Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots

Plattform: keine Angabe
Release: keine Angabe

User-Wertung:

Metal Gear Solid 4

20 Jahre gibt es dieses Franchise nun, und am 12. Juni findet es endlich seinen Abschluss. 20 Jahre lang haben Fans von Metal Gear Solid den Protagonisten Snake durch so ziemlich jede gefährliche und schier unmögliche Situation manövriert. Mittlerweile ist der einstige Frauenheld alt geworden, trägt einen Schnauzbart und hat ständig eine Kippe im Mundwinkel hängen. Ob der Stealth-König trotz seines Alters, das sich auch spielerisch auswirkt, immer noch die Welt retten kann, erfahrt ihr in unserem Test und dem kommentierten Testvideo zu Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots.


PMC gegen den Rest der Welt

Zu Beginn müssen sich Metal Gears Fans auf ein ungewöhnliches Bild einstellen: Solid Snake, Frauenschwarm der vergangenen Teile, ist alt geworden. Wirklich? Warum sieht sein Sprachrohr und Kollege Otacon im Vergleich noch so jung aus? Ganz einfach, der gute Snake leidet an einem Syndrom, das seinen Körper vorzeitig altern lässt und ihm maximal ein Jahr Agentendasein gewährt. Später erfahrt ihr noch weiteres – und weitaus schlimmeres. Soviel sei gesagt: noch nie stand die Frage, ob der Protagonist am Ende lebend oder auf einer Bahre die Bühne verlässt, so sehr im Raum und beschäftigte den Spieler die ganzen 15-20 Stunden so intensiv. Doch Step by Step:Der erste Auftrag als „Old Snake“ wie es dem Spieler fast schon höhnisch oben links im HUD deklariert wird, ist die Nemesis seines Lebens und Bruder vom genetischen Standpunkt betrachtet, Liquid Ocelot, zu erledigen. Doch wie man es aus den Vorgängern gewohnt ist, ist nichts im Metal Gears Solid-Universum SO einfach. Um euch nicht zu Spoilern, reicht es wenn ihr wisst, dass noch mehr passieren wird, als ein einfacher Tötungsauftrag. Die Welt, in der Guns oft the Patriots spielt, ist mit der heutigen nicht zu vergleichen. Krieg überzieht unseren blauen Planeten, der nicht mehr durch Ländergrenzen, sondern Kriegsschauplätze definiert ist. Treibende Kraft hinter diesem Gewaltszenario ist die Private Military Company, der Einfachheit halber mit PMC abgekürzt. Man könnte sie gut mit Heuschrecken vergleichen, denn ihr einziges Bestreben ist es, in andere Länder einzufallen und sie mit Krieg zu überziehen. Daher lässt sich die Welt in zwei Gruppen unterteilen: die durch Nanotechnologie unterstützten Söldner der PMC und der Rest der Welt, der sich in Form von Guerillas gegen den gemeinsamen Feind organisiert. Ob ihr in den Straßenschlachten jetzt der modernen PMC helft, oder den, aus moralischer Sicht, guten Guerillas, bleibt vollkommen euch überlassen. Wenn ihr wollt, könnt ihr sogar ganz auf Schweiz mimen und niemanden helfen. Solltet ihr euch jedoch für eine Seite entscheiden, wirkt sich das natürlich auch in spielerischer Hinsicht aus. So beschützen euch die Guerillas gegen die PMC indem sie sie mit Sperrfeuer belegen, oder aber sie versorgen euch mit Munition und Health-Packs.

Ich bin eine Statue. Ich bin ein Teppich. Ich bin ...

