Splinter Cell: Conviction

Ein kleines Mädchen musste sterben, um Rorschach zu der Erkenntnis zu bringen, dass man nicht weich mit Verbrechern sein darf. Der ehemals so schleich- und betäubungswütige Sam Fisher scheint in seinem neusten Abenteuer ähnliche Grundsätze gefasst zu haben, nachdem seine Tochter bei einem vermeintlichen Verkehrsunfall ums Leben kam. Wir fassen unser bisheriges Wissen über den Ex-"Double Agent" zusammen und sagen euch, welchen Eindruck er bisher so ganz ohne Nachtsicht-Drei-Augen-Dings macht.


The Sam Fisher you know... is dead

Wir warten zwar schon etwas länger auf die mehrfach ins Ungewisse verschobene "Splinter Cell"-Fortsetzung, laut Ubisoft sind zwischen Teil vier und "Conviction" trotzdem gerade mal zwei Jahre vergangen. Zwei Jahre in denen Sam Fisher immer tiefer in der Versenkung des Untergrunds verschwunden ist, um auf eine Chance zu warten, die Verschwörung hinter dem Tod seiner Tochter Sarah aufzuklären... und so ganz nebenbei deftig frittierte Rache zu nehmen. Klingt nach "die nächste Bahn nehmen, zwei Stationen fahren, aussteigen, Hausnummer suchen, Tür auftreten, gucken was im Kühlschrank ist, Bier trinken, warten, Mann erschießen". Weil das aber für ein Spiel etwas zu kurz wäre, wird Ubisoft uns erst mal nach Malta schicken, wo sich der Mörder angeblich irgendwo aufhalten soll. Anschließend reist man über mehre Zwischenstationen weiter zum großen Finale nach Washington. Dann möglicherweise sogar [Spoiler] wieder als Mitglied von Third Echelon [/Spoiler], wie bereits ausgeplaudert wurde. Doch bis Sam Fisher sich so weit rehabilitiert hat heißt es erst mal, sich Waffen aus den Händen und Taschen toter Körper zu rauben sowie eine Menge zu improvisieren. Ein zerschlagener Seitenspiegel vom Auto wird da beispielsweise schnell mal zur selbstgebauten Snake-Cam umfunktioniert. So ganz alleine ist Sam bei seinen Aktivitäten als Abtrünniger zum Glück nicht. Unter anderem steht ihm nach wie vor die Geheimdienst-Expertin Anna Grimsdottir von seinem ehemaligen Arbeitgeber Third Echelon zur Verfügung. Auch sein alter Freund Victor Costa, Ex-"Navy Seal" mit Security-Firma, ist wieder mit von der Partie. Ein gewisses Netzwerk vertrauter Weggefährten hat Sam also noch zu seiner Unterstützung, was für einen weltweit gesuchten Verbrecher keinesfalls selbstverständlich ist. Ja, Gesetz und Gesetzlose gehen ihm auch im fünften Teil wieder gleichermaßen an die Gurgel. Wenn sie ihn denn zu sehen bekommen.
Splinter Cell: Conviction

What happens next is up to you!

