LEGO Der Herr der Ringe

Plattform: (3DS, NDS, PC, Wii, Wii U, XBox 360)
Release: 23. November 2012

User-Wertung:

Im Test: LEGO Der Herr der Ringe

Böse Zungen nennen es auch das Call of Duty der jüngeren Generation: Das Lego-Franchise. Immer gleiches Gameplay, immer gleiches Missionsdesign, immer gleiche Rätsel. Scheitert der neueste Teil daran diese feststeckenden Legostückchen zu lösen, oder baut er mit neuen Teilen sinnvoll daran an? Lest es im Test.


Eines muss man den Spielen der Lego-Serie zugutehalten: Sie nehmen sich nur die großen Lizenzen vor. Von Star Wars, über Batman bis hin zu Indiana Jones wurden viele geliebte Franchise in Klötzchenform gepresst. Mit ihrem neuesten Werk kümmert sich das Studio Traveller's Tale nun um die Welt von J.R.R Tolkien und nimmt sich der "Herr der Ringe" - Saga an.
Es klingt schon nach einem Mammut-Projekt, Mittelerde und Lego zusammenzuwerfen. Immerhin geben sowohl die Fantasy als auch die Bausteinwelt genug Fundus, um aus jedem Film der Trilogie ein eigenständiges Spiel zu machen. Aber nicht so in "Lego: Herr der Ringe". In dem Titel dürft ihr euch durch alle drei Teile, "Die Gefährten", "Die zwei Türme" und "Die Rückkehr des Königs", klotzen, und zwar in altbekannter Lego-Manier.
Das "altbekannt" darf man hierbei gerne wörtlich nehmen, da auch in dem neuesten Ableger der Lego-Serie nicht all zu viel Neues geboten wird. Ihr kloppt euch mit einer Taste durch die Levels, zertrümmert diese mit der selbigen, und baut sie gegebenenfalls wieder zusammen. Was zunächst nach eintöniger Bauarbeit klingt, wird jedoch derart charmant und gekonnt inszeniert, dass das simple Spielprinzip nahezu über die komplette Länge der Geschichte getragen wird.
Im Test: LEGO Der Herr der Ringe

