No Man's Sky

Plattform: (PC, PS4)
Release: 10. August 2016

User-Wertung:

No Man's Sky Review - Das große Spiel der Bedeutungslosigkeit

Kann eines der meist gehypten Spiele aller Zeiten das halten, was vermeintlich versprochen wurde?

Ehrlich gesagt war ich selbst nur so richtig bei der erstmaligen Präsentation des Spiels bei den VGX 2013 gehypt. Was damals gezeigt wurde war so besonders, einzigartig und außergewöhnlich: Ein Exploration-Spiel im cartooney Look, weniger auf Simulation, sondern mehr auf das Entdecken ausgelegt? Das klang wie ein wahr gewordener Spieletraum! Schließlich wünscht man sich doch als Videospiele-Fan Welten erleben zu können, die abseits unserer Realität liegen.

Die darauffolgenden Jahre, 2013 bis heute, wurden immer mal wieder neue Gameplay-Videos und -Trailer zu den Features des Spiels gezeigt, aber so wirklich aufrichtig erklärt, was man genau in diesem Spiel macht, wurde uns nicht. Und da man Games nicht nach dem bewerten sollte, was sie vorgeben zu sein und was man sich wünscht, das sie wären, sondern nach dem, was sie wirklich sind, filtert sich sehr schnell heraus, dass No Man's Sky leider nicht sehr spielenswert ist.

No Man's Sky

Was No Man's Sky jetzt eigentlich ist, kann ich euch zusammengefasst auf den Punkt bringen: Ein Survival-Spiel, das auf bedeutungslose, irrelevante Exploration und Ressourcen-Farming ausgelegt ist. In No Man's Sky startet ihr auf einem Planeten, auf dem ihr erstmal euer abgestürztes Raumschiff reparieren müsst. Zu Beginn fühlt sich das auch noch recht interessant an: Unbekannte Welten - je nachdem wie viel Glück ihr mit der prozeduralen Generierung hattet - auf einem relativ ansehnlichen Planeten und vielleicht eine toxische Atmosphäre. Das kann schon stimmig sein, im weiteren Verlaufe des Spiels merkt ihr jedoch schnell, dass es das ganz und gar nicht ist. Es ist eine Hülle, die sich um pure Irrelevanz legt.

Egal wie oft ihr auf Planeten mit "gefährlicher Atmosphäre" kommt - darunter zählt Toxizität, Kälte, Hitze - es ist letztlich immer und immer wieder dasselbe Gameplay-Prozedere, einfach nur in einem anderen Gewand. Und dazu müsst ihr euch auch noch um einen weiteren verschwendeten Slot für schützende Zusatzausrüstung in eurem zu Beginn viel zu klein bemessenen Inventar ärgern. Habt ihr euren Exosuit aufgerüstet und ein größeres Schiff erworben, fällt dieser Kritikpunkt nicht mehr allzu schwer ins Gewicht. Das ändert allerdings nichts daran, dass No Man's Sky gerade zu Beginn ein sich gefühlt unendlich ziehender Kaugummi ist. Außerdem ist das Inventar-Management fummelig, unübersichtlich und dadurch total Nervenaufreibend.

Der Hauptinhalt des Spiels ist nämlich nur, mehr Units - die Ingame-Währung von No Man's Sky - zu verdienen, was ihr wiederum durch Stundenlanges Farmen erzielt. Begebt ihr euch also auf einen neuen Planeten in einem anderen Sonnensystem - der übrigens mit größerer Wahrscheinlichkeit karg und steinig als begrast und Farbenfroh ausschaut - seid ihr ausschließlich damit beschäftigt wertvolle Ressourcen abzubauen, die sich profitabel verkaufen lassen. Mit diesem Geld lassen sich dann wiederum bessere Raumschiffe kaufen, was den einzigen sinnvollen Einsatz eurer Millionen darstellt. Ressourcen, die ihr zur Verbesserung eures Schiffes benötigt, solltet ihr viel lieber auf eigene Faust suchen als sie in quälend kleinen Mengen beim Trading-Netzwerk zu kaufen. Das kann je nach Seltenheitsgrad der Ressource aber dann auch schon einige Zeit in Anspruch nehmen.

No Man's Sky

Die Suche nach solch raren Elementen wäre auch gar nicht so schlimm, wenn No Man's Sky den Spieler so richtig in seine Welt ziehen würde. So sehr ich auch versucht habe mich darauf einzulassen, aber Immersion findet so gut wie gar nicht statt. Es hilft nicht, den zig hundertsten Planeten zu besuchen, der eine etwas andere Pflanzenart oder etwas anderes Lebensform auf sich beheimatet, wenn nicht alles wie eine unglaubwürdige Kulisse wirken und mir dann auch immer und immer wieder dieselbe Aufgabe geben würde. Zu meiner Rechtfertigung: Ich bevorzuge in Videospielen in der Tat abgefahrene und abgedrehte Welten und habe überhaupt kein Problem damit mich in solche Fantasiewelten einzuleben. Aber es gehört nun mal eine gewisse Glaubwürdigkeit dazu, keine Glaubwürdigkeit wie wir sie in der echten Welt erleben, sondern eine, die mir vermittelt, dass diese Welt existieren könnte. Bei No Man's Sky kommt allerdings gar nichts davon rüber - nicht mal die Handelsposten vermitteln mir Bedeutung in dieser Welt zu haben.

Die NPCs, die Lebewesen auf den Planeten und jene selbst - es ist alles so unecht und fühlt sich so ungreifbar an. Nicht mal die Tiere auf den Planeten führen ein Eigenleben. Es scheint als seien sie nur für den umherstreifenden Reisenden gemacht worden, um sie zu scannen und dafür Units zu erhalten. Gut, es gibt noch die Space-Polizei namens Sentinels, die euch angreifen, wenn ihr einen Himmelskörper raubschatzt. Dank des furchtbaren FPS-Gameplay, ist aber auch das kein Spaß - aber immerhin ist es ein kleines bisschen Leben auf Planet Cockolongo.

