Killer is Dead

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 30. August 2013

User-Wertung:

Im Test: Killer is Dead

Wenn wir gerade eben noch ein paar hübschen Ladies die Schlüpfer vom Körper gespannt haben und schon im nächsten Augenblick einen Samurai auf dem Motorrad unserer 16-armigen Begleiterin verfolgen, während dieser auf einem Tigertattoo gen Blutmond reitet, dann..ja...sparen wir uns die schlechten Drogen-Witze – Suda51 hat endlich wieder ein Spiel gemacht.

Und ja, nehmt das ENDLICH doch bitteschön gleich einmal in Großbuchstaben, da - auch wenn die beiden letzten Titel aus dem Hause Grasshopper Manufactures ganz nette Dinger waren - der gute Suda nur herzlich wenig mit Lollipop Chainsaw und Shadows of the Damned zu tun hatte. Deswegen, vereint euch, Freunde der in Videospielform gepressten Absurdität - wir machen eine kleine Spritztour..die Mission: Killer is Dead.

Wer kennt das nicht, wenn man sich wieder einmal in Tagträumereien verzettelt, und - leidenschaftlicher Spieler, der man nun einmal ist - früher oder später an die Haltestelle 'So könnte doch mal ein cooles Spiel aussehen' kommt. Tja, so gings mir vor Ewigkeiten mal, werte Mitträumer, als das Ergebnis meiner Gedankenspiele einen Titel zusammengeformt hat, der sich um eine Agentur von Auftragskillern dreht, die sich in schicken Reservoir Dogs-Anzügen, bewaffnet mit Katanas, um das Tagesgeschäft kümmern.

Ihr könnt euch die Feuchtigkeit meines Höschens also ausrechnen, als es die ersten Informationen zu Killer is Dead gab - die so ziemlich genau das Bild gezeichnet haben, welches sich in meinem Kopf eingenistet hatte. Jeder weitere Trailer hat den Spaß zwar noch mehr in eine Ecke der Kuriositäten getrieben, an die meine Fantasie niemals auch nur angekratzt hätte - aber dennoch war ich überzeugt: das Teil wird der Shit. Und jetzt - plötzlicher Twist in diesem Schwank aus meiner Jugend: The Shit ist Killer is Dead dann nicht so ganz geworden. Oh.


Ja, Suda 51 lässt wieder einmal farblich-intensives Blut fließen.

Ja, Suda 51 lässt wieder einmal farblich-intensives Blut fließen.

Aber fangen wir doch mal von vorne an - worum gehts? Nunja, wie gesagt, eine Agentur, besetzt mit Auftragskillern, killt, sobald Aufträge vorliegen. Soweit, so logisch. Vermischt wird diese bodenständige Grundzutat, mit der winzigen Tatsache, dass SO ZIEMLICH ALLES einen absoluten Trip durch eine Geister-Achter-Raumschiff-Zeitreisebahn der Spinnereien macht, so dass sich Kausalität und Vernunft mal gleichzeitig die Kugel geben. Klingt doch bestens!

Das fängt bereits beim Protagonisten an: Mondo Zappa - dem Kerl steht sein fescher S/W-Anzug fast so schick, wie seine drei Gürtel, das daran geschnallte Katana und..achja: der fucking Cyborg-Arm zu seiner Linken. Die Kleinigkeiten, ihr versteht. Wie er das Teil bekommen hat, wieso er in der Agentur festsitzt und weshalb ein junges Mädel bei ihm wohnt, das lauter herumquietscht, als es ein Pixar-Streifen je überspitzen könnte, verrat ich jetzt mal nicht.

