Shows samt Werbeunterechungen anschauen. Dazu bieten eure vier Wände euch noch einen Kleiderschrank an dem ihr eure gekaufte Kleidung und Accessoires wechseln oder anders kombinieren dürft und ein Bett zum Schlafen, bzw. Speichern. Was eigentlich mit dem Handybeispiel alleine schon prima dokumentiert wurde, ist die unvergleichliche Art mit der Rockstar Games uns eigentlich spieltypische Vorgänge so präsentieren, dass sie nahtlos und stimmig in die Spielwelt integriert werden. Wenig Lebensenergie? Dann ab an den Getränkestand, ans Hot Dog Wägelchen oder eine andere Fressalienstelle (keine Angst, RPG Anleihen oder Esszwang wie in San Andreas gibt es hier nicht mehr). Medikits findet ihr ganz selten nur noch da, wo es Sinn macht. Das heißt z.B. im Krankenhaus. Nicht anders verhält es sich mit Waffen, die ihr in der Regel nur im entsprechenden Geschäft oder eben von erschossenen Gangstern/Polizisten beziehen könnt. Sich drehende Symbole oder vollkommen absurd platzierte Spielobjekte werdet ihr in ganz Liberty City nicht mehr zu sehen bekommen. In der Hinsicht ist schon das Höchste aller Dinge, dass auf dem Boden liegende Schießeisen oder Moneten mit einem farbigen Leuchten versehen sind, damit man sie nicht so leicht übersieht. Statt der berühmten Päckchen oder sonstigen zu suchenden Objekten in der Stadt, sollte man jetzt üigens nach Tauben (zum Abknallen) und natürlich allen möglichen Sprungchancen (zum Absolvieren von Monsterstunts) Ausschau halten. Um nur zwei der Beispiele zu nennen, von denen wir bis jetzt wissen.

Selbst das Gesetz hat nur ein Auge im Kopf

Eine der ersten Aktionen, mit der die meisten GTA IV Spieler mal wieder ihren Aufenthalt in Liberty City beginnen werden, ist zugleich auch ein echtes Markenzeichen der Serie: Einfach mal ohne Hemmungen und Grenzen aufs Gesetz scheißen(schießen) und auf der Straße ordentlich die Sau rauslassen. Mit dabei die klassische Wanted Level Anzeige oben rechts in der Bildschirmecke und das ebenso bekannte Radar unten links. Neu ist auf der Minimap nun, dass wir hierauf neben den nahen Polizeifahrzeugen auch den Umkreis sehen, in welchem man aktiv nach uns Ausschau hält. Endlich hat der Spieler also eine Vorlage an der er sich orientieren kann, um die Ordnungshüter abzuschütteln. Einfach aus dem angezeigten Suchareal raus bewegen und sich möglichst unauffällig versuchen aus dem Blickfeld der Polizisten/Spezialeinsatzkräften rauszuhalten. Begegnet einem vor Beruhigung der Lage unmittelbar ein Beamter in Blau oder wird man gesetzesuntreu auffällig verschiebt sich das Suchgebiet der Bullerei wieder zum aktuellen Aufenthaltsort. Steigert man sein Fahndungslevel, wird außerdem auch der Überwachungsumkreis der Gesetzeshüter größer und die Flucht damit entsprechend schwieriger. Außer dem bekannten Kompass, um den sich nun die Lebens- sowie Schutzkleidungsanzeige geschlungen hat und der bei Bedarf eingeblendeten Sterneskala, ist der Bildschirm üigens frei von HUD Anzeigen und ähnlichem Kram. Auch die Symboleinblendungen während der Waffenauswahl halten sich ganz weit oben rechts, dezent aus dem Hauptblickfeld raus.Grand Theft Auto IVSpielerisch höchst angenehm ist üigens die Tatsache, dass man sich schon ordentlich was leisten muss, um vom Gesetz gejagt zu werden. Rumballern oder Leute Zusammenschlagen ist fast immer das Mindeste was zu tun ist, um einen Fandungsstern angehaftet zu kriegen. Mit `ner Waffe in der Öffentlichkeit rumlaufen ist kein Thema (Hey, that’s America!), krasse Unfälle mit durch die Winschutzscheibe fliegenden Todesopfern ebenfalls nicht. Selbst “Lackabkratzen“ an Polizeiautos stört die Donutfans nicht immer. Solche Situationen mögen zwar unrealistisch sein, sie passen allerdings absolut in die an sich richtig absurde Welt von Grand Theft Auto und sorgen nicht selten für eine gewisse Situationskomik. Liberty City ist eine Stadt mit Gesetzen, in der Fun und Freiheit eben immer noch im Vordergrund stehen. Selbst wenn man mal in einem ungünstigen Zeitpunkt auf die Gesuchtenliste gesetzt werden sollte, bis zu vier Sternen sollten geübte Spieler mit etwas Fahrgeschick noch alle Zügel in der Hand haben, sich da raus zu schlawinern. Kleiner Tipp an dieser Stelle: Lasst euch im Zweifelsfall lieber erschießen, statt verhaften. So behaltet ihr wenigstens eure Waffen, die euch auf dem Polizeirevier abgenommen würden, im Krankenhaus allerdings nicht für großes Aufsehen zu sorgen scheinen.

