Need for Speed: Payback

Plattform: (PC, PS4, XBO)
Release: 10. November 2017

User-Wertung:

Need for Speed: Payback - Das neue Tuning-System macht den Racer zum RPG

Mit noch mehr Optionen und Möglichkeiten wollen die Entwickler von Ghost Games das Tuning in Need for Speed: Payback komplexer gestalten. Dabei scheinen sie sich sehr an Diablo, Borderlands und Co. bedient zu haben.

In Need for Speed: Payback geht es nicht einfach nur um Geschwindigkeit.

In Need for Speed: Payback geht es nicht einfach nur um Geschwindigkeit.

Ich bin kein guter Autofahrer und das weiß ich auch. Dennoch habe ich schon immer eine gewisse Faszination verspürt, wenn es um Rennspiele geht. Zwar könnte ich mich niemals stundenlang in hochkomplexe Simulationen einarbeiten, die von mir vielleicht sogar noch verlangen, den richtigen Reifendruck für die Asphaltstraßen zu finden, doch mit schnellen und hübschen Autos ganz unkompliziert durch die Gegend zu brettern, macht mir Spaß.

Mehr: Need for Speed: Payback - Tuning ausprobiert: Wie aus einem Käfer ein Monstertruck wird

Aus diesem Grund hatte ich schon immer ein Herz für die Need for Speed-Reihe, die meiner Meinung nach oft genug die Balance zwischen realistischem Renngefühl und Arcade-Action halten konnte. Und auch Need for Speed: Payback hatte mein Interesse schon mit dem ersten Trailer geweckt. So richtig aufgeregt bin ich aber erst sei gestern, denn da haben die Entwickler von Ghost Games nämlich das neue Tuning-System enthüllt, das so komplex werden soll wie nie zuvor und den Racer im Grunde zu einem vollwertigen RPG macht.

Turbo und Auspuff statt Helm und Schwert

Sicher gab es in der Need for Speed-Geschichte immer mal wieder umfangreiche Tuning-Optionen, die sowohl den Look der Wagen als auch ihre Leistung umfasst haben. Doch Need for Speed: Payback scheint das Aufrüsten der Autos mit Loot-Mechaniken aufzulockern, die an Action-RPGs wie Diablo erinnern und damit auch Spieler ansprechen könnte, die keine Ahnung haben, was Hubraum eigentlich ist. Und genau so einer bin ich nämlich.

Hannes Rossow
@Treibhausaffekt
Ob ich auch Lust auf die Hollywood-reife Inszenierung von Need for Speed: Payback habe, muss sich noch zeigen. Auch mit den Fast & Furious-Filmen konnte ich nie viel anfangen. Doch das Schrauben an neuen Autos und die Jagd nach besseren Teilen könnte den Racer für mich zum Highlight des Jahres machen.

In Need for Speed: Payback verfügen alle Autos über sechs Inventarslots, in die wir neue Motorblöcke, Getriebe, Auspuffe oder Steuergeräte einsetzen können. Diese Autoteile steigern dann die "Fertigkeiten" der Wagen wie zum Beispiel die Bremskraft, Höchstgeschwindigkeit oder die Beschleunigung. Grüne Zahlen zeigen Verbesserungen an und rote Zahlen warnen vor Leistungsverlust. Zusätzlich verfügen die einzelnen Autoteile über Stufen, was ihren Seltenheitsgrad markiert. Je höher die Stufe, desto mehr Fertigkeiten werden gleichzeitig erhöht.

In Need for Speed: Payback gibt es Zahlenspielereien statt drögem Feintuning.

In Need for Speed: Payback gibt es Zahlenspielereien statt drögem Feintuning.

Anstatt einfach nur Geld in Autos zu investieren und Upgrades zu kaufen, darf ich in Need for Speed: Payback in einem Inventar wühlen und auf eine simple und vertraute Weise einfach den neuesten und besten Loot "anlegen". Hier mag der Realismus einen Gang zurückschalten, doch der Sammelfaktor, der mich schon in Diablo und Borderlands motiviert hat, setzt bei mir schon jetzt zur Lichthupe an. Mit den einzelnen Herstellern und der sogenannten "Markensynergie" gibt es in Need for Speed: Payback sogar "Set-Gegenstände", die besondere Boni verleihen, wenn ich mehrere Teile einer Marke in meinen Autos verbaue.

Nach jedem Rennen haben wir die Chance auf neue Autoteile.

Nach jedem Rennen haben wir die Chance auf neue Autoteile.

Die Autoteile können in Need for Speed: Payback entweder bei Händlern gekauft werden, durch recycelte Alt-Teile gewonnen werden oder werden als Belohnungen nach siegreichen Rennen gedropt. Das komplette Tuning-System aus Need for Speed: Payback erinnert mich an moderne Rollenspiele und der ewigen Suche nach stärkerer Ausrüstung. Mit den fünf unterschiedlichen Wagenklassen, die jeweils für bestimmte Renn-Modi gedacht sind, kann ich im Endeffekt sogar zwischen Charakterklassen wählen, nur dass es eben Offroad-, Drift- und Drag-Wagen sind und keine Magier, Bogenschützen oder Paladine.

Von Dungeons & Rennstrecken

Mit dem komplett neuen Wrack-System zielt Ghost Games sogar noch stärker auf die Schatzsuche nach dem nächsten Super-Item ab. Überall in der offenen Spielwelt von Need for Speed: Payback können wir die verrosteten Chassis von Oldtimern finden, die wir zunächst mit dem Finden von passenden Rädern, Antrieben sowie einzigartigen Teilen fahrtüchtig machen müssen.

Nach und nach werden aus Wracks schließlich High-End-Builds.

Nach und nach werden aus Wracks schließlich High-End-Builds.

Nach und nach werden aus Wracks schließlich High-End-Builds.

Nach und nach werden aus Wracks schließlich High-End-Builds.

Anschließend können wir die oben genannten Autoteile verbauen und uns für eine Wagenklasse entscheiden. Erreicht der Wagen durch das Ausrüsten hochwertiger Teile schließlich Stufe 3 schalten wir den Super-Build frei und dürfen noch extremere Tuning-Optionen anwenden. Im Grunde erstellen wir mit den Finden von Wracks neue Charaktere, die wir nach unserem Gusto aufsteigen und auf den Skill Tree klettern lassen können.

Dass ich mich mit dem optischen Tuning dann auch noch darum kümmern kann, meine Autos noch weiter zu individualisieren und quasi mit dem Charaktereditor Lackierungen und Neon-Lichter anbringe, anstatt Wangenknochen und Frisuren auszuwählen, gibt Need for Speed: Payback dann den letzten Boost auf der Zielgeraden zum Racer-RPG. Ob ich mich letztlich wirklich stundenlang mit dem Tuning auseinandersetzen werde, wird mir erst der Release zeigen, doch die neuen Möglichkeiten lassen mich zumindest hoffen.

Was haltet ihr von den neuen Tuning-Optionen?

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