Dark Souls

„Demon's Souls“, das gnadenlose Monster. „Demon's Souls“, die Prüfung. „Demon's Souls“, das Spiel der tausend Tode. Seit „Ninja Gaiden“ auf der X-Box war und ist wohl kein Videospiel mehr so berüchtigt für seinen erbarmungslosen Schwierigkeitsgrad wie „From Software's“ Seelenjagd. Und über diesen herrscht unter der Spielerschaft längst nicht einhellige Begeisterung. Von unnötig provozierter Frustration sprechen die Einen, von einer willkommenen Herausforderung die Anderen. Und eine Handvoll Übermenschen dazwischen behauptet sogar das Fantasy-Geschlachte wäre gar nicht schwer. Diskussionen, die mit der Ankündigung des Nachfolgers „Dark Souls“ wieder neu entbrennen. Ich sage: Völlig egal.

Denn "Demon's Souls" hat weitaus mehr Entsprechungen, als die des langwierigen Martyriums. "Demon's Souls", das einzigartige Spielerlebnis. "Demon's Souls", die Rollenspieloffenbarung. "Demon's Souls", das Meisterwerk. Mit offenen Armen empfange ich somit den zweiten Teil eines der faszinierendsten Spiele der letzten Jahre.
Mit ihrem radikal Mitleidbefreitem Feldzug gegen das "Uralte" haben die bislang qualitativ gemischt auftretenden "From Software" also ein überraschend hochwertiges Rollenspiel abgeliefert, welches sogar für sie selbst unerwartet auch kommerziell ein erstaunlicher Erfolg wurde. In den ungeschriebenen Gesetzen der Marktwirtschaft heißt das "Nachsetzen!". "Dark Souls" nennt sich das ebenso einfallsreich betitelte Folgespiel, welches wieder ein "highly strategic Tactical-Swordplay-Action-RPG" wird. (O-Ton: Chief Publishing Producer Daisuke Uchiyama) Wenn das mal nicht nach langem Schwanz klingt. Allerdings handelt es sich um keine direkte Fortsetzung von "Demon's Souls", sondern ein eigenständiges Abenteuer, in einer völlig neuen Welt, welches aber das charakteristische Gameplay des gefeierten Vorgängers erbt. Das auch für "Demon's Souls" verantwortliche Team, wieder unter Führung von Producer Takeshi Kajii, in Zusammenarbeit mit "Namco Bandai" wird seine Rollenspielvision damit wohl endgültig zum Franchise veredeln, welches in Zukunft vielleicht als die "Souls"-Reihe in einem Atemzug mit Genre-Größen wie "Elder Scrolls" oder "Final Fantasy" genannt wird.
Dark SoulsEs gibt vieles was "Demon's Souls" zu dem gemacht hat was es ist, das aber doch wieder als ganzes genannt werden muss. Die Spielelemente waren so sorgfältig miteinander verzahnt das jede Kleinigkeit Bedeutung gewann, woraus sich eine enorme Tiefe und Sogkraft entwickelte, die den Spieler in seiner Aufgabe versinken ließ. "Dark Souls" wird dieses Prinzip zur Tradition fortführen. Doch natürlich soll es auch Änderungen geben. Eine der wichtigsten betrifft die Spielwelt selbst. Wurdet ihr im ersten Teil noch vom (halbwegs) sicheren Nexus aus in die sechs gewaltigen Abschnitte teleportiert, wird es in "Dark Souls" keinen Hub und nur eine riesige, zusammenhängende Welt geben, die ihr nahtlos bereisen könnt. Alles was ihr am Horizont seht, soll auch erreichbar sein. Atmosphärisch liegen die Vorteile auf der Hand, sollte sich das Universum so als geschlossenes Ganzes präsentieren und womöglich tatsächlich auf Ladezeiten