Denn auch im radikal umgekrempelten Setting ist und bleibt Splinter Cell ein Stealthgame. Selbst wenn Sam Fisher sich mittlerweile wesentlich schneller bewegt, egal ob beim lautlosen Klettern oder leisen Töten. Mit verschiedenen Parkour-Moves erklimmt er nun auch deutlich komfortabler Hauswände oder sonstige Kraxelmöglichkeiten in seiner Umgebung, nebenher bieten die Kulissen zudem genug Schatten zum üblichen einlümmeln. Auch wenn der obligatorische Nachtmesser, so wie alle möglichen High-Tech-Gadgets der vergangenen Serienteile, nicht mehr im ohnehin fast komplett beseitigten Interface zu sehen ist. Als Ersatz hat Sam sich kurzerhand eine Augentechnik von Riddick abgeguckt, welche das Sichtfeld bei zum Tarnen ausreichender Dunkelheit in "Schwarz/Weiß"-Tönen darstellt. Im eigenen Publisherhause hat er derweil auch gewildert und so das beliebte "Ich markiere Dinge im nächsten Raum, die arbeitet ihr dann schön ab"-Feature aus Rainbow Six Vegas gemopst. Mit dem Unterschied, dass hier keine Befehlskette an Teammitglieder übergeben wird, sondern Sam Fisher gleich selber zu Werke schreitet. Ihr könnt also z.B. per Glasscherbe in den nächsten Raum spinxen, dabei Lampen, Fässer, Menschen und dergleichen markieren, im Anschluss euren Helden automatisch hinein stürmen und kurzen Prozess in angegebener Reihenfolge machen lassen. "Kurzer Prozess..." - Guuuuutes Stichwort! Es wurde in allen möglichen Previews, Comments, usw. schon viel zu oft geschrieben, aber verdammt noch mal, Sam Fisher ist Jack Bauer. Und John McClane. Und Jason Bourne. Und Liam Neeson. Und irgendwie auch Kratos. Er braucht Antworten? Er schnappt sich Kehlen zum Drücken, Köpfe zum einschwitzkasten und sein Opfer nach dem kleinen tête à tête zu töten ist ihm auch nicht fremd. Interaktive Objekte in der Umgebung erleichtern den Umgang mit weniger friedfertigen Passanten, denen ihr neben unbeteiligten Zivilisten an den zumeist öffentlichen Sandbox-Schauplätzen nicht selten begegnen werdet.
Splinter Cell: Conviction

Who said anything about hiding?


Um das Verhalten eurer K.I.-Gegner etwas transparenter zu machen, zeigt eine Art "Geist" von Sam Fisher jene stellen in der Spielwelt an, wo der Ex-Spion von seinen Feinden als letztes gesichtet wurde. Nicht zuletzt sollen sich so gezielt gelegte Hinterhalte besser planen und durchführen lassen. Von zu vielen langen Cutscenes möchte Ubisoft sich im neusten Serienteil außerdem weitesgehend verabschieden. Missionsziele und Ortsbeschreibungen oder auch Erinnerungen Sams an seine Tochter werden stylisch an Haus- und Zimmerwände projiziert, als würde man die Gedanken des Hauptcharakters visuell aufbereitet ins laufende Spiel integriert bekommen. Kurze Zwischeneinspieler werden wohl höchstens mal 'nen kleinen Flug durch den neu betretenen Levelabschnitt darstellen, anhand dessen man sich grob zum nächsten Interessenpunkt hin orientieren kann. Ursprünglich sollte "Conviction" ja bei hellichtem Tage stattfinden und Sam Fisher mit Vollbart und Kapuzenpulli zeigen. Der auf Microsofts Pressekonferenz zu sehenden E³-Demo zufolge ist das Gesicht der Serie inzwischen aber doch wieder etwas rasiert worden, zudem präsentierten sich die vorgeführten Szenerien nun richtig düster und dreckig. Sam Fisher hat sich allem Anschein nach endgültig vom ständig Atombomben-entschärfenden Regierungswerkzeug ohne Lizenz zum Töten zum eiskalten Predator entwickelt, dessen Motive persönlich sind und dessen Durst nach Rache ihn über viele Leichen gehen lässt. Die wichtigste Erkenntnis für uns ist so weit aber: Er spielt nicht mehr nach den Regeln, was wohl vor allem mehr Freiheit bei der Herangehensweise an ein Levelziel ermöglichen wird und die "Splinter Cell"-Serie hoffentlich merkbar aus ihren zuvor doch sehr festgefahrenen Mechanismen befreit. Sams bevorstehende Reise ins Ungewisse kann der Reihe eigentlich nur gut tun, besonders wenn sie so atmosphärisch und frisch aussieht wie bisher gezeigt. Und wenn der gute Outlaw im fertigen Spiel genau so kräftig zuschlägt wie während der E³-Vorführung, braucht er sich beim Release im Herbst tatsächlich vor niemandem zu verstecken.
Splinter Cell: Conviction

Kommentare

Zerfikka
  

Ich bleibe sehr skeptisch, nach dem verkackten 4. Teil m?ssen die mich aufs neue ?berzeugen.