Wichtigstes Utensil, um in diesem gewalttätigen Szenario zu überleben, ist der "Octo-Cam"-Tarnanzug, den Snake an viele Situation bzw. Hintergründe anpassen kann. Es gibt mehrere Muster, die man für seine Tarnung auswählen kann. Eins davon lautet Statue-Cam und macht genau das mit Snake: Es verwandelt ihn in eine Statue, die von den Gegnern ignoriert wird. Dazu benötigt ihr aber noch die passende Gesichtsmaske. Stehen mal gerade keine Statuen, bei denen zufälligerweise ein Teil fehlt, in der Gegend herum, könnt ihr auch auf die halbautomatische Tarnfunktion des Anzugs zurückgreifen. Wann immer Snake eine bestimmte Aktion, wie das Anpressen an eine Wand oder auf den Boden durchführt und ca. 2 Sekunden verharrt, verändert der Anzug seine Farbe entsprechend dem Untergrund. So könnt ihr ungesehen eine einsame Patrouille passieren lassen, um sie anschließend von hinten im Nahkampf zu erledigen. Wenn Snake einen unachtsamen Soldaten mit einer Waffe überfällt, hebt dieser die Hände in die Höhe, lässt seine Waffe fallen und beginnt vor Angst zu zittern. Die Überfälle aus dem Hinterhalt sehen dabei noch realistischer aus, als in den Vorgängertiteln. Während Snake mit der Waffe auf den Überrumpelten zielt, tastet er mit der anderen Hand den Körper des Gegners nach auchbaren Gegenständen ab. Außerdem hat Snake eine etwas rustikalere Methode entwickelt, den Gegner sofort bewusstlos zu machen: Der Todesgriff in die Genitalgegend. Autsch!Metal Gear Solid 4In der Theorie klingt das ganze Herumgetarne und von hinten Angeschleiche ja ganz interessant, wirklich genutzt haben wir dieses System aber so gut wie nie. Warum auch? Ist es doch viel leichter, die Soldaten mit einer gezielten Salve aus dem MG niederzustrecken. Da die KI der Kameraden nur begrenzt Nobelpreis verdächtig ist, stürmen diese gleich zum Unglücksort, nur um das selbe Schicksal ihres Vorgängers zu erleben. Einzig das unendliche Respawnen der Truppen, jedoch nur im Alarmzustand, erschwert diese Taktik. Schafft der Geheimagent es aber, alle Soldaten zu töten, ohne dass diese Alarm schlagen können, ist auch diese Gefahr gebannt und man kann fröhlich weiter durch den Schauplatz „stealthen“/ballern.Ist das Tarnsystem also gänzlich überflüssig? Jein. Es kommt erstens darauf an, mit welchem Anspruch man an Metal Gears Solid 4 heran geht und auf welchen Schwierigkeitsgrad man es spielt. In den früheren Teilen war es ja so, dass zwei alarmierte Soldaten ziemlich schnell für den Game Over-Bildschirm bzw. das serientypische: „Snaaaaake“ sorgten. Durch die begrenzten Levelstrukturen hatte man als Spieler einfach keine andere Wahl, als sich durch Verstecken oder noch besser, Ausweichen, einen Vorteil zu verschaffen. Geht man mit dieser Vorgehensweise an den vierten Teil der Serie heran, ist der Tarnanzug natürlich eine Offenbarung. Hier kann man sich stundenlang mit der perfekten Tarnung auf Gras, Asphalt oder sonstigen Untergrund beschäftigen und sich einen Spaß daraus machen, wie nahe man sich in tiefster Gangart an einem PMC-Soldaten vorbei schleichen kann. Ein weiterer Punkt, der Metal Gear Solid 4 in eines der anspruchsvollsten und besten Stealth-Games seiner Zunft verwandelt, ist der Schwierigkeitsgrad. Spielt man den Titel einmal durch, steht der Extrem The Boss-Grad offen. Diese absurd schwierige Stufe fordert den Spieler auf, den gesamten Titel innerhalb von 5 Stunden durchzuspielen und dabei keinen Soldaten und weiblichen Boss zu töten. Klingt unschaffbar, zeigt aber, dass Metal Gear Solid durchaus mit dem Anspruch durchgespielt werden kann, ungesehen ans Ziel zu kommen. Spielt man MGS 4 jedoch auf dem leichtesten Grad, verkommt es ziemlich schnell zu einem Call of Duty 4/ Gears of War. Dieser Eindruck wird vor allem durch das Deckungsystem verstärkt, denn befindet ihr euch in der Nähe einer Wand/Reifenstapels/Auto usw. triggert man durch einen Druck auf die Dreieck-Taste das Heranpressen. In diesem Modus könnt ihr um Ecken spähen und so in Deckung bleiben.Generell verläuft die Steuerung von Snake nach einer gewissen Eingewöhnungszeit ziemlich flüssig. Hechtrollen aus der Laufbewegung, schnelles Bereitmachen der Waffen und das Zielen mit den Analogstick des Sixaxis funktionieren tadellos. Dennoch ist die Steuerung mit ihren ganzen Funktionen ziemlich überladen. So kann es öfter mal passieren, dass in einer perfekt vorbereiteten Situation der letzte Schritt nicht funktioniert, nur weil man im entscheidenden Augenblick das Spiel den Tastendruck falsch interpretiert und Snake etwas völlig anderes tut. Hier wäre ein bisschen Transparenz und Eindeutigkeit sicherlich wünschenswert gewesen.