innerhalb des Spiels verzichten. Was technisch sicher eine Herausforderung werden könnte, sofern auch hier bestimmte Veränderungen der Umwelt endgültig sind und sich unzählige Online-Mitstreiter durch die Landschaft bewegen. Doch auch spielerisch könnten die Auswirkungen durchaus gewichtiger sein, als man dem ersten Anschein nach denkt. Zwar wird es sowas wie ein Anfangslager geben, in dem ihr mit Leuten redet, handelt und Ausrüstung verbessert und ihr werdet später die Möglichkeit haben eigene Lager in der Spielwelt aufzustellen. Hier stellt sich dann aber schon die Frage wie und wo ihr eure Attribute verbessert und wie es mit Rücksetzpunkten aussieht. Wir erinnern uns: In "Demon's Souls" konnte man seine Charakterwerte lediglich bei der blinden Jungfrau gegen Seelen im Nexus verbessern und der Neubeginn am Anfang eines Abschnittes nach einem der unzähligen Tode war einer der prägnantesten Punkte in Zusammenhang mit dem hohen Anspruch des Titels. Lassen sich Lager also überall aufschlagen oder nur an bestimmten Orten? Wird man beim Ableben dann wieder dort auferstehen oder in dem Ursprungslager? Wie sicher ist es dort? Muss man stets durch die ganze Welt rennen, um bei einer bestimmten Person aufzuleveln oder geht "Dark Souls" einen konventionelleren Weg? Wird man durch mehr Teleporter Zeit sparen oder kann man gar frei speichern? Das "From Software" allzuweit vom Hergebrachten abweichen, erscheint allerdings eher unwahrscheinlich.
Dark SoulsBei aller Genialität war "Demon's Souls" nicht perfekt. Mal ganz abgesehen davon, dass das Spiel ohnehin kaum sämtliche Geschmäcker getroffen haben dürfte. Obwohl die Gebiete durchaus sehr stimmungsvoll präsentiert wurden - hübscher Ausleuchtung und treffsicherem Stil sei dank - Grafik und Spielwelt konnten nicht mit den Referenzen dieser Zünfte mithalten. Die Level wirkten mitunter ein wenig steril, gerade zerstörbare Objekte oft generisch platziert und es mangelte etwas an lebendigen Details in der Landschaft. Eine der üblichen Fortsetzungstugenden, aufgemotzte visuelle Umsetzung, scheint "Dark Souls" jedoch auf jeden Fall vorzuweisen, wenn der erste Trailer einen authentischen grafischen Eindruck vermittelt. Die Pflanzenwelt erscheint üppiger, Texturen feiner gezeichnet, die Farbpalette dezent vielfältiger (was nicht zwangsläufig von Vorteil sein muss), Bosse kleinteiliger und die gesamte Darstellung prächtiger, ohne die genannten Qualitäten zu verlieren. "Dark Souls" spielt wieder in einer rauhen, unverbrauchten Dark-Fantasy-Welt, die beim Artefaktdesign wieder deutlich vom europäischen Mittelalter bestimmt ist, mit stattlichen Burgen und pompösen Kathedralen protzt und nebenbei durch neblige Wälder, Sümpfe und Lavahöhlen führt, während die Kreaturen auch hier künstlerisch brillante Hybriden aus echter Tierwelt, klassischen Monstern und Eigenentwürfen zu sein scheinen, die wohl besonders bei den Bossen ebenso schaurig wie ehrfurchterregend daherkommen und geizt offensichtlich nicht mit geschickt eingesetzten Lichteffekten, die schon bei "Demon's Souls" einen großen Teil zu dessen einzigartiger Atmosphäre beigetragen haben. (weiter....)
Dark Souls

