Mario Kart 8

Plattform: (Wii U)
Release: 30. Mai 2014

User-Wertung:

Die WiiU gibt Gas: Mario Kart 8 im Test!

Hype Kart 8000! Mit traditionell nur einer Veröffentlichung pro System ist jedes neue Mario Kart für Fans PS-getriebenen Mehrspieler-Gemetzels stets ein Ereignis, an das gewaltige Erwartungen geknüpft sind. Ob der achte Teil nach nunmehr 22 Jahren immer noch die selbe (Schaden-)Freude am Fahren vermittelt wie seine Ahnen, ergründen wir in unserem Test.

Es kommt nicht allzu oft, dass man ein Spiel startet und man noch bevor man überhaupt richtig aktiv loslegt, schon ohne jeden Zweifel weiß, dass es verdammt gut ist und man die nächsten Tage, Wochen, Monate und irgendwann auch Jahre noch immer und immer wieder legendär viel Spaß damit haben wird.

Hm, vielleicht kam das vorher sogar noch nie vor, zumindest nicht bei mir. Doch eben so erging es mir mit Mario Kart 8. Und ich wusste das, weil ich auch Mario Kart – Double Dash!! für den GameCube selbst nach Jahren noch mit Freunden im Splitscreen gesuchtet habe. Nach meiner Testzeit mit dem jüngsten Spaßraser im Mario-Universum bin ich mir schließlich sicher, dass ich recht behalten werde.


Kein Zweifel: Das neue Mario Kart ist eine Augenweide!

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Das augenscheinlich Schönste daran ist, dass es sicher auch 2024 noch hübsch anzusehen sein wird, denn Mario Kart 8 ist eine wahre Pracht. (Reim nicht beabsichtigt, aber willkommen) Waren die Vorgänger eher von schlichter visueller Klasse – technisch poliert, aber kaum berauschend – präsentiert die Wii U-Raserei das zeitlose Mario-Artdesign in hochdetaillierter HD-Vollendung, ohne faule Framerate-Kompromisse eingehen zu müssen.

Ob nun die 16 neuen Kurse oder die abgewandelten Rekonstruktion von ebenfalls 16 altgedienten Strecken, beinahe jeder Austragungsort ist ein eigenes kleines Wohlfühl-Wunderland, bei dem man am liebsten anhalten und in bester Jump'n run-Manier zu Fuß die Umgebung erkunden will. Es wuselt an jeder Ecke und überall gibt es neckische kleine Einfälle zu bewundern, wie Shy Guys, die in einer Kristallmine schuften, Vögel, die auf der Strecke verweilen und schnell das Weite suchen, sobald ihr heranrast, Schnee, der sich an den Reifen festsetzt oder schaulustige Toads, die in Unterwasserabschnitten Taucherbrillen tragen.

Zusätzlich entzücken euch die herrlich süßen Animationen der Fahrer, etwa wenn Donkey Kong sich bei einem Stunt Bodybuilder-mäßig in Pose wirft oder Rosalina nach einer Niederlage entsetzt hyperventiliert. Besonders gut zur Geltung kommen derlei Momentaufnahmen in der neuen Highlight-Show. Diese zeigt euch vom Computer gewählte Höhepunkte aus dem letzten Match. Dabei könnt ihr nach eigenem Gusto vor- und zurückspulen und auf Knopfdruck in eine Superzeitlupe schalten, was einfach niemals alt wird. Wer ein wenig Muse mitbringt, zaubert wahrhaftig epische Slow-Motion-Action auf den Schirm. Diese Funktion wird euch nach einem Rennen sicher des Öfteren für ein paar Minuten aufhalten und hat bei mir zudem häufiger für schallendes Gelächter gesorgt. Aber ich bin ja auch leicht zu erheitern.