Dark Sektor lässt grüßen: die persönliche Knarre

Bisher war man es ja gewohnt, dass besiegte Gegner Munition und Waffen zum bequemen Aufsammeln hinterlassen. In der Welt von Guns of Patriots hat sich, zum Leidwesen des Spielers, einiges getan. So besitzt jede Waffe, egal ob ihr sie von einem PMC-Soldaten oder Guerilla „ausgeliehen“ habt, einen individuellen Code, der auf die Nanotechnologie des jeweiligen Besitzers basiert. Da dieser jetzt im glücklichsten Fall mit Hodenschmerzen, im schlechtesten mit einem offenen Schädel-Hirn-Trauma, in einer dunklen Ecke liegt, dürfte es Solid äußerst schwer haben, die Waffen zu benutzen. Hier hilft kein gutes Zureden, sondern Drebin. Noch nie gehört? Das ist einer der neuen Charaktere, die in MGS 4 eingeführt werden. Am besten lässt er sich mit dem „What are you bying?“-Verkäufer aus Resident Evil vergleichen. Kombiniert ihr diesen Halstuch tragenden Kerl mit einem genialen Credit-System habt ihr Drebin. Jede Waffe, die ihr auf den Schlachtfeldern findet, wird sofort in Drebin-Points umgewandelt, quasi eine imaginäre Währung. Dabei bestimmt die Nachfrage den Preis. Je gewalttätiger eure Umgebung ist, desto mehr Drebin-Points bekommt ihr. Die könnt ihr jetzt entweder in das Hacken der Waffe für den Eigenbedarf investieren, oder aber ihr kauft in den Drebin-Shops Munition, Health-Packs bzw. Upgrades wie Laservisiere. An bestimmten Tagen gewährt Drebin dem Spieler bis zu 20 Prozent Rabatt (auch auf Tiernahrung), so dass man mit dem Kauf des ultimativen Scharfschützengewehres doch noch warten sollte.Metal Gear Solid 4Wenn der Waffenhändler mal nicht mit seinem weißen Schnupftuch den egoistischen Kapitalisten spielt, offenbart er noch eine andere Facette seines Charakters, die zeigt, dass er weitaus mehr, als nur ein Schmarotzer in diesem auf Kriegswirtschaft basierenden System ist. Doch auch hier, wollen wir nicht mehr viel verraten.

