London 2012: Das offizielle Videospiel der Olympischen Spiel

Plattform: (PS3, XBox 360)
Release: 30. Juni 2012

User-Wertung:

Test: London 2012 - Das offizielle Videospiel der olympischen Spiele

Die Fußball EM haben wir gerade hinter uns gelassen, da steht schon das nächste sportliche Großevent an, die Olympischen Spiele 2012. Wie auch oft bei Filmen üblich zieht sowas seit je her eine Spielumsetzung nach sich. In den letzten Jahren lag die offizielle Olympia-Lizenz bei SEGA und die treten auch bei London 2012 wieder als Publisher auf. Da die vorherigen Videospieladaptionen nicht wirklich überzeugten, tauschte man den Entwickler aus. Den Schwarzen Peter hatten diesmal die SEGA Studios Australia. Aber wer weiß, vielleicht sind wir ja nun Feuer und Flamme?

In meinen schwammigen Erinnerungen hatte ich mit den Summer/Winter Games damals eigentlich immer viel Spaß und wie wahrscheinlich bei jedem, bedeutete die wilde Buttondrückerei den mechanischen Tod des einen oder anderen Controllers. Danach war viele Jahre Pause und Beijing 2008 von Entwickler Eurocom (ein elender Trostpreis bei einem Gewinnspiel eines nicht näher genannten Magazins) machte mir auch deutlich, dass ich in der Zeit wohl nichts weltbewegendes verpasst hatte. Ähnliches gilt auch für Vancouver 2010, dass ich allerdings gleich links liegen ließ. Zu London 2012 will ich schon mal vorab verraten, dass der Entwicklerwechsel zu den SEGA Studios Australia dem Olympia-Lizenzspiel tatsächlich gut getan hat.
Test: London 2012 - Das offizielle Videospiel der olympischen SpieleFür Solosportler hält London 2012 natürlich den obligatorischen Modus "Olympische Spiele" parat. Der Spieler wählt einen von drei Schwierigkeitsgraden (Leicht, Mittel, Schwer), danach noch eine von insgesamt 36 Nationen für die er antreten will und schon können die Spiele beginnen. In dieser Kampagne spielt man 10 Tage jeweils zwei verschiedene Disziplinen. Mehr nicht. Jeden Tag stellt einem das Spiel 4 oder 6 verschiedene Disziplinen zur Auswahl. Doch noch vor den eigentlichen Medaillenkampf haben die Entwickler die Qualifikationsrunde gesetzt. Was mir nach der langen Olympia-Abstinenz recht positiv aufgefallen ist, ist die Option vor jeder Disziplin, egal ob nun vor der Qualifikationsrunde oder dem eigentlichen Wettkampf, noch einmal ein kurzes Tutorial zu spielen.
Test: London 2012 - Das offizielle Videospiel der olympischen SpieleIn Sachen Präsentation hat sich ebenfalls viel getan. Für ein Lizenzspiel bietet London 2012 eine durchaus ansehnliche Optik. Alles ist in dem abstrakten, farbenfrohen Corporate-Design der Olympischen Spiele 2012 gehalten und auch technisch annehmbar. Die Athleten wirken recht realistisch, aber echtes Motion Capturing war für die Animationen wohl nicht drin. Hier und da sind die Bewegungen etwas hakelig. Auch wenn das Publikum nun nicht sehr detailliert ist, es ist keine Klonsoldatenarmee die in korrekter Formation und vollkommen synchron jubelt. Es ist ein gewisses Chaos vorhanden - zumindest bis sie sich geschlossen hinsetzen- das eine nette Atmosphäre schafft. Die Sequenzen am Anfang und am Endes eines Wettkampf fangen sehr schön die Stimmung einer solchen Veranstaltung ein. Die Entwickler haben sich dafür an den Kameraeinstellungen der TV-Übertragungen orientiert. Man sieht die Konkurrenten wie sie noch ein paar Meter laufen, sich hinknien, jubeln, den Kopf schütteln etc. Sehr gelungen sind auch die originalen Austragungsorte, leider umfasst SEGAs Olympia-Lizenz nicht die Athleten. Man tritt nur mit generischen Sportlern an, die Namen tragen wie Peter Fröhlich oder Mark Nutt. Es gibt zwar einen Editor, der es geduldigen Spielern erlaubt, die richtigen Namen nachzutragen, aber in Bezug auf das Erscheinungsbild der Sportler gibt es nur ein paar vorgefertigte Optionen. In Sachen Audio gibt es wenig zu Meckern, der Soundtrack ist eine gefällige Mischung aus Poprock und Klassik und auch die Kommentatoren machen ihren Job noch ordentlich. Mit zwei Einschränkungen, es gibt nur englische Sprecher und dank der generischen Olympioniken kommt es zu Wiederholungen der Sätze. Je nach Sportart fällt das aber nicht sonderlich auf.