Euphorisierte Dynamik

Egal was man in Liberty City unternimmt oder gerade wieder anstellt, man macht es bestimmt gerne noch mal und noch mal und noch mal. Grund dafür ist die erstmals in vollem Umfang eingesetzte Euphoria Engine, welche nicht bloß allen Objekten ein auf Gewicht, Form und Größe angepasstes physikalisches Verhalten verpasst, sondern bei den Einwohnern Liberty Citys auch K.I. Aspekte in Kollisionsabfragen und Co. mit einbezieht. Überfährt man beispielsweise ein paar Passanten, versuchen sie noch sich irgendwie abzurollen, aufzustützen oder erschrecken sich wohlmöglich kurz vor dem Aufprall, was natürlich eine Fülle dynamischer Animationsketten ergibt, die spontan und stets an die jeweilige Situation angepasst entstehen. Wird man im Straßenverkehr leicht angefahren, gerät man wohlmöglich nur ins Taumeln und kann sich noch an der Motorhaube festhalten (passiert automatisch). Während dieser Bewegung ettert aber eventuell ein anderer Verkehrsteilnehmer in den Unfallwagen und sogleich geht Nikos aktuelle Bewegung nahtlos in die nun neue Situation über. Sei das nun der Schleuderflug gegen eine Wand, oder einfach nur ein Autschen von der Motorhaube. Was auch passiert in der Spielwelt, es wird von sämtlichen Umgebungsfaktoren zugleich beeinflusst und ist jederzeit variierbar. Gerade aufgrund dieser schier unendlichen Vielfalt an Konstellationen für selbst die banalsten Aktionen, hat man sich auch nach ewigen Stunden nicht an GTA IV satt gesehen. Wo sonst kriegt man schon Feuer geboten, dass sie über mehrere Autos hinweg immer weiter auseitet und dabei jeden einzelnen Reifen anfackelt, bis er platzt? Reifen üigens, aus denen man die Luft rausschießen und dem zugehörigen Fahrzeug dann beim Absinken zusehen kann.Grand Theft Auto IVEin Gefühl von Leben und Dynamik vermitteln auch die Tatsachen, dass fast kein Objekt in Liberty City am Boden „festgeklebt“ ist und man nur allerseltenst mal mehrere identisch aussehende Bewohner innerhalb eines Häuserblocks zu sehen bekommt. Gerade für eine Stadt wie das hier dargestellte New York typisch: Die meisten Fußgänger lesen beim Gehen Zeitung, trinken `nen Coffee to go oder schieben sich `nen Hotdog zwischen die Zähne. All das präsentieren Rockstar auf eine Art und Weise, dass es wie tatsächlich gerade aus dem Leben heraus geschehen aussieht und man nie wie. Z.B. bei Oblivion das Gefühl hat, hier würden immergleiche Pfade abgewandert und Handlungen vollzogen. Hier sieht es einfach authentisch aus.

Was wäre „Grand Theft“ ohne „Auto(s)“?