Ölfässer: Denn zum Kotzen sind sie da

Falls ihr Gegner aus der Entfernung neutralisieren, damit meinen wir nicht gleich töten, wollt, solltet ihr das Betäubungsgewehr benutzen. Geschossen wird dann aus der Sniper-Ansicht, die man bereits aus Metal Gear Solid 3: Snake Eater kennt. Wer will kann Guns of the Patriots sogar komplett aus der First-Person-Perspektive spielen. Ein weiterer Beleg dafür, dass man sich von den Wurzeln der Serie entfernt hat und actionorientierter an die Sache geht. Die Sixaxis-Funktionen um z.B. um Ecken zu spähen, ähnlich der "Snake-Cam (was für ein Zufall) aus Rainbow Six-Vegas, werden hierbei zum Einsatz kommen. Für Freunde des Nahkampfes empfehlen wir das Betäubungsmesser, welches elektrische Ladungen herausschießt und sofort bewusstlos macht. Es kann aber auch benutzt werden, um den Gegner in die „endgültige“ Bewusstlosigkeit zu schicken… Wie in den Vorgängern kann Snake auch in diesem Teil Granaten benutzen. Die Flugbahn des explosiven Wurfgeschosses wird dann, ähnlich wie in Gears of War, angezeigt.Metal Gear Solid 4Vom Unterhaltungswert betrachtet sind die Emotionswaffen durchaus zu empfehlen. Ab Akt 2 kann man bei Drebin Emotionsgranaten und Munition für das Betäubungsgewehr erwerben. Je nach Farbe verursacht das Geschoss beim Gegner plötzliche Wutanfälle, oder lässt ihn Lachen oder aber er beginnt zu weinen und lässt seine Waffe fallen. Durchaus lustig anzuschauen, doch nur im höchsten Schwierigkeistgrad von spielerischer Bedeutung. Dazu gesellen sich noch unzählige weitere Schießprügel wie die Panzerfaust RPG-7, das AK-102-Gewehr oder die P90. Antipersonen-Minen, die sich serientypisch durch Darüberkriechen einsammeln lassen, Schlafbomben, Granatwerfer usw. - eben alles was auf einem modernen Schlachtfeld für Zerstörung sorgt. Ab und an darf Snake noch härtere Geschütze bedienen, etwa einen Mörser oder in bestimmten Fahrzeugmissionen ein stationäres MG. Spaßig!Ein weiteres nützliches Utensil, das Snake aus seiner Unterwäsche zaubern kann, ist das Ölfass. Vom Effekt her arbeitet es wie die Pappkartons aus den Vorgängern, nur dass es widerstandsfähiger gegen Kugeln ist, klar ist die Tonne ja auch aus Metall. Unglücklicherweise ist sie nicht ganz so "stealthy" wie ihr pappiger Kollege, denn beim Laufen hört man immer wieder Snakes Knie gegen die Fasswand donnern. Dafür lässt sie sich prima als Waffe zweckentfremden, denn mit dem Ding kann man „bequem“ über Gegner hinweg rollen. Wer jetzt glaubt das Spiel als rollendes Fass beenden zu können, der sollte gewarnt sein, denn nach so einer Aktion ist der Protagonist ziemlich benommen und muss sich erst mal übergeben – ein Phänomen, dass dem Spieler öfter begegnen wird, nur in anderen Zusammenhängen, etwa wenn Snake sehr viele Gegner hintereinander tötet oder sich zuviele Spritzen veraeicht.

Metal Gear MKII: Solange der Akku reicht

Highlight der Ausrüstung, die selbst James Bond alt aussehen lässt, ist der Metal Gear MKII-Roboter. Wenn man ihn aus seinem Inventar ausgewählt hat, kann man die putzige Blechbüchse, sowohl aus der Ego- als auch der Third-Person-Perspektive kontrollieren. Der kleine Metallfreund eignet sich dabei nicht nur prima zum Spähen, sondern kann Gegner per Elektroschock außer Gefecht setzen. Außerdem kann man ihn dazu benutzen Waffen gefallener Soldaten aufzusammeln, ohne Snake selber in Gefahr zu ingen. Der MKII wandelt diese dann automatisch in Drebin-Points um und lässt euch die Munition zukommen. Kleiner Gag am Rande: Betrachtet man Snake bei dieser Aktion, kann man erkennen, dass er einen Sixaxis-Controller in den Händen hält. Doch unbegrenzt könnt ihr den Kleinen nicht benutzten, auch in der Zukunft benötigen elektronische Gerätschaften Strom, so dass die Reichweite durch die Signalstärke und den Batterie-Status definiert ist. Wie beim Handy gilt: rechtzeitig aufladen, sonst könnt im entscheidenden Augenblick „Akku leer“ aufblinken. Peinlich für einen Superagenten. Kleiner Tipp von uns: In den Missionsbesprechungen zwischen den Akten habt ihr die Möglichkeit mit einem Mini-Roboter Batterien aufzusammeln, die die Funktionsdauer beträchtlich erhöhen. Nicht nur der MKII benötigt Strom, nein auch eure Spezialausrüstung, das Solid Eye. Das ist die hübsche Augenklappe, die Snake wie einen Piratenkapitän aussehen lässt, jedoch weitaus mehr Funktionen als das Abdecken der leeren Augenhöhle hat. Mit diesem Utensil kann Snake wahlweise im Nachtsichtmodus dunkle Ecken „erhellen“ oder Fußspuren folgen, im Fernglasmodus bis in die Poren seines Gegners heranzoomen oder aber Bewegungen der Soldaten auf einem rechts oben befindlichen Radar erkennen.Metal Gear Solid 4Wie realistisch MGS4 abgesehen von leeren Batterien sein kann und welche Auswirkungen das im Spiel hat, zeigt folgendes Beispiel: Snake versteckt sich in einem Mülleimer vor den Gegnern. Für das Erste ist er sicher, bleibt er jedoch zu lange in der Tonne, beginnt er selbst wie seine unfreiwillige Bleibe zu riechen. Das macht nicht nur auf die Frauenwelt, sondern auch auf eure Gegner einen negativen Eindruck, denn die riechen euch sprichwörtlich Zehn Meilen gegen den Wind. Hinzu kommt, dass man von einem verräterischen Schwarm Fliegen umkreist wird, die eine sinnvolle Tarnung ebenfalls zunichte machen, per Sixaxis-Controller kann man diese aber abschütteln.

