James Bond: Blood Stone

Plattform: (NDS, PC, Wii U, XBox 360)
Release: Array

User-Wertung:

James Bond 007: Blood Stone

Bond-Fans dürften sich selten mehr auf ein Spiel mit ihrem Lieblings-Agenten gefreut haben: Ist doch die finanzielle Lage des Rechteinhabers MGM derart desolat, das man die nächsten Jahre nicht mit einem neuen Film rechnen kann. Statt im Kino kann man nun also im Wohnzimmer mit Daniel Craig um die Welt reisen und dabei jede Menge Bösewichter aus dem Weg räumen. Kann Blood Stone 007 Fans mit der nötigen MI6-Dosis versorgen? Kann es Goldeneye für Wii schlagen?


Worum geht es?

Irgendjemand versucht, den in Athen stattfindenden G20-Gipfel mit einer Bombe in die Luft zu jagen. Bond verhindert das und nimmt die Spur der Hintermänner auf, die ihrerseits mit der Herstellung von Biokampfstoffen zu tun haben. Um die Schlimmfinger mitsamt ihrer biologischen Waffen aus dem Verkehr zu ziehen, reist Bond nach Sibirien, Bangkok, Burma und die Türkei. Zwischen Bond und dem Master-Oberbösewicht stehen gefühlte 1000 Bodyguards, Söldner und Freizeit-Killer die per 3rd Person Action aus dem Weg geräumt werden müssen. Klar, ein wenig habe ich die Story des Spiels verkürzt, vielleicht sollte ich auch erwähnen, dass die Sängerin Joss Stone als Diamantenhändlerin kurzzeitig Schützenhilfe bietet und auch den Titelsong des Spiels beisteuert. Aber ehrlich: Selbst im Vergleich zum öden Quantum of Trost mit seiner belanglosen "Jemand will Wasser-Preise in einem Entwicklungsland anheben" Story, wirkt die Geschichte von Blood Stone eindimensional und einfallslos. Wegen der Geschichte dürfte selbst ein James Bond-Fan nicht lange am Ball bleiben. Hier waren Spiele wie "Alles oder Nichts" und selbst das aktuelle Goldeneye-Remake deutlich origineller.
James Bond 007: Blood Stone

Müssen Jason Bourne und Sam Fischer einpacken?

Mittlerweile fast Genre-Standard, schaut man auch bei James Bond dem Helden über seine muskulöse Agentenschulter und steuert ihn in der bewährten Shoot&Cover Methode. Mit knapp einem Dutzend verschiedener Schießprügel ballert man auf über die Leichen von Hundertschaften von Soldaten, Bodyguards und Elite-Söldnern durch abwechslungsreiche Schauplötze auf der ganzen Welt. Schade, das eine der spannendsten Szenen des Spiels, die Flucht vor einer riesigen Tunnelbohrmaschine bereits im ersten Drittel des Spiels abgenutzt wird und in so ziemlich jeden Trailer des Spiels gezeigt wird. Darüber hinaus bleibt die Action vor allem dank bescheidener KI der Gegner freundlich gesagt frustfrei. Nur der höchste Schwierigkeitsgrad erfordert etwas Umsicht beim Wechselspiel zwischen Deckung und Ballerei.
Wie sein Filmvorbild verzichtet Bond dabei größtenteils auf technische Gadgets. Nur sein Handy gibt auf Wunsch Informationen zum nächsten Wegpunkt und hackt Sicherheitskameras und Wandsafes. Das ist vor allem praktisch in den wenigen Stealthabschnitten, in denen sich Bond für kurze Zeit unter Zivilisten mischt und vor allem unauffällig bleiben soll. Hier bleibt Bond allerdings deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück, was vor allem den Spielern auffallen wird, die dieses Jahr bereits Splinter Cell Conviction gespielt haben.
James Bond 007: Blood Stone

Wer hat eigentlich Prinz Charles die Hauptrolle gegeben?

Optisch macht Blood Stone durchaus einen schicken Eindruck. Die Schauplätze sind farbenfroh und detailliert gestaltet, liegen zwar nicht ganz auf dem Call of Duty - Topniveau, bieten aber auch dank schicker Lensflare-Effekte ein stimmiges Gesamtbild. Weniger gelungen sind jedoch die Charaktermodelle. Zwar sind Dame Judi Dench und Joss Stone noch ganz nah am realen Vorbild, bei Daniel Craig scheint man jedoch eine Knetfigur als Vorlage genutzt zu haben. Anders ist es nicht zu erklären, dass Craig in jeder Zwischensequenz wie seine eigene Karikatur aus dem "Hurra Deutschland" Universum aussieht. Besser sehen da schon die Fahrzeugmodelle aus, was anbetracht des Entwicklers niemanden verwundern dürfte.
James Bond 007: Blood Stone

Bizarre Creations Rennsequenzen müssen super sein, oder?

