Heroes of Ruin

Plattform: (3DS)
Release: 15. Juni 2012

User-Wertung:

Test: Heroes of Ruin

Mögen PC-Spieler doch mit ihrem Diablo 3 glücklich sein, auf dem 3DS bekommen wir unsere eigene Portion „Jagen und-Sammeln“ Abenteuerglück serviert: Mit Heroes of Ruin möchte uns Square Enix ein potentes Hack`n`Slay anbieten, dessen Online-Funktionen schon fast an die großen Vorbilder erinnert. Doch wie gut schlägt sich das Hosentaschen-Diablo in der Praxis?

Die Welt Veil steckt in Schwierigkeiten. In ihrer zentralen Hauptstadt Nexus herrschte ein weiser Löwenkönig (nein, nicht der Vater von Simba) der nun ins Koma gefallen ist und auf einen Helden wartet, der ihn wieder ins Reich der Lebenden zurück holt und den bösen Schlafzauber entfernt. Was wie eine Aufgabe für das Wonderbook klingt, ist die etwas konfuse Hintergrundgeschichte von Heroes of Ruin, die vor allem eine Ausrede dafür ist, das sich vier verschiedene Heldenklassen auf der Suche nach einem Heilmittel durch zahlreiche Dungeons schnetzeln. Der Spieler hat die Wahl zwischen dem Verteidiger, der ebenfalls aus Siegfried & Roys Bühnenshow kommen könnte (was bedeutet, dass er eine großer Löwe mit Schwert ist, andere Spiele würden die Klasse "Ritter" nennen), einem menschlichen Revolverhelden (Fernkampf) , einer Alchitektin (einer Zauberer-Klasse) und dem Barbar. Erinnert an einen Ork aus World of Warcraft, und kann entsprechend gut austeilen. Alle vier Klassen verfügen über die drei Werte Macht, Vitalität und Seele die mit gesammelten Erfahrungspunkten nach Stufenaufstieg erhöht werden können. Mit der gewählten Klasse, die auch kurz nach dem eigenen Geschmack in Frisur und Haarfarbe modifiziert wurde, kämpft sich der Spieler dann durch die Flora und Fauna von Veil, während die Zentralstadt Nexus als zentraler Ort des Handels und der Questvergabe dient. Eben das Tristram von Heroes of Ruin.
Optisch ist es Square Enix London gelungen, eine überzeugende und bunte Fantasy-Welt zu entwerfen, die auch mittels gut eingesetzter 3D-Effekte die nötige Tiefe erhält. Allerdings fehlt diese Tiefe sowohl der Hintergrundstory als auch den Spielfiguren, die einen zusammengewürfelten und generischen Eindruck hinterlassen, die auch die langweilige deutsche Sprachausgabe nur noch schlimmer macht. Die Spielwelten scheinen auch aus dem typischen Fantasy-Baukasten entnommen zu sein. Es gibt obligatorische Schneewelten, Strandszenarien, Tempelanlagen und viele, viele Höhlen. Auch bei den Missionen zeigt sich das selbe allzu bekannte Bild: Töte 5 davon, sammel 10 davon. Bis auf wenige kleine Rätsel bietet Heroes of Ruin nur Standardkost. Das größte Problem des Spiels ist aber nicht die generische Spielwelt, sondern der relative kurze Spielspaß. Knapp 6-8 Stunden braucht man, um die Hauptstory abzuschließen. Pumpt man alle Erfahrungspunkte in eine Schlüsselfähigkeit des Helden (wie Macht beim Verteidiger), kippt bereits nach der Spielzeithälfte die Spielbalance ins Lächerliche und der eigene Held ist hoffnungslos überlegen. Hier wären verschiedene Schwierigkeitsgrade wünschenswert gewesen, die das Spiel aber nicht bietet.
Test: Heroes of Ruin
Beim ersten Spielstart fällt es sofort auf: Dieses Spiel möchte online gespielt werden. Das bemerkt der Spieler bereits an FÜNF Bestätigungs-Bildschirmen, bei denen er alle möglichen Vertrags- und Nutzungsbedingungen akzeptieren muss. Das Spiel kann lokal mit drei anderen Freunden gespielt werden, die das Spiel auch besitzen, oder via WiFi online im Netz. Dann unterstütz der Titel sogar Sprachchat mittels gedrückter L-Taste. Ein kurzer Test zeigt uns, dass nach einiger Wartezeit eine Online-Verbindung schnell aufzubauen ist und das gemeinsame Spiel nahezu lagfrei über die Bühne geht. Allerdings sehen wir in der täglichen 3DS Praxis nur selten die Umstände gegeben, ein Vier-Spieler Match aufzubauen.
Die größte Stärke von Heroes of Ruin liegt leider in einem Bereich, den nur wenige 3DS Nutzer wirklich nutzen können: Wer hat schon drei Freunde, die ebenfalls das Spiel besitzen oder hängt die ganze Zeit zu Hause am WLAN, statt den Handheld unterwegs zu nutzen, wo selten eine durchgängige WiFi Verbindung gewährleistet ist. So schön der Mehrspielermodus auch umgesetzt ist, mobile Konsolen werden in der Regel auch mobil genutzt. Und wer ein Spiel für die nächste Busfahrt sucht, bekommt mit Heroes of Ruin ein zwar schickes, aber unheimlich generisches und zudem kurzes Hack`n`Slay, an dessen Story man sich schon zwei Minuten nach dem Zuklappen des 3DS nicht mehr erinnert. Empfehlenswert ist das Spiel damit vor allem für 3DS Besitzer, die unbedingt mal wieder ein Actionrollenspiel zocken wollen und denen es auch nichts ausmacht, zugunsten einer längeren Spielzeit die immer selben Level mit unterschiedlichen Klassen unsicher zu machen.
Test: Heroes of Ruin