Voll psycho! Voll stressig

Zum klassischen Interface gesellen sich in Guns of Patriots zwei zusätzliche Anzeigen: der Stress- und der Psyche-Balken. Letzter reagiert auf die halsecherischen Tätigkeiten, die der Spieler Snake zumutet. Ist alles ganz cool, zielt der Agent ruhig und Schüsse werden zu einer leichten Angelegenheit. Steht ihr gerade unter Beschuss, lasst ihn dann eine Hechtrolle machen UND wollt dann noch einen Kopfschuss machen, solltet ihr euch nicht wundern wenn der mit ziemlicher Sicherheit daneben geht. Achtet also auf Snake, denn er ist wirklich nicht mehr der Jüngste. Ihr bemerkt das Überstrapazieren, das Helden normalerweise ja gewohnt sind, anhand der Reaktionen eures Protagonisten. Der greift sich schon mal an den Rücken oder zeigt andere Altersschmerzen. Für den Spieler der Hinweis: ein bisschen ruhiger bitte. Der Stressbalken korreliert dabei mit der Psycheanzeige. Steht der Arme also unter Dauerbeschuss und vollführt einen Salto Mortale nach dem anderen, füllt sich diese Anzeige und ihr erlebt eine Art Stress-Ausuch. Für eine kurze Zeitspanne könnt ihr einer Fliege das rechte Auge ausschießen und lacht über eingesteckten Schaden. Klingt ganz gut oder? Solltet ihr aber nach solch einem Ausuch immer noch von Gegnern umringt sein, könnt ihr fast schon automatisch einen alten Spielstand laden, denn jetzt seid ihr besonders anfällig gegen Beschuss, da beide, eure Psyche- und Stressanzeige auf Null stehen. Um den geistigen Zustand des alten Snake wieder auf Vordermann zu ingen gibt es mehre Mittel. Entweder der Spieler verpasst ihm einen Energy-Drink, eine Pille oder aber... einen Playboy. Ja ganz richtig gelesen, eine Nacktzeitschrift. Es mutet manchmal etwas merkwürdig an, wenn ein grauhaariger Snake inmitten eines Kriegsgebiet im mittleren Osten plötzlich seinen Playboy herausholt, um stumm davor hockend seinen Gemütszustand zu regenerieren.Metal Gear Solid 4

GECKOS, die "Muh" machen und Frösche mit Brüsten

Neben den klassischen PMC-Söldnern gibt es natürlich auch noch anderes Kriegsgerät, das euch, respektive Snake an den faltigen Hintern will. Aus den Trailern bekannt sind die GECKOS. Diese Kühe auf zwei Beinen und einem Jetpack auf dem Rücken sind sowohl im Nah- als auch Fernkampf eine fiese Angelegenheit. Alice Schwarzer dürfte ihre helle Freude an den FROGS haben. Diese unglaublich schnellen Kampfeinheiten sind hochgezüchtete Frauen, deren Agilität es ihnen erlaubt, aus fast jeder möglichen oder unmöglichen Position den Spieler mit Feuer zu beharken. Eurem Feuer dagegen wissen die Damen sehr gut auszuweichen. Zum Glück seid ihr in einem großen Kampf gegen die FROGS nicht auf euch allein gestellt, sondern bekommt unterstützende Gesellschaft von Meryl und ihrer Rat Patrol. Ohne zu viel von der Story zu verraten, kann man sagen, dass Meryl, die ja bereits aus dem ersten Teil bekannt sein sollte, über das Auftauchen von Snake nicht besonders erfreut ist, sich mit dem Helden aber arrangieren muss, um das gemeinsame Ziel, nämlich die Liquidierung von Liquid (verdammt gutes Wortspiel), zu erreichen. Ihr merkt, in diesem Spiel treffen sich alle bisher erlebten Storylines in einem großen Finale. Offene Fragen werden in interessanten Flashbacks, die die vergangen Teile zusammenfassen geklärt. Während solch einer Cutscene könnt ihr die L1- oder X-Taste drücken, um noch mehr Informationen zu dieser Szene zu bekommen.Metal Gear Solid 4