Das Fahrverhalten der Autos derweil ist nicht mehr ganz so Just for Fun auf Vollspeedkurvennahme ohne Konsequenzen ausgelegt, wie man das teilweise aus den Vorgängern gewohnt ist.. Vernünftig Bremsen sollte man im neuen Liberty City schon lernen, sonst küsst man schneller die Wand als man „schöner Frauenpopo“ sagen kann. Rasant wird es trotzdem oft genug und Spannung ist ob des leicht gestiegenen Anspruchs ohnehin nun mehr drin. Durch all die Physikeinflüsse ist zudem der Spektakuläritätslevel bei Crashes, Sprüngen und sonstigen Spezialaktionen um ein vielfaches gestiegen. Und hey, selbst wenn mal ein riskantes Manöver daneben geht... die immer noch umfangreichen Schadensmodelle der hochdetailliert modellierten GTA Karossen sind auf jeden Fall mehr als nur einen Blick wert.Grand Theft Auto IVBevor Serienveteranen nun aber in übertriebene Panik ausechen, nein, Grand Theft Auto ist nicht zu einem “Real Driving Simulator“ geworden. Nach wenigen Minuten hat man sich schon wieder so an die neue Bremshandhabung und das allgemeine Fahrfeeling des vierten Teiles gewöhnt, dass man eigentlich exakt so waghalsig durch den Verkehr aust, wie man das eh und je in den GTAs gemacht hat. Beherrscht man den Umgang mit der Handemse perfekt, sind jetzt sogar noch um einiges flottere Driftmanöver drin. Gleiches gilt üigens für die Motorräder, die auch wieder im Fuhrpark vorhanden sind. Genau wie Boote und Helis. Nebenher besteht die Möglichkeit per Knopfdruck in eine Art cinematische Actionkamera zu wechseln, die eure Fahrt optisch wie ein Rennspielreplay präsentiert. Schwer spielbar? Normal ja, könntet ihr nicht über den Druck einer weiteren Taste die Zeitlupe aktivieren. Setzt man diese optische Spielerei geschickt um, kommt sie einem in eigentlich aussichtslosen Fahrsituationen enorm zur Hilfe. Absolut cool: Bei Polizeiverfolgungsjagden bekommt man über dieses Feature oft die Helikopterkamera- oder Polizeiwagenperspektive geboten, wie man sie aus Fernsehübertragungen kennt.Ist einem der Weg irgendwohin zu lang, zu steinig oder zu stressig, darf man sich jederzeit ein Taxi herbeipfeifen. Der Fahrer lässt sich dabei nicht nur zu rücksichtslosem Rüpeltum bestechen, er „teleportiert“ euch für etwas mehr Trinkgeld sogar gleich an den gewünschten Ort. Dass ihr dabei die aus unterschiedlichen Kameraperspektiven bewunderbare Physik verpassen würdet, mit der die Fahrzeugkarosserie bei jeder Bodenwelle korrekt gefedert wird, ist allerdings ein weiteres Argument dafür die Finger von solchen Abkürzungen zu lassen. Zumal nur hier eine echte Egoansicht aus dem Wagen heraus geboten wird, aus welcher Liberty City zweifellos am eindrucksvollsten und auf jeden Fall am realistischsten aussieht. Schade, dass es ansonsten keinerlei Cockpitperspektiven in GTA IV gibt. Wenn wir uns zusätzlich noch was wünschen dürften, wäre das auf jeden Fall ein Replaymodus mit Speicherfunktion! Ein Feature das es gibt, welches man aber eher selten nutzt, auch wenn es superaufwendig gemacht und in jeder Hinsicht toll umgesetzt wurde: Ein weitreichendes Bahnsystem samt U-Bahnnetz. Hier passt im Vergleich zur Realität üigens von Hinweisschildern bis Ansagestimme einfach alles überein.Stilecht sind auch die in den moderneren Fahrzeugen sogar mit Sprachausgabe versehenen Navigationssysteme. Sie führen einen nicht immer über den schnellsten, jedoch stets über den schnellsten legalen Weg ans selbst definierte oder Auftragsmäßig aktuelle Ziel in Liberty City. Ein bereits bekanntes, jetzt aber verbessertes Feature. Habt ihr eine Einhandschusswaffe (nicht mehr nur auf Uzis beschränkt) in der Jackentasche, zertrümmert ihr einfach mit dem Ellenbogen das Seitenfenster und ballert frei zielend mit dem rechten Analogstick nach draußen.

Frust, geh ja in Deckung!