Leider ist Nintendo mit den Highlights wieder nur den halben Weg gegangen. „Vom Computer gewählt“ dürfte schnell erahnen lassen, dass dieser kaum in der Lage ist das herauszufiltern, was man selbst für sehenswert hält. Zwar ist es auch möglich das ganze Replay zu betrachten, speichern und hochzuladen. Doch könnt ihr dabei weder die Perspektiven wechseln, geschweige denn die Kamera frei bewegen, noch zwischen den Fahrern springen oder das Video sonst irgendwie groß bearbeiten. Schade, denn hier wird viel kreativer Geist angefixt, ohne die Möglichkeiten bereitzustellen, ihn zu entfalten.

Überraschenderweise ist diesmal auch die musikalische Begleitung eine ausdrücklich positive Erwähnung wert. Wurde in den Vorgängern eher beiläufig belangloses Gedudel in den Gehörgang geliefert, musiziert Mario Kart 8 für euch orchestral aufgespielte Ohrwürmer, die häufig den jazzigen Stil aus Super Mario 3D World verfolgen und das Renngeschehen mit hohem Tempo und unzerstörbarem Gute-Laune-Faktor anzutreiben wissen. Dazu gibt es passende Cartoon-Effekte. Nur die Karts klingen mitunter, als ob jemand durch einen Grashalm bläst. Beim krachenden Geschehen auf dem Schirm nimmt man das aber kaum war.

Äußerst bemerkenswert ist, dass bei dem ganzen Spektakel nie die Übersichtlichkeit flöten geht. Es ist immer genau zu erkennen wo die Strecke entlangführt und welche Elemente Hindernisse bzw. welche Kulisse sind. Die Kurse sind aber nicht nur eine Wonne für die Augen, sondern auch spielerisch selten weniger als grandios. Einige Neuzugänge, wie die Gruselwusel-Villa wirken ein wenig austauschbar und jeder wird wohl einen seiner Lieblingskurse bei den Klassikern vermissen.


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Insgesamt begeistern die Strecken jedoch mit einem ausgewogenen Mix aus Asphalt-, Unterwasser-, Flug- und Antigravitationspassagen, zahlreichen Alternativrouten und tollkühnen Abkürzungen und teils irrsinnigen Elementen, wie einer gewaltigen Moräne, auf der ihr kaum geradeaus fahren könnt, die gleichzeitig aber zahlreiche Möglichkeiten für den Sprungboost offenbart, die Wolkenstraße, in der Blitze in Intervallen die Beschleunigungsfelder sabotieren oder die Wario-Abfahrt, ein Etappen-Rennen, das sich gleich mal für den Titel „Beste Strecke des gesamten Franchises“ nominiert. Es wird einige Zeit und viele Runden dauern, bis ihr den Kursen all ihre Finessen entlockt habt. Eines ist ihnen allerdings allen gemeinsam: Sie fahren sich einfach super geschmeidig. Wirklich keine davon erweist sich als Hass-Strecke, auf der das Fahren keinen Spaß macht.

Stichwort „Antigravitation“, das große Aushängeschild von Mario Kart 8. Fahrt ihr über bestimmte blaue Felder, geht euer Vehikel in den Gleitmodus über und ihr könnt euch an Wänden und Kopfüberabschnitten fortbewegen. Abgesehen von schwindelerregender Streckenführung und ungewohnten Ausblicken, fühlt sich das tatsächlich gar nicht so großartig anders an als das „bodenständige“ Fahren, bringt aber ein paar interessante Eigenheiten mit sich.

Einerseits dreht sich die Kamera dabei oft in einen Winkel, der eine gewisse Umorientierung erfordert und zwar gerade genau so weit, dass es unter spielerischer Herausforderung und nicht unter Behinderung fällt. Es muss eine Menge Testarbeit erfordert haben das perfekt auszuloten. Andererseits führen die Antischwerkraftfelder unter den Fahrzeugen dazu, dass ihr euch mit anderen Fahrern gegenseitig abstoßt und dabei jeder einen kleinen Schub bekommt, was auch an bestimmten Bumpern funktioniert.