Köln, August 2010: Köln, August 2010: GamesCom-Präsentation von Blood Stone. Gezeigt wird ein Fahrzeuglevel, bei dem man mit einem Aston Martin einem Zug hinterher rast und sich dabei buchstäblich auf dünnem Eis bewegt. Das Problem: Alle Journalisten scheitern mehrmals an diesem einem Demo-Level. Die Präsentation wird zur Geduldsprobe für alle Anwesenden. Es ist oftmals zu schwer zu erkennen, wo man genau fahren muss, um seine Karre nicht in einem See zu versenken. "Frustig und schlecht designt" raunen die versammelten Presse-Leute den Bizarre-Entwicklern zu. Wer glaubt, dass dieser Level bis zum Release noch einmal geändert wurde, irrt: Auch in der Vollversion des Spiels ist dieser Abschnitt so ziemlich die nervigste Stelle aus dem ganzen Spiel. Andere Abschnitte, in denen man per Fahrzeug unterwegs ist, machen schon weitaus mehr Spaß, führen sie einen doch meist durch dicht besiedelte Städte oder malerische Überland-Kurse bei denen zumindest der Straßenverlauf immer gut zu erkennen ist.
Allerdings verabschiedet sich das Spiel in diesen Sequenzen auch endgültig aus dem Bereich der "glaubhaften Action", die der Kino-Bond mit Casino Royal so schön aufgebaut hat. Meistens explodieren halbe Stadtviertel um euch herum und der Kollateralschaden, den Bond im Verlauf dieser Aktionen anhäuft, würde selbst einen Verteidigungsminister wie Herrn zu Gutenberg in Verlegenheit bringen. Im Gegensatz zu ähnlichen Abschnitten im letzten Alone in the Dark-Spiel oder der Jason Bourne-Umsetzung lassen sich die Autosequenzen allerdings meistens hervorragend steuern, hier kann Bizarre seine Herkunft nicht verleugnen. Besonders spektakulär ist hierbei die Jagd nach einem riesigen Kipplader, der halb Bangkok verschrottet, während ihr euch in einem Abschleppwagen an seine Fersen heftet. Wer auf Abschnitte in Flugzeugen, Snowmobilen oder ähnlich extravaganten Vehikeln hofft, wird enttäuscht. Bis auf eine Motorboot-Verfolgungsjagd ist Bond entweder per Pedes oder per Auto unterwegs.
James Bond 007: Blood Stone

Hat der Multiplayer die Lizenz zum Töten?

In Zeiten, in denen sich kein Shooter mehr ohne Multiplayer-Part in den Handel traut, möchte natürlich auch ein Blood Stone nicht hinten anstehen. Obwohl gerade 007 als Einzelgänger bekannt ist, bauen die Mehrspielermodi vor allem auf teambasierte Action: Die Spieler werden in zwei Gruppen eingeteilt (blau und rot) und können sich entweder in eine Partie Team Deathmach, eine Last Man Standing Variante und einen objektbasierten Modus stürzen, in dem Kontrollpunkte übernommen werden wollen. Natürlich kann man auch hier ein paar Stunden Spaß haben, aber Anbetracht des Überangebots starker Multiplayer-Titel sind die Modi zu unscheinbar um nicht überflüssig zu wirken.

15 Minuten Gameplay-Video


Agent 08/15 meldet sich zum Dienst

Kommentare

Picknicker
  

ja du ! aber ich hab endlcih meine mr. t errungenschaft und bin noch gar nicht soooo lange hier mitglied.

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IM Carlos
  

@Picknicker: 2.499 ... also nein. ;-)

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Picknicker
  

Also ich werde mir es mal aus der Videothek ausleihen und an einem langweiligen We schnell durchzocken. Wurde eigentlcih was zur Spieldauer gesagt oder habe ich es ?berlesen?

BTW 1000. kommentar. Geschenke ?

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big sepp
  

Ich werds mir als Budget Titel holen!
Mochte schon Nightfire und Quantum Trost! F?r zwischendurch genau das Richtige. Muss ja nicht jedesmal eine neue Referenz sein.

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Freestyle27
  

Nach allem was ich bischen von dem Titel gesehen und geh?rt habe ist das ein durchschnittlicher Action-Titel... nichts besonderes aber f?r Fans sicherlich brauchbar. Rechtfertigt die 6/10... eine 7/10 w?rde f?r mich nicht in Frage kommen...

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random 123
  

also ich kaufe mir aus prinzip nichts wo daniel craig und james bond in einem zug erw?hnt werden das is doch kein bond

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Zocker 3000
  

@ strandmann
deine Kommentare sind wirklich immer der letzte Schrott! Mach das wo anders!

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WhiteWings
  

habs f?r 360 gespielt und f?r mich is das ding ein totalausfall. Vom Bournekomplott inspiriert aber bei weitem schlechter in allen bereichen. Habs jedenfalls nach dem 2ten level wieder rausgeworfen, gott gedankt das es nur aus der videothek geliehen war und mir die augen mit stahlwolle gereinigt und rasierwasser desinfiziert.

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area_fan95
  

@ Alex: und auch conviction war nicht sehr anspruchsvoll xD aber ich fand es auch ziemlich geil^^

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SPOILER DANKE

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