Ein Epos in 5 Akten

Die Cutszenen sind dabei ein großer, wenn nicht sogar der größte Bestandteil von Metal Gear Solid 4. Bombastisch inszeniert und bis zu einer Stunde lang, fordern sie den Fans, aber gerade den Newbies in dieser Serie, alles ab, denn sie sprühen nur so von Informationsgehalt, der teilweise in das Absurde abdriftet. Wenn z.B. über die Virusstruktur und seine Mutationen gesprochen wird, dann ist das einfach too much. Wir haben das Gesprochene nachrecherchiert und müssen anerkennend erwähnen, dass alles Medizinische korrekt wiedergegeben wurde. Trotzdem, die Cutszenen sind Fluch und Segen dieses Spiel, denn aufgrund ihrer Häufigkeit und Länge fragt man sich des öfteren, ob man hier ein Videospiel genießt oder einen Film. Meistens läuft das Geschehen so ab: 20 Minuten Gameplay, 20 Minuten Cutszene, 10 Minuten Gameplay, 30 Minuten Cutszene usw. Man hätte diese Story fördernden erzählerischen Mittel durchaus sparsamer einsetzten können, denn nicht immer ist der Inhalt von spielerischer Bedeutung. Zum Glück lassen sich die langen Sequenzen aber abechen, was wir trotzdem nicht empfehlen, denn sonst kann es leicht passieren, dass man spätere Filmchen aufgrund fehlender Informationen nicht einordnen kann. Die längsten Filme kommen meist am Ende eines Aktes, wenn man z.B. einen Boss besiegt hat. Hier darf man sich bequem zurück lehnen und eine halbe Stunde berieseln lassen – es sei denn man will die Flashbacks erleben, dazu muss man die Finger immer drückbereit auf dem X-Button lassen. Dann folgt eine ebenso lange Missionsbesprechung und erst DANN wird weiter gespielt. Besonders erwähnenswert ist üigens, dass zwischen den Akten, von denen es fünf gibt, eine kleine Installationspause eingelegt wird. Die dauert meist 3 Minuten und findet immer dann statt, wenn man zwischen den Akten wechselt – das Laden eines Spielstandes aus einem anderen Akt hat also dieselbe Prozedur zur Folge. Dafür sind die Ladezeiten innerhalb der Level sehr kurz gehalten. Die drei Minuten kann man als Metal Gear-Fan also durchaus mitingen, vor allem weil sie durch eine Zigarettenpause von Snake kurz gemacht wird. Während der Missionsbesprechung bekommt der Spieler haufenweise Statistiken präsentiert z.B. wieviele Gegner er getötet, wieviele Alarme er ausgelöst und wieviel Zeit er auf dem Rücken veracht hat. Netter Zeitvertreib also.Metal Gear Solid 4Grafisch betrachtet ist Metal Gear Solid 4: Guns of the Patriots das geworden, was sich die Besitzer der teuren Sony-Konsole wünschen: ein Feuerwerk. Die Texturqualität ist von einem solch hohen Niveau, dass selbst unwichtige Gesteinsocken so echt aussehen, wie das Wasser in BioShock. Tearing und Treppenbildung sucht hier jeder Kritiker Dank gutem Anti-Aliasing vergeblich. Der wunderschön animierte Snake bewegt sich butterweich, es sei denn sein Alter behindert ihn bei einer spektakulären Flugrolle. Der Spieler wird in diese Grafikpracht wunderbar hineingezogen, etwa wenn eine Explosion Dreckstücke auf die Kamera fliegen lassen