inFAMOUS: Second Son

Plattform: (PS4)
Release: 21. März 2014

User-Wertung:

Super-Held oder Super-Langweilig? inFAMOUS - Second Son im Test für PS4

Super-Held oder Super-Langweilig? inFAMOUS - Second Son im Test für PS4

Gut oder böse? Geil oder schlecht? Reines Grafik-Update oder Spielspaßbombe? Sucker Punch macht es uns nicht so leicht…

Was erwartet man eigentlich von einem Next-Gen Sequel? Das es größer und besser ist? Das es viel schicker aussieht? Das es neue Wege in Sachen Gameplay geht? Nun, für Entwickler Sucker Punch scheint die Antwort eindeutig auszufallen: Optik ist Trumpf, beim Rest ist konservative Zurückhaltung gefragt. Aber kann man im Launch-Zeitraum einer neuen Konsole eigentlich viel mehr von einem AAA-Titel verlangen? War nicht Ryse auch nur eine Cry-Engine Techdemo mit stupiden Kampfsystem und einer Handvoll Gegner-Typen? Killzone eine reine Grafikdemo mit extrem langweiligen Gefechten? Forza 5 nur ein schickes Rennspiel „light“? Und Knack, äh, lassen wir das. Soll ja auch Fans haben.


Wunderschön, aber meist auch menschenleer: Seattle

Wunderschön, aber meist auch menschenleer: Seattle

Mit Second Son haben wir allerdings erstmals in dieser noch jungen Generation einen Vertreter des beliebten Sandbox / Open World Genres, der sich nicht bequem auf den sicheren Cross-Gen Weg begibt sondern „All-In“ auf die High-End Technik der PS4 zugeschnitten ist. Und das sieht man dem Spiel auch wortwörtlich an. Der dritte inFAMOUS Teil sieht streckenweise zum Verlieben aus. Das tolle an Second Son ist, dass man nicht mal Vorkenntnisse mitbringen muss um diese Grafikbombe zu bewundern. Mit seiner Hauptfigur Delsin führt es eine komplette neue Spielfigur in das Universum ein und die Tatsache, das in der Welt von inFamous sogenannte „Conduits“ über Superfähigkeiten verfügen und von der Regierung verfolgt werden, dürfte auch schnell begriffen sein, wenn man nicht knietief im Franchise steckt. Ist ja kein Metal Gear Solid. Weiß auch nicht, wie ich gerade darauf komme.

Für Delsin Rowe beginnt das Spiel gemütlich. Der junge Protagonist des Spiels hat vor allem eine große Klappe und verbringt seine Zeit mit Graffities, dem Abhängen und der allgemeinen Sinn-Suche. Das Kind einer Familie aus dem Akomish-Stamm (ja, Indianer) ist damit genau die Sorte Jugendlicher, die man sich als Vater NICHT für seine Tochter wünscht. Kein Wunder also, das Delsins Verhältnis zu seinem Bruder Reggie eher angespannt ist, verdient doch sein älterer Bruder seine Brötchen als Ordnungshüter. Damit ein bisschen Schwung in die Bude kommt, wird das kleine Örtchen Salmon Bay Zeuge eines missglückten Gefangenen-Transports, bei dem einigen Conduits die Flucht gelingt. Delsin kommt in Kontakt mit einem dieser Supermenschen und kann zu seiner eigenen Überraschung dessen „Rauch“-Kraft in sich aufnehmen. Plötzlich kann sich Delsin in Rauch verwandeln und durch Hindernisse hindurch qualmen oder Rauchgeschosse abfeuern. Und da haben wir den Salat: Denn „Conduits“ werden allgemeinhin als „Bioterroristen“ bezeichnet und vom D.U.P. , dem Department of Unified Protection gejagt. Dessen Chefin, Mrs. Augustine geht dabei nicht gerade zimperlich mit potentiellen Informanten um: Sie wirkt wie eine Hardcore-Version von Hillary Clinton, die zusätzlich ebenfalls mit einer Kraft ausgestattet ist: Auf der Suche nach den Flüchtigen ballert sie fast jedem Einwohner von Salmon Bay Kristalle durch den Körper. Delsin bemerkt schnell, dass er zur Rettung seiner Freunde die Kräfte von Mrs. Augustine übernehmen muss und macht sich zusammen mit seinem Bruder auf dem Weg nach Seattle wo die D.U.P ihre Zentrale aufgemacht hat. Kurze Frage: Interessiert hier wirklich jemanden die Hintergrundgeschichte? Sind das nicht immer die Teile eines Testberichtes, die jeder schnell überfliegt? Will nicht ohnehin jeder nur wissen, wie die Optik ist? Ob das Gameplay fetzt? Sollten Spielereviews nicht endlich einmal aufhören, wie Filmrezensionen zu arbeiten und stets einen kurzen Story-Abriß zu liefern? Ich frag ja nur.


