Left 4 Dead

Plattform: (PC, XBox 360)
Release: 18. November 2008

User-Wertung:

Left 4 Dead

Nach einer gewaltigen Werbekampagne und der Ankündigung, dass dies das beste Spiel, das man jemals programmiert hat, hat Valve die sehnsüchtig wartenden Fans erlöst und Left 4 Dead für den PC und die Xbox 360 veröffentlicht. Der Co-op Shooter mit Source Engine überzeugt dabei mit brillanter Atmosphäre, hervorragender Bot-KI und einmaligen Teamplay-Gedanken.


Wir brauchen Zombies! Viele Zombies!

Zunächst benötigt man eine grundsolide und nichtssagende Story, denn ein Multiplayer-Shooter lebt nicht von seinen tiefgründigen Charakteren und Hollywood reifen Zwischensequenzen, die die epische Story weiter ausführen. Was fällt einem als klischeehafte Geschichte ein, wenn es darum geht, einen Koop-Multiplayer-Survival-Horror-Shooter (erst mal wieder Luft holen) in einen passenden Rahmen zu verfrachten? Genau, Zombies! Viele Zombies! Da interessiert es fast nicht, dass die, wie immer, durch einen Virus zu dem wurden, was sie jetzt sind: Kanonenfutter und Hassobjekt Nummer 2 (Nummer 1 kommt später) in fünf Leveln, die ihr mit einem vierköpfigen Team von Immunen durchqueren müsst. Jede Figur, die sich nur durch ihr Äußeres unterscheidet, kann dabei von einem menschlichen Spieler gesteuert werden. Doch es warten noch weitere vier Plätze darauf, von Misanthropen besetzt zu werden: die der Hassobjekte Nummer 1 (da haben wir sie doch), besonders mächtige Ausführungen von Infizierten, der Kürze halber Bosse genannt. Doch auf die kommen wir später zu sprechen.Left 4 Dead

Interessant: Menschen, die sich über Waffen definieren

Wir beginnen mit den vier Überlebenden, die diesen Zustand auch beibehalten wollen und sich deshalb durch vier Szenarien, die ihrerseits in Areale unterteilen, durchkämpfen müssen, bis sie eine sichere Zone erreichen, aus der sie mittels Hubschrauber evakuiert werden. Doch bis sie dort angekommen sind, werden viele Kugeln und Granaten verschossen werden, viele, viele Zombies sterben, vielleicht auch Teamkameraden und der eine oder andere Boss den Weg gekreuzt haben. Doch wir beginnen ja gerade erst. Ihr startet also in einer sicheren Zone, die praktischerweise voll mit Waffen ist, von denen ihr euch eine aussuchen könnt. Da sich die Figuren nur optisch, und nicht etwa in Fähigkeiten unterscheiden, individualisieren sich über ihre Waffen. Der oder die Schrotflintenmann/Männin wird also eher den Nahkampf bevorzugen, während der Kollege mit dem Jagdgewehr die Distanz bevorzugt. Rückt euch ein Zombie doch mal zu sehr auf die Pelle, könnt ihr ihn mit einer verheerenden Nahkampfattacke eures Schießprügels benommen machen, um ihm anschließend mit einer Ladung Blei klar zu machen, dass er heute einen schlechten bzw. letzten Tag hat. Für weitere Durchschlagskraft sorgen Molotowcocktails und Rohrbomben, die … naja ihr könnt euch schon vorstellen, was die mit einem Zombie machen können. Ganz wichtig an dieser Stelle: Vergesst das Strafen! Auch wenn wir es hier mit den Entwicklern von Counter Strike zu tun haben, ist hier die Ballermechanik eine völlig andere. Wer wie wild im Kreis herumrennt, wird erstens nicht treffen und zweitens früher oder später von hinten mit einem Zombieangriff beehrt. Merkt euch also: Ruhig und vor allem zusammenbleiben. Als Bonbon, vielleicht auch als Frustentlader, wartet am Ende eines jeden Levels ein stationäres Geschütz darauf von euch bedient zu werden (Starship Troopers lässt grüßen). Hier wirft der Computer noch einmal alles an Zombies gegen euch, was er hat, als großes Finale sogar mächtige Bosse - aber auf die kommen wir bekanntlich später zu sprechen.Left 4 Dead

Regel Nummer 1: Bleibt zusammen

Ihr habt euch also für eine Waffengattung entschieden und los geht es! Regel Nummer 1: Bleibt zusammen. Left 4 Dead ist ein Teamspiel schon vergessen? Den Grund für das Zusammenleben werdet ihr noch schnell genug herausfinden. Die Verseuchten sind nämlich schnell - verdammt schnell und immer in der Überzahl. Das Aufeinandertreffen einer Zombiehorde mit einer Gruppe Immunen lässt sich am besten mit der Szene aus 28 Weeks Later vergleichen, in der eine riesige Masse Infizierter einem armen Kerl mit Mach 4 über eine Wiese hinterher wetzt. Alleine hättet ihr gegen so einen Ansturm keine Chance bzw. gewaltige Probleme. Ihr ballert also zu viert, was das Zeug hält, und merkt schnell, dass Teamwork vielleicht doch nicht so schlecht ist, denn die Reihen der rennenden Angreifer lichten sich merklich. Eines merkt ihr dabei auch: Es sollten nicht alle gleichzeitig nachladen - denn wer schießt denn sonst noch auf dieses faulige Etwas das … Und da ist es passiert, der Spieler, der wie ein normaler Mensch nicht besonders viele Schläge (maximal 15 auf Schwierigkeitsgrad ‚Mittel‘) eines wild gewordenen Zombies überlebt, geht "down".Left 4 Dead