Außerhalb von Fahrzeugen, haben Rockstar Games das Spielsystem ebenfalls zeitgemäß überarbeitet. Während es in vorhergegangenen GTAs fast zum Spielprinzip dazugehörte in Feuergefechten sehr viel einstecken zu müssen, was nicht selten zu enorm schweren Einsätzen führte, hat Niko Bellic sich eine nützliche Frustbewältigungsfunktion von Metal Gear Solid, Splinter Cell, Gears of War, Rainbow Six Vegas und Co. abgeguckt. Mit der rechten Schultertaste lassen wir ihn an Wände lehnen oder hinter anderen Objekten in Deckung gehen, sowie „blind“ oder gezielt daraus hervorschießen. Da die Gegner normalerweise nicht viel umherwandern und die Blindfeuerfunktion ziemlich zielsicher ist, ingt einem `ne solide Deckung meist gleich den Schlüssel zum Sieg ganzer Feuergefechte. Auch wenn die gegnerischen Jungs, so wie erstaunlicher Weise alle Menschen in Liberty City, ganz schön was aushalten. Manchmal wundert man sich echt, dass da jemand nach `ner vollen Frontalen mit der Shotgun in die Visage, noch vom Boden aufstehen und weglaufen kann. Auch der Schadensradios von Explosionen taugt nicht unbedingt zu Großmassakern, Granaten müssen zum sofortigen Abfertigen des Gegners schon ziemlich gezielt geworfen werden.Grand Theft Auto IVAuch wenn die K.I. der Opponenten sich insgesamt nach wie vor im arcadigen GTA Stil auf essenzielles und leicht starres in Deckung gehen, Schießen sowie vor Sprengkörpern Weglaufen beschränkt, ist man ohne Ausnutzung seiner Umgebung, in Liberty City auf jeden Fall regelrecht aufgeschmissen. Austeilen können die zahlenmäßig meist überlegenen Gängster und Schutzmänner nämlich immer noch so schmerzhaft fies wie in den Vorgängern.Außer Hechtsprüngen hinter sichere Balustraden, freuen wir uns über eine weitere Neuerung hinsichtlich der Steuerung von GTA. Erstmals dürfen auch Konsoleros sich der freien Bewegung des Zielkreuzes betätigen, was mit einem nur halben Durchdrücken des linken Triggers in Kombination mit dem rechten Analogstick bewerkstelligt wird, oder in den Optionen gleich standardmäßig aktiviert ist. Die Wirkung von Einschüssen je nach erwischter Trefferzone ist, natürlich auch wieder dank Euphoria Engine, sehr nett in Szene gesetzt. Es ist sogar möglich Feinde außer Gefecht zu schießen, ohne sie dabei ganz umzuingen. Jugendschützer horchen auf, auch wenn die sich am Boden quälenden Körper eigentlich viel schlimmer anzuschauen sind, als Leichen.Alle von uns bis jetzt gespielten Missionen (eine ganze Menge, aber natürlich auch bei weitem nicht alle) boten die aus GTA Titeln gewohnte Mischung aus Fahraction und Schießeinlagen auf großem, offenem Gelände. Ab und zu wird auch mal was geklettert, gesniped, gesprengt, oder gar geminispielt. Schießt man zum Beispiel den Fahrer eines zu klauenden Trucks nicht rechtzeitig aus seiner Kabine und er versucht mit dem Transporter abzuhauen, kann man sich kurzerhand hinten dranhängen und mit reichlich Balancierarbeit während der kurvenreichen Fahrt, bis zu ihm nach vorne vorarbeiten. Was folgt ist eine ziemlich utale Exekutionsszene, nach derer wir dann aber entspannt gen Auftragsende tuckern dürfen. Auch wenn grundsätzlich bei jedem Auftrag das altbekannte „Der macht Ärger, also fahr hin und leg ihn um“ abverlangt wird, Rockstar Games schaffen es jede Mission so zu verpacken, dass man jederzeit topmotiviert ist weiterzumachen. Außer natürlich, man lässt sich von einer der vielen Nebenaktivitäten, der Verlockung nach sinnlosen Amokläufen, dem Anblick der Stadt an sich, ... ablenken. Trotz der vielen Möglichkeiten in Liberty City, erschlagen vor Aufgaben kommt man sich nie vor. Man kann sich alles schön selbst einteilen und ist selten dazu gezwungen etwas zu tun. Man hat vereinzelt sogar die Wahl bestimmte Figuren in der Handlung kaltblütig auszuschalten, oder ihnen das Leben zu schenken. Ob sich daraus Alternativwege ergeben oder dergleichen, wissen wir nicht. Wir haben uns bisher immer für sofortige Kaltblütigkeit entschieden.Grand Theft Auto IVDie Allgemeinheit der Aufträge in Grand Theft Auto IV sind fairer und leichter als in seinen Serienvettern, erst zum Ende der Haupthandlung hin gibt es vereinzelt noch mal so richtig knackige Missionen. Immer störend und manchmal auch für ein Scheitern verantwortlich: Die einzige vermeidbare Schwäche von GTA IV ist Niko Bellics Handhabung. Im Nahkampf steuert er sich ziemlich hakelig (zum Glück kämpft man meistens mit der Wumme, weil ohnehin effektiver) und gerade präzise Aktionen auf engerem Raum wollen nicht immer auf Anhieb gelingen. Treppen geht er auch irgendwie wie ein Mensch mit zwei angeochenen Füßen... ein Glück für uns alle, dass sein Treiben sich meistens auf offenerem Gelände abspielt und sich diese Macken in der Bedienung dann doch nicht ganz so oft bemerkbar machen.

