NBA 2K11

Plattform: (PC, Wii, Wii U, XBox 360)
Release: 15. Dezember 2010

User-Wertung:

NBA 2K11

Es ist eine Tatsache, dass das Interesse an der NBA in den letzten Jahren abgenommen hat. Mit dem Ausstieg Michael Jordans flachte das Interesse an der Liga im Schatten der omnipräsenten NFL immer mehr ab. Dennoch lässt sich NBA 2K nicht beirren, auch dieses Jahr hat es mal wieder ein Serien-Update des Lizenzsportspiels gegeben. Sollte man auch hier langsam das Interesse senken oder lohnt es sich, vielleicht auch für nur dezent Sport-Interessierte, zuzuschlagen?

Damals, im Jahre 1991, gewannen die Chicago Bulls, rund um Legende Michael Jordan, 108 zu 101 gegen die LA Lakers im Finale der NBA. In meiner Version dieses Spiels verloren die Bulls 26 zu 60 gegen die Lakers. Denn sobald die Disk gestartet wird, folgt das Intro in Form dieses Finales. Dies sorgt nicht nur für große Verwirrung, sondern auch für stark konzentrierte Frustration. Dem Realismus zu Liebe liegt das Hauptaugenmerk nämlich ganz stark auf der Authenzität des virtuellen Sports, was man der Steuerung deutlich anmerkt. Folglich durchlitt das eigentlich legendäre Finale bei mir erst mal eine Vielzahl an Fehlpässen, Fouls und daneben geworfenen Körben. Abschrecken lassen sollte man sich dennoch nicht:

Ein Basketballspiel? Ist das nicht immer dasselbe?

Logischerweise muss schon ein gewisses Interesse für diesen Sport vorhanden sein, dennoch sei es generellen Sportspiel-Fans zu empfehlnen einen Blick zu riskieren. Die anwählbaren Modi bieten einiges an Abwechslung. Man kann natürlich auch hier eine in Genretiteln so obligatorische Karriere starten, in der das Modellieren eines ganz persönlichen Basketballers ermöglicht wird. Dessen Erfolg wird hierbei nicht nur durch "bällisches" Können gezüchtet, unter anderem muss auch das Image des selbstkreierten NBA-Möchtegern-Profis durch Pressetermine ordentlich gezuckert werden. Abgesehen davon gibt es wie immer einen Multiplayer-Part, der verschiedene Spielmodi zu bieten hat. Beispielsweise kann hierbei der Streit um das Nachbarsfräulein mit einem "Mann gegen Mann"-Match geklärt werden. Natürlich gibt es auch ganz normale Versus Spiele, bei denen sogar Teams aus 20 Jahre alten NBA-Saisons anwählbar sind. Das ist der "Michael Jordan"-Lizenz zu verdanken, weswegen die lebende Legende hier auch einen eigenen Spielmodus spendiert bekommen hat. So können legendäre Spielsequenzen oder Gegebenheiten, die in Mister Jordans Karrierelaufbahn tatsächlich stattgefunden haben, nachgespielt werden. Nicht gerade leicht zu schaffen, aber damit wird das Ganze dem Können des damaligen Jordans eigentlich auch erst richtig gerecht. Belohnt wird man dafür dann unter anderem aber auch mit 40 verschiedenen Air-Jordan-Schuhen, die bestimmte Boni für den "Mein Spieler"-Modus freischalten.
NBA 2K11

Wie lange motiviert der Singleplayer?