No Man's Sky

No Man's Skys Stärke ist ganz klar das Fliegen mit eurem Starship. Abheben, nahtlos von einem Planeten auf den nächsten, auf einen Mond oder in eine Raumstation zu tuckern und die Dogfights fühlen sich gut an und machen Spaß. Aber ich kann nun mal nicht meinen ganzen No Man's Sky Spieleaufenthalt mit Ziellosem Herumfliegen verbringen. Ich muss Planeten "entdecken". Was die bescheuerten Anführungsstriche bedeuten? Es gibt nicht wirklich irgendetwas zu entdecken. Alles, was ich an einem Örtchen des Planeten finde, werde ich auch an all den anderen Locations dieses einen Planeten haben. Es gibt zwar noch Points-of-Interest wie langweilige Spacestationen oder Ruinen, an denen ich die Sprache der Alienrassen lernen kann, oder Rätsel lösen muss, die ebenfalls immer und immer wieder dasselbe sind, und die mir dann wiederum weitere uninteressante interessante Orte freischalten, doch... habe ich schon erwähnt wie bedeutungslos das Ganze ist und das ich wirklich auf jedem. Verdammten. Planeten. genau dasselbe mache? Nichts.

Amüsant ist es natürlich schon seine "Entdeckungen" wie Pflanzenarten und Lebensformen, Sonnensysteme und Planeten zu benennen und hochzuladen (womit man ebenfalls Units verdient). Am Ende läuft es aber darauf hinaus, dass man sowieso nur noch letzteren beiden einen Namen verpasst, da es zu langwierig wäre für jede einzelne Pflanze, die man so schon in irgendeiner anderen Farbe auf einem vorherigen Planeten entdeckt hat, das PS4-Tastatur-Menü aufzurufen.

Und wer echtes, ungeschnittenes (bis auf Anfang und Ende) Gameplay-Material aus No Man's Sky sehen möchte... hier! Überspringt den Anfang - die Abstürze wollte ich eigentlich gar nicht aufnehmen:




Kommentare

Jace
  

Ein Test auf Areagames.de? Geht die Welt unter? ;)
Guter Test, spiegelt meine Meinung ebenfalls wieder.
Ich habe es 5 Stunden gerne gespielt, danach war die Lust raus und es ging in die Grotte.

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jumpycad
  

heut zu tage wird oft aus mist, gold gemacht. dieser titel fand ich von anfang an langweilig. grosse welten bedeutet nicht unbedingt grosse wertung. das kartenspiel uno macht bestimmt mehr spass. mfg

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IceOnly2
  

Zitat von camora

camora schrieb:


witcher 3 hats ebenfalls gemacht. und das ziemlich nice. finde ich immer sehr gut, besonders nach pasuen zwischen dem zocken.



+ Resident Evil Reihe

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camora
  

Zitat von Tomek

Tomek schrieb:


Also die einzigen Spiele die mir da jetzt einfallen sind die Telltale Spiele, Until Dawn und vielleicht noch Quantum Break aber da weiß ich es nicht weil ich das noch nicht angefangen habe. Bei a... komplettes Zitat anzeigen



witcher 3 hats ebenfalls gemacht. und das ziemlich nice. finde ich immer sehr gut, besonders nach pasuen zwischen dem zocken.

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Xenoblade
  

Das Video hier sagt alles zu Nms :D http://vid.pr0gramm.com/2016/08/15/5322c9ed537c76b8.mp4

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swagi666
  

Zitat von Tomek

Tomek schrieb:


Naja ob man mit einer VR-Brille chillen kann weiß ich nicht.



Guck in's Reddit, dann siehst Du, was Leute dazu denken.

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Tomek
  

Zitat von IceOnly2

IceOnly2 schrieb:


Das machen mittlerweile viele Spiele sehr gut, indem sie im Ladescreen oder nach dem Laden als Film das letzte geschehen wiederholen.



Also die einzigen Spiele die mir da jetzt einfallen sind die Telltale Spiele, Until Dawn und vielleicht noch Quantum Break aber da weiß ich es nicht weil ich das noch nicht angefangen habe. Bei anderen Spielen ist so ein wiedereinstieg nicht so einfach. Und da bei den meisten Spielen der Schwierigkeitsgrad mit dem fortschritt ansteigt muss man, wenn man mal mehrere Tage oder Wochen pausiert hat, ins späte Spiel einsteigen und direkt auf hohen Schwierigkeitsgrad weiterspielen was auch eher hinderlich ist weil man die Steuerung nicht mehr so inne hat.



Da bin ich dann wohl anders gestrickt denn ich finde es schon sehr interessant wobei selbst spielen natürlich besser ist.

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Tomek
  

Zitat von swagi666

swagi666 schrieb:


Exakt das. Dann noch in Verbindung mit einer VR-Brille und einfach chillen.



Naja ob man mit einer VR-Brille chillen kann weiß ich nicht.

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RYU
  

Finds ebenfalls gut das Saskia mal wieder Zeit für 'n Test findet, und finde ihn ehrlich geschrieben. Verbleibe soweit aber wie Tomek und warte erstma ab, da auch ich hier nur 'ne XBO zu stehen habe. Evtl.. wirds bis dahin ja noch verbessert, ansonsten haben sie 'ne gute Idee vertan.

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chris2501
  

Saskia schreib doch mal ne Review zu nem Spiel das dir gefällt :D Z.B. Ark!

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B I U Link Zitat Bild Video
  

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