”Get a life” in a lifelike virtuality

Bereits kurz nach Veröffentlichung des ersten GTA IV Trailers flogen wir kurzerhand nach New York, um aus erster Hand den Direktvergleich mit der Realität zu machen. Schon damals kam Liberty City überwältigend nahe an ihr Vorbild ran und das hat sich bis heute natürlich nicht zum Negativen geändert. Die Statue of Liberty (im Spiel Statue of Happiness) und andere berühmte Symbole geben der Stadt von den ersten Minuten an den hohen Wiedererkennungswert, welcher schon immer Markenzeichen der zuvor größtenteils fiktiv gestalteten GTA Welten war. Auch Orte wie der Times Square oder das Startgebiet Broker (Anlehnung an Brooklyn, sind Gegenden die nicht nur zur optischen Abwechslung in der Großstadt beitragen, sondern dazu natürlich auch markante Orientierungspunkte für uns darstellen. Dabei wissen nicht bloß die berühmtesten Locations mit großem Detailreichtum, wie eigenen Namensschildern für jede einzelne Straße, zu begeistern. Selbst kleine Seitengassen durch die der Spieler unter Umständen niemals wandern wird, sind individuell gestaltet. An sich banale Objekte wie Mülltonnen oder Zeitungskästen wirken nie wie Fremdkörper in der Gegend platziert, sondern fügen sich nahtlos ins Gesamtbild der Umgebung ein. Zeit ist auch keine unbekannte Größe. Zwei reale Minuten sind im Spiel eine Stunde, entsprechend regelmäßig kommt es auch zum Wechsel zwischen Tag und Nacht. Insgesamt fühlt sich Liberty City einfach wie eine authentische Stadt an, in der keine Straßenecke wirklich wie die andere ist und Sterilität scheinbar zum Glück noch nicht erfunden wurde.Grand Theft Auto IVDazu tragen wie schon beschrieben auch die K.I. Bewohner der Stadt bei, welche im Spielverlauf unter Garantie zuhauf als Kollateralschäden enden werden. Ob auf den Straßen, Gehwegen oder im Wasser, wie gewohnt ist man nirgendwo alleine in GTA IV. Dabei beobachtet man auch immer mal wieder zufällige Begebenheiten wie einen leichten Unfall, nach dem sich der Fahrer aus seinem Wagen begibt, um sich nach dem Befinden des armen Opfers zu erkundigen. Das Fußgängeraufkommen bewegt sich zwar nicht auf Assassin’s Creed Level, ist aber trotzdem ziemlich hoch und mehr als ausreichend, um Liberty City glaubhaft Leben einzuhauchen. Auch wenn im realen New York natürlich deutlich mehr los ist. Nichtsdestotrotz: Eine solch real anmutend designte Spielwelt von einer derartigen Größe wie Rockstar sie hier geschaffen haben, hat es wohl noch nie zuvor in der Videospielgeschichte gegeben. Und dieses Gefühl haben wir nun bereits, obwohl wir uns bisher hauptsächlich in Broker und dem Manhattan Pendant Algonquin herumgetrieben haben.Grand Theft Auto IVIn technischer Hinsicht sei natürlich an dieser Stelle nicht verschwiegen, dass GTA wohl schon an die Grenzen der aktuellen Konsolengeneration stößt. Am auffälligsten seien hier kleinere Popups und manchmal etwas körnige Schatteneffekten zu Notiz zu ingen. Es gibt auch einige Texturen die aus der Nähe ziemlich matschig ausschauen. Eine eigentlich nur selten richtig ins Auge fallende Treppchenbildung gib`s natürlich auch, wer hätte anderes erwartet. Aber Hand auf`s Herz, beim Spielen nehmen wir von diesen Detailfehlern nicht wirklich etwas wahr. Viel zu sehr sind wir weggeblasen von der riesigen, ungemein detailreich gestalteten Stadt, mit ihren nahtlosen Übergängen und ihrem prallen Leben. Was es alles auf dem Bildschirm zu sehen gibt ist in der Form noch nie da gewesen und einfach nur unglaublich. Gerade ob dessen ist es fantastisch, wie flüssig und ohne größere Macken GTA IV auf PlayStation 3 und Xbox 360 über die Bildschirme fluppt. Versionsvergleiche sparen wir uns, rein subjektiv wollen uns ohne die richtigen technischen Mittel keinerlei Unterschiede auffallen. Wir haben aber auch nicht explizit darauf geachtet, da beide Versionen einfach toll aussehen und nahezu durchgehend flüssig laufen. Nur in ganz, ganz speziellen Situationen waren in der Testphase auf beiden Konsolen wirklich merkliche Framerateeinüche feststellbar. Alles andere lief unter dem Radar unseres Empfindens, Fanboys und High-End Freaks dürfen gerne weiter fachsimpeln und streiten.. Aber weiter mit dem verdienten Lobgesang: Die Regeneffekte sind phänomenal, das ganze Licht- und Schattensystem ist von vorne bis hinten ein Genuss. Man weiß nicht, ob man lieber bei Tag unter einer Bahnunterführung entlangaust und den Fall des Sonnenlichtes durch die Gleise bewundert, oder bei Nacht seine Autolampen auf Fernlicht stellt, um die tadellose Ausleuchtung seiner Umgebung in aller Dynamik genießen zu können. All ihr Zweifler, fahrt mit einem Schnellboot entlang der Ränder von Algonquin, oder macht einen Rundflug mit einem Helikopter. Seht die ganze Stadt aus der Luft und das Spiegelbild der leuchtenden Skyline im Wasser. Wer kann da noch über den verstärkten Einsatz von Blureffekten für den Blick in die Ferne, oder nicht vorhandenes super Fullscreen 2020 Plus mit Sahne Anti-Aliasing meckern? Gegen Halo 3 konnte man noch argumentieren, GTA IV stopft grafisch jedem Technikfreak mit Meckerklappe das Maul. Mit Extra-Pommes und Majo.Grand Theft Auto IVUnd unsere Ausführungen über die Optikpracht legen natürlich noch einen drauf, das sind wir Rockstar Games für dieses Game einfach schuldig. Spätestens nach der Fahrt mit einem an der Glasfassade angeachten Wartungsaufzug auf die Spitze eines der enorm riesigen Wolkenkratzer von Liberty City, ist man wirklich endgültig von der Leistungsfähigkeit der bereits in Rockstars Tischtennissimulation eingesetzten RAGE Engine überzeugt. Nahezu uneingeschränkte Weitsicht über quasi Manhattan, mit all seinen einzigartigen Gebäuden, in bester Assassin’s Creed Manier. Bloß schaut man hier nicht abwärts auf ein sandfarbenes Einerlei aus bloßen Klotzgebäuden und ein paar Türmen. Nur um es simpel auszudrücken, ohne die fantastischen Aussichten in Ubisofts Attentäterspiel damit allzu sehr abschmälern zu wollen. Eines hat Altair dem guten Niko dann allerdings doch voraus. Springt man in GTA IV mutig in die Tiefe, darf man sich niemals über stylische Moves und federndes Heu freuen. Viel mehr erlebt man verzweifeltes Gliederflattern und ein hässliches Knackmatschgeräusch beim Aufprall auf den harten Asphalt der ach so virtuellen Realität.Grand Theft Auto IV