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JayLay_
  

@Dark volcano
achsooo, hehe hab ich nicht ger?fft :-P
das ist gut so, openworld oder nicht, dieses franchise darf ubisoft nicht versauen!! dr?cken wir mal die daumen.

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rorschach
  

"K?pfe zum einschwitzkasten" - k?stlich

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Dark-Volcano
  

@Jayjay
Lol du hast mich da falsch verstanden ich fand einfach die Aussage so l?cherlich deshalb hab ich da ein wenig Ironie gezeigt ^^ Ich freu mich als Fan nat?rlich auf Splinter Cell und ich hab auch ne 360 :-)

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tastepolice
  

open world games sind die geilsten games ?berhaupt :)

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moink moink
  

ich zitiere mich mal selber:

- ich sags euch.... ich hoffe so sehr dass ich nicht recht behalte. im endeffekt wird splinter cell conviction ein OPEN WORLD GAME.

so wie sies bei far cry gut gemacht haben... vl grafisch und steuerungstechnisch aber versaut, atmosph?risch, storytechnisch und vor allem marken-far-cry-m??ig machen die den ganzen schei? nochmal nach der selben faulen methode. keine sequenzen, denn da spart man ja, alles ingame erkl?ren das bringts ja... mh klar nur komisch f?hlt man sich mit ner sch?nen die story weitererz?hlenden sequenz mehr im spiel als das spiel durchzuspielen und alles langweilig ingame angedreht zu bekommen. ich hab keine lust ne schei? projektion an ner wand zu sehen und zu h?ren dass ich ka irgendwo auf dem h?chsten turm der stadt den b?sen waffendealer t?ten soll. ist doch viel geiler ne sequenz zu haben etwas kinoatmosph?re, dass was abgeht, zu sehen wos hingeht etc. im endeffekt gibts dann eine gro?e stadt und man rennt die ganze zeit durch die gegend und sammelt hier nen hinweis, sammelt da nen hinweis etc.... ubisoft und ihre schei? versauung bestehender qualitativer marken.... hauptsache viel einnehmen und wenig aufwand....


.. hab ich vor ner weile als comment zu ner cv news abgelassen. und was steht jetzt hier? ja richtig juhu sandbox bereiche.... vl gelingts ubisoft ja genausogut wie bei farcry, dann haben wir alle richtig viel von splinter cell.

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JayLay_
  

@ take-chan und Dark Volcano
wieso sollte es sich wie kot spielen??? Das spiel wird sicherlich ganz gut. und wenn es nur deswegen ist, dass es ein paar monate fr?her auf der XBOX erscheint, dann holt euch doch eine, sind mittlerweile ganzx g?nstig und wird euch auf jeden fall gefallen.
Es war ja schon immer so dass splinter cell zuerst auf der xbox erschienen ist.
*kein bashen und kein fanboy, hab beide konsolen*

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Dark-Volcano
  

@Take-Chan
Lol nat?rlich spielt es sich wie ein Haufen Kot erscheint ja schlie?lich nicht f?r die PS3... einfach l?cherlich deine Aussage.

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ToXsic WaRgoD
  

Das erste SC stellte damals eine kleine Revolution im Stealth-Genre dar. Obs Conviction wieder schafft ist fraglich. Dass es ein Hit wird steht aber ausser Frage.

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JayLay_
  

dieses spiel wird bombastisch, komplett cineastisch...cooool

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