Test: London 2012 - Das offizielle Videospiel der olympischen SpieleAllein unterhält London 2012 für relativ kurze Zeit, da helfen auch individualisierbare Playlisten nur bedingt. Man probiert alle Disziplinen ein oder zwei Mal aus. Die, die einem gefallen spielt man allein vielleicht noch vier oder fünf Mal, um einen der Rekorde oder nur die eigene persönliche Bestleistung zu toppen. Wie bei vielen Sportspielen kommt wirklich viel Spielspaß erst auf, wenn man es zusammen oder gegen andere Spieler spielt. Das trifft auf diesen Titel nur bedingt zu. Lokal mit Freunden machte es Spaß, sich in den olympischen Disziplinen zu messen. Online jedoch über Xbox Live empfand ich das nicht so, denn dafür ist London 2012 halt nicht genug Spiel. Titel wie FIFA oder NBA bieten ja genug zu tun am Controller und auf dem Spielfeld. Sie unterhalten in gewisser Maßen allein schon durch ihre Komplexität. Und gerade nachdem Singplayer-Modus fühlt sich der Online-Modus bei diesem Spiel nicht anders genug an. Lokal hingegen ersetzen die Freunde und Kollegen dieses "fehlende Fleisch" durch ihren Ehrgeiz und ihre Sprüche.
Test: London 2012 - Das offizielle Videospiel der olympischen SpieleDer Entwicklerwechsel war definitiv eine gute Entscheidung für diese Lizenzreihe. Mit London 2012 ist den SEGA Studios Australia ein kleiner evolutionärer Schritt geglückt. Es ist zwar vom Siegertreppchen immer noch weit entfernt, aber viele Kritikpunkte an den Vorgängern wurden ausgemerzt. London 2012 fängt überraschend gut das Olympia-Flair ein, kann eine annehmbare Optik vorweisen und ist auch nicht mehr so unfair im Hinblick auf den Schwierigkeitsgrad. Timing und Rhythmusgefühl lösen zudem das stupide Buttonmashing ab. Ein echter Karrieremodus wäre noch etwas, was die Entwickler auf ihre ToDo-Liste schreiben sollten, das wäre auch der Dauermotivation zuträglich. London 2012 ist daher als grundsolide Minispielsammlung zu betrachten, bei der minderjährige Spieler nicht mehr unbedingt die Augen verdrehen müssen, wenn ihre Eltern ihnen dieses Spiel mitbringen.

Kommentare

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@Warpspinne... Oh gott, ich hab bei Downhill Domination auf der PS2 damals immer so derbe verloren gegen meine Freunde

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Warpspinne
  

Ich warte ja noch immer auf ein Downhill Game...:)

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chillje
  

Ich behaupte aber dennoch, das ein ganzer Teil der Spieler von Sportspielen selbst diese kaum Ausüben ;)
Vermutlich das schwitzen nur vom warmen Wetter kennen oder beim aussteigen aus dem Auto :D

Jeder, auf den das nicht zu trifft, braucht sich auch gar nicht angesprochen fühlen.

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Stalkingwolf
  

Sportspiele werden oft von Leuten gespielt, welche die gleiche Sportart real ausüben.
Bei den Summer,Winter, Olympiagames, werden diese oft von Leuten gekauft, welche auch sonst Sport treiben.

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Jacuzzi
  

Also wenn ich Sport treibe gehe ich in der Regel vor die Tür :)

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