Kommentare

niccore
  

ich hab mir sofort das game im inet bestellt, als ich diesen bericht und eure kommentare gelesen hab! ninja gaiden hab ich damals auch schon versucht, aber bin an irgendeinem boss h?ngen geblieben (wei? aber nicht mehr bei welchen)! bei ninja gaiden 2 habe ich aber iwann dann den abspann sehen d?rfen und seit dem keine wirklich gro?e herausforderung mehr gehabt!
ich bin ziemlich gespannt auf demon's souls =)

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Fam0uzzz
  

Ich glaube, Super Meat Boy hat einen ?hnlich hohen Schwierigkeitsgrad..wenn nicht h?her!

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Yojimbo
  

ich w?rde behaupten(au?er man greift auf magie zur?ck!) der flamelurker ist der schwerste boss des spiels und wahrscheinlich der schwerste den ich in meiner videospiel?ra kennengelernt habe!

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Kraftkanzler
  

Mal ganz nebenbei,ist doch auch mal geil wenn ein Gegner der 3-4mal so gro? ist wie der Charakter auch entsprechende Power hat...die ekligen Riesenviecher im Valley of Defilement....brrrrr...
Allein daf?r bekommt DS bei mir Pluspunkte.
Und anscheinend empfanden genug Spieler DS als guten Zock *was mich freut :D *

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Timeo
  

Also ich fand den Endgegner in Castlevania LoS (den hab ich bis heute nicht gepackt) bei weitem unfairer als das ganze Demon Souls!
Demon souls war immer schwer und gnadenlos, weil es jeden fehler bestraft.

Unfair bedeutet (zumindest f?r mich) wenn Du erkennst was Dein Fehler war (in taktik, vorgehen etc) es bei n?chsten Anlauf besser machst und Du trotzdem versagst weil die KI cheatet bzw weil die Entwickler von dem Spieler wollen das er etwas ganz bestimmtes macht ohne ihm hinweise f?r das "wie" zu geben!
Oder ihm mehr Steine in den Weg legen als bei Standart gegnern.
KING BAZONG schreibt es ja...wenn man bei DS ?berlegt und vorausschauend vorgeht dann hat man immer Erfolgserlebnisse!
Das ist ja auch das Spielprinzip an DS....langsam und ?berlegt vorgehen! Wer Voranst?rmt ohne die Umgebung zu kennen...wer sich an ?berm?chtige Gegner heranwagt die als solche erkannbar sind (riesengro? und/oder rote augen/ rote aura) sollte sich nicht wundern wenn er stirbt!

Ich denke das was die meisten als unfair an demons souls empfinden ist die art der Bestrafung!
Bei tod R?ckkehr in den Nexus, alle Seelen weg, startpunkt am Levelabschnittanfang!
Dazu kommen noch die unausgeglichene schwierigkeit der Bosse!

Phalanx, Dragon God, Vanguard, Roter Drache, Blauer Drache, Alte K?nig Doran, Alter Held und G?tzenbild empfand ich als leicht!

Maneater, Alter M?nch, Sturm K?nig, Spinne und Leechmonger haben mir schon mehr Probleme gemacht...waren aber auch ohne sehr gro?e Schwierigkeiten schaffbar.

alle anderen...allen voran der Flamelurker und Alant haben mir schon sehr viel Zeit und ungez?hlte anl?ufe gekostet!

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ps3hero
  

ja, maneater war echt eine harte nuss, alter schwede hab ich an dem geknabbert, tagelang mein schwert aufger?stet um den zu schaffen. aber geil wars, eins der besten spiele ever. dunkel, hart, gemein, so muss das sein.

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KING_BAZONG
  

@ valentine
Nat?rlich kann man nicht alle Spiele, die einen fordern, vergleichen. Es gibt zu viele unterschiedliche Dinge, die einem schwer erscheinen. Und man hat unterschiedliche F?higkeiten. Das Getriggere in einem GOD OF WAR 3 z.B. liegt mir ?berhaupt nicht. Oder auch Heavenly Sword, bei dem ich mich auch schwer getan habe (Boss nie besiegt).
Demon's Souls ist da viel freundlicher, denn man kommt mit viel ?berlegung und auch Geduld sehr viel weiter und man hat Erfolgserlebnisse en masse, neben all dem Frust, der auch nicht zu kurz kommt. DS ist kein Spiel f?r eine "kurze Runde".

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King Bazong hat Recht, man kann von niemanden erwarten das er wei? das er stirbt wenn er iN der Burg z.b sich den Drachen n?hert. Wenn Gegner so stehen das man sie durch den Kamerawinkel nicht sehen kann und sie einem so in den R?cken fallen, hat das nichts mit Fair zu tun.

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Valentine
  

fands garnicht so schwer, heavenly swords hat mich da mehr gefrustet.

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KING_BAZONG
  

DEMON'S SOULS hatte auf jeden Fall unfaire Stellen. Ich sage nur zweimal Maneater. Oder Riesenratten.

Insgesamt war das Spiel hart und fair, bot aber unfaire Stellen.

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