Gravity Rush

Plattform: (PS Vita, PS4)
Release: 10. Februar 2016

User-Wertung:

Test: Gravity Rush

Ein Vita-Spiel zu kritisieren, das weder auf einem bekannten Franchise basiert oder schlichtweg eine simple Portierung ist, wäre ungefähr so unverschämt, als würde man sich in einer Wüsten-Oase beschweren, dass das Wasser keine Kohlensäure hat. Zum Glück gibt es bei Gravity Rush gar nicht viel zu meckern!

Im Gegensatz zu 99% des Launch Line-Ups der Vita handelt es sich bei Gravity Rush um ein neues Spiel, das nicht auf einem Franchise basiert und zu allem Überfluss sogar ein neue und unverbrauchte Spielmechanik einführt. Da schreit doch schon nach Instant-Begeisterung, oder? Aber der Reihe nach: Zu Beginn des Spiels möchte man am liebsten laut schreien. Zu oft hat man bei Spielen bereits die Rolle einer Figur übernehmen müssen, die das Gedächtnis verloren hat. Und auch die Heldin von Gravity Rush macht da leider keine Ausnahme: Sie hört auf den Namen Kat, wacht in einer schwebenden Stadt namens Hekesville auf und trifft auf eine geheimnisvolle Katze, die ihr kurzerhand die Fähigkeit gib, die Schwerkraft nach ihrem Wunsch zu verändern. Warum, wieso und weshalb Kat ihr Gedächtnis verloren hat und was es mit dieser seltsamen Invasion von schwarzen Löchern auf sich hat, die langsam die Stadt zerstören wird im Laufe des Spiels auch nur unzureichend erklärt. Das Gefühl, nicht genau zu wissen, was eigentlich genau um einen herum passiert ist damit genauso ein treuer Begleiter von Kat wie die Dimensions-Katze Dusty. Klar ist nur, das in Hekesville jede Menge Probleme warten, die von Kat gelöst werden sollen. Schließlich ist die Stadt voller schlecht gelaunter und undankbarer Einwohner, die zwar immer lebenswichtige Aufgaben für unsere Heldin haben, sich anschließend aber selten als hilfsbereit erweisen. Naja, in diesem Punkt erscheint Gravity Rush zumindest realitätsnah.
Hekesville ist ein Teil einer großen, offenen Steampunk-Welt in den Wolken, die zusätzlich durch einen grün-braunen Farbfilter gezogen wurde und damit ein stimmungsvolles und atmosphärisches Bild zeichnet. Das schicke Artdesign findet sich auch in den Zwischensequenzen wieder, die wie animierte Comics daher kommen und teilweise sogar interaktive Elemente bieten, in denen man z.B. den Blickwinkel via Gyrosensor verändern kann. Neben der schicken und für Handheldverhältnisse ausgesprochen beeindruckenden Grafik bietet Gravity Rush aber noch ein ganz besonderes Pfund im Kampf um die Gunst des Spielers. Heldin Kat kann die Schwerkraft ändern und beherrscht die Kunst des gelenkten Fallens. Das funktioniert einfacher, als man denkt: Mittels Knopfdruck beginnt Kat zu schweben und kann in die Richtung gezogen werden, in die man schaut. Die ausgesprochen vertikal angelegte Spielwelt von Hekesville ist damit ein perfektes Betätigungsfeld für Kat, die so blitzschnell von den unteren Slums auf die höchsten Hochhausdächer gelangt. Das ganze spielt sich derart elegant und flüssig, das sich Gravity Rush anfühlt wie ein Assassins Creed auf LSD.
Test: Gravity Rush Aber Kat ist schließlich nicht zum Vergnügen da. Zwar kann sie auch frei durch die Stadt fliegen und Orbs aufsammeln, mit denen sie ihre Fähigkeiten verbessern oder Teile der Stadt wieder instand setzen kann, grundsätzlich warten jedoch auch jede Menge Questgeber mit Haupt und Nebenmissionen auf das Flugmädchen. Hier kommt dann schnell die Kampfkraft der gedächtnislosen Kat zum Einsatz. Mit einem recht einfachen Kampfsystem lassen sich die geheimnisvollen "nevi" bekämpfen, die meist wie dunkle Schatten mit Leuchtbällen aussehen. Soweit so gut. Ja, jetzt kommt das "aber". Da die Kämpfe am Boden wohl selbst den Entwicklern etwas zu simpel vorkamen, gibt es auch ein "Luftkampfsystem", bei dem Kat in der Schwerelosigkeit Flugattacken starten kann. Und da es jede Menge fliegender Gegner und großer Endbosse gibt, die nur mit diesen Attacken zu besiegen sind, muss der Spieler leider recht oft auf diese Technik zurückgreifen. Spaß will dabei selten aufkommen. Ist die Steuerung in der Schwerelosigkeit bei Zeitrennen oder freier Erkundung noch sehr eingängig, wird es bei Bosskämpfen sehr schnell chaotisch. Denn leider verfügt Kat über keinerlei Lock-On und da die Gegner sich bewegen ist es oft schwer, ihre Schwachstellen genau zu treffen. Dies führt dann oft schnell zu Frustration, weil die Kämpfe einfach zu lange dauern.
Test: Gravity RushDamit gelingt es Gravity Rush leider nicht, die tolle und neue Idee des kontrollierten Fallens auch konsequent in allen Bereichen sinnvoll und spaßig einzubauen. Sobald man in der Luft kämpfen muss, wird der Spielspaß spürbar gedämpft und man wünscht sich mehr Missionen, die eher auf Spießrutenlauf oder Rätsellösung setzen. Denn das freie Erforschen der verschiedenen Stadt-Teile macht bei Gravity Rush genauso viel Spaß wie das Orb-Sammlen bei Crackdown. Das gab es nur auf der Xbox 360. Falls sich Hardcore Sony Fans gerade über den Verweis wundern.
Gravity Rush ist trotz seiner Schwächen ein klarer Pflichtkauf für die PS Vita. Das schuldet man alleine der schicken, offenen Spielwelt und dem unverbrauchten Gravitationswechsel-System. Und auch wenn die Story und das Kampfsystem nicht auf lange Sicht begeistern können, so habe ich mich doch direkt an das erste "inFamous" erinnert gefühlt. Hier gab es auch einige schicke Ideen in einer atmosphärischen Sandbox-Welt, die dann aber auch erst im zweiten Teil richtig perfektioniert wurden. Und damit ich auch bald ein tolles "Gravity Rush 2" erleben kann, drücke ich gerne schon beim ersten Teil das ein oder andere Auge zu. Als Vita-Besitzer bin ich ohnehin schon dankbar für jedes Spiel, das extra für Sonys Hochleistungshandheld geschaffen wurde und nicht die Schmalspurversion eines PS3-Titels ist.
Test: Gravity Rush