"Mein Spieler", so wird der Karrieremodus liebevoll genannt, motiviert einige Zeit. Hier wurde für den Umfang ein ganz dickes Paket geschnürt. Eine komprimierte Ladung Realismus wurde hier allerdings auch manchmal zum Leid der Spielbarkeit eingearbeitet. Aber erst mal von vorn. Begonnen wird, wie immer, mit dem Gestalten des eigenen Spielers. Der Charakter-Editor fällt hierbei extrem detailreich aus. Es kann so ziemlich alles verändert werden. Von der Größe, der Dicke, den Löckchen bis zur Schuhfarbe. Die verschiedenen Wurf-, Dribble- und Dunktechniken des Schützlings können individualisiert werden, wobei die Unterschiede nicht gerade auf den ersten Blick ersichtlich sind. Obendrein kann ausgewählt werden, auf welcher Position gespielt und welche Spezialisierung 'Herr Eigenkreation' in die Wiege gelegt werden soll. Zweifelsfrei ist man nun noch meilenweit vom großen NBA-Titel entfernt. Um ein von Frauen umschwirrter NBA-Star zu werden, muss erst einmal ein langer, ausgedörrter, fordernder, sowie bröckeliger Pfad erklommen werden. Mehrere Basketballpartien müssen nun bestritten werden, um sich für die NBA zu qualifizieren. In Anbetracht der mangelnden Skills, die der Wunsch-Profi der Fähigkeitpunkte wegen erhalten hat, sind diese Qualifikations-Matches äußerst anstrengend. Wenn man keinen Direkt-Einzug in die NBA schaffen sollte, verkleckert man nicht sofort vor Schreck seinen Schokopudding. Die Chance liegt nämlich in den unteren Ligen der NBA. Hier wird der Möchtegern-Profi dazu verdonnert, sein Können unter Beweis zu stellen.
Jetzt wird es allerhöchste Eisenbahn, endlich mal den Arsch hochzunehmen und seine Fähigkeiten auszuweiten. Dies wird via Drills ermöglicht, sodass beispielsweise das Dribble- oder Block-Talent gesteigert werden kann. Unausgewogenheiten werden mit einer begrenzten Anzahl der Übungen verhindert.
Im Spiel selbst sieht man anhand einer Mitspieler-Anzeige wie gut man denn nun spielt. Mit Noten (von A bis F) bewertet, bekommt man eine sofortige Reaktion auf die getätigten Spielzüge. Für jede erfolgreiche Tat, wie beispielsweise gut getimte Pässe, die möglicherweise noch zu einem Korb führen, bekommt man sofort den Bewertungs-Balken aufgefüllt. Fehlversuchen, wie häufig unvorteilhafte Pässe einzufordern, werden folglich mit Notenabzug bestraft.
Man merkt sehr schnell, dass einfaches Knöpfeklimpern nicht ausreicht, um Erfolge verzeichnen zu können. Mit den künstlichen Teamkameraden ein kollektives Match abzuliefern ist unumgänglich. Das fordert gezielte Knopfdrücke. Wer sich bisher nur auf die Offensive konzentriert hat, sollte schleunigst auch die Defensive im Auge behalten. Mit solch fatalen Fehlern, wie den Gegenpart auf dem Spielfeld willkürlich umher dribbeln zu lassen, passiert es ziemlich zügig, dass die Notenbewertung in den Keller rutscht. Das könnte für den ein oder anderen zersplitterten Controller sorgen, da man zu Beginn vermuten würde, einem ganz unfair ausbalancierten Spiel zum Opfer gefallen zu sein. Dem ist jedoch nicht so, denn das andauernde Training wird früher oder später auch den unfähigsten Balldopser Fortschritte verzeichnen lassen.
Obwohl jetzt langsam durchgesickert sein sollte, dass das Spielprinzip eine ausgeprägte Lernphase benötigt, nimmt die Motivation stetig zu. Man spürt nämlich jeden erlernten Kniff und Trick und wird fühlbar besser. Jeder durchschaute Spielablauf bringt Vorteile mit sich. Wenn man seinen ersten Dunk in der NBA schafft und dann dank der 'Sprite Slam Cam' eine schicke Wiederholung sehen darf, wird einem bewusst, welch ein Fingerakrobat da an einem so langsam herangezüchtet wird.
Eher nebensächlich sind die bereits kurz erwähnten Pressetermine. Diese verbessern oder verschlechtern die Popularität, den Fan-Support oder die Teamchemie, je nach gegebener Antwort und deren Popularität beim Publikum.
NBA 2K11

Und sonst so? Der Multiplayer, die Grafik, die KI?