Eins, zwei, drei,... shicki, shicki, Shvaine...

Wo wir auch gleich beim Sound wären, der seinerseits nicht minder beeindruckend ist. Vom ständigen Stadtgehupe über die unzähligen Kommentare vorbeigehender Passanten, bis hin zu den Schussgeräuschen, GTA IV hört sich echt und echt geil an. Großstadt- und Gangsterflair sind also auch mit geschlossenen Augen gewährleistet. Natürlich in Dolby Digital. Dass die Radiostations samt DJ Lagerfeld und anderen Gastauftritten mal wieder der Oberhammer sind und die Moderationseinlagen dem Liberty City Fernsehprogramm in Sachen Originalität und Witz in nichts nachstehen, dürfte keinen unserer Leser mit auch nur annähernd GTA Erfahrung wundern. Auch hier sind Rockstar Wiederholungstäter.

Liberty City Online

Nehmt Liberty City, diesen wunderbaren Ort, diese grandios designte Spielwelt und stellt euch jetzt mal vor, darin mit bis zu 15 Freunden zu wüten, euch zu bekämpfen und alles zu machen, was GTA und sein Sandboxgenre eben ausmacht. Stellt es euch nicht nur vor, macht es! Wie bereits verraten findet sich im Handymenü der Punkt Multiplayer und wenige Tastendrücke später, seid ihr auch schon online. Ohne großen Übergang, ohne dramatische Zugeständnisse. Die Lobby in der ihr auf andere Spieler wartet ist simpel und einfach... das euch bekannte Liberty City und die Map auf der gespielt wird im Grunde ebenfalls. Nur, dass euren Händen hier an allen Ecken Waffen angeboten werden. In über einem Duzend Spielmodi samt Polizei vs. Ganoven, Straßenrennen, klassischem Deathmatch, einer Art VIP und weiteren kreativen Varianten, lasst ihr es entweder in bestimmten Gebieten, oder sogar in ganz Liberty City knallen. Verkehrsdichte, Fußgängeraufkommen, Polizeiaufgebot, Waffensets... alles modifizierbare Faktoren, nach Belieben des Hosts. Selbst eure Spielfigur bastelt ihr euch nach Belieben selber zusammen. Vehikel? Von Motorrädern bis Hubschraubern, alle dabei!Grand Theft Auto IVAls Team darf man sogar den Beifahrer Wegpunkte auf dem GPS setzen lassen, wo er beispielsweise Missionsziele oder Gegner markieren kann. Stehlt um die Wette Autos, fechtet Gangkriege aus,... der Umfang des Multiplayerparts ist mehr als nur ein vollwertiges Spiel für sich. Ob Rennen oder Feuergefecht, nichts ist hier so wie man es irgendwo sonst schon mal erlebt hat und jeder kann just for Fun einfach einsteigen und Spaß haben. Der Fun- und Erlebnisfaktor ist hier so ungemein hoch wie bei keinem anderen Game, selbst wenn man `nen Skill wie ein absolutes Greenhorn hat. Ohne weiter große Worte zu machen, die Kombination ganze GTA Stadt und Mehrspielermodus an und für sich ist schon ein Kaufgrund und eine Beschreibung, unter der sich wohl jeder der diese Zeilen liest vorstellen kann, welch explosive Funmischung ihn damit erwartet. Während unserer Testphase gab es zwar ab und zu vereinzelt seltsame Kollisionsabfragen oder Verbindungsschwankungen, gerade in Anbetracht des Fanansturms zu Release, hielten sich diese Fehler allerdings stark in Grenzen. Die meiste Zeit über – und darauf kommt es ja letztendlich an - lief GTA IV online angenehm flüssig und war problemlos spielbar. Also, Mehrspielerprädikat: Das sollte wirklich jeder mal erlebt haben.Grand Theft Auto IVWas Saints Row und anderen Nachahmern höchstens im Ansatz gelungen ist, hat das Original zweifellos mal wieder auf höchstem Niveau abgeliefert: Eine offene Welt bieten in der ich etwas erleben kann und möchte, sowie gleichzeitig ein fulminantes