Dieser Nahkampf wird ihnen präsentiert von J.J. Abrams.

Dieser Nahkampf wird ihnen präsentiert von J.J. Abrams.

Die ganze Vorgeschichte dient ja auch nur einem simplen Zweck: Als Unterbau für eine Sandbox namens Seattle, die in 13 Bezirke unterteilt ist und dem Bioterroristen Delsin (übrigens ein bekloppter Name, laut Spiel angeblich aus der Name eines Cowboys aus einem Western, die Autokorrektur würde da am liebsten jedes Mal „Delfin“ draus machen) jede Menge Raum gibt, um seine neue „Rauch“-Fähigkeit auszuprobieren. Denn um der Oberbösewichtin gewachsen zu sein, benötigt Delsin noch weitere Fähigkeiten. So dauert es nicht lang, bis er dank der Bekanntschaft mit dem Ex-Drogenjunkie Fetch Walker auch die „Neon“-Fähigkeit erhält. Mit diesen beiden Fähigkeiten, Rauch und Neon also, beschreitet ihr den größten Teil des Spiels. Egal, was die Trailer euch suggeriert haben, Delsin rennt nicht etwas durch die Stadt und klaut diversen Conduits ihre Kräfte. Wie in den Vorgängern spielt auch das Karma wieder eine Rolle. Wie sein Vorgänger Cole kann sich auch Deslin für böse oder gute Taten entscheiden. Will er lieber der strahlende Held sein oder ein berüchtigter Super-Killer? Setzt er eher auf Betäubungs-Attacken oder tötet er alles, was nicht bei drei in den nicht begehbaren Häusern ist? Beides geht nicht, denn um bestimmte Fähigkeiten freizuschalten muss man im jeweiligen Karma-Rang aufsteigen. Daher heißt es wie in den ersten beiden Spielen: Am besten beide Karma-Wege einmal durchspielen.

Und da wir gerade von den beiden anderen Spielen sprechen: Im Grunde fährt Sucker Punch hier eine wirklich sehr risiko-arme Schiene. Denn Second Son bleibt in seinem Gameplay derart nah der etablierten inFamous Formel, dass man den Eindruck hat, die ganze kreative Energie wurde schon komplett in die Grafik gesteckt. Nicht vertraut mit der Formel? Gut. Man nehme einen Antihelden (Cole/Deslin) als Protagonisten, setzte ihm einen aus dem Off plappernden Sidekick (Zeke/Reggie) an die Seite, baue dann noch eine angedeutete Liebesbeziehung zu einer Frau ein, die ebenfalls Conduit ist und eine schwere Vergangenheit hatte, setzt den Spieler in ein großes, urbanes Gebiet, verteilt dort jede Menge Nebenmissionen und Scherben zum Aufleveln der verschiedenen Kräfte. Genau dieser Formel bedient sich auch Second Son, nur dass es dabei einfach nur rattenscharf aussieht.

Kommentare

Alexander Voigt
  

Zitat von Aylon5

Aylon5 schrieb:

Die dritte Kraft findet keine erwähnung? Warst du denn schon so weit? Ich war überrascht das es eine gibt und ich habe das gefühl noch am Anfang zu sein.



Die dritte (und SPOILER) vierte Kraft, sollten in Tests nicht erwähnt werden, um den Spielern die Überraschung nicht zu verderben. Bei meinem Durchlauf kommt aber auch hinzu, dass ich sie kaum genutzt hatte, da ich die ganzen Sammel- und Befreiungs-Aktionen vorher schon gemacht hatte.