Die Grafik ist absolut grandios. Die Kinnladen fallen spätestens dann herunter, wenn den Basketballspielern Schweißperlen auf die Gesichter gezeichnet sind. Die Präsentation ist in diesem Sinne, bis auf ein paar kleine Aussetzer, ausgezeichnet. Das ein oder anderen Mal kann es passieren, dass die Basketballler gegeneinander laufen, sich stumm wegschieben oder einfach hölzern umherspazieren.
Das ist jedoch eher belustigend als aufregend, da die beeindruckend real wirkenden Video-Wiederholungen solche Patzer zu entschuldigen vermögen. Die KI ist ausgefeilter denn je. Die Mannschaften lernen Spielzüge, gehen strategisch vor und können vorausschauend handeln. Dementsprechend 'intelligent' ist auch die gegnerische Mannschaft. Anfangs scheint kein menschlicher Gegner mithalten zu können.
Die Stimmung in den heiligen Hallen des Basketballs sowie das ganze Ambiente der Spiele ist exzellent eingefangen worden. Sei es das Publikum, die Musik-Einspieler oder die dazu tanzenden Cheerleader in der Quarter-Pause. Die Kommentatoren sind außerdem ebenso ausgezeichnet, wie der Soundtrack der das Spiel untermalt. Hip-Hop aber auch andere Musikrichtungen sind hier vertreten.
Der Multiplayer (oder Versus-Modus gegen künstlichen Gegner) bietet auch ein wenig Abwechslung in Form von Extra-Modi wie 'Drei Punkt Wurf' oder '21'. Online ist natürlich dasselbe möglich wie offline. Die Welt bleibt auch nicht vor einer eigenen Mannschaft verschont, denn selbige lässt sich genau so beliebig zusammenschustern wie der individuelle Spieler.
NBA 2K11

NBA 2K11 Launch Trailer


Das derzeit beste Basketballspiel!

Michael Jordan

Michael "Air" Jordan ist als Legende in die NBA-Geschichte eingegangen. 1984 begann seine Karriere bei den Chicago Bulls als Anfänger. Er war schon damals so großartig, dass er zum "Rookie of the Year" gewählt wurde. Er brach zahlreiche Rekorde, die bis heute ungeschlagen sind, hat zudem zwei Goldmedaillen bei Olympia ergattern können. Er hält den Rekord der höchsten Punktezahl in den Playoffs der NBA und ihn zieren solche Titel wie "einziger NBA-Guard mit mindestens 100 Blocks und 200 Steals in einer Saison" oder "höchster NBA-Karriere-Punkteschnitt: 30.1 Punkte/Spiel". Diese Liste könnte man endlos weiterführen.
Er spielte von 1984 bis 1993 bei den Chicago Bulls. Danach machte er einen kleinen Ausflug in die Baseball-Liga, welchen er seinem Vater zu Liebe unternahm, der kurz zuvor ermordet wurde . Mehr oder weniger erfolgreich spielte er bei den Birmingham Barons, einem Minor League Baseball-Team der Chicago White Sox.
Wegen eines Spielerstreiks in der Baseballliga (MLB) 1995, der folglich das Baseballspielen verhinderte, fing Jordan wieder an, mit den Bulls zu trainieren. Am 18. März verkündete er, zur Freude aller, sein Comeback mit einem kurzen "I'm Back". So spielte er wieder sehr erfolgreich von 1995 bis 1999 bei den Chicago Bulls. Am 13. Januar 1999 verkündetet er einen weiteren Karriererücktritt. Der sollte nicht sein letzter sein. Als Team-Manager der Washington Wizards machte er nun von sich reden.
2001/2002 stieg er wieder aktiv in den Basketball ein und spielte bei den Washington Wizards. Sein Jahresgehalt spendete er den Verbliebenen der Opfer der Terroranschläge des 11.Septembers 2001. Michael Jordan brach wieder einmal einige Rekorde, konnte den Wizards aber kein Weiterkommen in der NBA ermöglichen,
Am 16. April kündigte er seinen endgültigen Rücktritt aus der NBA an. Sein letztes Spiel mit den Washington Wizards verlor Michael Jordan gegen die Philadelphia 76ers. In diesem Spiel erzielte er 15 Punkte, 4 Assists und 4 Rebounds.
Seit dem 15. Juni 2006 war Jordan erst Miteigentümer der Charlotte Bobcats. In Form der MJ Basketball Holdings, ist er seit dem 27. Februar 2010, Haupteigentümer des Teams.
Den Wert der Chicago Bulls konnte Michael Jordan während seiner Spielzeit bei der Mannschaft mehr als verzehnfachen. Von knapp 16,4 Millionen US-Dollar zum Einstieg des überragenden Spielers im Jahr 1986, auf über 200 Millionen US-Dollar zum Austritt im Jahr 1998.
Eine wahre Werbeikone war Michael "Air" Jordan (diesen Namen hat er seiner enormen Sprungkraft zu verdanken) ebenso. 3,1 Milliarden US-Dollar Umsatz konnte die NBA dank ihm verzeichnen. Insgesamt 10 Milliarden US-Dollar Gewinn brachte er seinen Werbepartnern ein. Keiner konnte ahnen, dass NIKE (damals noch unbekannt) dank Michael Jordan den heutigen Bekanntheitsgrad erreichen würde. "Jumpman", die Schuh- und Kleidungslinie für Jordan, trug wegen der Beliebtheit des Basketballspielers zu einem enormen Umsatz bei. Zu jedem neuen Geburtstag der Legende erscheint ein neues Air-Jordan-Schuhpaar (I - XX3). Bis heute sind das 23 Paare, die sich nach wie vor blendend verkaufen. Noch am Rande zu erwähnen sei, das sich Nikes Hauptsitz heute im "Michael Jordan Building" in Oregon befindet. Auch Gatorade wurde nur mithilfe Michael Jordans so populär. Er bewarb auch einige andere Marken wie UpperDeck, McDonald's, Coca-Cola, WorldCom, Oakley und General Mills.
In dem Film Space Jam spielte er 1996, wie die meisten wohl wissen, ebenfalls erfolgreich mit. Und zwar als Mann mit dem größten Arm der Welt.