Gangsterepos erzählen. Natürlich gibt es noch mehr als sichtbare Grafikfehler und auch die Steuerung Nikos ist nicht ganz hakenfrei. Doch das sind echt die Fliegenhaare in einer Suppe vom besten Koch der Welt, in einem Teller von Guinness Weltrekordgröße.Grand Theft Auto IVWas mich am meisten Positiv stimmt ist die Gewissheit, dass Rockstar trotz aller neuer Technik, nicht in falscher Hinsicht dem Next-Gen Wahn verfallen sind. Das Grundkonzept blieb unangetastet und wurde nicht versucht mit sinnlosen Features zu überladen oder von der Basis an umzukrempeln. Die Spielwelt ist detailliert und interaktiv wie nie zuvor, die Freiheit ist wieder enorm, aber das sind alles alte Tugenden die einfach Konsequenz erweitert wurden. Im Kern ist auch GTA IV wieder ein waschechtes GTA wie wir es kennen und egal mit welchem Grafikgerüst dahinter, spielerisch wahrscheinlich auch nicht mehr anders haben wollen. Dieses spezielle GTA jedenfalls, ist tatsächlich die bisherige Krönung der Serie, dieser Hardwaregeneration und in gewisser Hinsicht auch der ganzen Videospielewelt. Was kann es denn bitteschön noch endgültigeres und cooleres geben, als die glaubhafte, lebendige und dynamisch Simulation einer Satire unserer Welt? Nur eine noch bessere glaubhafte, lebendige und dynamisch Simulation einer Satire unserer Welt, irgendwann mal. Und wahrscheinlich wieder von Rockstar Games.

Kommentare

pcxbox33
  

gta 4 ist das beste was es gibt

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zubiking
  

also mit den untertiteln ist das so: wer sie liest hat spass , und wer zu faul zum lesen ist und nur noch h?ren kann selber schuld. eine deutsche ?bersetzung w?re sowieso nicht gut

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Daniel Pook
  

Ich habe Heavenly Sword gespielt, tolles Games. Hat echt Laune gemacht. Hat sich seine 83% echt verdient. Ich finde GTA IV hat seine St?rken genau da, wo so ein Videogame seine St?rken haben muss. Diese spezielle Bindung den Spieler in seine Welt zu ziehen und ihn eine Beziehung zu den Charakteren aufbauen zu lassen. Wir legen da die Schwerpunkte wohl anders, denn mir war es in GTA eigentlich immer egal wie viel Kleidung man hat oder wie viele Minispiele es gibt. :) Ich kann verstehen, wenn du eine andere Meinung ?ber das Spiel hast. Hype ist allerdings kein Argument, das ist einfach ein Pauschalbegriff den man jedem an den Kopf werfen kann. Ich kann auch sagen, du unterliegst dem Anti-Hype. :P Das f?hrt doch zu nichts, wir haben zwei Standpunkte zu dem Spiel und das ist ok. Es gibt genug Leute die meine Meinung haben, es gibt aber durch aus auch Leute mit deiner Meinung. Genau so gibt es auch Leute die Heavenly Sword superschei?e finden und Leute die es genial finden. ;)

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WTFMEROCKS
  

jup dann z?hlt mir mal auf wieviel neue sachen es gibt im vergleich zu GTA3.... es soll einiges nichtmehr gehen was im GTA3 der hammer war..Und wenn die Grafik Next Gen sein soll dann frag ich mich wieso Heavely Sword hier nur 83% bekommt... Daniel spiel nochmal bitte Heavenly Sword an und sag mir was du davon h?lts .. wenn du GTA 4 so toll findest (HYPE) " next gen = gleiches Spiel mit besserer Grafik und Steuerung wie der vorg?nger Sixxas Funktion f?r die Ps3 paar neue sachen wie einkleiden essen gehen oder in Puff find ich auch absolut langweilig wenn ich auf sowas wert leg spiel ich Sims wie ein altes weib ;) Heavely Sword = NEXT GEN game TRY IT!