Kommentare

KeksDose
  

**bei Gravity Rush gar nicht viel zu meckern!**
Jägerfisch wird schon was finden. ;)

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Fagballs
  

Habe schon die Demo gespielt, aber das Kampfsystem konnte mich nicht so recht überzeugen. Bin mir gerade echt unschlüssig, weil ich das eigentlich unterstützen will, mir das Spiel aber einen Hauch zu teuer ist.

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ABRAGO
  

Also das Game ist einfach nur der Burner. Ich zocks jeden Tag und es macht einfach hammermäßigen Spaß. Die Grafik ist super, das Gameplay genial und die Story ist auch ok. Die Kämpfe sind zwar manchmal recht langatmig, aber es ist ja nicht das perfekte Game. Also den Preis von 40 ocken allemal wert, wenn ihr mich fragt. Der sich das Game nicht holt ... naja... selbst schuld :)

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Aresius
  

Schöner Test. Mir machen allerdings die Kämpfe in der Luft mehr Spaß, da dies dort viel dynamischer zugeht als am Boden. Dort ist man ja doch sehr sehr eingeschränkt. Das in der Luft ab und zu die Übersicht verloren geht, dürfte keinen der das Spiel kennt verwundern, aber das ist zum Glück so gut wie nie störend ;)

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PandaVegetto
  

Und jetzt alle schnell eine Vita kaufen!
Ich will mehr solcher Spiele!^^

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Cendoor
  

Der Einleitungsatz ist klasse :D Aber es zeigt das Problem das Vita hat leider nur zu deutlich :S

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