Diese kleinen Feinheiten sorgen dafür, dass Mario Kart 8 somit sowohl in Sachen Anspruch, Tiefe und visueller Gestaltung eine genau dosierte frische Note bekommt, ohne die grundlegende Spielmechanik zu verwässern. Denn trotz gewisser Kritikpunkte, die noch folgen werden, ist Mario Kart im Kern mittlerweile ein praktisch perfektes Arcade-Rennspiel geworden.

Mehr noch als in allen vorangegangenen Episoden, findet in Teil 8 die ursprüngliche Vision den Charakter und den Tiefgang eines Mario-Plattformers auf das Rennspiel-Genre zu übertragen ihre Umsetzung. Durch die Verbindung aus dem Streckendesign, mit seinen Fallen und versteckten Wegen, den fahrerischen Möglichkeiten, mit Turbostart, Sprungturbo, Drifts, inklusive abgestufter Driftturbos, Windschattenschub und dem Einsammeln von Münzen, um die Höchstgeschwindigkeit zu erhöhen ergibt sich allein schon eine beachtliche Spieltiefe bei einfachster Steuerung, die hier ihren Zenit erreicht hat.

Hinzu kommen vielfältige Extrawaffen, die überlegt eingesetzt werden wollen und ein großer Kader an Fahrern sowie zahllosen kombinierbaren Fahrzeugteilen, welche durch das Gewinnen von Pokalen und fleißiges Münzenauflesen freigespielt werden. Beide Faktoren wirken sich deutlich auf das Fahrverhalten aus. Bei den Piloten wird euch das nur nicht im Auswahlbildschirm angezeigt. Da heißt es immer erst ins Fahrzeugmenü gucken und im Zweifel nochmal zurück ins vorherige Menü wechseln. Ebenso seltsam erscheint es, dass die sonst nie um redundante Erklärungen verlegenen Nintendo-Designer euch die vielen Tricks und Kniffe der Spielmechanik, welche sich teils äußerst unwahrscheinlich zufällig herausfinden lassen, weder in einem Tutorial noch im Menü nahebringen. Da hilft nur ein Blick in die Anleitung.

Kommentare

richard50
  

Der größte Kritikpunkt ist scheinbar wieder der "Einsatz" des blauen Stachipanzer. In einem Rennen bekommt man den 4 mal ab, im nächsten nur 1 mal.

Mariokart hat da scheinbar wieder ein massives Problem mit der Spielbalance :( Am Ende gewinnt nicht unbedingt der beste Fahrer, sondern auch der, der nebenbei noch das Glück an seiner Seite hatte!

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1
MuddaTui
  

Ich freu mich schon riesigst auf Mario Kart 8 und werde dann bestimmt mit noch weiteren 5 Zockern meine Runden drehen <3 !

Aber mal was anderes: Wäre es nicht interessant, wenn 2 oder 3 Tester ein Spiel beurteilen würden, nur um einmal die verschiedenen Perspektiven zu erfassen? Überlegt es euch mal!!! :D

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4
Der Papa
  

@ Johannes: Deine Beobachtung mit dem Blitz muss ich korrigieren. Da wurde nicht geschummelt. Es war schon immer so, dass der Blitz den Benutzer verschont und ALLE die hinter ihm sind. Wenn also der 6. einen Blitz nimmt, bleiben er sowie der 7. und 8. groß.

Ansonsten toller Test. Die Trickbox gab es übrigens schon bei MK 64... das war ein Spaß, damals der beste Battlemode.

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2
RYU
  

Hm, da habt ihr mich aber etwas um meinen Hype gebracht - aber schöner Test, und auf viel geachtet. Das mit den fehlenden Arenen finde ich richtig doof. Und das mit den driften.. mhhhh. Auch das die besten Replays mehr oder weniger vom Computer ausgewählt werden. ahja.

