Kingdom Hearts 3D: Dream Drop Distance

Plattform: (3DS)
Release: 20. Juli 2012

User-Wertung:

Test: Kingdom Hearts 3D - Dream Drop Distance

Unglaublich aber wahr: Bereits 10 Jahre ist es her, dass die Kingdom Hearts Reihe auf der Playstation 2 ihre Premiere feierte. Pünktlich zum Jubiläum liefert uns Square zwar keinen dritten Teil, der schließlich der PS3 vorbehalten bleibt, sondern ein mehr als vollwertiges 3DS Intermezzo. Auch wenn Dream Drop Distance auf Einsteiger unnötig komplex erscheint, werden vor allem Serienkenner bestens bedient.

Schlüsselmeister! Flow Motion! Drop-System! Realitätswechsel! Wer noch nie mit der Kingdom Hearts Reihe in Berührung gekommen ist, sollte sich auf eine harte Zeit vorbereiten. Denn Dream Drop Distance hat keine Gnade mit neuen Spielern. Sowohl Hintergrundgeschichte als auch neue Spielfunktionen werden im Express-Modus abgefeuert. Es sollte daher schon eine gewisse Vorbildung vorhanden sein, sei es durch die beiden PS2-Titel oder den mobilen Ablegern "Re:coded" oder "Birth by Sleep". Wer noch nicht mit dem Universum vertraut ist, nun, der kann sich theoretisch einige Informationen aus dem spielinternen Memento-Modus herauspicken. Viel klarer werden die Beziehungen der Hauptfiguren Sora und Riku dadurch allerdings auch nicht unbedingt. Nur eines ist schnell klar: Riku muss Schwertmeister werden, um den bösen Xehanort zu besiegen. Zumindest erklärt uns das der Zauberer aus Disneys "Fantasia". Genau, Fantasia ist eine der sieben Disney-Welten, die beide Helden im Laufe des Spiels bereisen. Denn Kingdom Hearts spielt in einem Fantasie-Reich, das von Figuren des Disney und des Square-Universums besiedelt ist. Eine Art begehbares Disneyland. Und genau wie im originalen Vergnügungspark dudeln immer feine Disney-Melodien im Hintergrund, die Abwandlungen bekannter Themen aus Filmen wie "Arielle, die Meerjungfrau" oder "Die Schöne und das Biest" beinhalten. Der Popkultur-Mix aus westlichen und fernöstlichen Elementen fällt auch in Dream Drop Distance wieder recht klar aus: Optisch dominiert klar das Disney-Lager, mit knallig bunten Schauplätzen aus Filmen wie "Pinocchio", "Tron" und "Der Glöckner von Notre Dame", das Gameplay ist ur-japanisch und damit auch relativ komplex.
Test: Kingdom Hearts 3D - Dream Drop Distance Denn ob man nun als Sora oder Riku unterwegs ist, es dauert nicht lange, bis man sich den ersten Herzlosen stellen muss. Die Herzlosen sind die Bösewichte des Kingdom Hearts Universum und wollen vor allem Dunkelheit und Tod verbreiten. Das Kampfsystem, mit dem die Kreaturen der Dunkelheit ins Jenseits geschickt werden, ist auf den ersten Blick recht einfach: Mittels Knopfdruck schwingen die Helden ihr Schwert. Cool. Einfach. Nein. Denn zum einen kämpft ihr immer gegen mehrere Gegner, was ein häufiges Justieren der Kamera nötig macht. Wer ein Circle Pad Pro besitzt, ist hier klar im Vorteil. Zum anderen stehen euch neben reinen Schlagkommandos auch noch zahlreiche Sonderaktionen zur Verfügung, die ihr in einem "Deck" zusammenstellt. Dort sind unter anderem Funktionen wie das Einnehmen von Heiltränken und magische Attacken versteckt. Na gut, ist doch prima, wenn etwas Tiefe im Spiel ist. Erwähnte ich die Möglichkeit, zu Blocken und zu Kontern? Nein? Oder die Tatsache, dass ihr via neue Flow-Motion Technik die Umgebung und Gegner benutzten könnt, um an ihnen entlang zu sliden? Mhm, aber das ihr noch Kreaturen erschaffen könnt, die euch im Kampf unterstützen können hatte ich schon erzählt? Diese kleinen "Traumfänger", die ihr wie Nintendogs streicheln könnt. Lange Rede kurzer Sinn: Kingdom Hearts 3DS bietet eine enorme Spieltiefe für einen Handheld-Titel. Wer allerdings bereit ist, knapp 3-5 Stunden zu investieren, bis er alle Spielmechaniken halbwegs meistert, wird dafür mit einem Spielerlebnis belohnt, dessen Komplexität eher an Spiele für große Konsolen erinnert und eine perfekte Einstimmung für Kingdom Hearts 3 ist.