Was ich euch aber verraten kann, ist, dass ihr fortan mit dem Namensvetter von Frank Zappa (was auch nicht von ungefähr kommt) durch die Welt und das Weltall zieht, und allerlei Gesocks gegen Bezahlung, in Form von Bargeld und Küssen, aus dem Weg räumt. Vorzüglich Dämonengesocks. Zumindest stigmatisier ich die guten Teile jetzt einmal so - auch wenn sie offiziell nur 'from the dark side of the moon' kommen (Ja, Transformers-Refernz..). Ihr merkt schon, so ganz einfach ist die Sache nicht zu erklären, und das will der gute Suda51 auch gar nicht - falls überhaupt. Und ehrlich gesagt, behalt ich meine Gedanken zu dem Storygespann lieber auch einmal für mich - denn, wie so oft, ist auch hier die Quintessenz des Spiels das 'waszumteufelpassiertalsnächstes'. Um genau zu sein, dürfte das Verlangen auf die nächste Szene, bei Killer is Dead wohl mehr zutreffen, als bei den meisten Spielereien da draußen - denn ganz ehrlich: es kommt nie so, und ja, glaubt mir die Floskel ruhig, es kommt nie so, wie ihr denkt.


Das ist ganz klar ein... ja, was eigentlich?

Das ist ganz klar ein... ja, was eigentlich?

Wo es allerdings so kommt, wie man es sich denkt, ist das Gameplay. Um genau zu sein kommt es sogar noch ein Stück einfacher: Ihr schneidet euch mit eurem Schwertchen und ein paar Kombos in bester Metal Gear Rising-Manier durch die Gegner, zückt hin und wieder euren Arm um recht umständlich durch die Gegend zu ballern und wiederholt das Ganze bis zum Boss. Das klingt jetzt recht simpel, und vielleicht sogar ein Stück langeweilig- ist es auch. Auf Einfach. Stellt man den Spielspaß allerdings ein Stück mehr auf Herausforderung, so stellt man schnell fest, wie schlecht mein Metal Gear Rising-Vergleich eigentlich war. Konnte man sich dort nämlich noch in gemütlicher Aggressivität durch die Massen schneiden, verlangt Killer is Dead schon ein Stück mehr Zurückhaltung. Bloßes Angreifen funktioniert hier nur selten, das Abwarten auf zeitiges Blocken und eine Konter-Chance ist euer einziger Freund in der Sache. Und der Dash. Der ist auch ganz nützlich. Kombiniert ihr diesen noch mit einem zarten Gefühl für Timing, schaltet das Spiel in wunderbare Sin City-Slow-Mo und lässt euch einen Gegner in mundgerechte Happen schneiden. So habt ihr schon eine gute Choreographie am Start, die nicht nur schick aussieht, sondern euch auch durch die Level gleiten lässt, wie einen Styler-Gott. Aufgeplustert wird die ganze Angelegenheit durch ein leichtes Upgrade-System, das den Kern eurer Angriffe zwar ausbaut, jedoch niemals die Vielfalt eines DmC und Konsorten erreicht.

Kommentare

Lupos
  

Eine 7? Für so nen Nischentitel doch absolut ok. Das Spiel steht auf jeden Fall auf meiner "To do"-Liste. Doch von dem Day-One Kauf sehe ich nach diesem Test erstmal ab.
Hatte mich als Japano-Freund sehr auf den Titel gefreut, doch NUR 7 Stunden bis zum Ende, das hat ja schon fast Star Wars Unleashed 2ische Züge ;) dem guten Suda zu allen Ehren, aber 60 Euros sind mir dafür etwas zu happig. Wenn es mal für die hälfte zu haben ist werd ich zuschlagen.
Dafür ist momentan einfach das Releasefenster der guten Titel zu eng.

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Fahrstuhl
  

@ Florian Preisser

Das habe ich dann wohl leider überhört. Aber das hätte besser gepasst, weil viele seiner früheren Titel auch auf Songs basierten.Dachte es wäre mit diesem auch so gewesen.

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Florian Preisser
  

@fahrstuhl
was besser passen würde, allerdings hat der gute suda51 wohl in einem interview transformers als referenz angegeben.

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Fahrstuhl
  

"The Dark side of the Moon" ist keine Anspielung an Transformers sondern an das Album von Pink Floyed.
Genau wie "No More Heroes" eine Referenz an das Album/Song "No more Heroes" von The Stranglers ist.

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Datum:

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