Spann(er)nde Bosse

Doch nicht nur eure Teammitglieder können euch durch Wände nachspannern, nein auch die Bosse (endlich kommen wir auf sie zu sprechen) haben diese Fähigkeit. Doch was sind das für Typen, diese Bosse? Es gibt fünf Sorten dieser mit besonderen Fähigkeiten ausgestatteten Infizierten, vier davon können von bösen Spielern gesteuert werden. Zu Beginn können sie aber nur drei Typen, den Boomer, Smoker und Hunter wählen. Den vierten Typus, der Tank wird zufällig einem Spieler zugeordnet, wenn er vorher seinen Wunsch, als dieses mächtige Wesen zu respawnen, vorher kundgetan hat. Damit möchten die Entwickler vermeiden, dass alle vier Spieler mit vier Tanks starten - die wären einfach zu mächtig. Als überhaupt nicht wählbaren Infizierten gibt es dann noch den Witch. Was der kann, erörtern wir später.Left 4 DeadSpielern, die gerne lautlos und vor allem überraschend töten wollen, empfehlen wir den Hunter. Verharrt dieser Infizierte bewegungslos, ist er für den Gegner nahezu unsichtbar. Nur ein kleines Schimmern verrät die Anwesenheit eines Hunters, oder aber ein Überlebender schaut ihn direkt an. Ein getarnter Hunter besitzt die Fähigkeit auf sein Opfer zu springen, um es zu Boden zu reißen. Jetzt hat er leichtes Spiel den Lebenssaft aus dem Körper des nun Wehrlosen zu prügeln. Auch hier gilt auf der Gegenseite folgendes Zauberwort: Teamwork! Ballert den verfluchten Hunter vom Körper eures Mitglieds und helft ihm wieder auf die Beine! Da der nicht viel Schaden verträgt, sollte er sich schnell zurückziehen. Schnell ist dabei ein gutes Stichwort: Hunter sind unglaublich flink und können ziemlich hoch springen. Sogar Wall-Jumps sind möglich, um schnell aus der Schussbahn der Überlebenden zu gelangen.Left 4 Dead

Voll klug! Der AI-Director

Doch abseits der Bosse haben wir ja auch noch die "normalen" Infizierten. Die sind wie gesagt sehr schnell und bekommen tatkräftige Unterstützung vom mächtigsten, dafür aber unsichtbaren Feind in Left 4 Dead: dem AI-Director. Er ist die künstliche Intelligenz des Spiels und inszeniert, wie der Name schon vermuten lässt, das Auftauchen der Zombiehorden. Denen werdet ihr nämlich niemals an vorgefertigten Punkten begegnen, einzig der AI-Director bestimmt, wo, wann und wie viele der Zombies über euch herfallen sollen. Ruhige Minuten sind also eine Utopie, denn war der eigentlich "eben" noch leere Zugwaggon leer, ist er bei einem weiteren Besuch plötzlich überfüllt mit verdammt sauren Zeitgenossen. Oder aber ein Zombie springt plötzlich vom Dach und überwältigt einen Überlebenden - und das völlig ohne Skript. Einzig das große Finale, wenn die Überlebenden sich in der Abholzone verschanzen, ist vorhersehbar, denn hier wird das Team meist mit zwei wütenden Tanks auf einmal konfrontiert. Der AI-Director funktioniert so gut, dass Left 4 Dead einer der stressigsten Spiele der letzten Zeit ist. Gut so!Left 4 DeadFür mich ist Left 4 Dead der Shooter des Jahres, denn mit seinem ungewöhnlichen Co-op Konzept sticht es aus dem sonstigen Einheitsbrei positiv heraus. Klar, es macht wirklich nur dann Spaß, wenn man mit Leuten spielt, die das Prinzip ernst nehmen. Eine kopflos voranstürmende Truppe voller Egozocker erlebt nicht nur ein vorzeitiges Ende, sondern zerstört auch die Atmosphäre des ständigen Überlebens. Die kommt erfreulicherweise auch auf, wenn man alleine spielt. Tatkräftig unterstützt wird man dabei von den wirklich gut agierenden Bots. Für mich ist dennoch der 8er Modus das wahre Prunkstück von Left 4 Dead. Dank des Wertungssystems lässt sich nach einiger Zeit abschätzen, welcher Spieler es würdig ist, in die Gruppe aufgenommen zu werden. Wenn sich hier wahre Profis treffen, dann offenbart sich ein völlig neues Spielerlebnis, das ich so noch nie erlebt hat. Valve hat es vorher schon betont, Left 4 Dead ist ihr bestes Werk und wir können das fast bestätigen. Das Einzige, was dem Titel aus unserer Sicht zu schaffen macht, dass es ein Vollpreistitel ist, der leider zu wenig Abwechslung bietet. Auf der anderen Seite weiß man, dass man perfekten Onlineservice erhält und technisch wirklich gutes Spiel. Mir ist Left 4 Dead diese Investition jedenfalls wert. Alle anderen, die eher ein Spiel für "zwischendurch" suchen, sollten überlegen.