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Aylon5
  

Die dritte Kraft findet keine erwähnung? Warst du denn schon so weit? Ich war überrascht das es eine gibt und ich habe das gefühl noch am Anfang zu sein.

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gelöscht
  

Ich find das Spiel total genial, macht mir richtig viel Spaß.

Frameraten, Schattenwurf, Regeneffekte, Tearing oder was auch immer für ein Gedöns merk ich sowieso nicht, kann also einfach nur geniessen.

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blueeye
  

@mikomaniac
Dem ist fast nichts mehr zuzufügen, kann dir in jedem Punkt rechtgeben.

Für mich ist es bisher der beste Exklusiv-Titel für die PS4 (dicht gefolgt von Resogun und Killzone), aber kein Pflichtkauf. Ich mochte die Story (Hero Durchgang) und den Hauptcharakter und dessen Motivation, die Nebencharaktere dagegen schwächeln ein wenig. Das Gameplay macht Fun und es gibt min. 4 Kräfte die man im Storyverlauf freischaltet.
Der Schwierigkeitsgrad ist meistens fair und fordernd (Normal), leider gab es aber auch Stellen die mich zur Weißglut getrieben haben (Endboss und der Engelboss).
Für den kompletten Durchgang: Story und 100% aller Nebenaufgaben habe ich ca. 12 Stunden gebraucht.

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mikomaniac
  

Doppelpost sry

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mikomaniac
  

Zitat von Mojitu

Mojitu schrieb:

Das Spiel spricht mich überhaupt nicht an... solche Spiele mit 30 fps (und niedriger, wenn mal viel los ist) sind für mich eine Qual. Schade, dass man nicht Abstriche gemacht hat und dafür konstant... komplettes Zitat anzeigen




Ich glaub du willst nur provozieren und einen ironischen Kommentar auf die 60fraps diskussion loslassen oder??

Mal ehrlich: Infamous läuft erstaunlich flüssig auch wenn viel los ist. Hin und wieder meine ich zu bemerken, dass die Framerate mal auf unter 25 "einbricht". Dennoch ein wirklich spaßiges Spiel mit einem geilen Flow. Rein Technisch halte ich GTA5 auf der alten PS3 dennoch für weitaus beeindruckender. Infamous geht technisch eeextrem viele Kompromisse ein (Kaum Verkehr, In der Ferne wirkt die Stadt tot, Glas lässt sich nicht zerschießen, Umgebung ziemlich statisch, rudimentäre NPCs, Kein Dynamisches Wetter, Kein schwimmen und im direkten Wasser Vergleich gegen GTA verliert infamous sogar haushoch) Infamous ist für mich nur auf den ersten Blick und im Bereich der grandiosen Partikeleffekte wirklich Next Gen. Aufgrund der Kompromisse wirkt Infamous tatsächlich hier und da ziemlich retro. Insgesamt aber ein sehr sehr spaßiges und optisch tolles motivierendes Spiel. Trotz ewig gleicher Nebenaufgaben hält es mich gut bei Laune und vermittelt ein echtes Superhelden Flair. Man merkt dem Spiel hin und wieder das kleinere Team an.

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Warpspinne
  

Bins seit Stunden am zocken, finds klasse...einzig das Ds4 Licht nervt extrem

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gelöscht
  

Die meiste Zeit über, läuft es über 30fps. Welsche Spiele sprechen dich den an ?

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Mojitu
  

Das Spiel spricht mich überhaupt nicht an... solche Spiele mit 30 fps (und niedriger, wenn mal viel los ist) sind für mich eine Qual. Schade, dass man nicht Abstriche gemacht hat und dafür konstante 60 fps bietet. Für mich die falsche Entwicklerentscheidung. Aber man wollte wohl schöne Screenshots bieten.

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gelöscht
  

Nachdem was ich in Letz Plays gesehen habe und von dem was ich gelesen habe, ist das eine realistische Wertung und abgesehen davon auch immer noch eine gute. Nur TF 5/5 kann ich nicht nachempfinden.

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Datum:

20.03.2014, 15:00 Uhr

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Die inFamous Formel