See You

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Weasel1988
  

Ich glaube, wir sollten froh sein, dass das Spiel Untertitel hat und sie es nicht "verdeutscht" haben...

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Daniel Pook
  

Niemand "muss" Untertitel lesen, die Gespr?che w?hrend den Fahrten sind Atmosph?regimmicks. Die Steuerung hat Macken, ist aber besser als in jedem GTA bisher und schafft es dank neuer Fairness-Features nicht, das Spielerlebnis gro? anzugreifen. Den Kritikpunkt mit der Nationalit?t des Hauptcharakters m?chte ich erst gar nicht kommentieren, der ist leider voll daneben. Ich pers?nlich bin ein Bellic Fan, klasse Charakter! -> 100 bzw. 98 % stehen bei uns nicht f?r Perfektion, sondern f?r ein Spiel das uns technisch wie atmosph?risch noch immer begeistert, in Teilbereichen klar eine echte Errungenschaft der Videospielewelt darstellt und es schafft mit seinen klaren st?rken, alle Schw?chen in den Hintergrund zu r?cken. Zudem ein Spiel, das selbst in der Next-Gen einfach krass viel mehr zu bieten hat, als alle anderen bisherigen Topgames. Auch wenn du die Bewertung pers?nlich anders siehst, falsch gelaufen w?re nur etwas wenn wir hier nicht unsere ehrliche, subjektive Meinung offengelegt h?tten.

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WTFMEROCKS
  

alles klar 98% hahaha was bewertet ihr f?r einen m?ll? Die Grafik ist grotten Schlecht die Steuerung ist auch nicht gerade "PERFECT" und das man nen dreckigen Russen/Ukrainen spielt und noch dazu nur nen Untertitel hat den man unterm Fahren lesen muss ist bei dieser Bewertung aufjedenfall was Falsch gelaufen...

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Trierer Jung
  

Hin oder her, man kanns sehen wie man will.
Ich z.B. finde Frauenfussball scheisse, egal ob die Damen Weltmeister sind oder nicht.
Und obwohl das alles gute Sportlerinnen sind halte ich wenig von ihnen, liegt an meinem Grundgedanken, den ich mit Fussball verbinde, n?mlich ein M?nnersport.
Was w?re denn wohl wenn jeder so hei? auf das Game w?re?
Rockstar h?tte eine Monopol-Stellung und w?rde die Weltherrschaft ?bernehmen.
Und ihr ganzen Hater, habt ihr nichts anderes zu tun als euch irgendwelche Fehler aus den Fingern zu ziehen?
Verbringt eure Zeit lieber mit was sinnvollem, oder genie?t einfach nur mal ein Videospiel so wie es ist, nehmt es hin, oder macht es besser!
Euer ganzes Fachsprachen-getue kotzt echt an, wobei ihr mit Begriffen um euch schmeisst, die ihr in Fachzeitschriften lest, und einfach nur stolz seit das ihr euch behalten konntet was es bedeutet, ohne jegliches tiefgr?ndiges Wissen . Nat?rlich gibts den ein oder anderen Fehler, aber was verlangt ihr bitte sch?n, die Jungs von Rockstar sind auch nur Menschen und ich finde Ihre arbeit kann sich durchaus sehen lassen, mitunter das beste was ein Videospiel bieten kann.

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Asmodis27
  

Rockstar hats einfach nur drauf die k?nnen noch gute games machen! hoffentlich bleibt das noch lange so

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Grendel
  

Zitat Werner Stelzenpop: "Die Autos schlingern durch die Gegend wie warmer Schmelzk?se (das war in ?lteren GTA-Teilen auch nicht optimal aber im Vergleich besser).
Wenn man lenkt hat man nicht das Gef?hl in einem Auto, sondern eher in einer Schiffschaukel zu sitzen."
Es gibt Leute, die reden sich Spiele sch?n (was bei GTA nicht n?tig ist), und es gibt Leute, die reden sich Spiele schlecht, nur um Recht zu behalten. Die Fahrzeugsteuerung in GTA ist meiner Ansicht nach extrem gelungen. Dieses Gef?hl der Fahrzeugbeherrschung in einem arcadelastigen Spiel hatte ich seit Driver 1 nicht mehr. Klar, man sollte nat?rlich schon ein paar Minuten ?ben - und vielleicht nicht mit nem Firetruck durch die Gegend eumeln.
F?r einen intelligenten Menschen, f?r den Sie sich hier ausgeben, Herr Stelzenpop, sind Ihre Argumente gegen das Spiel d?nn, d?nner, am d?nnsten. Und egal wie lang diese Gegenhaltungen auch sind, es kann einfach nicht bestritten werden, dass GTA IV vor allem erz?hlerisch auf GANZ HOHEM Niveau arbeitet.

Das einzige, was ich gern dran verbessert sehen w?rde: die Au?enkamera beim Fahren k?nnte etwas steiler sein.

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