Nehmen wir "Geschichte" mal als Stichwort. Wie in jedem anderen Teil der Serie (Batman jetzt mal außen vor gelassen) wird auch in "Lego: Herr der Ringe" die Geschichte der Filme auf charmante, Lego-esque Art erzählt und stetig durch eine Prise Slapstick-Humor aufgelockert. Dieser lädt zwar nie zum herzhaften Schenkelklopfen ein, wenn ein Boromir jedoch zuerst von einem Pfeil, dann einem Besen und letztendlich von einer Banane durchlöchert wird, kann man sich ein Schmunzeln schwer verkneifen.
Und dennoch, so ernst wie im neuesten Lego-Ableger wurden die Baumännchen noch nicht dargestellt. Zwar wird die Dramatik der Filme selbstverständlich nicht annähernd erreicht, dennoch vergehen viele wunderschön animierte Zwischensequenzen ohne das eines der Witzchen fällt. Seit "Lego Batman 2" werden eben jene auch mit ansprechenden Synchronstimmen wiedergegeben, welche auch in "Lego: Herr der Ringe" Einzug halten. Jedoch gilt wie so oft: Obwohl die wichtigsten Punkte der Filme in Zwischensequenzen abgeklappert werden, so richtig werden Neulinge nicht verstehen, weshalb sie dieses und jenes machen müssen. Es ist einfach eine undankbare Aufgabe eine so umfangreiche Welt wie die von R.R. Tolkien in kurzen Zwischensequenzen wiedergeben zu müssen.
Im Test: LEGO Der Herr der RingeEin weiteres Element, welches aus den Batman-Teilen übernommen und konsequent erweitert wurde, ist die offene und frei erkundbare Spielwelt. Ähnlich wie mit dem geschichtlichen Vorwissen um Mittelerde, verhält es sich auch in der Spielwelt selbst: Neulinge der Lego-Serie werden nur halbherzig begrüßt. Startet man sein Abenteuer mit Frodo erst einmal, wird man sofort überschüttet mit Sammelobjekten, Gegenständen, Aufgaben, Möglichkeiten. Eine gute Erklärung, gerade für die jüngere Zielgruppe, bleibt leider oft aus. Meist hat man das Gefühl zuvor erst einmal die ersten Lego-Spiele nachholen zu müssen, um sich zurechtzufinden. Dabei bietet die offene Welt wirklich viele, interessante Möglichkeiten und Gründe, jedes Eck der zum Teil in Lego-Optik zum Teil im "Real"-Stil gehaltenen Welt zu erkunden. So sammelt man spezielle Steine um sich allerlei Waffen zu schmieden, findet Statuen um neue Gegenstände oder Waffenentwürfe freizuschalten, oder entdeckt diverse Spielereien, welche einen mit Legoklötzchen überhäufen. Letztere geben dem Spieler wiederum die Möglichkeit sich neue Charaktere zu kaufen, von denen alle verschiedene Fähigkeiten besitzen. So legt Sam Gamdschie Feuer oder pflanzt Blümchen, Frodo versteckt sich unter seinem Zaubermantel oder erhellt dunkle Höhlen und Legolas springt agil wie eine Elfe von Ast zu Ast oder betätigt unerreichbare Schalter mit Pfeil und Bogen. Die Drei stehen nur als Paradebeispiel für die unterschiedlichen Fähigkeiten der wirklich, wirklich zahlreichen spielbaren Figuren (es sind wohl etwa 85 davon). Da man immer mit einer Truppe von Legomännchen unterwegs ist, bietet sich zum einen natürlich an, eben jene Fähigkeiten in kleinen Rätseleinlagen zu kombinieren, zum anderen aber auch mit einem weiteren Mitspieler durch Mittelerde zu streifen.
Ein Wermutstropfen vorab: Nein, das Ganze kann nicht online gespielt werden, und nein, auch wenn man oft bis zu fünf Charaktere im Schlepptau hat, darf sich nur ein Mitspieler mit an die Konsole setzen. Letzteres ist vielleicht von Vorteil, denn bereits zu zweit endet das Legogekloppe oft im absoluten Chaos. Der, Gott sei Dank abstellbare, dynamische Splitscreen, welcher öfter hin und her springt als die Persönlichkeiten von Gollum, leistet hierbei den Rest der Arbeit.
Im Test: LEGO Der Herr der RingeWie die meisten Dinge im Leben macht auch "Lego: Herr der Ringe" zu zweit einfach mehr Spaß. Hier wird einem nicht nur das Klötzchen sammeln erleichtert, durch das freie Switchen zwischen dem Figurentrupp werden den Spielern auch neue Möglichkeiten der Erkundung gegeben. Das Schöne hierbei ist, jeder Spieler fühlt sich gleichberechtigt. Traveller's Tale haben es sehr gut hinbekommen die Balance zwischen den Fähigkeiten zu halten, ohne dass sich jemand je mächtiger fühlt als der andere.
Aber auch inszenatorisch nutzen die Entwickler das Mehrspielerfeature sehr geschickt: So geschieht es an einigen Stellen, dass beide Partien auf ihrem Teil des Bildschirms komplett unterschiedliche Dinge erleben. Was zu Beginn leicht verwirrt, ist spielerisch richtig unterhaltsam. Während sich Spieler Eins mit Frodo durch Ork-Horden kämpft, bestreitet Spieler Zwei mit Gandalf ein Zaubererduell. Das hektische "Hilf mir!" - "Ich kann nicht!" mit eingeschlossen.
Auch anderweitig versuchen die Entwickler im repetitiven Alltag eines Legomännchens immer wieder eine Prise Abwechslung zu bringen. Egal, ob wir auf den Schultern von riesigen Ents die Konstruktionen der Orks zerstören, uns in Reitmanövern durch die Schlachtfelder kämpfen, oder am Ufer eines Sees mit kleinen Legoschiffchen in einem Minispiel die Klötzchen wegpusten, diese kleinen Einlagen lockern das simple Gameplay immer wieder auf.
Im Test: LEGO Der Herr der Ringe
Wer strikt der Hauptstory folgt, ohne Rücksicht auf Bausteinchen-Verluste, verpasst nicht nur etwas, sondern ist auch schon an einem Abend durch. Im Test habe ich des Öfteren kleine Nebenaufgaben gelöst und vieles gesammelt, am Ende der Story wurden mir jedoch nur 28,4% des Spiels als erkundet angezeigt. Das nenn ich mal erkundungsfördernd. Gerade der Wiederspielwert wird dadurch enorm hervorgehoben, da man einst bestrittene Level im "Freien Spiel" mit neuen Charakteren und deren neuen Fähigkeiten durchlaufen kann. Hierdurch öffnen sich dem Spieler immer neue Wege. So wird's gemacht! Hören wir mal nicht auf Gandalfs Worte, und lassen das Fazit hier vorbei!