Kommentare

Fagballs
  

Ich fand die Demo eigentlich ganz niedlich, aber wie ihr schon gesagt habt: Online kann man mit einem Handheld einfach haken. Das geht vielleicht, wenn man mit Freunden/Kollegen Bahn fährt eine Runde Mario Kart zu spielen, aber etwas langwieriges wie einen Dungeon Crawler wird man wohl nie vollenden. Daheim im WLAN zocken wär ne Möglichkeit, aber ist auf Dauer auch nicht das Gelbe vom Ei.
Im Single-Player is es schon ganz ok, nur die Präsentation ist etwas seltsam. Die Textboxen haben so gar keinen Flair, ich kann gar nicht genau meinen Finger auf das legen, was mich da stört, aber irgendwie hätte die Story auch einem gratis Flash-Game entspringen können.

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Alexander Voigt
  

In gewisser Weise werfe ich dem Spiel auch den Online-Modus vor, weil ich das einfach nicht für zweckmäßig bei einem Handheld halte. In meinen Augen sollten Hersteller nicht den Fehler machen und versuchen, bestimmte Spielideen, die perfekt zum PC oder zu Konsole passen, auf Biegen und Brechen auch auf portable Konsolen zu bringen. In meinen Augen hätte man die Zeit, die der Mehrspielerpart gekostet hat, lieber in die Story packen sollen, wie z.B. bei der Champions of Norath Reihe.
Aber zu deinen Fragen:
1. Es gibt einige Dungeons und Tempel, bei denen es verwinkelter zugeht und bei dem auch mal Geheimräume zu entdecken sind. Allerdings werden die Level nicht generiert, sondern sehen immer gleich aus, was den Wiederspielwert etwas drückt.
2. Also ich hab mit dem Verteidiger nur am Anfang etwas blocken müssen. Später ist man ab Level 15 derart stark, das fast alle Gegner nach 1-2 Schlägen umfallen und man nur bei den Bossgegnern mal ein paar Tränke braucht. Bizarrerweise wird das Spiel im Laufe der Zeit immer einfacher, weil die eigene Figur zu schnell stark wird. Ob das auch auf die anderen Klassen zutrifft, kann ich so genau leider nicht sagen, hab nur den Verteidiger gespielt.

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Zed01
  

Das Fazit klingt fast so, also würde man dem Spiel den Online-Modus vorwerfen. Auch die Möglichkeit, dass man wenigstens einen Freund für den lokalen Multiplayer findet, halte ich nicht für so unrealistisch. Wie hat man denn früher zusammen gezockt? Die Zeit offline und allein nutzt man dann zum Grinden und Looten. Von daher stören mich auch weniger die generische Welt und die belanglose Story (ist ja leider genretypisch), sondern vielmehr die geringe Spielzeit, besonders in Verbindung mit dem scheinbar zu leichten Schwierigkeitsgrad.
Ich hab noch zwei Fragen, die der etwas knappe Test offenlässt:
1. Die Demo hat mir ganz gut gefallen, nur fand ich den Zufallsdungeon ziemlich schlauchig. Sind die anderen Areale etwas weitläufiger und verwinkelter?
2. Wie entwickelt sich das Kampfsystem? Sorgen spätere Zusatzfähigkeiten für mehr Komplexität und Differenz zwischen den Klassen? Ist regelmäßiges Blocken und Ausweichen erforderlich?

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zig
  

ich benutze meinen 3ds nie unterwegs. eher gemütlich im bett bei voller w - lan unterstützung... :)

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