Test: Kingdom Hearts 3D - Dream Drop Distance Ist das Kampfsystem erst einmal verinnerlicht, warten weitere neue Gameplay-Ideen darauf, vom Spieler verarbeitet zu werden. So reist man nun nicht mehr mit dem Gummi-Boot von Welt zu Welt, sondern fällt im freien Fall durch eine lange Röhre in der man fiesen Hindernissen ausweichen und dafür Sterne einsammeln sollte. Neben den Zwischensequenzen ist vor allem dieser Modus perfekt für den vollen 3D-Genuss geeinigt. In den Kämpfen sollte man anhand der nervösen Kamera lieber wieder auf 2D-Modus schalten, möchte man nicht den Rest des Spiels unter einer Aspirin-Überdosis erleben. Die wohl mutigste und auch gewöhnungsbedürftigste Spieldesign-Neuheit dürfte aber das Drop-System sein, das den Spieler zwischen Riku und Sora wechseln lässt. Beide befinden sich nämlich stets in unterschiedlichen "Versionen" der selben Welt. Das Problem: Zwar kann man an Savepunkten manuell zwischen beiden Figuren wechseln, ein Countdown führt nach gewisser Zeit aber zu einem Zwangswechsel. Das kann sogar in einem Bosskampf geschehen und führt zu Zwangspausen im Spielfluss. Die unterschiedlichen Perspektiven auf den selben Spiel-Level sind zwar stets interessant, allerdings möchte man manchmal auch eine Geschichte zu Ende bringen.
Test: Kingdom Hearts 3D - Dream Drop Distance Inszeniert ist die Geschichte nämlich klasse: Grafisch kann das Spiel locker mit den PS2-Vorgängern mithalten, akustisch glänzt wie immer eine tolle englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln. Im späteren Verlauf des Spiels stoßen dann sogar die Helden des DS-Kultspiels "The World Ends with You" dazu, das vermutlich so gut wie niemand außer Johannes jemals gespielt hat. Neben den optischen Qualitäten versucht Dream Drop Distance auch so ziemlich jedes verfügbare 3DS Feature auszunutzen. Die kleinen Hilfskreaturen können mit Augment Reality Spielen gestreichelt werden, und natürlich können die Tiere auch für Streetpass freigeschaltet werden. Selbst das Touchpad bekommt extra Spielchen serviert, denn im sogenannten "Realitätswandel" Modus können mit einer Schleuder Gegenstände geworfen werden oder Schaltkreise geschlossen werden.
Test: Kingdom Hearts 3D - Dream Drop Distance Mit Kingdom Hearts Dream Drop Distance bekommen 3DS Spieler ein komplexes Action-Rollenspiel, das in Sachen Spieltiefe zu den bisher anspruchsvollsten Spielen der mobilen Plattform gehört. Und genau diesen Umstand sollte man beim Kauf im Hinterkopf behalten. Für das schnelle Zocken zwischendurch ist das Spiel denkbar ungeeignet und auch als Serieneinstieg sollte man eher die PS2-Titel nachholen. Für den normalen Busfahrt-Spieler bietet Dream Drop Distance einfach zu viele Mechanismen, die erst nach etwas Einarbeitungszeit ihr Potential voll entwickeln können, deren Funktion man aber schon nach wenigen Tagen Spielpause vergessen hat. Wer jedoch am Ball bleibt und über entsprechende Zeit verfügt, wird mit einem Spielerlebnis belohnt, dass man sonst nur von großen Konsolen kennt. Fans der Reihe können auf das Spiel ohnehin nicht verzichten, weil hier schon deutlich der große und finale Konflikt von Kingdom Hearts 3 vorbereitet wird.

Kommentare

Youdomme
  

Werd mir den 3DS und Spiel ausleihen, nur wegen einem Game hol ich mir dann doch keinen neuen Handheld ^^

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beenii
  

so sehr ich mir auch neues material für meine handhelds wünsche kann ich mich doch nicht zu einem kauf durchringen. und auch mein circle pad pro benutze ich eigentlich ungern. langsam wirds zeit fürs neue mario

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