Kommentare

RaPe
  

Die Konsolenversionen kosten genauso wie die PC-Version nicht den Vollpreis. Bei Amazon sind die Preise zwischen 35? und 44?. Da kann man ruhig jetzt schon zuschlagen.

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Claudandus
  

@Jan Smeets: kann mir auch gut vorstellen wie begeister er war als er als erstes die braune Papier Tüte geöffnet hat und Micky Epic drin finden musste^^

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gelöscht
  

@Flo
Also beschweren kannst dich nun nicht :D Halo 4, Micky Epic und Lego HDR ist doch ein angenehmer Schnitt bisher ;-)

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Claudandus
  

und was den Preis angeht, so kann ich immer nur sagen "einfach auf die Nächste Media Markt 3 für 50€ Aktion warten" !
dort bekommt man die meisten AAA Games die noch recht frisch sind hinterhergeworfen. Aber Lego ist bei mir immer nen DayOne kauf^^

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Claudandus
  

@Fagballs: die Games haben sich aber auch Teil für Teil immer weiterentwickelt. Aber natürlich hast du recht, das ein Spiel davon auch schon reicht. Denn außer in ihren Universum unterscheiden die sich am ende auch nicht soooo groß voneinander.
Ist bei mir nun schon fast krankhaft, weil ich noch immer ein Sammler und Jäger bin. Deswegen sind solch Games für mich die Offenbahrung^^ wie auch gerade Just Cause2.....(in den letzten vier tagen 45 stunden gespielt)

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Fagballs
  

Für Vita wäre es sehr cool gewesen, immer mal so zwischendurch ne Runde, perfekt. Schade, wenn der Port (mal wieder) nix taugt.
@Claudandus:
Lego Star Wars Die komplette Saga hab ich doch schon, war aber dann das letzte Lego-Spiel für mich. Alles danach hab ich immer mal kurz als Demo gezockt und hat mir dann gereicht.

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Claudandus
  

@Florian Preisser: wundert mich aber. Wird sich doch sonnst immer jedes Game gekrallt, es sei den man muss Kinect für benutzen =^.^=

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Florian Preisser
  

@claudandus
klar das es keine ausschussware ist. so ernst war das nicht gemeint. aber eben kein AAA.Titel um den sich alle reissen (; Ja,würde sich eigentlich ganz gut für unterwegs eignen. Weiss nicht wieso sie das nicht hinbekommen

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Claudandus
  

@Florian Preisser: "ausschussware" ?!?! also es gibt nur recht wenig so gute Games auf die mal sich alle 6-9 Monate freuen kann :)
Leider wurden salle Vita Versionen in den Sand gesetzt, verdammt schade. Hätte auch bock es unterwegs zu zocken.

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Warpspinne
  

HdR ist super! Eins der besten HdR Spiele der letzten Jahre wie ich finde! Die Atmosphäre haben sie super eingefangen und ich finde, man hat die Witzigen Stellen geschickt gewählt! Davor hatte ich nämlich am meisten Angst...das die düstere Atmo dadurch total zerstört wird, da an jeder Ecke ein aufgezwungener Gag wartet. Aber ich bin positiv überrascht. Einzig und allein das Tearing ( spiele es auf PS3) stört ab und an etwas!

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