und somit für ein perfektes Mittendrin-Gefühl sorgen. Auch soundtechnisch dürfte der letzte Streich von Kojima jeden Cineasten zufrieden stellen - Dolby Digital Sound-Unterstützung sei Dank. Die englische Synchronisation ist wie gewohnt überragend und zeigt: hier waren Profis am Werk. Metal Gear Solid 4 ist also ein Eindrucksvoller Beweis für die Leistungsfähigkeit der PlayStation 3.Metal Gears Solid 4 und 80 Prozent? Kann/darf man das überhaupt in eine Zeile schreiben? Ja darf man, erst recht, wenn man unser bald eingeführtes neues Wertungssystem berücksichtigt und da würde der Titel eine 8/10 bekommen. Trotzdem, ist das Spiel „so“ schlecht? Natürlich nicht! Ich als Metal Gear-Fan der ersten Stunde hab mich wie ein Kleinkind auf den Abschluss der Serie gefreut und das werden meine Gleichgesinnten auch tun. Die können dem Spiel auch locker 10 Prozentpunkte gut schreiben, denn das Hauptaugenmerk, die Story, von MGS findet hier einen wahrhaft genialen Abschluss. Man merkt dem Spiel deutlich an, dass Kojima es für den unfreiwillig alten Snake noch mal richtig krachen lassen wollte. Sämtlich Charaktere der vergangene Teile finden hier irgendwie ihren Weg in das Spiel, sei es tot, lebendig über ein Easter-Egg oder durch freischaltbare Easter-Eggs. Hier bleibt wirklich keine Frage offen.Metal Gear Solid 4Und genau das könnte und wird viele, die mit dem Metal Gear-Franchise nicht ganz so viel anfangen können oder davon besessen sind, abschrecken. Die unzähligen langen Cutszenen überrumpeln einen geradezu mit wichtigen, aber auch unwichtigen Informationen, die einem fast schon pausieren lassen, nur um das eben gehörte nachzuschlagen und in einen Kontext ingen zu können. Hier wäre weniger durchaus mehr gewesen. Warum nur eine Fanboy 9/10-Wertung? Weil man sich vom Grundkonzept des Spiels meines Erachtens zu sehr entfernt hat. Ich will kein Metal Gear zocken, in dem ich ganze Gegnerscharen mit meinem MG umnieten kann. Ich auche kein riesiges Schlachtfeld, auf dem man sich für eine Gruppe entscheiden kann, um mit Waffen versorgt zu werden. Ich will verdammt nochmal Angst vor zwei mickrigen Soldaten haben, die meine Fußspuren im Schnee gesehen haben. DAS bekomm ich in Metal Gear Solid 4 nur dann geboten, wenn ich den höchsten Schwierigkeitsgrad wähle. Auf niedriger Stufe verkommt das Stealth-Game eher zu einem Call of Duty. Auch die Bosskämpfe, einstiges Highlight der Serie, sind eher uninspiriert und verlaufen meist nach Schema F – Laughing Octopus lässt grüßen. Die manchmal etwas überladene Steuerung dürfte weitere Greenhorns abschrecken – alte Hasen dagegen werden sich gleich wohl fühlen. Abschließend lässt sich sagen, dass Metal Gear Solid 4 für die PlayStation 3 ein absoluter Pflichtkauf ist – für Fans der Serie. Alle anderen sollten sich den Titel vielleicht mal ausleihen – dann die ersten drei Teile nochmal spielen, um zu verstehen, worum es hier überhaupt geht und dann kaufen.

Kommentare

Hijacker
  

War einer der Gr?nde die PS3 ?berhaupt zu besitzen...