Kommentare

jiro
  

das letzte basketball game habe ich auf dem snes gespielt. wie einsteigerfreundlich ist 2k11?

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BigSM
  

Sch?ner Test Saskia. Ich kann noch hinzuf?gen das man wenn man alle Jordan Challenges geschafft hat, den MJ Legendary Modus freischaltet. Hier kann man das mit MJ als Rookie den mein Spieler Modus spielen und sich von den aktuellen Teams draften lassen. Im MP auf der PS3 kann ich Leute schon mal warnen die vorhaben mit anderen Kumpels zu zocken. Der Voicechat spinnt st?ndig rum und man bekommt zeitweise zwischendurch die wildesten Ger?usche aufs Ohr.
Die Animationen der Spieler im Spiel sind einfach fantastisch, wenn man sich ein wenig mit MJ und anderen auskennt, sieht man schnell das Dunkings oder auch andere Kleinigkeiten von ihm aussehen wie in echt.
IGN hat nicht umsonst eine 9.5 vergeben und es als bestes Sportspiel dieser Konsolengeneration betitelt und noch nie wurde innerhalb eines Jahres so viel verbessert in den j?hrlichen Versionen irgend eines Sportspieles.

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knusper_klaus
  

Ich werde wohl auch wieder zuschlagen m?ssen. Habe sehr lange 2K9 und 2K10 gespielt.

Aber ist die Grafik auf der PS3 wirklich so viel schw?cher als auf der Xbox?

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blueeye
  

Ich danke auch. Das Spiel geht mir am Arsch vorbei. Aber die Infos um Michael Jordan sind doch sehr lesenswert.

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Saibot
  

Das stimmt. Und obwohl ich noch nie ein Basketball Spiel gespielt habe, hat der Test doch mein Interesse an dem hier geweckt.

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lomahr
  

man muss schon sagen, die tests von saskia machen wirklich was her.

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kleinerhansel
  

interessante randinformationen!danke!
sage doch einer, areagames bildet nicht.

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jurista
  

Eins h?tte ich im test noch gerne gehabt, wie spielt es sich mit Move f?r die PS3? Im Test hab ich dazu leider nichts gefunden, dieses Game w?re in der Hinsuicht aber schon sehr interessant. Lohnt sich das ganze?

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jurista
  

Danke f?r den sch?nen Test. Seit den goldenen Zeiten als Jordan noch gespielt hat, hab ich st?ndig NBA gesschaut und gerne die Spiele gezockt. Jetzt wars da einige Jahre recht langweilig, werde diesem Spiel aber ne Chance geben,wer wei?,vielleicht macht NBA schauen dann wieder mehr Spass.

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Saskia Thudium
  

Wenn das letzte auf der PSX war kann ich nur raten: SCHLAG ZU!! Und lass dich nach dem Intro blo? nicht entmutigen ;)

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