Kommentare

laZee
  

@ Artikel: Ein paar Dinge sind nicht ganz korrekt. Zuerst die Screenshots: Die sind aus einer alten Version. Die Characters sehen inzwischen anders aus.

Allgemein: Man kann auch Hunter/Boomer/Smoker nicht wirklich ausw?hlen. Die Klassen werden beim Spawnen quasi zuf?llig zugewiesen.

Zur Witch: Ein Treffer der Witch t?tet dich nicht. Er bringt dich aber definitiv "down". Wenn die Witch dann nicht gestoppt wird, bringt sie dich sehr schnell um.

Zum Hunter: Erw?hnenswert w?re, dass der Hunter die einzige Standard-Infected-Klasse ist, die im Nahkampf mit dem Melee Angriff nennenswerten Schaden macht. Boomer und Smoker sind im Nahkampf (Melee) nahezu unbrauchbar. Der Hunter allerdings brandgef?hrlich (auch ohne jemanden anzuspringen). Au?erdem ist das, was der Hunter in Sachen Movement kann (Walljumps, Curve-Jumps, vertical-wall-climbing) schon enorm - f?r Movement-Fans ein Muss :)

Zum Tank: Die Frustrations-Anzeige hei?t eher "Control" und wird nicht voller, sondern leerer. Die Abnahme des Balkens h?ngt nicht mit der Distanz zu den ?berlebenden zusammen, sondern mit der Zeit seit dem letzten Angriff (zb. Punch oder werfen und treffen).

Zum Smoker: Gro?er Vorteil: Kann ?berlebende ?ber Kanten / in L?cher ziehen. Dadurch wird "Fall-Damage" erzeugt oder der ?berlebende in einen Bereich gezogen, an den die anderen ?berlebenden nicht rankommen um zu helfen. Tricky, aber m?chtig. Pro-Klasse. Es gibt eigentlich kein Zeitfenster zum Ausweichen vor der Zunge, eher ein Zeitfenstern zum Entfernen der Zunge, zb. durch Sch?sse oder Melee, bevor man sich nicht mehr wehren kann. F?r Teammates gilt das Zeitfenster nicht, die k?nnen immer was gegen den Smoker tun.

Ebenfalls erw?hnenswert: Der Matchmaker ist zur Zeit noch ein wenig buggy und kann nerven.

Zum Demo: Man konnte im Demo NUR die ?berlebenden spielen, NICHT die Infizierten. Was sehr schade ist, da zu beobachten ist, dass die Infizierten die beliebtere Seite in L4D ist. Bei einem Multiplayer-Match ist die Seite der Infizierten zuerst voll. Die Infizierten sind nur im Versus-Mode spielbar (4on4). Coop sch?n und gut, aber ein wenig mehr Fokus auf den Versus-Mode h?tte ich mir gew?nscht.

@ Derek: Resi5 vs L4D = ?pfel und Birnen. Vom Feeling her ist L4D ein reinrassiger Teamshooter. Die Bedienung ist ?u?erst einfach, das Spiel zu meistern schwer - die klassische Counter-Strike-Tour. Ich k?nnte CS auch nie mit Resident Evil vergleichen. Die einzige Gemeinsamkeit zwischen Resi und L4D sind imho ZOMBIES ;). Spieltiefe finde ich bei Multiplayer eher nebens?chlich.

Es sei noch bemerkt, dass der Stil des Spiels eher leicht augenzwinkernd an trashige Zombiefilme angelehnt ist. Jedes Spiel beginnt mit einem Filmplakat. Die Characters sprechen zwischendurch auch ein paar lustige Dialoge, an Schl?sselstellen un Levels. Die Vielfalt der Vocals hat mich sehr positiv ?berrascht.

@ sidoubleyou: Die Demo hatte das Beste aus dem Spiel nicht drin - den Versus-Mode :). Ist mir unbegreiflich wieso. Ich spiele ausschlie?lich Versus und habe noch keine einzige Kampagne im Coop/Singleplayer beendet ;)

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sidoubleyou
  

fand die demo ziemlich eint?nig und hab recht schnell aus gemacht! wundert mich daher, dass es hier sogut wech kommt - muss es mir wohl doch nomma genauer anschauen ;P

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Derek
  

Viel Rauch um (fast) nix. Die Spieltiefe passt locker unter jede WC-T?r durch. Einzig die Grafik ist einigerma?en okay. Ansonsten f?r MICH ein absolutes "no go". Wenn zur gleichen Zeit Resi 5 erschienen w?re, w?rde kaum jemand ?ber L4D ein Wort verlieren.

Trotzdem viel Spa? allen Fans.

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