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RaLLe_X
  

Hab noch vergessen zu sagen das ich die Anderungen im Gameplay absolut nicht als R?ckschritt empfinde.Die Steuerung die Kamera,es funktioniert einfach alles besser,und wenn man sich in die Steuerung eingw?hnt hat kann man parr echt Coole Sachen machen und sp?testens ab "Normal Solid" ist es sowieso wesentlich ratsamer zu schleichen.Und nebenbei bin auch Fan der ersten Stunde(von den Spielen auf MSX abgesehen)MGS 1 war damals eines meiner ersten Spiele f?r die PS1,damals ?brigens noch voll lokalisiert :) . Habs demletzt mal wieder gespielt,h?rt sich ulkig an.Damals fand ich das endgeil :))

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RaLLe_X
  

Finde auch die Wertung nicht ganz gerecht,ne 9 h?tte meiner Meinung nach schohn vornestehen m?ssen.F?r Fans dann ne 10.
Ich finde auch das es eine Negative herangehensweise ist wenn man das "nicht mehr schleichen m?ssen" - " aber k?nnen" grunds?tzlich Negativ bewertet.Man kann das Spiel spielen wie man will und schleichen wird in vielerlei hinsicht mehr belohnt als durchballern. Das sollte meiner Meinung eher Positiv bewertet werden.Alleine schohn das da? Spiel so gut wie keine Bugs und Glitches hat(sehr "polishd" ist),und die herausragenden "Production Values"(ich mag diese Englischen Begriffe :) ) sollten hoch bewertet werden.
Also wenn man Fan "Cineasticher" Stealth und Action Spiele ist bekommt man hier auf jedenfall was geboten.Ich hab es jetzt mehrmals durchgespielt (und hab mir auch mein BigBoss Emblem erspielt)mit verschiedenen herangehensweisen und bin Restlos begeistert.Hab mir Extra f?r dieses Spiel eine PS3 geholt und hab es nicht bereut.
Ich kann nur jedem Fan "Cineasticher" Spiele das Spiel empfehlen.

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Pilot_007
  

Super Test. Danke!
Und auch Vielen Dank, dass ihr das Spiel nach dem beurteilt, was es ist und nicht nach dem Namen. Ich kanns nicht ab, wenn sich Tester wegen des "gro?en" Namens nicht getrauen auch die Schattenseiten aufzuzeigen und in die Wertung einflie?en zu lassen. Final Fantasy, Metal Gear Solid.... seit Jahren ?berbewertet.

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Daniel Pook
  

Jetzt versuchst du uns aber echt aus dem Haar in der Formulierungssuppe einen Strick zu drehen. :P Friemel dir doch deine Wunschwertung zusammen wie du m?chtest, unsere Meinung bleibt so stehen. :D

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Hondo
  

"Spielt man MGS 4 jedoch auf dem leichtesten Grad, verkommt es ziemlich schnell zu einem Call of Duty 4/ Gears of War"
Da man die Cutscenes ?berspringen kann wenn einen die Story nicht interessiert h?tte MGS4 immer noch so hoch bewertet werden m?ssen die eure eigenen Beispiele oben. Also eine auf - oder abgerundete 9/10

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sidoubleyou
  

...ich finds schade das einige leute hier ?pfel mit birnen vergleichen wollen. man kann doch keine wertungen von spielen vergleichen, welche unterschiedliche zielsetzungen und schwerpunkte haben! ich denke auch das von den redakteuren nicht immer erwartet werden soll das sie sich der menge anpassen, bzw. die meinung der menge teilen. im grunde is es doch zu (zumindest bei mir) man sucht sich die seiten im netz, deren redakteure dem eigenen geschmack und der eigenen auffassung am ?hnlichsten sind (nat?rlich spielen da auch viele andere aspekte noch eine rolle) und nutzt somit die m?glichkeit, keinen gro?en fehlkauf zu starten - es kann ja nicht jeder testmuster zuhause haben.^^
ein redakteur kann nummal nur einen geschmackt haben, nicht 300.000 und diesen teil er den lesern mit.

....und das wort fanboy sollte verboten sein, es h?rt sich bescheuert an und ist das unwort schlecht hin :P

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Aylon5
  

Um mal was sinnvolles dazu zu sagen: Ihr habt einfach alle keinen Plan!

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Stalkingwolf
  

Finde ich nicht so. Genau die kennen das Gameplay der alten Teile nicht.
Ich finde es ganz ok, wobei ab und zu es arg Shooterlastig ist.

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Rotten
  

Ich bin ein absoluter MGS Fanboy..aber die 80% Gameplay sind leider vollkommen korrekt !

F?r nicht MGS Freaks, also die nicht die ersten drei Teile gezockt haben..definitv Finger davon lassen. Lohnt sich meines Erachtens ?berhaupt nicht !

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