Werde es mir dennoch ausborgen und schaun wie es letztendlich geworden ist! Online interessiert mich persönlich "bei 'nem Mario Kart" null, das ist für mich 'n lokales Game unter Freunden. Also "Ready, 3, 2, 1, GO"

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1
Fagballs
  

Super Test, Danke Johannes, auch wenn du einige meiner Befürchtungen ansprichst.

Schon die Glider und U-Boote von MK7 haben eigentlich nur den Strecken etwas mehr Dreidimensionalität, ähnlich ist es jetzt mit den Schwebestrecken. Das finde ich an sich aber nicht schlimm. Schon jetzt sind die Strecken wahnsinnig abwechslungsreich und interessant zu fahren, mehr so als bei allen Simulationen und wenn die 100 Strecken haben.

Items und Fahrer, die dazu kommen oder weg fallen, sind mir recht egal, ich versuche es mal mit allen mal, lande aber am Ende stets bei den üblichen Verdächtigen.

Die Punkte mit Balancing und Gameplay finde ich eigentlich total spannend. Wie bei vielen Nintendo-Spielen handelt es sich an der Oberfläche um ein dummes Fun-Game, aber unter der Haube passiert enorm viel, was man nicht sieht, aber zu einem geilen Spielgefühl führt. Was du da mit dem Gummiband-Effekt durch Items ansprichst, ist ein enormer Bruch, und im Single-Player ebenso unnötig wie schade. Im Multiplayer gehört das einfach dazu. Wer soweit voraus fährt, bekommt die Items ab, wäre er nicht so gut, würden auch andere was ins Kreuz bekommen. Anders herum ist aber auch nichts so befriedigend, wie dem Führenden auf den letzten Metern noch einen grünen Panzer rein zu zimmern und als erster durch's Ziel zu fahren. Das kann kein GT, kein Forza, kein Project CARS oder was es nicht alles noch so in der fahrenden Zunft gibt.

Der große Kritikpunkt muss der Battle Mode und die fehlenden weiteren Modi sein. Das ist schon traurig, aber ich hoffe, dass Nintendo da noch was nachreicht. Meinetwegen auch als kostenpflichtigen DLC. Wenn sie schon dabei sind, können sie auch weitere Strecken anbieten. So ein bisschen Modellpflege darf dann auch mal sein in der achten Generation.

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BGKfromEden
  

Das es ein gutes Spiel wird war eigentlich klar, schön das wir jetzt Gewissheit haben. Ich freue mich auf das Spiel.

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1
m0rcin
  

Endlich mal vernünftiges Spielmaterial Kommentar-Bild

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3
gelöscht
  

Guter Test, ich bin heiß drauf. Die internationalen Wertungen sehen auch fantastisch aus:

Eurogamer: 10/10
Game Informer: 9.3/10
Destructoid: 9/10 (It's one of the best-looking games out there right now on any system)
Edge: 9/10
IGN: 9/10
Joystiq: 9/10
Polygon: 9/10
Gamepro: 9/10
Gametrailers: 8.6/10

Und dazu Aussagen wie: "Mario Kart 8 is a revelation and a premium video game development. Video games have been this detailed before, but never with such imagination, grace and humour." (Eurogamer)

Geilo!

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9
Kettenhund
  

"...spielt sich göttlich und mach einfach höllisch Spaß..." lol. me gusta.

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4
eAxis XRISS
  

Ich freue mich drauf.Die Auswahl der Charakter finde ich gut bis auf d. Gold Peach ( keine Ahnung wie die heisst) od. Stahlmario.Ihr wisst schon was ich meine.Auf Lakitu freue ich mich.
Das mit den Arenen finde ich total bescheuert. Ein Spielmodus weniger.
Bin mal gespannt wie es zu viert lokal läuft.
Und jetzt das wichtigste: ist kamek und baby bowser dabei?

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Datum:

15.05.2014, 10:20 Uhr

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